In dieser Hausarbeit befasse ich mich mit der Fragestellung, inwieweit die Methode Plan-spiel als sinnvoll für die Wissensvermittlung angesehen werden kann. Ich werde anhand der Planspiele Jugend und Parlament des Besucherdienstes des deutschen Bundesstages und Model United Nations der Vereinten Nationen überprüfen, inwieweit mittels eines Planspiels Wissen über die politischen Vorgänge erfolgreich vermittelt werden kann und welche Herausforderungen und Probleme die Methode Planspiel mit sich bringt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Methode Planspiel
3. Planspiel Jugend und Parlament
4. Planspiel Model United Nations
5. Vergleich
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Eignung des Planspiels als Methode zur effektiven Wissensvermittlung in der politischen Bildung. Anhand der beiden Fallbeispiele „Jugend und Parlament“ sowie „Model United Nations“ wird analysiert, welche Möglichkeiten der Simulation bestehen, wie politisches Wissen vermittelt wird und mit welchen Herausforderungen oder Grenzen diese Methode in der Praxis konfrontiert ist.
- Grundlagen und Definitionen der Methode Planspiel
- Struktur und Ablauf von Parlamentssimulationen
- Vergleich unterschiedlicher nationaler und internationaler Simulationsmodelle
- Analyse der Kompetenzentwicklung durch erfahrungsbasiertes Lernen
- Kritische Betrachtung von Potentialen, Herausforderungen und Forschungsstand
Auszug aus dem Buch
2. Methode Planspiel
In diesem Abschnitt befasse ich mich zunächst damit, was ein Planspiel ist und welche Erwartungen an diese Methode gestellt werden.
Planspiele werden als handlungs-, erfahrungs- und prozessorientierte Methode der Politischen Bildung definiert. Fragt man sich nun was die Lernziele und Erwartungen an Planspiele sind, stößt man schnell an die Anforderung, dass diese Methode komplexe politische Vorgänge verstehbar machen soll und dass das Politische mit dem Alltag der Lernenden verknüpft werden soll, sodass die Teilnehmer*innen motiviert werden und ihr politisches Interesse geweckt beziehungsweise gefördert wird. Durch eine erfahrungsbasierte Wissensvermittlung sollen die Teilnehmer*innen Einsicht in die Schwierigkeit politischer Kompromissfindung bekommen und sich ihr Wissen durch die eigenen Erfahrungen nachhaltig beziehungsweise langfristig einprägen (vgl. (Klippert, 2008), (Massing & Weißeno, 1995), (Petrik & Rappenglück, 2017), (Rappenglück, 2004)).
Die Methode Planspiel bietet laut Schöne (2011), (2017) einige Vorteile im Bereich der außerschulischen politischen Bildung, da sie unter anderem sehr flexibel ist. Demnach ist sie anpassbar an unterschiedlichste Zielgruppen und kann auch bei knappen Zeitressourcen sinnvoll eingesetzt werden. Des Weiteren wird den Teilnehmer*innen die Möglichkeit geboten einen Beitrag zu leisten, die Probleme der politischen Bildung zu überwinden. Demnach scheinen Planspiele sogar geeignet Politikverdrossenheit entgegenzuwirken (vgl. (Schöne, 2011), (Schöne, 2017)). Ein zentrales Ziel der Planspiele ist die Entwicklung von Politikkompetenz der Teilnehmer*innen, da diese notwendig für die Teilhabe am gesellschaftlichen und politischen Leben sind. Die Kompetenz umfasst unter anderem Fachwissen, politische Urteils- und Handlungsfähigkeiten, Einstellungen, Motivationen (u.a. Interesse, Selbstbilder wie Effektivitätsgefühl), sowie Partizipationsbereitschaft (vgl. Massing, 2012).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Sinnhaftigkeit von Planspielen für die Wissensvermittlung vor und skizziert das methodische Vorgehen anhand der beiden Beispiele.
