Im Rahmen des Seminars “Der Brauch und seine Darstellung in den Medien” wird sich diese Arbeit dem Osterfest widmen. Dieses bewegliche, d.h. im Datum veränderliche Fest im Kirchenjahr ist das älteste, höchste und bekannteste Fest der Christenheit. In diesem Ereignis wird Religion von vielen Zeitgenossen noch immer als sinnvoll erfahren. Ostern und andere Feste thematisieren zentrale Aspekte des Lebens in Ritualen und Symbolen, worauf unserer Meinung nach die Faszination von Bräuchen zurückgeht.
Vom Osterfest gehen Impulse für die Gestaltung des Festjahres im ganzen aus. Als Gedenkfest der Auferstehung Christi ist es das erste Jahresfest, daß die Christen regelmäßig begangen haben. Im christlichen Osterfest wird bekundet, daß das Leben über den Tod gesiegt hat.
Das erste Kapitel beschäftigt sich also zunächst mit der Beantwortung der Fragen nach Wort-Herkunft (1.1.), geschichtlichen Hintergründen (1.2.), der Ausgestaltung der einzelnen Osterfeiertage (1.3.) und dem Zusammenhang mit dem Frühling (1.4.). Einiges kann aufgrund des erwähnten Forschungsstandes nicht eindeutig beantwortet werden. Die Wahrnehmung des Osterfestes im Kontext der Lebenswelt läßt eine Fülle von Symbolen, Riten und Bräuchen erkennen, die den Teilnehmenden ein Verständnis von Gott ermöglichen sollen. Im zweiten Teil wird es daher um die Ausübung des Osterfestes und um die damit verbundenen Osterbräuche gehen (2.1.). Woher stammen die Bräuche? Wer führte sie ein? Wer pflegte bzw. übte sie aus?
Man kann zwei Arten von Brauch unterscheiden: Es gibt zum einen liturgische Bräuche (2.2.), Bräuche also, die bis heute in die kirchliche Zeremonie eingebunden sind, und zum anderen Bräuche, die zwar meist einen kirchlichen Ursprung haben, aber vom Volk aufgegriffen und säkularisiert wurden (2.3.).
Einige Bräuche existieren gar nicht mehr, andere haben, meist in abgeänderter Form, überlebt. Unsere Konzentration richtet sich in Anbetracht unseres Presseartikels vor allem auf die Bräuche rund um die Ostereier (2.3.1.) und den Osterhasen (2.3.2.). Unter den liturgischen Bräuchen haben wir denen der Osternacht besondere Aufmerksamkeit gewidmet (2.2.). Unter 2.4. werde ich eine Bewertung der Ergebnisse zum Brauch abgeben. Im dritten Teil, der Schlußbetrachtung, werden alle auftauchenden Aspekte noch einmal ausführlich diskutieren und in ihren aktuellen Rahmenbedingungen betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG (LAURA DAHM)
1. DAS OSTERFEST UND DIE OSTERZEIT (LAURA DAHM)
1.1. WORT - HERKUNFT (LAURA DAHM)
1.2. GESCHICHTLICHE HINTERGRÜNDE (LAURA DAHM)
1.3. DIE OSTERFEIERTAGE (LAURA DAHM)
1.4. OSTERN UND FRÜHLING (LAURA DAHM)
2. OSTERBRÄUCHE
2.1. EINFÜHRUNG
2.2. LITURGISCHE BRÄUCHE
2.2.1. OSTERNACHT-GOTTESDIENST
2.2.2. DAS OSTERFEUER
2.2.3. DIE OSTERKERZE
2.2.4. DIE SPEISENWEIHUNG
2.2.5. DAS OSTERWASSER
2.3. VOLKSTÜMLICHE BRÄUCHE
2.3.1. DAS OSTEREI
2.3.2. DER OSTERHASE
2.4. BEWERTUNG DER ERGEBNISSE
3. SCHLUßBETRACHTUNG
4. VERMARKTUNGSSTRATEGIE
5. LITERATUR
6. ANHANG (Presseartikel und Beleg)
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin, den Ursprung, die historische Entwicklung und die heutige Bedeutung des Osterfestes sowie der damit verbundenen Bräuche zu untersuchen. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, unter welchen Voraussetzungen österliche Bräuche entstanden sind und wie sich deren Wahrnehmung und Ausübung im Kontext einer zunehmend kommerzialisierten Gesellschaft sowie durch den Einfluss der Medien verändert haben.
- Historische und theologische Hintergründe von Ostern
- Differenzierung zwischen liturgischen und volkstümlichen Osterbräuchen
- Die Entstehungsgeschichte und Symbolik von Osterei und Osterhase
- Der Wandel von religiösen Riten hin zur Kommerzialisierung
- Die Vermarktung von österlichen Themen in modernen Printmedien
Auszug aus dem Buch
Der Osterhasen-Schwindel
Seit wann legen Hasen Eier?
