Ziel dieser Hausarbeit ist es, das Integrations- und Prozessoptimierungspotenzial des neuen elektronischen Personalausweises (ePA) für die ausgewählten polizeilichen Arbeitsprozesse der Anzeigenaufnahme aufzuzeigen. Ebenso soll das Potential zur Steigerung der Effizienz, der Effektivität und der Kundenorientierung der Polizei NRW herausgestellt, bewertet und weitere vorteilhafte Nutzungsanwendungen des ePA für deren Akzeptanz am Markt geschaffen werden.
Die Hausarbeit wird auf Grundlage einer Literatur- und Dokumentenanalyse erfolgen.
Im Jahr 2010 wurde der neue elektronische Personalausweis (ePA) mit eID-Funktion (eID=electronic Identity) bzw. Online-Ausweisfunktion und weiteren Funktionen in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt. Insbesondere die Polizei hat in den letzten Jahren einen Zuwachs an Aufgaben und Anforderung an deren Ermittlungsverfahren durch den Rechtsstaat auferlegt bekommen, bei einem einhergehenden Personalverlust durch den demographischen Wandel (Schnee/ Unterberg 2016).
Ein Umdenken bezüglich der polizeilichen Aufgabenwahrnehmung scheint daher unausweichlich. Dazu könnte der ePA mit seinen Funktionen eine Chance zur Prozessoptimierung innerhalb der Arbeitsprozesse darstellen.
Aktuell sind dem Verfasser keine spezifischen praktizierten Anwendungsmöglichkeiten des ePA bei der Wahrnehmung hoheitlicher Aufgaben der Landespolizei NRW bekannt. Hingegen dessen, der elektronische Reisepass und der ePA bereits bei der Einreisekontrolle von EU-Bürgern bei Reisen aus dem EU-Ausland an deutschen Flughäfen zur automatisierten Passkontrolle durch die Bundespolizei eingesetzt wird um das Personal zu entlasten und Wartezeiten zu verkürzen (Travelbook.de 2014).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Annäherung an den ePA
2.1 Aufbau
2.2 Equipment
2.3 Funktionen
2.3.1 Die Biometriefunktion
2.3.2 Die eID-Funktion
2.3.3 Die Signaturfunktion
2.3.4 Das Vor-Ort-Auslesen
3 Aktuelle Prozesssichten der Polizei NRW
3.1 Die Anzeigenaufnahme vor Ort
3.2 Anzeigenaufnahme auf der Polizeidienststelle
3.3 Anzeigenaufgabe über die Internetwache
4 Prozessoptimierung der Polizei NRW
4.1 Prozessanalyse
4.2 Prozessreorganisation
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht das Potenzial des elektronischen Personalausweises (ePA) zur Optimierung polizeilicher Arbeitsprozesse, insbesondere bei der Anzeigenaufnahme in Nordrhein-Westfalen. Die zentrale Forschungsfrage ist, wie durch die Einbindung der ePA-Funktionen Medienbrüche reduziert, die Effizienz gesteigert und die Kundenzufriedenheit erhöht werden kann.
- Grundlagen des ePA (Aufbau, Funktionen, Equipment)
- Analyse aktueller, medienbruchbehafteter Anzeigenaufnahmeprozesse
- Identifikation von Schwachstellen in bestehenden polizeilichen Arbeitsvorgängen
- Konzeptionelle Prozessreorganisation durch digitale Identifikations- und Signaturverfahren
Auszug aus dem Buch
2.3.2 Die eID-Funktion
Die eID-Funktion ermöglicht es dem Bürger sich im Internet und an Bürgerterminals mittels eines Lesegeräts und eines internetfähigen Geräts mit geeigneter Software auszuweisen und geschäftliche Angelegenheiten oder Behördengänge im Rahmen der E-Government-Dienstleistungen zu erledigen (BMI o.J.: c). Die eID-Funktion bildet die Basis des elektronischen Identitätsnachweises und des Vor-Ort-Auslesens.
