Das Ziel der Arbeit besteht darin, die Relevanz von Lern- und Leistungsemotionen im schulischen Kontext zu erläutern. Es soll ein Bewusstsein für diese Emotionen geschaffen werden, um begründen zu können, warum eine Auseinandersetzung als Lehrkraft essentiell für die Gestaltung von Lern- und Leistungssituationen ist.
Als Lehrperson plant man in der Regel Unterrichts- und Prüfungssituationen durch bestimmte Inhalte, Methoden und Materialien. Die Intention dahinter ist immer verschieden, aber verfolgt doch das Ziel, einen guten Unterricht für alle Beteiligten zu gestalten. So individuell wie der geplante Unterricht sind jedoch auch die Schüler:innen in der jeweiligen Situation. Freuen sich die einen Kinder auf den bevorstehenden Test, um ihr Wissen und Können endlich zu präsentieren, sind die anderen gelähmt von Prüfungsangst. In beiden Gruppen herrschen unterschiedliche Emotionen und Einstellungen vor, die die geplante Sequenz so beeinflussen können, dass die Planung der Lehrkraft verfolgt werden kann oder verändert werden muss. Deshalb soll in dieser Arbeit der Frage nachgegangen werden: Weshalb ist die Auseinandersetzung und Berücksichtigung von Emotionen von Schüler:innen in Lern- und Leistungskontexten als Lehrperson relevant? Weiterhin soll sich mit den Fragen beschäftigt werden, was Lern- und Leistungsemotionen sind und wie sie ausgelöst werden sowie welche Wichtigkeit diese Emotionen im Kontext schulischen Lernens und Leistens für die Schüler:innen und Lehrkräfte haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen der Betrachtung
2.1 Zum Begriff der Lern- und Leistungsemotionen
2.2 Klassifikation von Lern- und Leistungsemotionen
2.3 Zum Begriff der Lern- und Leistungssituationen
2.4 Entwicklung von Lern- und Leistungsemotionen in der Grundschulzeit
3. Bedeutung von Lern- und Leistungsemotionen im Kontext des schulischen Lernens und Leistens
3.1 Ursachen und Einflüsse des emotionalen Erlebens in Lern- und Leistungssituationen
3.1.1 Ursachen für das Auftreten von Emotionen in Lern- und Leistungssituationen
3.1.2 Einflüsse der sozialen Umwelt
3.2 Auswirkungen der Vermittlung von positiven emotionalen Einstellungen
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Relevanz von emotionalem Erleben bei Grundschulkindern in schulischen Lern- und Leistungskontexten. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung von Lern- und Leistungsemotionen zu schärfen und aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch eine positive Unterrichtsgestaltung das emotionale Wohlbefinden und die Entwicklung von Kindern nachhaltig fördern können.
- Grundlagen und Klassifikation von Lern- und Leistungsemotionen
- Entwicklung emotionaler Erlebensweisen während der Grundschulzeit
- Einfluss der sozialen Umwelt und der Lehrkraft auf das emotionale Erleben
- Rolle von Appraisal-Prozessen und der Kontroll-Wert-Theorie
- Auswirkungen der Vermittlung positiver emotionaler Einstellungen auf das Lernen
Auszug aus dem Buch
2.1 Zum Begriff der Lern- und Leistungsemotionen
Pekrun versteht unter Leistungsemotionen solche Emotionen, die in direkter Verbindung zu Leistungsaktivitäten und Leistungsergebnissen stehen. Die bis dahin vorhandene Forschung konzentrierte sich vermehrt auf den Leistungsergebnisaspekt, Pekrun hingegen richtet seinen Fokus auch auf Emotionen in leistungsbezogenen Aktivitäten. Beispiele für Leistungsemotionen können Langeweile im Unterricht, Lernfreude, aber auch Wut oder Frustration bei der Aufgabenbearbeitung sein (vgl. Pekrun, 2006, S. 316f). Durch die Einordnung in einen pädagogischen Sachverhalt beziehen sich die angesprochenen Aktivitäten auf Lernaktivitäten im Speziellen. Lernemotionen werden als Teilgruppe von Leistungsemotionen in diesen Aktivitäten als wichtiger Teil angesehen (vgl. Frenzel u.a., 2015, S. 206).
