Das Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, wie eine ergebnisorientierte wirtschaftliche Performance mit ökologisch, sozial und ethisch verantwortungsvollem Handeln in Einklang gebracht werden kann.
Für viele Anleger oder Unternehmen rücken in den letzten Jahren vermehrt nicht allein die jetzige, wirtschaftliche Performance eines Unternehmens, sondern auch ethisch relevante Kriterien in den Vordergrund. Die dafür in Betracht gezogenen, sogenannten „ESG-Kriterien“ gewinnen damit immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Ob aus reinem Selbstzweck oder öffentlichen Druck, ist dabei nicht klar nachzuweisen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie verhält sich ESG zu traditionellen Investmentansätzen
3. Was sind die hauptsächlichen Themen und Motivationen bei ESG?
4. Welche verschiedenen Ansätze gibt es ESG-Kriterien im Investmentprozess zu berücksichtigen?
5. Welches sind die wichtigsten Analysehäuser, die ESG Kennzahlen/-Ratings anbieten und worin unterscheiden sich diese?
6. Welche Hinweise gibt es, dass sich das Einbeziehen von ESG Kriterien (positiv oder negativ) auf die Performanceauswirkt
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration von ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) in den modernen Investmentprozess und analysiert kritisch deren Einfluss auf die finanzielle Performance von Unternehmen im Vergleich zu traditionellen Finanzkennzahlen.
- Grundlagen und Abgrenzung von ESG gegenüber klassischen Anlageansätzen.
- Systematische Darstellung gängiger Methoden der ESG-Integration.
- Analyse der Rolle und Glaubwürdigkeit von ESG-Ratingagenturen.
- Empirische Evidenz zur Korrelation von ESG-Kriterien und Unternehmenserfolg.
- Diskussion über ethische Motive versus ökonomische Mehrwertgenerierung.
Auszug aus dem Buch
4. Berücksichtigung der ESG-Kriterien im Investmentprozess
Es gibt sechs Hauptmethoden, die am meisten benutzt werden, um die ESG-Kriterien im Investmentprozess zu berücksichtigen. Diese Methoden unterscheiden sich nicht völlig voneinander und werden häufig in Kombination angewandt.
1. Exclusionary Screening (Ausschlusskriterien)
Dieser Ansatz bezieht sich auf die Vermeidung der Wertpapiere von einem Unternehmen oder einem Land auf Basis der traditionell moralischen Kriterien, zum Beispiel Produkte oder Dienstleistungen in Beziehung mit Alkohol, Tabak... und auf Basis des Standards. Unternehmen, die gegen allgemein akzeptierte internationale Normen für verantwortungsbewusstes Verhalten verstoßen und in bestimmten umstrittenen Geschäftsaktivitäten hineinbeziehen, sind ausgeschlossen. Außerdem werden die allgemeinen Standards bei der Investitionsentscheidung berücksichtigt, die mit Menschenrechten, Arbeitsbedingungen, Umwelt und Waffenkontrollen verbunden sind. Diese Methode ist die älteste ESG-Methode. Der wichtige Punkt dieser Methode ist, dass die bestimmten Wertpapiere trotz des möglichen wirtschaftlichen Profits nicht investiert werden (Vgl. CFA Institute, 2015).
2. Best-in-class Selection
Die Unternehmen, die im Vergleich mit anderen Unternehmen in der gleichen Branche bessere ESG Leistung bringen, werden bevorzugt und mehr investiert. Diese Methode basiert auf die ESG Scores oder die Veränderung in der ESG Leistung, wodurch die Investmententscheidung getroffen wird. NN Investment Partners bestimmt die Position der Unternehmen in ihrer Branche anhand der ESG Scores, die sich auf die Opportunitäten und die Risiken des einzelnen Unternehmens beziehen. NN Investment Partners konzentriert sich auf die besten 50% der Unternehmen mit dem besten ESG Scores in jedem Sektor. Es ist zu glauben, dass eine starke ESG Strategie das Bewusstsein für unterschiedliche Risiken und vor allem die Transparenz des Unternehmens erhöht (Vgl. CFA Institute, 2015).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von ESG-Kriterien in einem von Gewinnmaximierung geprägten wirtschaftlichen Umfeld und definiert das Ziel der Arbeit, diese mit traditionellen Finanzzielen in Einklang zu bringen.
