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Krise und Friedhofsruhe? Ein Vergleich Polens und der DDR im Krisenjahr des Ostblocks 1956

Title: Krise und Friedhofsruhe? Ein Vergleich Polens und der DDR im Krisenjahr des Ostblocks 1956

Term Paper (Advanced seminar) , 2009 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Thomas Helmig (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War

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Summary Excerpt Details

Der XX. Parteitag stellte eine bedeutende Zäsur des Ostblocks dar, der eine Reihe von Erschütterungen auslöste. In Polen scheiterte der Versuch der PZPR, durch eine Veröffentlichung der Geheimrede Chruščëvs das Heft des Handelns in der Hand zu behalten. Zu tief war die Spaltung der Partei; zu groß die Signalwirkung auf die polnische Gesellschaft, als das die „Strategie der kontrollierten Liberalisierung und hätte gelingen können. Zu welchen Folgen eine Aufweichung der ideologischen Position verbunden mit ökonomischer Unzufriedenheit in weiten Teilen der Arbeiterschaft führte zeigt der Aufstand in Poznań. Doch auch nach der Niederschlagung des Aufstandes in Poznań glich die kommunistische Herrschaft dem „Tanz auf dem Vulkan“ Erst mit der Rehabilitierung des früheren Parteichefs Gomulka gelang es die Lage zu stabilisieren. Gomulka wurde von weiten Teilen der Bevölkerung nicht als Knecht der SU oder Kommunist wahrgenommen wurde, sondern vor allen als Pole, dem es galt beizustehen. Die Wiedererlangung einer gewissen Legimität gelang auch deshalb, weil einige gesellschaftliche Kernforderungen erfüllt wurden. Wo diese Legimität in Folge wieder versagte, konnte Gomulka die polnische Gesellschaft damit erpressen, dass eine Nichtbeachtung der Interessen der SU den polnischen Staat einem ähnliches Schicksal wie Ungarn ausliefern würde. Auch wenn es in der DDR in Folge des XX. Parteitages zu Krisenerscheinungen, wie vereinzelten Streiks, abweichenden Verhalten an Universitäten, Vorlage von Alternativkonzepten durch Intellektuelle und einem Führungskampf innerhalb des Politbüros kam, so bleibt doch festzuhalten, dass es der SED und insbesondere Ulbricht gelang die Situation weitestgehend unter Kontrolle zu halten, ja sogar gestärkt in seiner Position aus dem Jahr 1956 hervorzugehen. Die Formulierung programmatischen Alternativen durch eine Gruppe von Intellektuellen blieb für die DDR weitgehend folgenlos, da es den beteiligten Akteuren nicht, gelang eine breite Öffentlichkeit zu erreichen. Die DDR wurde infolge des Jahres 1956 auf ideologischem Gebiet der Musterknabe des Ostblocks. Dass man dann mit Polen ausgerechnet die „unsicherste Baracke“ des Sozialismus als Nachbar hatte belastete in den folgenden Jahrzehnten immer wieder die Beziehungen zwischen der DDR und Polen. Ein „Monumentalbild der Großen Freundschaft“ zwischen den Ländern des Ostblocks und der SU ließ sich nach den Ereignissen des Jahres 1956 sowieso nicht mehr aufrechterhalten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Fragestellung und Vorgehen

1.2. Forschungsstand

2. „Tauwetter“ in der SU

2.1. Chrušëv und der XX. Parteitag der KPdSU

3. Das Jahr 1956 in Polen

3.1. Der Aufstand in Poznań und die Massenproteste im Herbst

3.2. Die Ursachen der polnischen Krisen

3.2.1. Die Spaltung der PZPR

3.2.2. Eine polnische Zivilgesellschaft

4. Das Jahr 1956 in der DDR

4.1. Der Umgang mit den Ergebnissen des XX. Parteitag der KPdSU

4.2. Rebellion der Intelektuellen

4.3. Der Konflikt im Politbüro

4.4. Die Situation an den Universitäten

4.5. Wirtschafts- und Versorgungslage im Jahr 1956

4.6. Tiefere Ursachen für die relative Ruhe in der DDR

4.6.1. Der „Lernschock“ des 17. Juni 1953

4.6.2. Offene Grenze

5. Resümee und Folgen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht vergleichend die Entwicklungen in Polen und der DDR während des Krisenjahres 1956. Ziel ist es, die Gründe für die unterschiedlichen Verläufe aufzuzeigen: Während es in Polen zu Aufständen und einem Führungswechsel kam, blieb die Lage in der DDR scheinbar ruhig. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle von Parteistrukturen, gesellschaftlichem Widerstandspotenzial und staatlichen Reaktionen.

  • Analyse der sowjetischen „Tauwetter“-Periode und des XX. Parteitags der KPdSU
  • Vergleich der Krisendynamik in Polen (Poznań-Aufstand, Reformkräfte) und der DDR
  • Untersuchung der Rolle von Intelektuellen und innerparteilichen Konflikten
  • Bewertung der ökonomischen und sicherheitspolitischen Stabilisierungsmaßnahmen der SED

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Die Spaltung der PZPR

Erheblichen Einfluss auf das Geschehen hatte die Spaltung der PZPR und ihre hiermit einhergehende Lähmung. Die Abrechnung Chrušëvs mit der Rolle Stalins beschleunigte das Ausbrechen der schon lange schwelenden Konflikte zwischen reformorientierten Kommunisten und den überzeugten Stalinisten unter der Führung von Bolesław Bierut. Nach dessen unerwarteten Tod am 12. März 1956, wurde im Beisein von Chrušëv mit Edward Ochob ein eher moderater Kommunist zum 1. Sekretär des ZK der PZPR gewählt.

