Fünf Essays, die sich verschiedenen Bereichen der Literatur zuwenden. In chronologischer Reihenfolge enthält die Sammlung:
Merkur in den Carmina des Horaz
Der Text befaßt sich mit der Erscheinung Merkurs und dessen Eigenschaften in den vier Odenbüchern des Horaz.
Die Belebung der Charaktere
Ausgehend von Theophrasts "Charakteren" bis hin zu La Bruyères "Les Caractères ou les moeurs de ce siècle" verfolgt der Essay die verschiedenen Erscheinungen bestimmter Charaktere.
Lichtenberg und die französischen Moralisten
Lichtenbergs Erfahrungen mit den französischen Moralisten und verwandte Formen, die er nicht immer so treffen und pointiert gestaltet wie die französischen Vorbilder, sind das hier behandelte Thema.
Die wiedergefundene Muse - Hoffmann in Frankreich
Rezeptionästhetischer Essay, der sich mit verschiedenen Hoffmann-Übersetzungen, Ausgaben und der Bearbeitung zum Opernstoff in Frankreich beschäftigt.
Ein Engel geht vorüber
Essay über die Filme "Der Himmel über Berlin" und dessen Fortsetzung "In weiter Ferne, so nah!", wobei sich der Text mit den Formen der Engel beschäftigt und zu zeigen versucht, daß es sich bei beiden Filmen nicht um moderne Märchen handelt.
Inhaltsverzeichnis
Merkur in den Carmina des Horaz
1. Einleitung
2. Carmen 1,2
3. Carmen 1,10
4. Carmen 1,24
5. Carmen 1,30
6. Carmen 2,7
7. Carmen 2, 17
8. Carmen 3, 11
Die Belebung der Charaktere
1. Theophrast
2. Die „Charaktere“
3. Weitere Beispiele der Antike – Menander und Horaz
4. Die „Apokolokyntosis“
5. Comedia dell'arte
6. Die französische Klassik
7. „Les Caratères ou les moeurs de ce siècle“
7.1 Menalque
7.2 Gnathon und Ruffin
7.3 Antagoras
7.4 Télèphe
7.5 Drance
Lichtenberg und die französischen Moralisten
1. Namentliche Erwähnungen der französischen Moralisten
1.1 Montaigne
1.2 Pascal
1.3 La Rochefoucauld
2. Inhaltliche Ähnlichkeiten
2.1 J, 443
2.2 L, 640
3. Stil
3.1 Montaigne
3.2 La Rochefoucauld
3.3 F, 1210
3.4 F, 87
3.5 B, 180
3.6 Gnathon
Die wiedergefundene Muse – Hoffmann in Frankreich
1. Loève-Veimars
2. Gérard de Nerval
3. Gautier
4. Henry Egmont
5. Christian
6. Marmier
7. Das Fantastische
8. „Les Contes d’Hoffmann“
9. Die Entwicklung der Oper
10. Veränderungen in der Oper
Ein Engel geht vorüber. Versuch über die Formen der Engel in Wim Wenders’ und Peter Handkes „Der Himmel über Berlin“. Eine Gedichtinterpretation
1. Einleitung
1.1 Engel als Erzähler
1.2 Homer
1.3 „Der Himmel über Berlin“
1.4 „In weiter Ferne, so nah!“
1.5 Cassiel und Damiel
2. Ein Märchen?
2.1 Engel
2.2 Bipolarität
2.3 Engel als Boten
2.4 Bipolarität bei Damiel und Cassiel
3. Lied vom Kindsein
3.1 Einleitung
3.2 1. Teil
3.3 2. Teil
3.4 3. Teil
3.5 4. Teil
4. Schlußteil
4.1 Namen der Engel
4.2 Schluß
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht in fünf Essays verschiedene Facetten der Literatur, von den klassischen Texten des Horaz über die Tradition der Charakterdarstellung in der Antike bis hin zur französischen Klassik, zu philosophischen Aphorismen Lichtenbergs sowie zur Rezeption und filmischen Umsetzung von E.T.A. Hoffmann und Wim Wenders. Zentral ist dabei die Analyse der Entwicklung von literarischen Typen und Motiven, ihre psychologische Vertiefung sowie die Wechselwirkung zwischen literarischer Vorlage und kultureller Adaptation.
- Literarische Typisierung und ihre historische Entwicklung von Theophrast bis Molière.
- Die literarische Rezeption E.T.A. Hoffmanns in Frankreich und die Transformation seiner Werke für Bühne und Film.
- Komparative Analyse der Aphorismen von Georg Christoph Lichtenberg und den französischen Moralisten.
