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Antisemitimus an Universitäten zu Zeiten der Weimarer Republik

Titel: Antisemitimus an Universitäten zu Zeiten der Weimarer Republik

Hausarbeit , 2022 , 21 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Während in Deutschland Antisemitismus als Bezeichnung für judenfeindliche Einstellungen und Bestrebungen schon in der Kaiserzeit ein vieldiskutiertes Thema war, wurde die jüdische Bevölkerung erst mit dem Nationalsozialismus gezielt durch entsprechende Gesetze entrechtet und verfolgt. Doch auch in der, von widersprüchlichen Bewegungen und Entwicklungen geprägten, Weimarer Republik sah sich der jüdische Bevölkerungsanteil zwar einerseits mit dem Versprechen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Gleichstellung, andererseits mit einer heftigen und nicht abreißenden Welle von Antisemitismus konfrontiert. Judenfeindlichkeit war keineswegs legalisiert, denn die Politik der frühen Weimarer Republik wollte mit der Trennung von Staat und Kirche und einem demokratischen Anspruch die Gleichberechtigung ihrer Staatsbürger gewährleisten. Die antisemitischen Ressentiments, die sich aus der Kaiserzeit heraus weiterentwickelten und in allen Gesellschaftsschichten zu finden waren, beeinträchtigten das Leben jüdischer Bürger stark – so auch an Universitäten und Hochschulen, die sich selbst als unpolitische und unabhängige Institutionen betrachteten. Pseudowissenschaftliche Äußerungen, die Aufnahme der "Rassenlehre" in den Lehrkanon sowie letztlich die Durchsetzung des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums" und die Aktion "Wider den undeutschen Geist" zeugen davon, dass solches Gedankengut auch in der höheren Bildung unmittelbar vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten fest verankert war.

Doch wie sah es in der, dem NS-Staat vorausgehenden, Zeit der Weimarer Republik aus? Um näher zu beleuchten, inwieweit jüdische Angehörige deutscher Hochschulen mit offenem Antisemitismus schon in der Weimarer Republik konfrontiert waren, werden im Folgenden die zeitgenössischen Tagebuchaufzeichnungen eines jüdischen Professors, Victor Klemperers, als historische Quelle herangezogen. Im Anschluss an eine Darstellung antisemitischer politischer und gesellschaftlicher Tendenzen in den Anfangsjahren der neu entstandenen Republik wird ein Einblick in das Auftreten antisemitischer Strömungen innerhalb des universitären Systems gegeben. Dabei rücken Dozierende sowie Studierende in den Fokus, da diese die akademische Elite und eine wesentlich ins politische System einwirkende Gruppe darstellten. Die umfangreichen Aufzeichnungen Klemperers aus den Jahren 1918 bis 1932 ermöglichen in diesem Kontext einen Eindruck in den Alltag eines jüdischen Hochschulangehörigen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Antisemitismus in der Weimarer Republik

3. Antisemitismus an deutschen Universitäten

3.1. Die politische Grundstimmung nach 1918

3.2. Antisemitismus im Lehrkörper deutscher Universitäten

3.3. Antisemitismus in der Studentenschaft

4. „Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum“ – Victor Klemperer

4.1. Klemperers Wahrnehmung von Antisemitismus unter Lehrenden

4.2. Klemperers Wahrnehmung von Antisemitismus unter Studierenden

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Auftreten und die Wahrnehmung von Antisemitismus an deutschen Hochschulen während der Weimarer Republik, wobei die Tagebuchaufzeichnungen des Romanisten Victor Klemperer als zentrale historische Quelle dienen, um den universitären Alltag und die gesellschaftlichen Spannungsfelder jüdischer Akademiker zu beleuchten.

