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Zivilgesellschaft in Russland?

Freundschaft und gegenseitige Hilfe: soziales Kapital durch 'blat'?

Title: Zivilgesellschaft in Russland?

Scientific Essay , 2009 , 7 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Markus Huth (Author)

Politics - Region: Russia

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Summary Excerpt Details

Die nachhaltig von Jürgen Habermas geprägte These, eine Etablierung freiheitlich-demokratischer Gesellschaften könne vornehmlich über die Einführung demokratischer Verfassungen erfolgen, ist durch den empirischen Befund nicht zu bestätigen. Von den hundert Staaten der "Dritten Welle", dem von Samuel P. Huntington beschriebenen Siegeszug der Demokratie, sind lediglich zwanzig, darunter die heute zur EU gehörigen postsozialistischen Staaten, Chile, Taiwan und Süd Korea, auf dem Wege zu konsolidierten demokratischen Ordnungen. Der Rest bleibe nach Thomas Carothers in einer Grauzone zwischen Diktatur und Demokratie gefangen.

Auch Russland fügt sich mit der unter Präsident Putin formulierten "gelenkten Demokratie" in diese Grauzone ein. Trotz der Verankerung einer freien Marktwirtschaft und formaler demokratischer Institutionen haben die zentralistischen und autoritären Tendenzen im Zuge der staatlichen Konsolidierung zugenommen. Der Regierungswechsel von Präsident Putin zu Präsident Medvedev im März 2008 erfolgte durch interne und undurchsichtige Absprachen hinter den Mauern des Kremls. Die seit den Präsidentschaftswahlen 1996 zur medialen Farce verkommenen Wahlen hatten auf das Ergebnis keinen Einfluss. Laut repräsentativen Umfragen begegnet die große Mehrheit der Bevölkerung diesen Verhältnissen mit Zustimmung oder Gleichgültigkeit.

Unter der Prämisse, dass es für die Demokratie nicht nur auf formale politische Institutionen, sondern vor allem auch auf die gemeinschaftlichen Lebenserfahrungen der Bürger ankommt, untersucht der Aufsatz das sowjetgesellschaftliche Massenphänomen "blat" (dt. Vetternwirtschaft, Vitamin B). Hierbei geraten nicht-staatliche soziale Netzwerke in den Blickpunkt und es stellt sich die Frage, ob blat Ausdruck einer sowjetischen Zivilgesellschaft war, bzw. zur Produktion von "sozialem Kapital" beitragen konnte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Zivilgesellschaft in Russland? Freundschaft und gegenseitige Hilfe: Soziales Kapital durch blat?

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen blat (Vetternwirtschaft oder „Vitamin B“) als prägenden Bestandteil der sowjetischen Lebenserfahrung und analysiert dessen Einfluss auf die Kluft zwischen privater und öffentlicher Sphäre sowie seine Auswirkungen auf die Entwicklung einer russischen Zivilgesellschaft nach dem Zerfall der Sowjetunion.

  • Historische Einordnung der Demokratisierungsprozesse in Russland.
  • Definition und Wirkungsweise von blat als informelles System des Zugangs zu Ressourcen.
  • Vergleich von blat mit dem theoretischen Konzept des sozialen Kapitals nach Robert Putnam.
  • Analyse der Rolle von Netzwerken bei der Überbrückung ökonomischer Defizite und dem Erhalt staatlicher Stabilität.
  • Untersuchung der langfristigen Auswirkungen dieses Phänomens auf das soziale Vertrauen und zivilgesellschaftliche Strukturen.

Auszug aus dem Buch

Zivilgesellschaft in Russland? Freundschaft und gegenseitige Hilfe: Soziales Kapital durch blat?

Die nach dem Zerfall der Sowjetunion auf Russland gerichteten Hoffnungen bezüglich einer gesellschaftlichen Demokratisierung und Liberalisierung sind heute weitgehend enttäuscht. Der Regierungswechsel von Präsident Putin zu Präsident Medvedev im März 2008 erfolgte im Zuge undurchsichtiger Absprachen hinter den Mauern des Kremls. Die seit der Präsidentschaftswahl 1996 zur medialen Farce verkommenen Wahlen hatten auf das Ergebnis keinen Einfluss. Am freiesten und demokratischsten war Russland, darüber sind sich Politikwissenschaftler und Osteuropaforscher weitgehend einig, während der späten Perestroika.