- Untersuchung der Engel-Motivik als allegorische Erzählinstanz bei Wim Wenders und Peter Handke.
- Wechselbeziehung zwischen philologischer Analyse und dem Einfluss biografischer Faktoren auf das literarische Schaffen.
Auszug aus dem Buch
Die Belebung der Charaktere
Die Vorlage für La Bruyères „Les Caractères ou les moeurs de ce siècle“ bilden die „Charaktere“ des Theophrast. Theophrast lebte ungefähr von 372 bis 287 vor Christus. Um das Jahr 322 wurde er Leiter der peripatetischen Schule, dies war nach dem Tod des Aristoteles.
Die peripatetische Schule selbst war eine der vier großen antiken Philosophieschulen (Kyniker, Stoiker, Epikureer und Peripatetiker). Ihren Namen bekam die Schule durch den Ort, wo sich ihre Mitglieder trafen und diskutierten: περίπατος, was nichts anderes als Wandelhalle heißt. Die Schule wurde von Aristoteles gegründet, der zuvor bei Platon an der Akademie war, und bis zu seinem Tod von ihm geleitet. Die Themen der Peripatetiker sind an den Ort und dessen sinnliche Wahrnehmung gebunden.
Zusammenfassung der Kapitel
Merkur in den Carmina des Horaz: Analyse der Darstellung Merkurs in verschiedenen Oden, wobei seine Rolle als Götterbote, Schutzpatron und Metapher für historische Figuren wie Augustus untersucht wird.
Die Belebung der Charaktere: Untersuchung der historischen Entwicklung der literarischen Typisierung, ausgehend von Theophrasts „Charakteren“ über Menander und Seneca bis hin zu Molière und La Bruyère.
Lichtenberg und die französischen Moralisten: Vergleich der Aphorismen und Charakterskizzen von Georg Christoph Lichtenberg mit dem Erbe der französischen Moralisten wie Montaigne, Pascal und La Rochefoucauld.
Die wiedergefundene Muse – Hoffmann in Frankreich: Analyse der französischen Rezeption von E.T.A. Hoffmanns Werk und deren Einfluss auf Libretti und Opernadaptionen wie „Les Contes d’Hoffmann“.
Ein Engel geht vorüber. Versuch über die Formen der Engel in Wim Wenders’ und Peter Handkes „Der Himmel über Berlin“. Eine Gedichtinterpretation: Analyse der Engel als allegorische Erzählinstanzen in den Filmen von Wenders und Handke unter Einbezug von Handkes „Lied vom Kindsein“.
Schlüsselwörter
Horaz, Merkur, Charakterdarstellung, Theophrast, La Bruyère, französische Klassik, Lichtenberg, Moralisten, E.T.A. Hoffmann, Fantastik, Wim Wenders, Peter Handke, Engel, Rezeption, Literaturgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert in fünf in sich abgeschlossenen Essays verschiedene literarische und kulturgeschichtliche Themenkomplexe, die von der Antike bis in die Postmoderne reichen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der literarischen Charakter-Typologie, der komparativen Literaturwissenschaft sowie der Analyse von Erzählformen in Literatur und Film.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Kontinuitäten und Brüche in der literarischen Tradition aufzuzeigen und zu ergründen, wie Motive – wie die „Charaktere“ oder das „Fantastische“ – in unterschiedlichen Epochen neu interpretiert werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt vorrangig philologische Methoden, vergleichende Literaturanalyse (Komparatistik) sowie kulturhistorische Einordnungen der Primärtexte.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Essays, die sich jeweils einem spezifischen Gegenstand widmen, darunter die Oden des Horaz, die französische Moralistik und die filmische Engel-Motivik.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind „Charaktere“, „Intertextualität“, „Rezeption“, „Menschlichkeit“ und „Zeitlichkeit“.
Wie unterscheidet sich die Darstellung von Charakteren bei Lichtenberg von der bei den französischen Moralisten?
Während die Moralisten häufig archetypische, stilisierte Typen entwerfen, zeichnet Lichtenberg in seinen Aphorismen eher eine individuelle, oft autobiografisch gefärbte Sicht, die durch seine naturwissenschaftliche Nüchternheit geprägt ist.
Welche Bedeutung haben die Engel in Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ laut dieser Untersuchung?
Sie dienen als Allegorien für Beobachtung, Sehnsucht und die Entwicklung von Zwischenmenschlichkeit, wobei sie besonders die Grenze zwischen Unendlichkeit und irdischer Endlichkeit thematisieren.
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- Udo Sell (Author), 2009, Fünf Essays zu verschiedenen Bereichen der Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/141446