Schlesier geht davon aus, dass LuLe jedoch auch deutlich voneinander anhand der Lern- und Leistungszielorientierung in der Situation zu unterscheiden sind. Mischformen der beiden Emotionen sind ebenso realisierbar, wenn sich Lern- und Leistungssituationen überschneiden (vgl. Schlesier, 2020, S. 150).
Somit regulieren LuLe das eigene Verhalten, die Kognition und Motivation, was sich wiederrum auf das zielgerichtete Handeln einer Person auswirkt (vgl. Rothermund/Eder, 2009, S. 675). LuLe beeinflussen darüber hinaus ebenso die Wertung von bestimmten Handlungen und die eigenen negativen oder positiven Fähigkeitseinschätzungen. Dies wird beispielsweise deutlich, wenn Fehler in der eigenen Leistung relevant sind. Ob und wie viele Fehler gemacht werden, erlangt dann eine emotionale Färbung, wenn die Fehleranzahl von Bedeutung ist (vgl. Frenzel u.a, 2015, S. 209).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet das Interesse an der emotionalen Befindlichkeit von Schülern in Lern- und Leistungskontexten und leitet zur zentralen Fragestellung der Arbeit über.
2. Theoretische Grundlagen der Betrachtung: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie Lern- und Leistungsemotionen, klassifiziert diese und untersucht deren altersgemäße Entwicklung in der Grundschule.
3. Bedeutung von Lern- und Leistungsemotionen im Kontext des schulischen Lernens und Leistens: Das Kapitel erläutert Ursachen emotionaler Reaktionen mittels der Appraisal-Theorie und diskutiert den Einfluss des sozialen Umfelds sowie die Auswirkungen positiver Einstellungen auf den Lernerfolg.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Relevanz emotionaler Aspekte für Lehrkräfte zusammen und betont die Notwendigkeit, eine positive Lernatmosphäre zu schaffen.
Schlüsselwörter
Lern- und Leistungsemotionen, Grundschule, Lernfreude, Prüfungsangst, Appraisal-Theorie, Kontroll-Wert-Ansatz, schulische Leistungen, Lehrkraft-Einfluss, Lernmotivation, Emotionsregulation, Unterrichtsgestaltung, Schulerleben, Kompetenzerleben, Sozialumwelt, Bildungsauftrag
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das emotionale Erleben von Kindern in der Grundschule im Zusammenhang mit schulischen Lern- und Leistungssituationen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Entstehung von Emotionen, deren Einfluss auf die Schulleistung sowie die Möglichkeiten der Lehrkräfte, förderliche emotionale Lernbedingungen zu schaffen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, weshalb die Auseinandersetzung mit den Emotionen von Schüler:innen in Lern- und Leistungskontexten für Lehrkräfte essenziell ist und welchen Beitrag sie zur Unterrichtsgestaltung leisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die aktuelle Studienergebnisse und psychologische Theorien, insbesondere den Kontroll-Wert-Ansatz, zusammenführt und analysiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen und Klassifizierungen, die Ursachenforschung sowie die Analyse der sozialen Einflüsse und Auswirkungen auf das Lernverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe umfassen Lernfreude, Prüfungsangst, pädagogische Psychologie, Lernumgebung und die Rolle der Lehrperson bei der Emotionsregulierung.
Welche Rolle spielt die "Appraisal-Theorie" bei der Entstehung von Emotionen?
Die Theorie besagt, dass Emotionen nicht durch die Situation allein, sondern durch die kognitive Einschätzung (Appraisal) dieser Situation durch das Kind entstehen.
Inwiefern beeinflusst das soziale Umfeld das emotionale Empfinden?
Faktoren wie die Art der Instruktion, Wertinduktion durch Lehrkräfte und Eltern sowie Autonomiegewährung spielen eine entscheidende Rolle für das Kompetenzempfinden der Kinder.
Warum wird die Lernfreude im Laufe der Grundschulzeit als abnehmend beschrieben?
Studien, wie die von Helmke, zeigen, dass insbesondere Übergänge (z.B. Klassenwechsel) und die zunehmende Relevanz von Noten Druck aufbauen, der die Lernfreude beeinträchtigen kann.
- Arbeit zitieren
- Josephin Adler (Autor:in), 2023, Die Relevanz der Lern- und Leistungsemotionen von Grundschulkindern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1421690