Was ist Motivation und wie kann Motivation von Schülern und Schülerinnen gesteigert werden? Neben den Gründen für einen Motivationsmangel werden in dieser Hausarbeit ebenfalls Fördermaßnahmen analysiert, um die Motivation der Schüler*innen zu steigern.
In der Schule können grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Motivation festgestellt werden. Zum einen die Lernmotivation, welche die Bereitschaft eines Lernenden bezeichnet, "sich aktiv, dauerhaft und wirkungsvoll mit bestimmten Themengebieten auseinanderzusetzen, um neues Wissen zu erwerben bzw. das eigene Fähigkeitsniveau zu verbessern".
Eine weitere Form der Motivation ist die Leistungsmotivation, die sich nach Heckhausen auf das Bestreben bezieht, "die eigene Tüchtigkeit in all jenen Tätigkeiten zu steigern oder möglichst hochzuhalten, in denen man einen Gütemaßstab für verbindlich hält und deren Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann." Es besteht eine enge Verbindung zwischen Lern- und Leistungsmotivation, da beide Formen darauf ausgerichtet sind, eine zielorientierte Lernhandlung abzuschließen, wobei die Bewertung des jeweils erreichten stets eine wichtige Rolle spielt.
Hinsichtlich der subjektiven Bewertung bestimmter Tätigkeiten und derer Ergebnisse, ist die wohl bedeutsamste Unterscheidung die zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Motivation, welche in der "Selbstbestimmungstheorie der Motivation" von Deci und Ryan (1985) beschrieben wird. Intrinsisch motivierte Lernende haben Freude an der Sache, während extrinsisch motivierte Lernende sachfremde Ziele verfolgen und Lerngegenstände nur als Mittel zum Zweck betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Motivation?
2. Entstehung von Motivationssteigerung und -abnahme in der Schule
3. Diagnose von Motivationsmangel
4. Fördermaßnahmen zur Motivationssteigerung
4.1 Förderung der Kompetenzwahrnehmung
4.2 Förderung der Selbstbestimmung
4.3 Förderung sozialer Bezogenheit
4.4 Förderung der Bedeutsamkeit des Lerngegenstands
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung von Motivation im schulischen Kontext, analysiert wissenschaftliche Theorien zu deren Entstehung und Veränderung und diskutiert praxisnahe Ansätze zur Diagnose sowie gezielten Förderung von Lern- und Leistungsmotivation bei Schülerinnen und Schülern.
- Grundlagen der Lern- und Leistungsmotivation
- Entwicklungsverläufe und Einflussfaktoren auf die schulische Motivation
- Validierte Diagnosemöglichkeiten mittels standardisierter Fragebögen (SELLMO)
- Interventionsstrategien zur Steigerung der Kompetenzwahrnehmung und Selbstbestimmung
Auszug aus dem Buch
1. Was ist Motivation?
Das Wort Motivation leitet sich aus dem lateinischen „movere“, was übersetzt „bewegen“ bedeutet, ab und drückt den Grundgedanken der Motivation als etwas aus, was uns in eine bestimmte Richtung antreibt (Goetz 2017, S.81). „Nach Rheinberg (2008, S.16) bezeichnet Motivation die aktivierende Ausrichtung des momentanen Lebensvollzugs auf einen positiv bewerteten Zielzustand (Seidel & Krapp 2014, S.194).“ In dieser Definition wird vor allem die aktivierende Funktion der Motivation sowie der aktuelle Zustand des Individuums in den Fokus gestellt.
