Diese Arbeit beleuchtet das pflegerische Denken und Handeln anhand eines Fallbeispiels auf einer Intensivstation. Dabei steht eine 54-jährige Patientin im Fokus, die nach einer COVID-19-Pneumonie in einem komplexen Therapieumfeld mit einem akuten Delir konfrontiert ist. Die Herausforderung besteht darin, exzellente Pflege zu bieten, indem die Patientenperspektive mit Sensibilität, Wahrnehmungsschärfe und emotionalem Engagement berücksichtigt wird. Theoretisches Wissen, unverzichtbar für evidenzbasierte Pflege, wird gemäß als ganzheitliche Kompetenz definiert.
Dieser Text behandelt insbesondere das akute Delir und legt einen weiteren Fokus auf die ineffektive Atemwegsclearance. Die Anwendung des Pflegeprozessmodells der NANDA mit seinen Phasen von Assessment bis Evaluation sowie die Zuordnung von Pflegediagnosen nach NANDA-I bilden den methodischen Rahmen. Der wissenschaftstheoretische Hintergrund basiert auf dem Synergiemodell der American Association of Critical Care Nurses (AACN). Diese Arbeit trägt dazu bei, das komplexe Zusammenspiel von pflegerischer Kompetenz und wissenschaftlicher Theorie bei der Versorgung von COVID-19-Patienten auf der Intensivstation zu verstehen und zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis des Werkes
Einleitung
Ausführung der Literaturrecherche
1 Begriffsbestimmungen
1.1 Was ist Intensivpflege
1.2 Was ist die Bedeutung von Resilienz
1.3 Wie ist Vulnerabilität zu verstehen
2 Medizinische Diagnosen von Frau R.
2.1 Covid-19 Infektion mit assoziierter Pneumonie
2.2 Delir ohne Demenz auf der Intensivstation
3 Pflegediagnosen und pflegerisches Handeln
3.1 Der konkrete Pflegeprozess bei Frau R.
3.2 Akute Verwirrtheit – Das Delir
3.2.1 Das Delirassessment und seine Instrumente
3.2.2 Diagnosebeschreibung nach NANDA-I
3.2.3 Pflegerische Interventionen beim Delir
3.2.4 Evaluation innerhalb des Pflegeprozesses
3.3 Ineffektives Atemwegsclearance
3.3.1 Assessment zur Beurteilung der Atemwegsclearance
3.3.2 Diagnosebeschreibung nach NANDA-I
3.3.3 Festlegung der Pflegeergebnisse nach den NOC
3.3.4 Interventionen zur Verbesserung der Atemwegsclearance
3.3.5 Evaluation und Beurteilung der Pflegeergebnisse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das professionelle pflegerische Denken und Handeln anhand eines komplexen Fallbeispiels auf der Intensivstation evidenzbasiert zu erörtern. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie eine 54-jährige Patientin nach COVID-19-Pneumonie, welche sich im Delir befindet, unter Einbeziehung des Synergiemodells der AACN sowie standardisierter Pflegeprozessmodelle (NANDA-I, NIC, NOC) exzellent gepflegt und versorgt werden kann.
- Anwendung des Synergiemodells der AACN in der Intensivpflege.
- Strukturierte Herangehensweise an die Pflegediagnose „akute Verwirrtheit“ (Delir).
- Management der „ineffektiven Atemwegsclearance“ bei tracheotomierten Patienten.
- Nutzung standardisierter Assessmentinstrumente (CAM-ICU, RASS, BPS).
