Untersuchung des Fundes "Augsburger Siegesaltar" aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. im Kontext der Reichskrise des römischen Imperiums in der Spätantike. Besonderer Fokus auf der Beziehung zwischen Besatzungsmacht und lokaler Bevölkerung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Fund
2.1 Fundumstände
2.2 Objekt und Inschrift
3. historischer Kontext
3.1 Datierung und Einordnung
3.2 Die „Reichskrise des 3. Jahrhunderts n. Chr.“
3.3 Die „Iuthungen“
4. Ausblick und Abschluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Augsburger Siegesaltar als historisches Zeugnis und analysiert dessen Rolle im Kontext der imperialen Reichskrise des 3. Jahrhunderts nach Christus sowie die damit verbundene militärische Auseinandersetzung gegen germanische Stämme.
- Archäologische Fundumstände und objektspezifische Merkmale des Augsburger Siegesaltars
- Analyse und Interpretation der Inschriften und ihrer historischen Bedeutung
- Die historische Einordnung in die Reichskrise des 3. Jahrhunderts n. Chr.
- Die Auseinandersetzung zwischen römischen Truppen und den „Iuthungen“
- Phänomene wie die Damnatio Memoriae und Auswirkungen der Grenzbedrohung
Auszug aus dem Buch
2.2 Objekt und Inschrift
Bei dem Fund handelt es sich um einen gelblichen Jura-Kalkstein mit den Abmessungen 1,56m x 0,79m x 0,75m und einer dazugehörigen Fundamentplatte. Auf den beiden Schmalseiten des Augsburger Siegesaltars ist jeweils ein Relief zu sehen, auf der Frontalseite befindet sich die Inschrift, oder besser die Inschriften. Aufgrund der unterschiedlichen Schriftarten und der im Folgenden erklärten inhaltlichen Differenz wird von einer Zweifach-Verwendung des Altars ausgegangen.
Von der ersten Weihung sind lediglich die Kopfzeile über dem aus Stein gearbeiteten Sims und zwei Blütenrosetten vollständig erhalten (vgl. Abb. 1), zwei weitere Zeilen des getilgten Textes konnten außerdem rekonstruiert werden. Die Überreste der älteren Inschrift lauten demnach wie folgt:
IN H(onorem) D(onus) D(ivinae) Zu Ehren des göttlichen Kaiserhauses
[PRO SAL(ute) IMP(erator)] SEV[er]I für das Heil des Herrschers Severus
[ALEXANDRI AUG(usti)] Alexander Augustus
Diese erste Weihung, deren Stifter, Anlass und weiterer Inhalt nicht bekannt sind, entstammt demnach vermutlich der Regierungszeit des Severus Alexander (222 – 235 n. Chr.). Man vermutet weiter, dass die Kopfzeile nur deshalb vollständig erhalten blieb, weil während der zweiten Benutzungsphase ein Blechkasten als Träger einer metallenen Statue über den oberen Absatz des Steins gestülpt wurde und somit diesen Teil der Inschrift ohnehin verdeckte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Augsburger Siegesaltars als archäologisches und historisches Dokument ein und nennt die Zielsetzung der Arbeit.
2. Fund: Dieses Kapitel erläutert die Entdeckung des Altars im Jahr 1922 sowie die materielle Beschaffenheit und die zweifache Nutzung des Denkmals anhand der Inschriften.
2.1 Fundumstände: Beschrieben werden hier der Fundort in der Jakobervorstadt in Augsburg und die Umstände der Entdeckung des Altars auf einer Baustelle.
2.2 Objekt und Inschrift: Dieses Unterkapitel analysiert das Material des Altars und liefert eine detaillierte Rekonstruktion der Inschriften auf der Frontseite.
3. historischer Kontext: Es werden die politischen und militärischen Hintergründe der Reichskrise beleuchtet, in die das Ereignis um den Altar eingebettet ist.
3.1 Datierung und Einordnung: Hier erfolgt die zeitliche Fixierung der Schlacht auf das Jahr 260 n. Chr. und die historische Kontextualisierung der Inschriften.
3.2 Die „Reichskrise des 3. Jahrhunderts n. Chr.“: Dieses Kapitel erörtert die umfassenden sozialen und militärischen Krisenerscheinungen, die zum Eindringen germanischer Stämme in römische Provinzen führten.
3.3 Die „Iuthungen“: Dieser Abschnitt befasst sich mit der Ethnogenese und der Identität der Iuthungen im Kontext der römischen Schriftquellen.
4. Ausblick und Abschluss: Zusammenfassend wird die Bedeutung des Augsburger Siegesaltars als Zeugnis für die Wirren, Umbrüche und Bedrohungen des 3. Jahrhunderts n. Chr. reflektiert.
Schlüsselwörter
Augsburger Siegesaltar, Reichskrise, 3. Jahrhundert, Iuthungen, Römisches Reich, Marcus Simplicinius Genialis, Postumus, Damnatio Memoriae, Provinzialrömische Archäologie, Victoria, Germaneneinfall, Gallische Sonderreich, Raetien, Inschriften, Militärgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Augsburger Siegesaltar als archäologischem Fundstück und nutzt diesen als Ausgangspunkt, um die turbulenten Ereignisse der Reichskrise des 3. Jahrhunderts n. Chr. zu beleuchten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der archäologischen Fundbeschreibung, der Analyse der Inschriften, der historischen Bedeutung des Denkmals sowie der militärischen Situation an den römischen Außengrenzen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, den Augsburger Siegesaltar in den historischen Gesamtzusammenhang der Reichskrise einzuordnen und seine Rolle als geschichtliches Zeugnis für diese Epoche zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Es handelt sich um eine archäologisch-historische Untersuchung, die auf dem Studium existierender Fundunterlagen, Inschriftenanalysen und einer Auswertung einschlägiger Fachliteratur zur römischen Kaiserzeit basiert.
Welche Inhalte werden konkret im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Fundgeschichte, die detaillierte Untersuchung des Objekts und der Inschriften sowie die Einbettung in den historischen Kontext der Krise, inklusive der Identitätsfragen germanischer Stämme wie der Iuthungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Augsburger Siegesaltar, Iuthungen, Reichskrise, Postumus, Defensivstrategie der römischen Provinz Raetien und Damnatio Memoriae bestimmt.
Warum war eine zweifache Verwendung des Altars notwendig?
Aufgrund der militärischen und politischen Umbrüche des 3. Jahrhunderts wurde das Denkmal umgewidmet, wobei die ursprünglichen Inschriften getilgt wurden, um Platz für neue Weihungen und Namen der siegreichen Befehlshaber zu schaffen.
Was bedeutet der Begriff „Damnatio Memoriae“ im Kontext des Altars?
Der Begriff steht für das bewusste Entfernen der Namen von Postumus und Marcus Simplicinius Genialis nach der Rückeroberung durch Gallienus, um Personen, die in Ungnade gefallen waren, aus dem offiziellen Gedächtnis zu löschen.
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- Anonym (Author), 2020, Der Augsburger Siegesaltar im Kontext der Reichskrise des 3. Jahrhunderts n. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1441920