Anhand der vorliegenden Quellen lässt sich folgende Fragestellung entwickeln: Welche gesellschaftliche Stellung nahmen die immigrierten deutsch-amerikanischen Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts bezogen auf das Konzept "The Cult of True Womanhood" und den Beginn der Frauenbewegung in Amerika ein? Daraus lässt sich die vorläufige Hypothese entwickeln, dass sich unter den deutsch-amerikanischen Frauen zwei Positionen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft herausbildeten. Ein Teil der immigrierten Frauen akzeptierte das bestehende Rollenbild der Frau und passte sich den gesellschaftlichen Normen an. Einige deutsch-amerikanische Frauen widersetzten sich jedoch dem in Amerika etabliertem gesellschaftlichen Konzept und kämpften als Aktivistinnen für die Gleichberechtigung der Frau in der Gesellschaft.
Diese Arbeit veranschaulicht das Konzept "The Cult of True Womanhood" der amerikanischen Gesellschaft während des 19. Jahrhunderts. Zudem wird die Anpassung deutsch-amerikanischer Frauen an das Konzept ermittelt sowie die Abweichung von dem Konzept in Bezug auf Frauenrechte, das Mitwirken in (Turn-)Vereinen und bei Festen sowie das Verhalten in politischen Notsituationen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1 Das Konzept „The Cult of True Womanhood”
2.2 Anpassung an das Konzept
2.3 Abweichung von dem Konzept
2.3.1 Frauenrechte
2.3.2 (Turn-)Vereine und Feste
2.3.3 Politische Notsituationen
3. Schluss
4. Anhänge
4.1 Quellenverzeichnis
4.2 Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die gesellschaftliche Stellung immigrierter deutsch-amerikanischer Frauen am Ende des 19. Jahrhunderts in den USA, wobei insbesondere analysiert wird, inwiefern sie sich an das dominierende Rollenbild „The Cult of True Womanhood“ anpassten oder aktiv für Frauenrechte eintraten.
- Analyse des gesellschaftlichen Konzepts „The Cult of True Womanhood“
- Untersuchung der Assimilation deutsch-amerikanischer Frauen an traditionelle Rollenbilder
- Auseinandersetzung mit der frühen deutsch-amerikanischen Frauenbewegung
- Rolle von Vereinen und Festkultur als Rahmen für weibliche Emanzipation
- Einfluss politischer Notsituationen wie des Amerikanischen Bürgerkriegs auf das Rollenverständnis
Auszug aus dem Buch
2.1 Das Konzept „The Cult of True Womanhood”
Während des 19. Jahrhunderts in Amerika wurden an Frauen und Männer sehr unterschiedliche Erwartungen bezüglich gesellschaftlich adäquater Verhaltensweisen gestellt. Diese soziale Differenzierung der Geschlechter in Hinblick auf Gender Ideologien wird in Barbara Welters Konzept „The Cult of True Womanhood” erörtert. Demnach musste eine in der Gesellschaft anerkannte „True Woman“ die Werte Frömmigkeit, Reinheit, Unterwürfigkeit und Häuslichkeit erfüllen. Diese Vorstellung der gesellschaftlichen Ordnung geht einher mit der Ideologie der „Separate Spheres“, wonach Frauen mit der „Private Sphere“ des Haushalts und der Familie assoziiert wurden und Männer der „Public Sphere“ angehörten, die das öffentliche Leben und Arbeiten umfasste. Des Weiteren bezieht sich das Ideal auf die Mittelklasse, dass von armen Frauen, die außerhalb des Hauses arbeiten mussten, nicht erfüllt werden konnte. Da der Versuch aus der gesellschaftlichen Struktur auszubrechen zu einem Ausschluss aus der Gesellschaft führte, bezeichnet Welter das Konzept als „fearful obligation“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Situation der deutsch-amerikanischen Frauen nach 1848/49 ein und definiert die Fragestellung bezüglich ihrer Position zum „Cult of True Womanhood“.
2. Hauptteil: Der Hauptteil untersucht das theoretische Konzept der „True Woman“, die verschiedenen Grade der Anpassung von Einwanderinnen an amerikanische Normen sowie den Widerstand durch Pionierinnen und Vereinsstrukturen.
3. Schluss: Das Fazit bestätigt die Hypothese, dass sich unter den Frauen zwei Positionen herausbildeten, wobei die Emanzipation keine durchgängige Erfolgsgeschichte war, da der Großteil an traditionellen Normen festhielt.
4. Anhänge: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Quellen und die wissenschaftliche Literatur für die vorliegende Untersuchung auf.
Schlüsselwörter
Deutsch-amerikanische Frauen, 19. Jahrhundert, The Cult of True Womanhood, Frauenbewegung, Emanzipation, Integration, Geschlechterrollen, Frauenrechte, Mathilde Franziska Anneke, Amalie Struve, Ottilie Assing, Amerikanischer Bürgerkrieg, Turnvereine, Private Sphere, Separate Spheres.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der sozialen Rolle immigrierter Frauen aus deutschsprachigen Ländern in Amerika am Ende des 19. Jahrhunderts und deren Spannungsverhältnis zu den damals herrschenden amerikanischen Gesellschaftsnormen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zu den Schwerpunkten gehören das Konzept des „Cult of True Womanhood“, die Assimilation und Distanzierung von Frauen gegenüber diesem Ideal, die Rolle von Frauen in deutschen Vereinen sowie ihre Aktivitäten während des Bürgerkriegs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie sich die deutsch-amerikanischen Frauen in einer neuen kulturellen Umgebung positionierten und ob sie das traditionelle Rollenbild akzeptierten oder sich für Gleichberechtigung einsetzten.
Auf welche wissenschaftliche Methode stützt sich die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer Quellenanalyse, bei der Schriften prominenter Vorkämpferinnen wie Mathilde Franziska Anneke, Amalie Struve und Ottilie Assing ausgewertet und mit zeitgenössischer Forschungsliteratur in Beziehung gesetzt werden.
Welcher Inhalt steht im Mittelpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des „Cult of True Womanhood“, die Darstellung der Anpassung an diese Normen sowie die Analyse von Abweichungen, insbesondere im Bereich der Frauenrechte, Vereinsaktivitäten und politischer Ausnahmesituationen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Typische Schlüsselbegriffe sind Emanzipation, Geschlechtertrennung, deutsch-amerikanische Identität, Frauenvereine und der Einfluss sozio-politischer Ereignisse auf das Frauenbild.
Wie unterschied sich die Einstellung deutsch-amerikanischer Frauen zu ihrer Rolle?
Ein Großteil der Einwanderinnen passte sich den konservativen Normen an, um sozialen Ausschluss zu vermeiden, während eine kleine Gruppe von Aktivistinnen das System der „getrennten Sphären“ offen kritisierte und aktiv verändern wollte.
Welche Bedeutung hatten Vereine für die Emanzipation der Einwanderinnen?
Vereine boten einen ersten, wenn auch begrenzten Zugang zur öffentlichen Sphäre und ermöglichten es Frauen, über die rein häusliche Erziehungstätigkeit hinaus ein eigenes Selbstbewusstsein und Organisationsformen zu entwickeln.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Die gesellschaftliche Stellung deutsch-amerikanischer Frauen Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1478504