Im internationalen Vergleich ist diese Entwicklung keineswegs ein Sonderfall. Von den etwa hundert Staaten der „Dritten Welle“, dem von Samuel P. Huntington beschriebenen Siegeszug der Demokratie, sind lediglich zwanzig, wie bspw. die heute zur Europäischen Union gehörigen postsozialistischen Staaten, Chile, Taiwan oder Süd Korea, auf dem Wege zu konsolidierten demokratischen Ordnungen. Der Rest bleibe, so Thomas Carothers, in einer Grauzone zwischen Diktatur und Demokratie gefangen. Gerade am Beispiel Russlands zeigt sich, dass Marktwirtschaft und formale demokratische Institutionen keine Garanten einer freiheitlichen Gesellschaft sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Zivilgesellschaft in Russland? Freundschaft und gegenseitige Hilfe: Soziales Kapital durch blat?: Das Kapitel analysiert den Demokratisierungsprozess in Russland, stellt die Relevanz des Begriffs blat als informelles soziales Netzwerk heraus und hinterfragt dessen Funktion als soziales Kapital im Kontext einer zivilgesellschaftlichen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Russland, Zivilgesellschaft, Demokratisierung, blat, Vetternwirtschaft, Soziales Kapital, Sowjetunion, informelle Netzwerke, Politische Transformation, Marktwirtschaft, Korruption, Systemkritik, soziale Privatisierung, Vertrauen, Systemstabilität

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Russland nach der Sowjetunion und analysiert, warum trotz formaler demokratischer Institutionen keine gefestigte Zivilgesellschaft entstehen konnte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind das Konzept des sozialen Kapitals, die Funktionsweise informeller Netzwerke in der Sowjetunion sowie die Auswirkungen privater Hilfsstrukturen auf den öffentlichen Raum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen blat, der Privatisierung von Lebensbereichen und der daraus resultierenden Kluft zwischen Privatheit und Öffentlichkeit aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und soziologische Analyse, die theoretische Konzepte wie das soziale Kapital nach Putnam auf empirische Beobachtungen und Zeugenaussagen zur sowjetischen Alltagspraxis anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Definition und Praxis von blat, untersucht, wie informelle Beziehungen staatliche Defizite ausglichen und warum dieses Phänomen die Entwicklung einer modernen Zivilgesellschaft paradoxerweise behinderte.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch die Begriffe blat, Soziales Kapital, informelle Netzwerke, Demokratiedefizit und Transformationsprozess.

Wie unterscheidet sich blat von normaler Korruption?

Im Gegensatz zur klassischen Korruption basierte blat primär auf zwischenmenschlichen Beziehungen, Freundschaft und gegenseitigen Gefälligkeiten ohne den unmittelbaren Einsatz von Geld.

Warum wurde blat vom Staat teilweise toleriert?

Der Staat tolerierte blat, weil dieses informelle System die gröbsten Versorgungsengpässe des sozialistischen Systems ausglich und somit zur Stabilisierung des bestehenden Regimes beitrug.

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Details

Title
Zivilgesellschaft in Russland?
Subtitle
Freundschaft und gegenseitige Hilfe: soziales Kapital durch 'blat'?
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
sehr gut
Author
Markus Huth (Author)
Publication Year
2009
Pages
7
Catalog Number
V140519
ISBN (Book)
9783640475476
ISBN (eBook)
9783640475568
Language
German
Tags
Russland Russische Föderation blat Zivilgesellschaft Demokratie Demokratieforschung soziales Kapital Putnam Huntington Habermas Sowjetunion UdSSR Politikwissenschaften Geschichte sowjetische Freundschaft informelle Netzwerke Vetternwirtschaft Vitamin B Korruption nomenklatura demokratischer Reformprozess Demokratiesierung Putin Putin Regime Medvedev gelenkte Demokratie Medwedew sowjetische Gesellschaft russische Gesellschaft Osteuropa Sozialismus Kommunismus Diktatur Planwirtschaft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Huth (Author), 2009, Zivilgesellschaft in Russland?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/140519
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