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Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger und die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse

Die Ansichten zweier kontroverser Wissenschaftskritiker

Title: Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger und die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse

Research Paper (undergraduate) , 2009 , 14 Pages

Autor:in: Giacomo Francini (Author)

Philosophy - Philosophy of the 20th century

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Summary Excerpt Details

Wer könnte heutzutage in den postindustriellen Gesellschaften ohne Herd, Kühlschrank, Telefon, Fernseher, Fotoapparat oder PC leben? Jeder weiss, dass diese Geräte uns je nach Umständen Freude wie auch Unglück bereiten, aber nicht jeder ist sich wahrscheinlich bewusst, dass der grösste Teil der Menschheit in den westlichen Ländern kaum vor hundert Jahren auch ohne solche Erfindungen leben konnte, ohne weniger glücklich zu sein. Die erste, die zweite und die dritte industrielle Revolution haben unsere Umgebung, unser Verhalten und unseren Körper derart stark verändert, dass wir das Leben, die Sitten und das Aussehen unserer Vorfahren kaum verstehen bzw. nachvollziehen würden. Ist dieser Prozess alles in allem aussichtslos geschehen oder kann man dahinter eine bestimmte Logik erkennen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger

2 Die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse

3 Die Kunst an die Macht

Schlusswort

Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die konträren Positionen von Martin Heidegger und Herbert Marcuse hinsichtlich der modernen Technik und deren Auswirkungen auf die menschliche Existenz und die gesellschaftliche Struktur. Das primäre Ziel ist es, die philosophischen Prämissen beider Denker herauszuarbeiten und zu analysieren, inwiefern ihre jeweilige Technik-Kritik trotz unterschiedlicher theoretischer Ansätze zu ähnlichen Schlussfolgerungen über Entfremdung und gesellschaftliche Zwänge führt.

  • Heideggers ontologische Analyse des Technikwesens
  • Marcuses Konzept der technologischen Rationalität als Herrschaftsinstrument
  • Die Entstehung des "Homo artificialis" und der Verlust natürlicher Kausalität
  • Kritik an der instrumentellen Vernunft und dem industriellen Fortschrittsglauben
  • Die Rolle der Kunst als potenzieller Gegenentwurf zur technologischen Unterwerfung

Auszug aus dem Buch

Die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse

Herbert Marcuse wurde 1898 in Berlin geboren. Er studierte Germanistik und Philosophie. 1922 promovierte er mit der Arbeit Der deutsche Künstlerroman. 1928 führte er das Philosophiestudium bei Martin Heidegger in Freiburg weiter. Der Versuch, sich bei ihm zu habilitieren, scheiterte auf Grund Heideggers anfänglicher positiver Einstellung zum Nationalsozialismus. 1933 trat Marcuse dem von Max Horkheimer geleiteten Frankfurter Institut für Sozialforschung bei. 1934 emigrierte er nach New York, wo er an der Columbia University weiterarbeitete. 1954 erhielt Marcuse seine erste Professur für Philosophie und Politikwissenschaft an der Brandeis University in Waltham (Massachusetts). 1955 erschien seine Studie Eros and Civilisation, die 1965 in deutscher Übersetzung mit dem Titel Triebstruktur und Gesellschaft veröffentlicht wurde. 1964 publizierte er sein Hauptwerk One Dimensional Man, das 1967 in Deutsch unter dem Titel Der eindimensionale Mensch erschien.

Das von Herbert Marcuse 1964 publizierte Essay One Dimensional Man. Studies in the Ideology of Advanced Industrial Society erschien in den USA in einer Zeit der sozialen Auseinandersetzungen. Zur Diskussion standen damals die politischen bzw. zivilen Rechte der Afroamerikaner, die nach wie vor de-jure wie auch de-facto in ihrem Land stark diskriminiert waren. Zudem waren die USA seit 1965 in einem der grässlichsten, abscheulichsten Konflikte ihrer Geschichte verwickelt, der in der Weltöffentlichkeit für zunehmende Kritik sorgte: Gegen den Vietnamkrieg mobilisierte sich in den USA ein beträchtlicher Teil der Studentenschaft, die die Emanzipation von den damals noch weit verbreiteten autoritären Gesellschaftsstrukturen forderte. Der Eindimensionale Mensch von Herbert Marcuse wurde eine der Ikonen dieser Protestbewegung und eine der wichtigsten Referenzen im Kampf gegen die Einseitigkeit der kapitalistischen Gesellschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Problematik der modernen Technik und die Relevanz der philosophischen Auseinandersetzung mit den Industriegesellschaften.