2. Wie verhält sich ESG zu traditionellen Investmentansätzen: Das Kapitel erläutert die Bedeutung der Abkürzung ESG und diskutiert anhand von Praxisbeispielen, wie ökologische und soziale Faktoren das Risikoprofil und die Rendite von Anlagen beeinflussen können.
3. Was sind die hauptsächlichen Themen und Motivationen bei ESG?: Es werden die verschiedenen Beweggründe für nachhaltiges Investieren beleuchtet und Nachhaltigkeit als zentrales, wenn auch komplex zu definierendes Ziel und Erweiterung zum "Magischen Viereck der Geldanlage" vorgestellt.
4. Welche verschiedenen Ansätze gibt es ESG-Kriterien im Investmentprozess zu berücksichtigen?: Hier werden sechs Hauptmethoden der ESG-Einbindung systematisch dargestellt, von Ausschlusskriterien über Best-in-Class bis hin zum aktiven Aktionärswesen und der ESG-Integration.
5. Welches sind die wichtigsten Analysehäuser, die ESG Kennzahlen/-Ratings anbieten und worin unterscheiden sich diese?: Dieses Kapitel analysiert den umkämpften Markt der Ratingagenturen, die Problematik unterschiedlicher Datenquellen und die methodischen Unterschiede bei der Bewertung von Nachhaltigkeit am Beispiel von Morningstar und Thomson Reuters.
6. Welche Hinweise gibt es, dass sich das Einbeziehen von ESG Kriterien (positiv oder negativ) auf die Performanceauswirkt: Der abschließende Teil aggregiert die Ergebnisse umfangreicher Metastudien, insbesondere der Untersuchung von Friede et al., um die statistische Korrelation zwischen nachhaltigem Handeln und finanzieller Performance zu prüfen.
Schlüsselwörter
ESG-Kriterien, Portfoliomanagement, Nachhaltigkeit, Investmentprozess, Corporate Financial Performance, ESG-Rating, Exclusionary Screening, Best-in-Class, Active Ownership, Impact Investing, Finanzanalyse, Risikomanagement, Metastudie, Unternehmensführung, Assetklassen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ökologische, soziale und governance-bezogene Kriterien (ESG) in den traditionellen Investmentprozess integriert werden können und welchen Effekt dies auf die finanzielle Unternehmensleistung hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Definitionen von ESG, den verschiedenen Methoden der Implementierung in Portfolios, der Rolle von Ratingagenturen und der empirischen Evidenz zur Performance von nachhaltigen Anlagen.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie ergebnisorientiertes Wirtschaften mit ökologischer, sozialer und ethischer Verantwortung vereinbar ist und ob ESG-Kriterien das Risiko-Rendite-Profil verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär zur Erfolgsbewertung genutzt?
Zur Bewertung werden Metadaten und Übersichtsstudien, insbesondere die groß angelegte Analyse von Friede, Busch und Bassen, herangezogen, um Korrelationen zwischen ESG und Corporate Financial Performance (CFP) zu quantifizieren.
Was bildet den inhaltlichen Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der sechs wichtigsten ESG-Integrationsmethoden, die kritische Betrachtung der ESG-Rating-Agenturen sowie die Auswertung von empirischen Studien über den Zusammenhang von ESG und finanzieller Performance.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind ESG-Integration, finanzielle Performance, Nachhaltigkeits-Rating, Assetklassen und Diversifikation, unterlegt durch spezifische Fachbegriffe wie Exclusionary Screening oder Best-in-Class Selection.
Was ist das "Magische Viereck der Geldanlage"?
Das traditionelle "Magische Dreieck" (Rendite, Liquidität, Sicherheit) wird in dieser Arbeit durch die "Mittelverwendung" als vierte Dimension ergänzt, um ökonomische Ziele mit sozial-ökologischen ESG-Kriterien zu verknüpfen.
Was ist das Hauptergebnis bezüglich ESG und finanzieller Performance?
Zusammenfassend zeigen die aggregierten Daten der untersuchten Studien, dass eine überwiegende Mehrheit der Untersuchungen eine positive oder zumindest neutrale Korrelation zwischen ESG-Kriterien und finanzieller Leistung belegen konnte.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2018, Portfoliomanagement und ESG. Nachhaltige Investments für bessere Performance, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1477135