Die Pulawska Gruppe setzte sich mit dem Bestreben durch, die beiden Reden Chrušëvs innerhalb der Partei zu verbreiten. Seit Mitte März konnte jedoch schon jeder Pole eine detaillierte Zusammenfassung der Rede, über den polnischsprachigen Dienst des Senders Voice of America empfangen. Der Entschluss des Parteisekretariats vom 21. März, 20000 Exemplare des Geheimreferates drucken zu lassen, wird von Kramer als Versuch der PZPR gewertet, das Heft des Handelns zurück zu erlangen. Wentker sieht in diesem Beschluss, verbunden mit Rehabilitierungen in der Folgezeit, den entscheidenden „Startschuss“ für eine Öffnung der polnischen Gesellschaft.

Im folgenden halben Jahr entsprach die PZPR in keiner Weise dem Vorbild einer straff zentralistisch geführten Kaderpartei. Parteiinterne Diskussionen hatten enorm zugenommen und konnten nicht mehr wie üblich, zentral gesteuert werden. Eine der Ursachen war, dass es auf allen Parteiebenen zu Auseinandersetzungen zwischen liberalen und konservativen Kräften kam. Innerhalb der Partei gärte es, es kam zu Resolutionen die Privilegien der Parteielite abzuschaffen, eine richtige und gleichberechtigte Partnerschaft mit der SU zu fordern sowie den, 1948 wegen rechtsabweichlicher Tätigkeit verurteilten, ehemaligen PZPR Führer Gomulkas an die Spitze der Partei zu wählen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die kontrastierende Situation Polens und der DDR im Jahr 1956 ein und legt den Fokus auf die Auswirkungen der Entstalinisierung.

2. „Tauwetter“ in der SU: Dieses Kapitel beschreibt die Phase der zaghaften Liberalisierung unter Chrušëv nach Stalins Tod und die Auswirkungen des XX. Parteitags der KPdSU.

3. Das Jahr 1956 in Polen: Hier werden die Aufstände in Poznań und die innerparteiliche Spaltung der PZPR als treibende Kräfte für den politischen Wandel analysiert.

4. Das Jahr 1956 in der DDR: Das Kapitel untersucht, warum trotz ähnlicher Ausgangslage keine vergleichbare Krise eintrat und welche Mechanismen der SED die Kontrolle sicherten.

5. Resümee und Folgen: Abschließend werden die unterschiedlichen Ergebnisse des Jahres 1956 zusammengeführt und die langfristigen Folgen für die Stabilität der Regime bewertet.

Schlüsselwörter

DDR, Polen, 1956, Entstalinisierung, XX. Parteitag der KPdSU, Chrušëv, Ulbricht, Gomulka, PZPR, SED, Poznań-Aufstand, Totalitarismus, Zivilgesellschaft, Systemkrise, Repression.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des sowjetischen Tauwetters nach 1956 auf die politischen Systeme in Polen und der DDR unter Berücksichtigung ihrer spezifischen nationalen Gegebenheiten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Die Themenfelder umfassen die Rolle der Parteieliten, das Ausmaß gesellschaftlicher Proteste, den Einfluss der Geheimrede Chrušëvs und die Reaktionen der Sicherheitsorgane auf interne Reformbestrebungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, warum es in Polen zu einem Führungswechsel kam, während sich Walther Ulbricht in der DDR durch eine Kombination aus Repression und punktuellen Zugeständnissen an der Macht halten konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine vergleichende historische Analyse, die auf einer Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Dokumenten und Sekundärquellen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ereignisse in Polen (Aufstand, Spaltung der PZPR) und der DDR (Rebellion der Intelektuellen, Kontrolle durch die SED, Rolle der Grenze).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Wichtige Begriffe sind Entstalinisierung, Systemstabilität, innerparteiliche Machtkämpfe, nationale Eigenwege zum Sozialismus und das Verhältnis zur Sowjetunion.

Welche Rolle spielte der Aufstand vom 17. Juni 1953 für die DDR im Jahr 1956?

Der Aufstand wirkte als „Lernschock“, der die SED dazu zwang, ihre Repressionsorgane auszubauen und jede Form von organisierter Opposition frühzeitig zu zerschlagen, um eine Wiederholung zu vermeiden.

Wie unterschied sich der Umgang der PZPR in Polen von der SED in der DDR mit der Geheimrede von Chrušëv?

Während die PZPR durch die Verbreitung der Rede eine Diskussion auslöste, die schließlich zur Spaltung der Partei führte, versuchte die SED die Rede unter Verschluss zu halten und steuerte den Entstalinisierungsprozess streng von oben.

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Details

Title
Krise und Friedhofsruhe? Ein Vergleich Polens und der DDR im Krisenjahr des Ostblocks 1956
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte/ Lehrstuhl für Zeitgeschichte)
Course
Liberalisierung und Ideologisierung. Die innere Entwicklung der Bundesrepublik und der DDR in den 50er Jahren.“ WS 2005/2006
Grade
1,3
Author
Thomas Helmig (Author)
Publication Year
2009
Pages
28
Catalog Number
V140123
ISBN (Book)
9783640472482
ISBN (eBook)
9783640472871
Language
German
Tags
Ostblock DDR 1956 Polen 1956 Enstalinisierung XX. Parteitag Posznan Gomulka Harisch Janka Bloch
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Helmig (Author), 2009, Krise und Friedhofsruhe? Ein Vergleich Polens und der DDR im Krisenjahr des Ostblocks 1956, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/140123
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