In dieser Arbeit soll gezeigt werden, welche Herausforderungen ein triales Studium für die Studierenden, sowie auch die Ausbildungsbetriebe mit sich bringt und wie diese Herausforderungen gemeistert werden können. Zudem soll die Frage behandelt werden, welche Vor- und Nachteile ein triales Studium vorweisen kann.
Im ersten Teil werden theoretische Grundlagen zu den Bildungsmöglichkeiten der dualen Berufsausbildung, sowie des Studiums und deren Unterschiede dargestellt. Anschließend wird im zweiten Teil das triale Studium erläutert. Dazu werden das Modell und die Voraussetzungen vorgestellt und die Vor- und Nachteile erläutert. Danach werden auf die Herausforderungen, die sich für Studierende und Ausbildungsbetriebe ergeben, eingegangen. Darauffolgend werden Handlungsempfehlungen vorgestellt. Ein Fazit und ein Ausblick auf weiterführende Themen beschließen die Arbeit.
Durch die zunehmende Globalisierung der Märkte, ein verändertes Kundenverhalten aufgrund einer gesellschaftlichen Umorientierung und den Innovationsdruck, gibt es immer mehr Herausforderungen für Handwerksbetriebe. Diese steigenden Anforderungen führen zukünftig zu einem hohen Bedarf an gut ausgebildeten Führungskräften im Handwerk. Das triale Studium ermöglicht Abiturienten/Abiturientinnen, sowie den Handwerksbetrieben diesen Bedarf zu decken.
Heutzutage bleiben immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt. Im Jahr 2022 blieben laut der Bundesagentur für Arbeit fast 70.000 Plätze unbesetzt. Am größten viel der Anteil unbesetzter Stellen im Handwerk mit rund 17 Prozent aus. Dies führt zu einem zunehmenden Nachwuchskräftemangel im Handwerk. Zusätzlich geht der Trend bei Schulabgängern, insbesondere bei Abiturienten/Abiturientinnen, zunehmend zu einem Studium aufgrund von besseren Karrieremöglichkeiten. Auch diese Faktoren führen zu der zentralen Herausforderung im Handwerk, Nachwuchskräfte, Führungskräfte und Unternehmensnachfolger/-innen zu gewinnen. Für viele Betriebe bietet das triale Studium die Möglichkeit selbst qualifizierte Führungskräfte auszubilden und somit dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau und Ziel der Arbeit
3. Theoretische Grundlagen
3.1 Duale Berufsausbildung
3.2 Studium
3.3 Unterschiede dieser Bildungsmöglichkeiten
4. Das triale Studium
4.1 Modell des trialen Studiums
4.2 Voraussetzungen
4.3 Vor- und Nachteile
4.4 Herausforderungen für die Studierenden
4.5 Herausforderungen für den Ausbildungsbetrieb
5. Handlungsempfehlungen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert das Konzept des trialen Studiums, welches die akademische Hochschulbildung mit einer dualen Berufsausbildung sowie einer Meisterausbildung kombiniert. Das primäre Ziel ist es, die spezifischen Herausforderungen zu identifizieren, denen sowohl Studierende als auch Ausbildungsbetriebe in diesem Modell gegenüberstehen, sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile zu evaluieren, um Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten.
- Struktureller Aufbau und Modell des trialen Studiums (Handwerksmanagement)
- Gegenüberstellung von dualer Ausbildung und Studium als theoretische Basis
- Anforderungen und Voraussetzungen an Studierende und Betriebe
- Herausforderungen in Bezug auf Arbeitsbelastung, Zeitmanagement und Finanzierung
- Möglichkeiten zur Prozessoptimierung und Betreuung in KMU des Handwerks
Auszug aus dem Buch
4.4 Herausforderungen für die Studierenden
Das triale Studium ist mit einigen Herausforderungen verknüpft. Wie bereits bei den Nachteilen erwähnt, ist der Stress die vermutlich größte Herausforderung für die Studierenden. Während des Studiums bleibt den Studierenden wenig Zeit für sie selbst und es muss auf vieles verzichtet werden. Insbesondere das Privatleben leidet unter dieser Arbeitsbelastung. Die Studierenden haben nicht mehr viel Zeit für ihre Hobbys oder für die Zeit mit Freunden und der Familie. Es wird ein sehr hohes Durchhaltungsvermögen von den Studierenden erwartet und vorausgesetzt. Auch der Studiengangkoordinator Herr Steinwartz ist der Meinung, dass man auf vieles verzichten können muss, wenn man ein triales Studium absolvieren möchte.27 Zusätzlich ist die Organisation, alles unter einen Hut zu bekommen, eine weitere Herausforderung. Meist wird das berufsbegleitende Studium von den Studierenden eigenfinanziert. Demnach stellt auch die Finanzierung für einige eine Herausforderung dar. Zudem kann bereits die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsbetrieb eine Herausforderung sein.