  • Entwicklung des Antisemitismus in der Weimarer Republik und an Universitäten
  • Politische Grundstimmung und Machtverhältnisse in der akademischen Welt nach 1918
  • Methodische Analyse der Tagebücher Victor Klemperers als zeitgenössische Quelle
  • Wahrnehmung antisemitischer Tendenzen bei Lehrenden und Studierenden

Auszug aus dem Buch

3.3. Antisemitismus in der Studentenschaft

Nach Kriegsende und Gründung der Weimarer Republik erlebten die Universitäten zunächst einen Zustrom: zurückgekehrte Kriegsteilnehmer, aus abgetretenen bzw. besetzten Gebieten Vertriebene sowie die erstmals zugelassenen weiblichen Studierenden. Dieser Mehrandrang konnte vom universitären System aus verschiedenen Gründen nicht unmittelbar aufgefangen werden. Der ohnehin hohe Druck, der aufgrund der Wirtschaftskrise und des staatlichen Einstellungsstopps auf diesen jungen Menschen lag, wurde durch die hohe Anzahl an angehenden Akademikern noch verschärft. Die aufkeimenden Existenzängste hatten auch in dieser gesellschaftlichen Gruppe zur Folge, dass antisemitische Erklärungsmuster und Verschwörungstheorien an Zuspruch gewannen.

Auch politisch rechts orientierte Studentenorganisationen, Verbindungen und Burschenschaften erhielten mehr Zulauf. In ihnen wurde rassisch-antisemitisches Gedankengut mit völkisch-deutschnationalen ideologischen Ansätzen verbunden, was früh zum Ausschluss ‚nicht-arischer‘ Personen sowie von Frauen führte. Den konservativ hierarchischen Strukturen der Universitäten entsprechend standen solche studentischen Organisationen häufig unter Leitung oder Schutz von Professoren, die in nostalgischer Weise die wilhelminische Zeit verklärten. Dem entgegen stand jedoch die studentische Perspektive, aus welcher die Zugehörigkeit zum akademischen Milieu angesichts der wirtschaftlichen Krisen nicht länger als Garantie für einen späteren sozialen Aufstieg bzw. die wirtschaftliche Absicherung galt. Die neuen Studierenden, die selbst kriegsgeprägt oder wenigstens enttäuscht von der ehemaligen Führung waren, wünschten sich daher nicht das monarchische System zurück. Stattdessen überwog hier die nationalistische Gesinnung in Verbindung mit dem Wunsch des eigenen Aktivwerdens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik einer latenten, aber zunehmend radikalen Judenfeindlichkeit in der Weimarer Republik ein und stellt die Relevanz der Tagebücher Victor Klemperers zur Erforschung dieser Thematik an deutschen Hochschulen dar.

2. Antisemitismus in der Weimarer Republik: Dieses Kapitel zeichnet den Wandel vom religiös begründeten Judenhass zum modernen, rassistischen Antisemitismus nach 1918 nach und analysiert die Reaktion jüdischer Organisationen wie des CV auf die zunehmende Agitation.

3. Antisemitismus an deutschen Universitäten: Es wird untersucht, inwiefern antidemokratische Einstellungen und existenzielle Ängste den Nährboden für Ausgrenzung und Diskriminierung jüdischer Akademiker und Studierender in einem konservativen universitären System bildeten.

3.1. Die politische Grundstimmung nach 1918: Die Analyse zeigt, wie ein Großteil der Professorenschaft an wilhelminischen Werten festhielt und der Weimarer Republik aufgrund von Strukturkrisen und einer empfundenen Bedrohung der akademischen Freiheit ablehnend gegenüberstand.

3.2. Antisemitismus im Lehrkörper deutscher Universitäten: Das Kapitel beleuchtet, wie antisemitische Vorbehalte und Verschwörungstheorien von einer vermuteten „Überjudung“ der Lehrstühle die Diskriminierung jüdischer Gelehrter befeuerten, auch wenn institutionelle Gleichstellung formal weiter möglich war.

3.3. Antisemitismus in der Studentenschaft: Hier wird der Einfluss rechtsextremer Organisationen und Burschenschaften auf die Radikalisierung der Studierenden beschrieben, welche zunehmend nationalsozialistische Symbole und Ideologien in das universitäre Umfeld trugen.