1 Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger: Analyse von Heideggers Technikverständnis, insbesondere seiner Begriffe des Hervorbringens, des Entbergens und des Gestells als Bedrohung für das menschliche Sein.

2 Die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse: Untersuchung der gesellschaftskritischen Perspektive Marcuses, der Technik als Instrument der sozialen Herrschaft und Unterdrückung im Spätkapitalismus versteht.

3 Die Kunst an die Macht: Diskussion der Möglichkeiten zur Überwindung der technischen Zwänge durch die Kunst als transformatives Element, das sich vom instrumentellen Zugriff unterscheidet.

Schlusswort: Zusammenführung der Positionen beider Denker, die trotz unterschiedlicher Ansätze zur Befreiung des Menschen aus destruktiven Strukturen gelangen.

Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Martin Heidegger, Herbert Marcuse, Technikphilosophie, Technologische Rationalität, Gestell, Eindimensionaler Mensch, Industrialisierung, Herrschaft, Entfremdung, Existenz, Kapitalismus, Moderne, Instrumentelle Vernunft, Kunst, Gesellschaftskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit beleuchtet die philosophischen Ansichten von Martin Heidegger und Herbert Marcuse zur modernen Technik und analysiert deren Einfluss auf die zeitgenössische Gesellschaft.

Welche Themenfelder stehen im Fokus?

Zentrale Themen sind die ontologische Kritik an der Technik, das Konzept der technologischen Rationalität, die Entfremdung des Menschen durch industrielle Prozesse und das utopische Potenzial der Kunst.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifischen Technik-Kritiken beider Philosophen vergleichend gegenüberzustellen und zu prüfen, inwiefern sie übereinstimmende Diagnosen bezüglich der menschlichen Entfremdung stellen.

Welche Methode findet Anwendung?

Die Arbeit nutzt eine hermeneutische und textanalytische Methode, um die zentralen Begriffe und Thesen von Heidegger und Marcuse aus deren Werken zu interpretieren und zueinander in Beziehung zu setzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst Heideggers Begriffe des Gestells und des Entbergens, dann Marcuses Konzept des technologischen Apriori sowie abschließend die Rolle der Kunst als mögliche Gegenkraft erörtert.

Was charakterisiert die gewählten Schlüsselwörter?

Die Begriffe spiegeln das Spannungsfeld zwischen technischer Herrschaft, existentialistischer Ontologie und sozialkritischer Analyse wider, die den Kern des Buches ausmachen.

Wie unterscheidet Heidegger zwischen dem Homo naturalis und dem Homo artificialis?

Der Homo naturalis gestaltet seine Umwelt unmittelbar nach seinen Bedürfnissen, während der Homo artificialis in einem komplexen System aus Arbeitsteilung und technischer Produktion lebt, was ihn passiv und abhängig macht.

Warum hält Marcuse die moderne Wissenschaft für nicht neutral?

Marcuse argumentiert, dass wissenschaftliche Erkenntnis bereits unter dem Einfluss gesellschaftlicher Produktionsverhältnisse steht und somit die Natur gezielt als kontrollierbares Instrument behandelt.

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Details

Title
Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger und die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse
Subtitle
Die Ansichten zweier kontroverser Wissenschaftskritiker
College
University of Zurich
Author
Giacomo Francini (Author)
Publication Year
2009
Pages
14
Catalog Number
V143275
ISBN (Book)
9783640525058
ISBN (eBook)
9783640525492
Language
German
Tags
Technologie Rationalität Wissenschaft Philosophie Umwelt Arbeit Industrialisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Giacomo Francini (Author), 2009, Die Frage nach der Technik von Martin Heidegger und die technologische Rationalität nach Herbert Marcuse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/143275
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