In dieser Arbeit geht es zum einen um einen kurzen Überblick über Qualitätsmanagementsysteme sowie Möglichkeiten und Grenzen einer Verbesserung der Arbeit in Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Darüber hinaus soll kritisch diskutiert wer-den, ob die aus dem Managementbereich stammende Implementierung eines Qualitätsmanagements aus der Sicht von Weiterbildungseinrichtungen und ihrer ganz anderen Ausrichtungen als Unternehmen Sinn macht beziehungsweise sich entsprechende Probleme für die Einrichtung ergeben können.
Auch die Einrichtungen und Institutionen der Erwachsenenbildung sind angesichts gesellschaftlicher Veränderungen zunehmend mit Herausforderungen konfrontiert. Diese Herausforderungen sind nicht zuletzt vor dem Hintergrund finanzieller Engpässe bei Ländern, Kommunen und beim Bund zu sehen, die mit einschneidende Mittelkürzungen verbunden sind. In diesem Zusammenhang rückt Qualitätsmanagement in den Blick, das vielfach als Möglichkeit erscheint, auch für Einrichtungen der Erwachsenenbildung Prozesse, Arbeitsbedingungen und Ergebnisse der Arbeit zu dokumentieren und darauf aufbauend eine erkennbare Verbesserung anzustreben, um weiterhin auf finanzielle Zuwendungen hoffen zu dürfen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen des Qualitätsmanagements
2.1 Der Begriff der „Qualität“
2.2 Definition und Inhalte des Qualitätsmanagements
2.2.1 Der Begriff des Qualitätsmanagements
2.2.2 Ziele und Ausrichtung des Qualitätsmanagements
2.3 Qualitätssicherung mit Hilfe von DIN ISO 9000:2000
2.4. Der Ansatz des Total Quality Managements (TQM)
3 Qualitätsmanagement in der Erwachsenenbildung
3.1. Charakteristika und Grundlagen der Erwachsenenbildung
3.2. Aufgaben und Möglichkeiten eines Qualitätsmanagements in der Erwachsenenbildung
3.2.1 Qualitätsentwicklung als organisationaler Lernprozess
3.2.2 Die Rolle und die Motivation der Mitarbeiter
3.2.3 Qualitätszirkel
3.3. Die Relevanz des Qualitätsmanagements in der Erwachsenenbildung - kritische Diskussion
4 Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen der Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen (wie etwa TQM oder ISO-Normen) im Kontext von Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Dabei wird kritisch hinterfragt, ob sich Managementkonzepte aus der profitorientierten Wirtschaft direkt auf bildungsspezifische Institutionen übertragen lassen oder ob hierbei spezifische Zielkonflikte und methodische Probleme entstehen.
- Grundlagen und Definitionen von Qualität und Qualitätsmanagement
- Methoden der Qualitätssicherung nach DIN ISO 9000:2000 und TQM
- Charakteristika der Erwachsenenbildung als professionelles Handlungsfeld
- Qualitätsentwicklung als organisationaler Lernprozess in Bildungseinrichtungen
- Die Rolle der Mitarbeiter und der Einsatz von Qualitätszirkeln
- Kritische Reflexion der Übertragbarkeit von Marktwirtschaftlichkeit auf Bildungsprozesse
Auszug aus dem Buch
3.2.3 Qualitätszirkel
Qualitätszirkel sind Kleingruppen, die innerhalb desselben Arbeitsbereichs Qualitätskontrollaktivitäten selbständig durchführen (vgl. Cuhls 1993, S. 9). Dieser Gruppen von Mitarbeitern geht es darum, alles zu bearbeiten, was einem reibungslosen Arbeitsablauf im Wege steht. Im Rahmen einer Weiterbildungseinrichtung rücken mit diesen Qualitätszirkeln dann die Dienstleistungs-, die Prozess- und die soziale Qualität in den Blickpunkt. Dabei geht es dem Qualitätszirkel auch darum, Problemlösungen zu erarbeiten, Verbesserungsvorschläge zu verwirklichen und die dabei erzielten Ergebnisse selbst zu kontrollieren (vgl. Heß 1995, S. 26). Der Schwerpunkt der Arbeit der Qualitätszirkel liegt in der Qualitätssicherung. Der Einsatzbereich erstreckt sich aber auch auf Bereiche wie Produktivitätssteigerung, Kostensenkung, Sicherheit am Arbeitsplatz, Ausbildung, Weiterbildung usw. (vgl. Masanobu 1994, S. 118).