Alles Lüge! „Die Ostereier bringt der Osterhase“ erklärten uns früher unsere Eltern. In der Schule dann wurden wir wegen unserer Gutgläubigkeit ausgelacht. Den Osterhasen gibt es nicht?!
Doch! Schon ab Februar lacht er uns von überall entgegen. Sein glitzerndes Staniol-Gewand versucht jedes Jahr, uns sein Kaloriengehalt vergessen zu lassen. Gut zehntausend Tonnen Hasen und Eier läßt die Süßwarenindustrie jährlich auf uns los.
Aber wie kommt der Hase zu den Eiern? Der Antworten gibt es viele.
Sie führten uns bis ins christlich geprägte Mittelalter zurück. Zwar hoppelte der Osterhase erstmals im 17. Jahrhundert durch deutsche Gärten, seine Vorgeschichte reicht aber weiter in die Vergangenheit.
Er war verschiedenen Quellen zufolge die Erfindung der Protestanten, um die eigentlich katholische Herkunft der Ostereier zu verschleiern. Der Verzehr von Eiern war in der Fastenzeit streng reglementiert. Im Gegensatz zu gläubigen Katholiken nahmen die Hennen keine Rücksicht auf das kirchliche Generalverbot, und legten weiterhin Eier. Um den entstandenen “Eierberg” unter´s Volk zu bringen, wurden die schönsten geweiht und zu Ostereiern erklärt. In rot getüncht sollten sie an Jesu Blut erinnern und sich von den ungeweihten abheben.
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG (LAURA DAHM): Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die thematische Fokussierung auf das Osterfest, dessen historischen Kontext sowie die Problematik des Forschungsstandes.
1. DAS OSTERFEST UND DIE OSTERZEIT (LAURA DAHM): Dieses Kapitel widmet sich der christlichen Herkunft, der Etymologie des Namens Ostern und der biblischen sowie historischen Einbettung des Festes.
2. OSTERBRÄUCHE: Hier werden die verschiedenen Arten von Osterbräuchen in liturgische Initiationen und volkstümliche Traditionen unterteilt und detailliert analysiert.
3. SCHLUßBETRACHTUNG: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die wissenschaftliche Problematik und reflektiert über die Zukunft des Festes angesichts der Kommerzialisierung.
4. VERMARKTUNGSSTRATEGIE: Dieser Abschnitt beschreibt den journalistischen Prozess der Themenaufbereitung und die Strategien zur Veröffentlichung des Inhalts in Printmedien.
Schlüsselwörter
Ostern, Osterfest, Osterbrauch, Osterei, Osterhase, Liturgie, Auferstehung Christi, Kommerzialisierung, Volkskunde, Passahfest, christlicher Hintergrund, Medienberichterstattung, Brauchforschung, Frühlingsfest, Osterzeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Osterfest als einem der ältesten und bedeutendsten Feste der Christenheit und untersucht die damit verbundenen Traditionen sowie deren Darstellung und Vermarktung in der modernen Gesellschaft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen umfassen die historische Herleitung des Osterfestes, die Entstehung und den Wandel von Osterbräuchen, die Symbolik von Ostereiern und Osterhasen sowie die Rolle der Medien und der Industrie bei der Vermarktung dieser Traditionen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, den Ursprung österlicher Bräuche zu ergründen und kritisch zu hinterfragen, unter welchen Bedingungen sich diese von religiösen Ursprüngen hin zu säkularen Konsumfesten gewandelt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturrecherche wissenschaftlicher Texte zur Volkskunde und Kirchengeschichte sowie auf einer medienwissenschaftlichen Analyse der journalistischen Vermarktungsstrategien im Kontext eines selbst verfassten Beitrags.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem geschichtlichen Hintergrund von Ostern, die Unterscheidung zwischen liturgischen Bräuchen (z.B. Osternachtgottesdienst, Osterfeuer) und volkstümlichen Bräuchen (z.B. Osterei, Osterhase) sowie eine abschließende Bewertung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ostern, Osterbrauch, Osterei, Osterhase, Liturgie, Auferstehung, Kommerzialisierung, Volkskunde und Brauchforschung.
Welchen Ursprung hat das Osterei laut der Argumentation in Kapitel 2.3.1.?
Das Osterei wird als „Zinsei“ historisch belegt und entwickelte sich aus der Notwendigkeit, Eier, die während der Fastenzeit anfielen, zu verwerten und durch kirchliche Weihe in den Kanon der Ostermesse zu integrieren.
Wie erklärt die Autorin den Siegeszug des Osterhasen als „Eierbringer“?
Der Osterhase setzte sich als Erfindung protestantischer Tradition durch, um sich von katholischen Bräuchen zu distanzieren, und wurde später durch die Süßwarenindustrie sowie mediale Verbreitung in Kinderbüchern und auf Postkarten maßgeblich popularisiert.
- Arbeit zitieren
- Laura Dahm (Autor:in), 2000, Ostern - Der Brauch und seine Darstellung in den Medien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/14691