Welche Ansätze des Jugendstrafvollzuges gibt es und welche Ziele werden durch diese verfolgt?
Um sich der Fragestellung dieser Hausarbeit annehmen zu können, ist ein grundsätzliches Verständnis für die Erscheinungsformen und Ursachen für Jugendkriminalität erforderlich. Zusätzlich muss hierbei der Begriff der Strafmündigkeit und dessen Definition geklärt werden.
Ebenfalls erfordert die Thematik des Jugendstrafvollzuges die aktuelle Rechtsgrundlage, um daraufhin die einzelnen Vollzugsformen zu benennen und anhand dieser die Ziele und Auswirkungen zu skizzieren. Anschließend werden die Rolle und die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit herausgearbeitet und anhand dessen ein Fazit gezogen.
Grundsätzlich ist das Themenfeld des Strafvollzuges sowie Kriminalität im Allgemeinen breitgefächert, sodass diese Hausarbeit dieses nicht vollumfänglich betrachten kann.
Gleiches gilt explizit für die Thematik weiblicher jugendlicher Straftäterinnen. Hier stellt sich, auf Grund der geringen Zahl im Vergleich zu männlichen Straftätern, die Problematik, dass nicht jede Vollzugsform möglich ist. Diese Hausarbeit beschäftigt sich also mit der repräsentativeren Zielgruppe der männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden von Beginn der Strafmündigkeit bis zum Alter von 21 Jahren, da das Jugendstrafrecht unter bestimmten Voraussetzungen auch bis zu diesem Alter angewendet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Jugendkriminalität
2.1 Ursachen delinquentes Verhalten
2.2 Strafmündigkeit
3. Jugendstrafrecht
3.1 Rechtsgrundlage
3.2 Jugendstrafe
3.2.1 Jugendstrafvollzuganstalt mit geschlossenem Vollzug
3.2.2 Jugendstrafvollzuganstalt mit offenem Vollzug
3.2.3 Jugendstrafvollzug in freier Form
3.3 Beantwortung der Fragestellung
4. Diskussion
4.1 Rolle und Möglichkeiten der Sozialen Arbeit
4.2 Kritische Betrachtung der Gesamtheit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Formen und Zielsetzungen des Jugendstrafvollzugs in Deutschland mit dem Fokus auf männliche Jugendliche und Heranwachsende, um die Forschungsfrage: „Welche Ansätze des Jugendstrafvollzuges gibt es und welche Ziele werden durch diese verfolgt?“ zu beantworten.
- Theoretische Grundlagen zur Entstehung von Jugendkriminalität (Etikettierungsansatz, Lerntheorie).
- Rechtliche Rahmenbedingungen der Strafmündigkeit und des Jugendstrafrechts.
- Detaillierte Analyse der Vollzugsformen: geschlossener Vollzug, offener Vollzug und Vollzug in freier Form.
- Rolle der Sozialen Arbeit im Kontext von Resozialisierung und Strafvollzug.
- Kritische Diskussion zu Wirksamkeit und Auswirkungen der Freiheitsentziehung auf die Identitätsbildung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Jugendstrafvollzuganstalt mit geschlossenem Vollzug
Der geschlossene Vollzug stellt die Form der Unterbringung dar, die durch Sicherheitsmaßnahmen wie z.B. eine Umfassungsmauer, Fenstergitter oder Türsicherungen, gekennzeichnet ist (Walkenhorst, 2010). Hierbei bezieht sich die Definition der „Sicherheitsmaßnahmen“ auf die Sicherheit der Gesellschaft vor den Straftätern und soll eine Flucht aus der Jugendstrafvollzuganstalt verhindern. Der Schutz der Gesellschaft ist hierbei als Anliegen und nicht als vorrangiges Ziel zu verstehen (Bringmann, 2021, S. 45f.).