Allerdings ist die Organisation dieser Qualitätszirkel im Rahmen der Weiterbildung dann auch noch an eine Steuerungsgruppe gebunden, die „...für die Einführung, Planung, Organisation und Umsetzung sowie de Betreuung und Steuerung der Qualitätszirkel-Aktivitäten zuständig...“ (Kamiske 1996, S. 71) und somit wesentlicher Bestandteil des Qualitätszirkelprogramms ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen ein, mit denen Bildungseinrichtungen durch Mittelkürzungen konfrontiert sind, und stellt die Forschungsfrage zur Sinnhaftigkeit von Qualitätsmanagement in diesem Sektor.
2 Grundlagen des Qualitätsmanagements: Hier werden theoretische Ansätze von Qualität, wie ISO-Normen und TQM, definiert, um ein Verständnis für die Steuerung der Arbeitsergebnisse zu schaffen.
3 Qualitätsmanagement in der Erwachsenenbildung: Dieses Kapitel prüft, wie Qualitätsmodelle spezifisch auf die Gegebenheiten der Erwachsenenbildung angewendet werden können, wobei Themen wie Personalentwicklung und Qualitätszirkel diskutiert werden.
4 Schlussbemerkungen: Zusammenfassend wird betont, dass Bildungseinrichtungen ihre spezifische Identität bewahren müssen und sich nicht in rein marktorientierte Unternehmen verwandeln dürfen.
Schlüsselwörter
Qualitätsmanagement, Erwachsenenbildung, TQM, Qualitätssicherung, Organisationsentwicklung, Personalentwicklung, Qualitätszirkel, Lernprozess, Dienstleistungsqualität, Bildungsinstitution, Prozessqualität, DIN ISO 9000, Evaluation, Kundenorientierung, Professionalisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Übertragung von Qualitätsmanagementsystemen (QM) aus der freien Wirtschaft auf den Bildungssektor und die damit verbundenen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf theoretischen QM-Grundlagen, der Anwendung auf Erwachsenenbildungseinrichtungen und der kritischen Auseinandersetzung mit der Marktlogik.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob und wie QM-Methoden zur Verbesserung der Arbeit in Weiterbildungseinrichtungen dienen können, ohne deren pädagogische Integrität zu gefährden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, welche bestehende Konzepte des Qualitätsmanagements mit bildungswissenschaftlichen Ansätzen verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Begriffsklärung des Qualitätsmanagements, die Analyse von Qualitätszirkeln und Personalentwicklung sowie eine kritische Diskursebene zu Marktbegriffen.
Was charakterisiert diese Arbeit inhaltlich?
Die Arbeit zeichnet sich durch die kritische Haltung gegenüber einer rein technokratischen "Handhabung" von Bildung im Gegensatz zum humanistischen Anspruch aus.
Warum sind Qualitätszirkel für Weiterbildungseinrichtungen relevant?
Qualitätszirkel können die Kommunikation und die Identifizierung von Verbesserungspotenzialen innerhalb der Teams fördern und somit die Prozessqualität steigern.
Welche Rolle spielt die ISO-Norm laut der Kritik des Autors?
Der Autor argumentiert, dass ISO-Normen lediglich eine methodische Struktur liefern, jedoch keine inhaltlichen, pädagogischen Kriterien zur Bewertung der Bildungsqualität garantieren können.
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- Jonas Dorn (Author), 2008, Die Potentiale des Qualitätsmanagements in der Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1401863