Diese Hausarbeit untersucht die Grundformen des pädagogischen Handelns nach Prange/Strobel-Eisele, insbesondere das Zeigen als zentrale Grundform der Erziehung. Die Arbeit beginnt mit der Klärung grundlegender Konzepte wie Triangulation, pädagogische Differenz und Artikulation, bevor die vier elementaren Formen des Zeigens detailliert behandelt werden. Die Analyse erfolgt hauptsächlich durch Literaturstudien, wobei "Die Formen pädagogischen Handelns" von Klaus Prange und Gabriele Strobel-Eisele als Hauptquelle dient. Der Fokus liegt auf dem Verständnis der pädagogischen Praxis und ihrer zugrundeliegenden Regeln und Methoden im Kontext der Allgemeinen Pädagogik.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundbegriffe der Erziehung nach Prange/Strobel-Eisele
3. Das Zeigen als die Grundform der Erziehung
3.1. Das ostensive Zeigen: Die Übung
3.2. Das repräsentative Zeigen: Die Darstellung
3.3. Das direktive Zeigen: die Aufforderung
3.4. Das reaktive Zeigen: Das Rückmelden
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das pädagogische Handeln nach Klaus Prange und Gabriele Strobel-Eisele zu analysieren, wobei der Schwerpunkt auf dem Konzept des „Zeigens“ als Grundform der Erziehung liegt. Die zentrale Fragestellung untersucht, wie pädagogische Prozesse strukturiert sind und wie durch verschiedene Formen des Zeigens gezielte Lernanreize bei Kindern und Lernenden geschaffen werden können.
- Grundlagen des pädagogischen Handelns (Triangulation, pädagogische Differenz, Artikulation)
- Strukturanalyse des Zeigens als pädagogische Grundoperation
- Detaillierte Untersuchung der vier Elementarformen des Zeigens (ostensiv, repräsentativ, direktiv, reaktiv)
- Bedeutung der Beziehung zwischen Erziehenden und Lernenden
- Reflexion über förderliche Anwendungen sowie pädagogische Fehlformen
Auszug aus dem Buch
3. Das Zeigen als die Grundform der Erziehung
„Überall wo erzogen wird, wird etwas gezeigt.“ (Prange/Strobele-Eisele 2015, S. 38, Hervorhebung im Original) Diese Aussage bezieht sich auf die Grundform des Zeigens der Erziehung. Bereits im Alltag wird diese Grundform in vielerlei Hinsicht sichtbar, beispielsweise beim gemeinsamen Essen, wobei den Kindern gezeigt wird, wie Messer und Gabel gehalten werden oder die Namen verschiedener Tierarten beim Zoobesuch. Auch beim Erzählen von Geschichten spielt der Zeigeakt eine große Rolle. Hier wird sichtbar, dass es in der Erziehung hauptsächlich um die Darstellung der Welt, also „repraesentatio mundi“ (ebd., S. 45, Hervorhebung im Original) geht.
Dass der Zeigestock und der Zeigefinger als Erkennungszeichen der Erzieher als Beruf dienen, macht zusätzlich deutlich, dass das Zeigen in der Erziehung die zentrale Kompetenz ist (vgl. Prange/Strobel-Eisele 2015, S. 45).
Der Akt des Zeigens umfasst nicht nur die bloße Darstellung verschiedener Gegenstände oder Lerninhalte, „das Zeigen ist ein Prädikat mit drei Leerstellen (wer, was, wem)“ (Prange 2012b, S. 82), somit ist beinhaltet der Zeigeakt immer zum einen den Hinweis auf das Gezeigte durch den pädagogisch Handelnden, aber auch zum anderen den Aufforderungscharakter, hinzusehen und zu lernen (vgl. Prange/Strobel-Eisele, S. 45). Dieses direktive Richten auf das Lernen macht den Zeigeakt zu einem erzieherischen Akt (Prange 2017, S. 28), daher wird nicht jeder Zeigeakt als erzieherisch gekennzeichnet, wie beispielsweise beim Präsentieren von Waren durch einen Verkäufer.
„Wir handeln ausdrücklich pädagogisch, indem wir einem anderen etwas so zeigen, dass er oder sie es wieder zeigen kann“ (Prange/Strobel-Eisele 2015, S. 45, Hervorhebung im Original).
Das pädagogische Handeln ist somit erfolgreich, wenn der Lernende das Gezeigte selbst zeigen und erklären kann. Das bedeutet, dass es beim pädagogischen Handeln darauf ankommt, dass der Lernende die Sachverhalte, die ihm gezeigt werden, wiederholen soll, sich selbst aneignen soll und selbst in der Lage sein soll, diese anzuwenden und zu variieren (vgl. ebd., S. 46).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der pädagogischen Praxis ein und definiert die Hausarbeit als Untersuchung der Grundform des pädagogischen Handelns nach Prange und Strobel-Eisele, wobei der Fokus auf dem "Zeigen" liegt.