- Personenzentrierte Pflege und interdisziplinäre Zusammenarbeit zur Symptomlinderung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Das Delirassessment und seine Instrumente
Für die Erfassung des Delirs und dessen Verlaufsmonitoring ist insbesondere der CAM-ICU (Confusion Assessment Method for the ICU) einmal pro Schicht, mindestens 8-stündlich mittels seiner validierten Skala geeignet (vgl. AWMF, S. 27). Nach der AWMF S3-Leitlinie „Analgesie-Sedierung-Delirmanagement in der Intensivmedizin“ wird der CAM-ICU stark empfohlen und besitzt hohe Evidenz (vgl. AWMF, S. 27). Auch in der NICE-Leitlinie zum Delirium wird dem CAM-ICU die Empfehlung zur Anwendung ausgesprochen (vgl. National Institute for Health Care Excellence [NICE], 2010, p. 8). Zu diesem Assessmentinstrument wird die Verwendung des RASS (Richmond Agitation-Sedation Scale) durch die Entwickler/-innen des CAM-ICU empfohlen, da unter einem eingeschränkten Bewusstseinszustand durch Sedierung fälschlicherweise ein Delir diagnostiziert werden könnte (vgl. AWMF, S. 30; E. W. Ely et al., 2001; E. Wesley Ely et al., 2003). Die Anwendung des CAM-ICU wird folglich erst ab einer Sedierungstiefe von einem RASS >-3 valide, da die Sedierung wie zuvor erwähnt, allein bereits ein Delir vortäuschen kann (vgl. AWMF, S. 30). Bei Frau R. wird der CAM-ICU einmal pro Schicht angewendet und bei einer auftretenden Veränderung ihres Gesundheitszustandes. Dieser dient der Prognostizierbarkeit der Schwere des Delirs und der Vorhersehbarkeit von Komplikationen (vgl. Hardin & Kaplow, 2020, S. 85f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Begriffsbestimmungen: Definitorische Grundlagen der Intensivpflege sowie die für den Pflegeprozess essenziellen Konzepte der Resilienz und Vulnerabilität werden erläutert.
2. Medizinische Diagnosen von Frau R.: Darstellung der medizinischen Ausgangslage, insbesondere der COVID-19-Infektion mit Pneumonie sowie der Entstehung eines Delirs auf der Intensivstation.
3. Pflegediagnosen und pflegerisches Handeln: Detaillierte Ausarbeitung des Pflegeprozesses unter Anwendung von NANDA-I, NIC und NOC, fokussiert auf Delirmanagement und Atemwegsclearance.
Schlüsselwörter
Intensivpflege, Delir, COVID-19, NANDA-I, CAM-ICU, respiratorische Pflege, Atemwegsclearance, Pflegediagnose, Synergiemodell, RASS, Frühmobilisation, Schmerzassessment, Patientenversorgung, evidenzbasierte Pflege, Anästhesiepflege.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die pflegerische Versorgung einer spezifischen Patientin auf einer Intensivstation und nutzt diesen Fall, um Prozesse der professionellen Pflege anzuwenden und zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Fokusbereiche liegen auf dem Delirmanagement bei intensivmedizinisch behandelten Patienten sowie der therapeutischen Handhabung einer ineffektiven Atemwegsclearance.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Darstellung einer exzellenten, evidenzbasierten Patientenversorgung durch Nutzung von Pflegemodellen und Klassifikationssystemen im komplexen Umfeld der Intensivstation.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche und der Anwendung des standardisierten Pflegeprozessmodells, bestehend aus Assessment, Diagnose, Planung, Intervention und Evaluation.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Herleitung von Pflegediagnosen, die Durchführung von Assessments (z.B. CAM-ICU, RASS) und die konkrete Planung sowie Evaluation pflegerischer Interventionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Intensivpflege, Delirmanagement, Atemwegsclearance, NANDA-I, RASS, CAM-ICU und das Synergiemodell der Pflegeexzellenz.
Warum ist das Delirmanagement so bedeutsam im Fall der Patientin?
Das Delir erschwert die pflegerische Arbeit massiv, beeinträchtigt das Patientenwohlbefinden, gefährdet den Behandlungserfolg und steigert das Risiko eines PICS (Post-intensive Care Syndrome).
Welche Rolle spielt die Kommunikation in diesem Pflegekontext?
Partnerschaftliche Kommunikation, respektvoller Umgang und aktives Zuhören sind laut Synergiemodell Grundvoraussetzungen für qualitativ hochwertige Patientenübergaben und eine patientenzentrierte Versorgung.
- Arbeit zitieren
- Nicole Vanersa (Autor:in), 2021, Pflegerische Herausforderungen nach COVID-19. Fallstudie zur Intensivpflege bei akutem Delir und Atemwegsproblemen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1440915