2. Methode Planspiel: Dieses Kapitel definiert Planspiele als handlungs- und erfahrungsorientierte Methode, erläutert deren Ziele und benennt sowohl die Vorteile für die Politikkompetenz als auch bestehende Herausforderungen.
3. Planspiel Jugend und Parlament: Der Abschnitt beschreibt den organisatorischen Ablauf der Parlamentssimulation des Deutschen Bundestages und analysiert deren spezifische Lernziele für die Teilnehmenden.
4. Planspiel Model United Nations: Hier werden die Struktur und die pädagogischen Ziele der internationalen MUN-Konferenzen vorgestellt, die auf eine realistische Darstellung der Vereinten Nationen abzielen.
5. Vergleich: Dieser Teil setzt die beiden Planspielmodelle in Bezug zueinander, wobei Gemeinsamkeiten in der Methodik sowie Unterschiede in Ausrichtung, Zielgruppe und Finanzierung herausgearbeitet werden.
6. Fazit: Das Fazit resümiert die Eignung der Methode für die politische Bildung und weist auf den notwendigen weiteren Forschungsbedarf im Bereich der empirischen Evaluation hin.
Schlüsselwörter
Planspiel, politische Bildung, Wissensvermittlung, Jugend und Parlament, Model United Nations, Simulation, Politikkompetenz, Gesetzgebungsprozess, politische Partizipation, Erfahrungsbasiertes Lernen, Parlamentssimulation, Kompromissfindung, politische Bildungsmethode, Interessensvertretung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Effektivität von Planspielen als Methode der politischen Bildung zur Vermittlung von aktuellem Wissen über politische Prozesse.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen die Konzepte der handlungs- und erfahrungsorientierten Wissensvermittlung sowie die praktische Umsetzung durch Parlamentssimulationen auf nationaler und internationaler Ebene.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die zentrale Frage ist, inwieweit die Methode Planspiel sinnvoll zur Wissensvermittlung beitragen kann und welche Herausforderungen dabei auftreten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt einen deskriptiven und vergleichenden Ansatz, um die methodische Struktur der Planspiele zu analysieren und diese auf Basis didaktischer Kriterien zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Methodik, die detaillierte Darstellung der beiden Fallbeispiele sowie deren direkter Vergleich hinsichtlich Ablauf und Zielsetzung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wichtige Begriffe sind Wissensvermittlung, Politikkompetenz, Partizipation, Simulation, Kompromissfindung und die spezifischen Fallbeispiele der parlamentarischen bzw. internationalen Gremienarbeit.
Wie unterscheidet sich "Jugend und Parlament" von "Model United Nations"?
Während sich "Jugend und Parlament" auf den deutschen Gesetzgebungsprozess fokussiert und vom Bundestag organisiert wird, simuliert MUN internationale Gremien auf globaler Ebene, wobei die Organisation durch diverse Institutionen weltweit erfolgt.
Welche Herausforderung identifiziert der Autor für die Planspielmethode?
Neben dem Bedarf an Vorwissen seitens der Teilnehmer wird das Spannungsverhältnis zum Beutelsbacher Konsens sowie die Komplexität der politischen Materie als zentrale Hürde genannt.
Ist das Ergebnis der Planspiele vorgegeben?
Nein, ein wesentliches Merkmal der erwähnten Planspiele ist die Ergebnisoffenheit; die Teilnehmenden bestimmen durch ihre Verhandlungen und Abstimmungen selbst, wie die Ergebnisse ausfallen.
Warum gibt es laut Autor weiteren Forschungsbedarf?
Der Autor stellt fest, dass die empirische Forschung zur außerschulischen politischen Jugendbildung noch unzureichend ist und systematische Evaluationen fehlen, um kausale Rückschlüsse für die Praxis zu ziehen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Planspiel als sinnvolles Mittel zur Wissensvermittlung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1495637