Dabei werden die auf dem RFID-Chip gespeicherten Personaldaten an den eID-Server gesendet, welcher sie nach Überprüfung übermittelt und den Nutzer authentisiert. Der Nutzer sieht vor der Übermittlung an wen seine Datengruppen übertragen werden und es folgt die Prüfung, ob jener Kommunikationspartner die benötigte staatliche Berechtigung zur Nutzung der Online-Ausweisfunktion besitzt. Zur Sicherheit erfolgt dies erst nach der Eingabe der persönlichen Geheimnummer (PIN) des Nutzers, wobei die Ausweisdaten immer Ende-zu-Ende (siehe Unterpunkt 2.3.3) verschlüsselt werden und dadurch nicht von Unberechtigten eingesehen oder abgefangen werden können (BMI o.J.: d). Die nachfolgende Abbildung 3 stellt nochmals visuell das Prozedere der eID-Funktion dar.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Einführung des ePA sowie die aktuelle Problematik steigender polizeilicher Arbeitsbelastung bei gleichzeitigem Personalmangel, woraus sich die Relevanz der Prozessoptimierung ergibt.
2 Theoretische Annäherung an den ePA: Dieses Kapitel beschreibt den technischen Aufbau, das notwendige Equipment sowie die spezifischen Funktionen des Personalausweises wie die Biometrie-, eID- und Signaturfunktion.
3 Aktuelle Prozesssichten der Polizei NRW: Das Kapitel analysiert die bestehenden Abläufe bei der Anzeigenaufnahme vor Ort, in der Dienststelle und über die Internetwache, wobei insbesondere Medienbrüche und Doppelarbeit identifiziert werden.
4 Prozessoptimierung der Polizei NRW: Hier erfolgt eine kritische Prozessanalyse der Schwachstellen sowie der Entwurf eines reorganisierten Soll-Prozesses unter Einbindung des ePA und mobiler Endgeräte.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Integration von ePA-Funktionen eine wesentliche Effizienzsteigerung und Entlastung für Behörden und Bürger ermöglichen kann.
Schlüsselwörter
ePA, elektronischer Personalausweis, Polizei NRW, Prozessoptimierung, E-Government, Anzeigenaufnahme, eID-Funktion, Biometriefunktion, digitale Signatur, Medienbruch, Prozessreorganisation, Identitätsnachweis, IT-Systeme, Verwaltung, Digitalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie der elektronische Personalausweis (ePA) genutzt werden kann, um polizeiliche Arbeitsprozesse bei der Anzeigenaufnahme effizienter und kundenorientierter zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die technischen Grundlagen des ePA, die Analyse bestehender polizeilicher Anzeigenprozesse und Lösungsansätze zur Prozessreorganisation durch digitale Identitätsprüfung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, das Integrierungs- und Optimierungspotenzial des ePA für polizeiliche Arbeitsprozesse aufzuzeigen, um Medienbrüche zu beseitigen und die Bearbeitungsqualität zu erhöhen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?
Die Hausarbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Dokumentenanalyse der geltenden Rechtsvorschriften und technischen Rahmenbedingungen des E-Governments.
Was wird im Hauptteil der Arbeit analysiert?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in den ePA, eine IST-Analyse der polizeilichen Abläufe und einen Vorschlag zur Prozessreorganisation inklusive technischer Voraussetzungen.
Welche Schlüsselbegriffe definieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie ePA, Prozessoptimierung, Polizei NRW, Anzeigenaufnahme und elektronische Signatur charakterisiert.
Wie kann das „Vor-Ort-Auslesen“ die Arbeit der Polizei konkret verbessern?
Durch die direkte Übertragung von Personaldaten vom RFID-Chip des ePA in polizeiliche Formulare werden fehleranfällige manuelle Eingaben eliminiert und die Bearbeitungszeit vor Ort signifikant verkürzt.
Welche Rolle spielt das Bürgerkonto in diesem Szenario?
Es dient als Schnittstelle, über die Kunden Formulare bereits vorausgefüllt abrufen können, was den bürokratischen Aufwand für beide Seiten reduziert und die elektronische Weiterbearbeitung ermöglicht.
- Arbeit zitieren
- Simon Brost (Autor:in), 2017, Der neue Personalausweis als Chance zur Prozessoptimierung der Polizei NRW, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1506973