4. „Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum“ – Victor Klemperer: Dieser Abschnitt ordnet die Tagebücher Klemperers als subjektive, aber wertvolle historische Quelle für das Verständnis des Alltags und der persönlichen Belastung eines jüdischen Wissenschaftlers im universitären System ein.

4.1. Klemperers Wahrnehmung von Antisemitismus unter Lehrenden: Klemperers persönliche Erfahrungen mit beruflichen Enttäuschungen und sein Ringen um Anerkennung innerhalb der romanistischen Fachcommunity demonstrieren die subtilen Ausgrenzungsmechanismen unter Kollegen.

4.2. Klemperers Wahrnehmung von Antisemitismus unter Studierenden: Klemperer beobachtet die zunehmende Radikalisierung und den aggressiven Nationalismus der Studentenschaft mit wachsender Sorge, was in seinen Tagebüchern durch die Schilderung konkreter Vorfälle deutlich wird.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass Antisemitismus an Hochschulen vor 1933 zwar allgegenwärtig war, jedoch weniger in Form einer zentralisierten Universitätspolitik, sondern als gesellschaftliches Phänomen in den Handlungen der Studierenden und in konservativen akademischen Denkmustern sichtbar wurde.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Antisemitismus, Universität, Victor Klemperer, Radikalisierung, Studentenbewegung, Professorenschaft, Diskriminierung, Rassenlehre, Nationalsozialismus, Tagebücher, Hochschulpolitik, Judenhass, akademisches Proletariat, Identität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Verbreitung und Wahrnehmung von Antisemitismus an deutschen Hochschulen während der Weimarer Republik unter Berücksichtigung sowohl allgemeiner gesellschaftlicher Entwicklungen als auch individueller Erfahrungen des Professors Victor Klemperer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die politische Grundstimmung an Universitäten nach 1918, die Rolle antisemitischer Tendenzen bei Professoren und in der Studentenschaft sowie die methodische Auswertung von Tagebuchaufzeichnungen als historische Quelle.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, in Form einer Fallstudie zu zeigen, wie jüdische Hochschulangehörige mit Antisemitismus in der Weimarer Republik konfrontiert wurden und wie sich politische Radikalisierung im universitären Umfeld manifestierte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-analytische Methode angewandt, die durch die Auswertung zeitgenössischer Primärliteratur (Tagebücher von Victor Klemperer) in Verbindung mit relevanter Sekundärliteratur zur historischen Forschung dieser Epoche gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Analyse des Antisemitismus in der Weimarer Republik, eine speziell auf die Universitätsverhältnisse fokussierte Betrachtung der Lehrenden und Studierenden sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit Klemperers Aufzeichnungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?

Schlüsselbegriffe sind Antisemitismus, Weimarer Republik, Universität, Hochschulpolitik, Victor Klemperer, Radikalisierung und jüdische Identität im akademischen Kontext.

Warum spielt die Person Victor Klemperer eine zentrale Rolle?

Victor Klemperer fungiert als „Eyewitness“, dessen detaillierte Tagebuchaufzeichnungen einen subjektiven, aber authentischen Einblick in den Alltag und die schrittweise gesellschaftliche Ausgrenzung eines jüdischen Professors vor 1933 ermöglichen.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der Professorenschaft im Vergleich zur Studentenschaft?

Während unter den Professoren eher konservative Ablehnung und Vorurteile dominierten, die selten aktiv in organisierte Diskriminierung umschlugen, erwies sich die Studentenschaft als ein deutlich radikalisierteres Milieu, das nationalistische und antisemitische Ideologien durch aktives Auftreten und Organisationen wie den NSDStB forcierte.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Antisemitimus an Universitäten zu Zeiten der Weimarer Republik
Hochschule
Universität Bayreuth  (Neueste Geschichte)
Veranstaltung
Die Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg (1918-1923)
Note
2,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1414659
ISBN (eBook)
9783346962607
ISBN (Buch)
9783346962614
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Victor Klemperer Judentum Antisemitismus Weimarer Republik Bildungswesen Burschenschaften Studentenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Antisemitimus an Universitäten zu Zeiten der Weimarer Republik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1414659
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  21  Seiten
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