Der geschlossene Strafvollzug ist die häufigsten vertretene Vollzugsform, bei dem die jugendlichen Strafgefangenen grundsätzlich rund um die Uhr in Anstalt untergebracht sind und nur unter bestimmten Bedingungen und mit Genehmigung die Anstalt verlassen dürfen. Diese Bedingungen bzw. Lockerungen und dessen Voraussetzungen sind nach §§ 12-15 HmbJStVollzG geregelt und orientieren auch an der zuvor genannten Mitwirkung zum Erreichen der Ziele (§ 5 Abs. 1-2). Hierbei wird zwischen grundsätzlichen Lockerungen, aus wichtigen/gerichtlichen Anlässen oder zur Wiedereingliederung unterschieden. Beispiele für die grundsätzlichen Lockerungen nach § 12 Abs. 1 S. 1, 4 HmbJStVollzG sind:
• „Die Anstalt für eine bestimmte Tageszeit unter Aufsicht (Ausführung) zu verlassen“
• „Die Anstalt für die Dauer von bis zu 24 Kalendertagen in einem Vollstreckungsjahr zu verlassen (Freistellung der Haft)“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Thematik Jugendkriminalität, stellt die Forschungsfrage und definiert den Fokus der Untersuchung auf männliche junge Straftäter.
2. Jugendkriminalität: Dieses Kapitel erläutert begriffliche Abgrenzungen, Ursachen für delinquentes Verhalten durch soziologische und psychologische Theorien sowie die rechtlichen Aspekte der Strafmündigkeit.
3. Jugendstrafrecht: Es werden die Rechtsgrundlagen und die verschiedenen Formen des Jugendstrafvollzugs (geschlossen, offen, freie Form) detailliert analysiert und die zentrale Forschungsfrage beantwortet.
4. Diskussion: Das Kapitel reflektiert die Rolle der Sozialen Arbeit im Zwangskontext sowie die kritische Betrachtung der Wirksamkeit und Folgen von Freiheitsstrafen für die Entwicklung Jugendlicher.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit einer ganzheitlichen, sowohl soziale als auch biologische und psychologische Aspekte berücksichtigenden Herangehensweise in der Arbeit mit straffälligen Jugendlichen zusammen.
Schlüsselwörter
Jugendkriminalität, Jugendstrafrecht, Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Delinquenz, Strafmündigkeit, Soziale Arbeit, geschlossener Vollzug, offener Vollzug, Jugendgerichtshilfe, Prävention, Haftstrafen, Etikettierungstheorie, Erziehungsmaßnahmen, Identitätsentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Hausarbeit?
Die Arbeit befasst sich mit den verschiedenen Ausprägungsformen des Jugendstrafvollzugs in Deutschland sowie deren Zielen und Auswirkungen auf die Resozialisierung junger Menschen.
Welche Themenkomplexe werden primär behandelt?
Zentrale Themen sind die Entstehung von Jugendkriminalität, die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Jugendstrafrechts, die Differenzierung zwischen Vollzugsformen und die Rolle der Sozialen Arbeit.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Arbeit geht der Frage nach, welche Ansätze des Jugendstrafvollzuges existieren und welche spezifischen Ziele mit diesen jeweils verfolgt werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung von Rechtsgrundlagen und statistischen Daten des Bundesamtes basiert.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit Kriminalitätsursachen und eine systematische Darstellung der verschiedenen Stufen des Jugendstrafvollzugs.
Durch welche Schlagworte lässt sich die Arbeit beschreiben?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Jugendstrafrecht, Resozialisierung, Vollzugsformen, Kriminalprävention und pädagogische Arbeit beschreiben.
Wie definiert das Jugendstrafrecht den Umgang mit weiblichen Straftäterinnen?
Aufgrund der geringen Fallzahlen bei weiblichen Jugendlichen konzentriert sich die Arbeit explizit auf die Zielgruppe der männlichen Jugendlichen und Heranwachsenden.
Welche Rolle spielt die Jugendgerichtshilfe während des Verfahrens?
Die Jugendgerichtshilfe ist während des gesamten Verfahrens unterstützend tätig, erforscht Hintergründe zur Persönlichkeit und Umwelt der Jugendlichen und wirkt später bei der Erstellung von Vollzugsplänen mit.
Warum wird der offene Strafvollzug in der Arbeit thematisiert?
Er wird als Alternative zum geschlossenen Vollzug diskutiert, da er eine bessere soziale Integration ermöglicht und das Risiko des sogenannten „Entlassungslochs“ mindert.
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- Anonym (Author), 2023, Jugendstrafvollzug in seinen unterschiedlichen Formen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1453327