Inwiefern kann das Gesundheitscoaching das deutsche Versorgungssystem entlasten?
Im Jahr 1986 wurde zur Gesundheitsförderung das Ottawa Charter formuliert und veröffentlicht. Das Dokument beinhaltet Themenbereiche zur Gesundheitsförderung der Menschen in der Gesamtpolitik, Lebens- und Umweltbedingungen, Gemeinschaftsaktionen, Entwicklung persönlicher Kompetenzen, sowie Gesundheitsdienstleistungen. Aktuell besonders im Hinblick auf die zunehmende Demografie und damit verbundene Morbidität wächst der Versorgungsbedarf in Deutschland. Dies stellt die Ärzteschaft vor großen Herausforderungen. Diesen entgegen zu wirken und die Patienten in Gesundheitsfragen zu unterstützen, werden mit steigender Tendenz die präventiven sowie gesundheitsförderliche Maßnahmen z. B. im Rahmen eines Gesundheitscoachings angeboten. Den Weg der Gesundheitserhaltung und -förderung als ein Sektor des Versorgungsmanagements soll in der vorliegenden Projektarbeit untersucht werden. Hierfür wird das Gesundheitscoaching bzw. die -beratung herangezogen, da oben genannte Aspekte das Berufsbild ausmachen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsannährung
2.1 Gesundheit
2.2 Patient vs. Gesundheitsbürger
2.3 Beratung vs. Coaching
3 Gesundheitscoaching
3.1 Hilfe zur Selbsthilfe
3.2 Leistungsangebot
4 Gesundheitsversorgung
4.1 Prävention
4.2 Problemlage
5 Resümee
Zielsetzung & Themen der Projektarbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des Gesundheitscoachings für das deutsche Gesundheitsversorgungssystem, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen wie den demografischen Wandel und die Zunahme chronischer Erkrankungen, um zu evaluieren, inwieweit Gesundheitscoaching als Versorgungsstrategie das System entlasten kann.
- Grundlagen der Begriffsbestimmung (Gesundheit, Beratung, Coaching)
- Analyse der Rolle des Gesundheitscoachings bei der Hilfe zur Selbsthilfe
- Untersuchung der Integration des Gesundheitscoachings als Leistungsangebot
- Stellenwert von Präventionsstrategien im Versorgungsmanagement
- Herausforderungen in der aktuellen Gesundheitsversorgung und demografische Einflüsse
Auszug aus dem Buch
3.1 Hilfe zur Selbsthilfe
Die oben erwähnten Kompetenzziele sind nach Burger & Habel (2014) z. B. das Erreichen des bestmöglichen und realistischen Krankheits- und Gesundheitsverständnisses, Sicherung der Übereinstimmung von Gesundheitszielen und Therapievorstellungen von Patient und Behandler oder die Hilfestellung bei Handlungs- und Bewältigungsplanung für gesundheitsförderliche Lebensstiländerungen; die Versorgungsziele sind z. B. die Unterstützung eines optimalen Zugangs zum jeweils adäquaten Präventions-/Diagnostik-/Behandlungs-Pflegesetting, Sicherung der Diagnosestellung und Kontinuität der Behandlung sowie Unterstützung der Rationalität in der Arzneimittelversorgung.
Für effektive und effiziente Orientierung im Gesundheitswesen ist die Verbesserung der Gesundheitskompetenz durch Information, Beratung und Organisationsleistung notwendig (Burger & Habel, 2014), wofür Gesundheitscoaching nach Dejonghe (2020) als adäquate Intervention erscheint und „Hilfe zur Selbsthilfe“ darstellt.
Durch die Kompetenzen soll dem Gesundheitsbürger geholfen werden, Einfluss auf eigene Gesundheit und Lebenswelt auszuüben (WHO, 1986). Gesundheitskompetenz befähigt, im Lebensalltag Entscheidungen gemäß seiner eignen Präferenzstruktur zu Gunsten der Gesundheit zu treffen und wirkt sich demnach begünstigend in allen Lebensbereichen aus (Burger & Habel, 2014).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den wachsenden Versorgungsbedarf durch demografische Veränderungen und führt das Gesundheitscoaching als potenzielle Entlastungsstrategie für das Versorgungssystem ein.
2 Begriffsannährung: Dieses Kapitel definiert zentrale Termini wie Gesundheit, Patient vs. Gesundheitsbürger sowie die Abgrenzung von Beratung und Coaching, um eine einheitliche Grundlage für die Arbeit zu schaffen.
3 Gesundheitscoaching: Hier wird das Gesundheitscoaching als begleitender Prozess zur Förderung der Selbsthilfe und zur Risikominimierung, basierend auf systemischen Ansätzen wie der Salutogenese, näher beleuchtet.
4 Gesundheitsversorgung: Das Kapitel analysiert das deutsche Versorgungssystem, insbesondere die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen und die aktuelle Problemlage durch chronische Erkrankungen und fehlende Patientenorientierung.
5 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und beantwortet die Forschungsfrage positiv, indem es das Potenzial des Gesundheitscoachings betont, weist jedoch auf Forschungsbedarf zur Wirtschaftlichkeit hin.
Schlüsselwörter
Gesundheitscoaching, Gesundheitsversorgungssystem, Prävention, Salutogenese, Gesundheitsbürger, Patientenorientierung, Selbsthilfe, Versorgungsmanagement, Gesundheitskompetenz, chronische Erkrankungen, Demografischer Wandel, Lebensstiländerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Relevanz und Potenziale des Gesundheitscoachings als ergänzenden Versorgungszweig innerhalb des deutschen Gesundheitswesens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition des Gesundheitscoachings, wissenschaftliche Konzepte der Gesundheitsförderung, Präventionsstrategien sowie die strukturellen Herausforderungen im Versorgungssystem.
Was ist das Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Gesundheitscoaching dazu beitragen kann, das deutsche Versorgungssystem durch gesundheitsfördernde Interventionen strukturell und qualitativ zu entlasten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin verwendete eine qualitative Literaturrecherche in Onlinedatenbanken und Fachbüchern, um den aktuellen Forschungsstand systematisch auszuwerten und deduktiv aufzubereiten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsbestimmung, die detaillierte Darstellung des Gesundheitscoachings als Hilfe zur Selbsthilfe und die Analyse der aktuellen gesundheitspolitischen Problemlagen und Präventionsansätze.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern gehören: Gesundheitscoaching, Prävention, Salutogenese, Patientenorientierung, Versorgungsmanagement und chronische Erkrankungen.
Wie definiert die Autorin den Begriff "Gesundheitsbürger"?
Der Begriff dient als zusammenfassende Bezeichnung für Patienten im klassischen Sinne, gesunde Inanspruchnehmer von Gesundheitsleistungen sowie Bürger, die gesundheitsbewusst agieren.
Warum spielt das Konzept der Salutogenese eine wichtige Rolle?
Die Salutogenese fokussiert auf die Erhaltung und Förderung von Gesundheit durch die Aktivierung vorhandener Ressourcen, anstatt sich rein auf die Pathogenese und die Bekleidung von Krankheiten zu konzentrieren.
Welche Rolle spielt die Kostenübernahme für das Gesundheitscoaching?
Die Autorin identifiziert die noch ungeklärte Rechtsgrundlage zur Kostenübernahme als eine wesentliche Hürde, die für eine breite systemische Integration und Wirtschaftlichkeit weiter erforscht werden muss.
- Arbeit zitieren
- Sabina Schwab (Autor:in), 2024, Relevanz des Gesundheitscoachings für das Gesundheitsversorgungssystem in Deutschland, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1490574