2. Grundbegriffe der Erziehung nach Prange/Strobel-Eisele: In diesem Kapitel werden zentrale Begriffe wie die Triangulation, die pädagogische Differenz und die Artikulation als Voraussetzungen für pädagogisches Handeln geklärt.
3. Das Zeigen als die Grundform der Erziehung: Das Hauptkapitel erläutert, warum das Zeigen das Fundament der Erziehung bildet, und unterteilt dieses in vier elementare Formen zur Vermittlung von Weltwissen.
3.1. Das ostensive Zeigen: Die Übung: Dieser Abschnitt beschreibt die Übung als erste Elementarform, bei der durch Wiederholung und Mitbewegung grundlegende Fertigkeiten internalisiert werden.
3.2. Das repräsentative Zeigen: Die Darstellung: Hier wird die Bedeutung von Erzählen, Erklären und Beweisen thematisiert, um dem Lernenden Abwesendes oder Komplexe Sachverhalte vor Augen zu führen.
3.3. Das direktive Zeigen: die Aufforderung: Dieser Teil befasst sich mit der Aufforderung zur Selbsttätigkeit, die den Lernenden dazu anregen soll, das eigene Leben autonom zu gestalten.
3.4. Das reaktive Zeigen: Das Rückmelden: Das letzte Unterkapitel behandelt die Formen Lob und Tadel als notwendige Rückkopplungsprozesse über bereits erbrachte Lernergebnisse.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht, dass die vier elementaren Formen des Zeigens jeweils spezifische Funktionen für das Lernen erfüllen und untrennbar miteinander verbunden sind.
Schlüsselwörter
Klaus Prange, Gabriele Strobel-Eisele, Pädagogisches Handeln, Erziehungswissenschaft, Zeigen, Triangulation, Artikulation, Ostensives Zeigen, Repräsentatives Zeigen, Direktives Zeigen, Reaktives Zeigen, Übung, Lernprozess, Selbsttätigkeit, Pädagogische Differenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Erziehungstheorie von Klaus Prange und Gabriele Strobel-Eisele mit dem Fokus auf das "Zeigen" als zentrale pädagogische Grundform.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind pädagogisches Handeln, die zeitliche Organisation von Lernprozessen (Artikulation) und die didaktische Dreiecksbeziehung (Triangulation).
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Erarbeitung und systematische Darstellung der vier Elementarformen des Zeigens, aus denen sich Erziehung zusammensetzt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine systematische Literaturanalyse durchgeführt, basierend auf dem Werk "Die Formen pädagogischen Handelns" von Prange und Strobel-Eisele.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinitionen der Erziehung und die detaillierte Beschreibung der vier Formen des Zeigens: das Üben, das Darstellen, das Auffordern und das Rückmelden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Erziehung, Zeigen, Übung, Darstellung, Aufforderung, Rückmelden, Kompetenzerwerb und pädagogisches Handeln.
Warum wird das Zeigen in "vier elementare Formen" unterteilt?
Die Unterteilung erfolgt, weil jede Form – ostensiv, repräsentativ, direktiv und reaktiv – eine andere spezifische Funktion zur Steuerung des Lernprozesses erfüllt und somit unterschiedliche Aspekte von Erziehung abdeckt.
Was unterscheidet das ostensive vom direktiven Zeigen?
Während das ostensive Zeigen (Üben) direkt auf die gemeinsame Tätigkeit und die Aneignung von Fertigkeiten zielt, richtet sich das direktive Zeigen (Auffordern) auf das zukünftige autonome Handeln und den Charakter des Lernenden.
Welche Rolle spielt die "pädagogische Differenz"?
Die pädagogische Differenz bezeichnet das notwendige Spannungsfeld zwischen der individuellen Lernfähigkeit des Einzelnen und der erzieherischen Einwirkung, die den Lernprozess stützend und fordernd begleiten möchte.
Warum werden Lob und Tadel als "reaktives Zeigen" bezeichnet?
Sie reagieren auf bereits vollzogene Handlungen des Lernenden. Sie bilden eine Rückmeldung, die den Lernprozess evaluieren soll, bergen jedoch auch Risiken für das Selbstbewusstsein der Kinder.
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- Anonym (Author), 2020, Die Grundformen des pädagogischen Handelns nach Prange/Strobel-Eisele. Analyse und Erklärung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1449217