Die Ausbildungsbetriebe müssen ein gewisses Verständnis für die Studierenden aufbringen, da diese unter enormen Druck stehen und auch nicht immer die Zeit aufbringen können, an manchen Tagen zu arbeiten, an denen sie die Hochschule besuchen müssen. Dominik Drabe, ein trial Studierender, berichtet davon, dass er aufgrund fehlenden Verständnisses seitens des Arbeitgebers, diesen während des Studiums wechseln musste.28 In handwerklichen Ausbildungen finden zusätzlich zum Berufsschulunterricht überbetriebliche Lehrlingsunterweisungen statt. Häufig sind diese Unterweisungen ein Pflichtbestandteil und werden im Blockunterricht angeboten. „Eine Kollision mit den Vorlesungszeiten eines ausbildungsbegleitenden Studiums ist in den meisten Fällen vorprogrammiert.“29
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet den Fachkräftemangel im Handwerk und die wachsende Bedeutung des trialen Studiums als Strategie zur Gewinnung von qualifizierten Nachwuchs- und Führungskräften.
2. Aufbau und Ziel der Arbeit: Definiert die Forschungsfrage nach den Herausforderungen sowie den Vor- und Nachteilen des trialen Studiums und umreißt das methodische Vorgehen der Untersuchung.
3. Theoretische Grundlagen: Erläutert die Charakteristika der dualen Berufsausbildung sowie des akademischen Studiums und arbeitet die wesentlichen Differenzen in den Kategorien Zeit, Praxisbezug und Selbstorganisation heraus.
4. Das triale Studium: Detailliert das Modell, welches Gesellen-, Meister- und Bachelorabschluss in 4,5 Jahren vereint, und analysiert die spezifischen Hürden für Lernende und Betriebe.
5. Handlungsempfehlungen: Gibt praxisorientierte Ratschläge, insbesondere zur Zeitplanung, zum Kompetenzaufbau bei den Studierenden und zur intensiven Betreuung durch die Ausbildungsbetriebe.
6. Fazit und Ausblick: Bewertet das triale Studium abschließend als Segen zur Fachkräftesicherung und identifiziert künftigen Forschungsbedarf bezüglich der gesellschaftlichen Akzeptanz des Konzepts.
Schlüsselwörter
Triales Studium, Handwerk, Fachkräftemangel, duale Berufsausbildung, Meisterbrief, Handwerksmanagement, Wissensvermittlung, Führungskräfte, Zeitmanagement, Work-Life-Balance, Ausbildungsbetrieb, Bologna-Prozess, Qualifizierung, Arbeitsbelastung, Karrierechancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Fokus liegt auf dem Modell des trialen Studiums im Handwerk, das eine dreifache Qualifikation (Geselle, Meister, Bachelor) in einem komprimierten Zeitraum ermöglicht.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?
Hauptthemen sind die Struktur des Modells, die Gegenüberstellung klassischer Bildungswege, die Vor- und Nachteile sowie Lösungsstrategien für die auftretenden Herausforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Herausforderungen für Studierende und Betriebe zu analysieren und Handlungsempfehlungen zu geben, um das triale Studium erfolgreich zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse etablierter Bildungskonzepte sowie einer Untersuchung der institutionellen Rahmenbedingungen des trialen Studiums.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Differenzierung der Bildungswege und eine vertiefte Analyse des trialen Modells inklusive der Hürden bei Organisation und Umsetzung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die Kernbegriffe sind Handwerksmanagement, Fachkräftesicherung, triales Studium, Ausbildung und berufliche Qualifizierung.
Wie wirkt sich die Arbeitsbelastung konkret auf die Studierenden aus?
Die Belastung ist durch das Zusammenführen von Lehre, Betrieb und Studium sehr hoch, was häufig zu einer signifikanten Einschränkung des Privatlebens und zu hohem Stressniveau führt.
Welche Rolle spielt der Ausbildungsbetrieb bei diesem Modell?
Der Betrieb muss Verständnis für die zeitliche Beanspruchung durch das Studium aufbringen, die Betreuung intensivieren und idealerweise den Studierenden bei möglichen Kollisionen zwischen Vorlesung und betrieblicher Unterweisung entgegenkommen.
- Arbeit zitieren
- Nina Robben (Autor:in), 2023, Das triale Studium. Ausbildung, Studium und Meisterbrief. Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1430735