Im Sommer 1942 erreichte das Deutsche Reich seine größte Ausdehnung. Seine Truppenteile standen vom Nordkap über die Gebirge des Kaukasus bis nach Afrika. Zudem kreuzten deutsche U-Boote vor New York und in der Karibik. Abgesehen von sämtlichen politischen Entwicklungen und der militärischen ‚Führungskunst’ der deutschen Machthaber muss dahinter ein bedeutendes militärisches Potenzial gesteckt haben. Wie konnte ein Staat, der 1932 beispielsweise über keine Flugzeuge und nur über ein Heer von 100 000 Soldaten verfügte, diese militärische Kraft entfalten? Welche Prozesse des Aufrüstens liegen dem zugrunde?
Diese Arbeit will eine Form hiervon beleuchten, den sogenannten Mefo -Wechsel. Ziel der Arbeit wird es sein festzustellen, zuerst das Instrument des Mefo-Wechsels vorzustellen und weiterhin seine Bedeutung im Rahmen der Aufrüstung des Dritten Reiches herauszufinden.
Eine Grundlage für diese Arbeit bildet das Buch von Fritz Blaich. Des Weiteren ist der von Gerald Ambrosius verfasste Artikel aus dem Sammelband Deutsche Wirtschaftsgeschichte zu nennen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Wirtschaft nach der Machtübernahme der NSDAP
3. Das Instrument des Mefo-Wechsels
3.1 Definition
3.2 Funktionsweise des Mefo-Wechsels
3.3 Die Bedeutung des Mefo-Wechsels
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle des sogenannten Mefo-Wechsels als zentrales Instrument zur verdeckten Finanzierung der Aufrüstung im Deutschen Reich nach 1933, um die Diskrepanz zwischen offizieller Friedensrhetorik und tatsächlicher militärischer Aufrüstung zu beleuchten.
- Analyse der wirtschaftlichen Ausgangslage nach 1933
- Einführung und Definition des Mefo-Wechsels als Finanzierungsinstrument
- Untersuchung der Funktionsweise und der Rolle der Reichsbank
- Bewertung der Bedeutung und des finanziellen Volumens des Mefo-Wechsels
- Einordnung des Instruments in die nationalsozialistische Aufrüstungspolitik
Auszug aus dem Buch
3.2 Funktionsweise des Mefo-Wechsels
Ausgestellt wurden die Mefo-Wechsel nun von allen Unternehmen, die staatliche Rüstungsaufträge ausführten. Mit dem Akzept der Mefo-Wechsel waren die Forderungen der Rüstungsunternehmen dem Staat gegenüber abgegolten. Weiterhin wurden die Mefo Wechsel mit einer Reichsgarantie versehen, was zur Folge hatte, dass Mefo-Wechsel bei Privatbanken als erstklassige Handelswechsel diskontiert und diese wiederum bei der Reichsbank rediskontiert werden konnten. Ihre Laufzeit war auf drei Monate begrenzt, sie konnte jedoch auf bis zu fünf Jahren verlängert werden. Die Verzinsung der Mefo-Wechsel lag bei 4%, was insofern von Bedeutung war, da ‚normale’ Handelswechsel einen geringeren Zinssatz aufwiesen.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass hier mit Unterstützung der Reichsbank ein künstlicher Handelswechsel geschaffen wurde, der ohne überhaupt in den normalen Zahlungsverkehr zu gelangen, direkt von der Reichsbank diskontiert werden konnte. Die Geldmenge wurde über diese Wechselkredite des Reiches erhöht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung skizziert das militärische Aufrüsten des Deutschen Reiches ab 1932 und stellt den Mefo-Wechsel als zentrales Forschungsobjekt zur Finanzierung dieser Prozesse vor.
2. Die Wirtschaft nach der Machtübernahme der NSDAP: Dieses Kapitel erläutert die wirtschaftliche Lage nach 1933 und die Bestrebungen des Regimes, Arbeitsbeschaffung mit der geheimen Aufrüstung zu verbinden.
3. Das Instrument des Mefo-Wechsels: Hier werden Definition, Funktionsweise und die ökonomische Bedeutung des Finanzierungsinstruments detailliert beschrieben und in den Kontext der Verschuldungspolitik gestellt.
4. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung bewertet das Instrument kritisch und stellt fest, dass der Mefo-Wechsel insbesondere in den Jahren 1934 bis 1936 eine zentrale Rolle spielte, um die Aufrüstung im Verborgenen zu halten.
Schlüsselwörter
Mefo-Wechsel, Rüstungsfinanzierung, Drittes Reich, Hjalmar Schacht, Wiederwehrhaftmachung, Metallurgische Forschungsgesellschaft, Wirtschaftslenkung, Verschuldungspolitik, Arbeitsbeschaffung, Reichsbank, Aufrüstung, NS-Wirtschaftssystem
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Rolle des Mefo-Wechsels als spezielles Finanzierungsinstrument zur verdeckten Aufrüstung im nationalsozialistischen Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen sind das NS-Wirtschaftssystem, die Praxis der staatlichen Verschuldung zur Rüstungsfinanzierung und die Rolle der Reichsbank bei der Tarnung dieser Ausgaben.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie ein Staat trotz fehlender offizieller Mittel eine massive militärische Aufrüstung finanzieren konnte und welche Bedeutung der Mefo-Wechsel dabei einnahm.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturquellen, Fachartikeln und wirtschaftsgeschichtlichen Sekundärquellen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die wirtschaftliche Ausgangslage nach 1933, definiert den Mefo-Wechsel, erklärt dessen technische Funktionsweise und untersucht sein finanzielles Volumen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Mefo-Wechsel, Rüstungsfinanzierung, Hjalmar Schacht und das nationalsozialistische Wirtschaftssystem.
Wer gilt als der geistige Vater des Mefo-Wechsels?
Der damalige Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht gilt als der Initiator dieses Systems, da er als anerkannter Währungsfachmann die Aufrüstungspolitik mitgestaltete.
Warum musste die Aufrüstung bis 1936 im Verborgenen gehalten werden?
In den ersten Jahren nach der Machtergreifung war das Regime auf internationale Kredite und Akzeptanz angewiesen, weshalb offene Aufrüstungsbestrebungen als kontraproduktiv angesehen wurden.
Wie hoch war der Anteil der Mefo-Wechsel an den Rüstungsausgaben?
Insgesamt wurden annähernd 20 % der Rüstungsausgaben durch Mefo-Wechsel gedeckt, wobei der Anteil in den Jahren 1934 und 1935 deutlich höher lag.
Was geschah mit den Mefo-Wechseln nach dem Zusammenbruch 1945?
Beim Zusammenbruch des Dritten Reiches zählten rund acht Milliarden Reichsmark an nicht eingelösten Mefo-Wechseln zur Konkursmasse.
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- Michael Gamperl (Author), 2007, Versteckte Aufrüstung im Dritten Reich - Der Mefo-Wechsel, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/141084