In der Schule können grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Motivation festgestellt werden. Zum einen die Lernmotivation, welche die Bereitschaft eines Lernenden bezeichnet, „sich aktiv, dauerhaft und wirkungsvoll mit bestimmten Themengebieten auseinanderzusetzen, um neues Wissen zu erwerben bzw. das eigene Fähigkeitsniveau zu verbessern (Seidel & Krapp 2014, S.194).“ Eine weitere Form der Motivation ist die Leistungsmotivation, die sich nach Heckhausen auf das Bestreben bezieht, „die eigene Tüchtigkeit in all jenen Tätigkeiten zu steigern oder möglichst hochzuhalten, in denen man einen Gütemaßstab für verbindlich hält und deren Ausführung deshalb gelingen oder misslingen kann (Seidel & Krapp 2014, S.194).“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Motivation?: Dieses Kapitel definiert und differenziert die zentralen Begriffe der Lern- und Leistungsmotivation sowie die Unterscheidung zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
2. Entstehung von Motivationssteigerung und -abnahme in der Schule: Hier werden die Gründe für den Rückgang von Interesse und Motivation im Verlauf der Schulzeit unter Einbezug relevanter pädagogisch-psychologischer Theorien beleuchtet.
3. Diagnose von Motivationsmangel: Das Kapitel erläutert das Diagnostikverfahren SELLMO als Instrument zur Erfassung der Zielorientierung von Lernenden und dessen methodische Anwendung.
4. Fördermaßnahmen zur Motivationssteigerung: Dieses Kapitel stellt konkrete Interventionsmöglichkeiten in den Bereichen Kompetenz, Selbstbestimmung, soziale Bezogenheit und inhaltliche Bedeutsamkeit vor, um die Motivation nachhaltig zu fördern.
Schlüsselwörter
Lernmotivation, Leistungsmotivation, Selbstbestimmungstheorie, Attribution, Motivationsmangel, SELLMO, Zielorientierung, Fördermaßnahmen, Kompetenzwahrnehmung, soziale Bezogenheit, Interventionsbereiche, Bildungspsychologie, Unterrichtsentwicklung, Interesse, Schulleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die psychologischen Grundlagen der Motivation von Schülern und zeigt auf, wie diese im schulischen Alltag diagnostiziert und gezielt positiv beeinflusst werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Motivationstypen, die Analyse von Motivationsabnahmen während der Schulzeit sowie die praktische Anwendung von Fördermaßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für Motivationsprozesse zu vermitteln und Lehrkräften wissenschaftlich fundierte Methoden an die Hand zu geben, um die Lernfreude und Leistung bei Schülern dauerhaft zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit einschlägiger Literatur zur pädagogischen Psychologie sowie auf die detaillierte Vorstellung und Evaluation des SELLMO-Testverfahrens.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Motivationsentstehung, eine Beschreibung diagnostischer Testverfahren und eine ausführliche Darstellung praktischer Interventionsansätze.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Lernmotivation, Leistungsmotivation, Zielorientierung, Kompetenzwahrnehmung und Selbstbestimmung.
Was ist das SELLMO-Verfahren?
SELLMO steht für die „Skalen zur Erfassung der Lern- und Leistungsmotivation“. Es ist ein standardisiertes Instrument, das Lehrern hilft, die zielorientierte Haltung von Schülern zu diagnostizieren.
Warum nimmt die Motivation bei vielen Schülern im Laufe der Zeit ab?
Laut der Studie sind hierfür Aspekte wie eine mangelnde Passung zwischen schulischen Anforderungen und dem wachsenden Bedürfnis nach Selbstbestimmung, zunehmende Konkurrenz und ein steigendes Bewusstsein für eigene Stärken und Schwächen verantwortlich.
Wie kann eine Lehrkraft die Kompetenzwahrnehmung fördern?
Dies gelingt durch klares Feedback, Bekräftigung bei Wortmeldungen, strukturierten Unterricht und die Einbindung lebensnaher oder praktischer Aufgabenstellungen.
Welche Rolle spielt die soziale Bezogenheit?
Soziale Bezogenheit dient als Motivator, da das Erleben von Zugehörigkeit und der Austausch in kooperativen Lernformen die intrinsische Motivation massiv steigern kann.
- Arbeit zitieren
- Markus Weber (Autor:in), 2021, Lernmotivation in der Schule. Gründe für Motivationsmangel und Fördermöglichkeiten für Schüler, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1397938