Diese Hausarbeit wird sich mit der Frage beschäftigen, inwiefern feministischer Humor eine Form des Empowerments von Frauen* darstellen kann. Analysiert wird dies anhand des TikTok-Accounts „wastarasagt“ der Influencerin Tara Wittwer
(wastarasagt, 2023). Sie ist für ihre feministischen Videos bekannt, in welchen sie auf misogyne TikTok Videos von sowohl Männern als auch Frauen* reagiert. Ziel der Hausarbeit ist es, sowohl mit Wittwers Content als auch am Beispiel der Community-Interaktion in ihren Kommentaren, aufzuzeigen, was den Empowerment-Prozess der User*innen kennzeichnet.
In Kapitel 2 wird zunächst der feministische Humor definiert und in Zusammenhang mit Social Media gesetzt. In Kapitel 3 wird in das Modell „Vier Grundelemente für Empowerment“ eingeführt (Maria Kechaja, Haug, Jackson, Kashefipour, Sirähle & Yupanqui-Werner, 2020). In Kapitel 4 folgt eine Beschreibung der Person Tara Wittwer sowie eine Inhaltsangabe von vier ihrer bekanntesten Videos. Diese Videos sowie die Interaktion der Community werden in Kapitel 5 anhand des Empowerment-Modells analysiert. Kapitel 6 schließt die Hausarbeit mit einem Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition feministischer Humor
2.1 Feministischer Humor auf Social Media
3. Modell “Vier Grundelemente für Empowerment”
4. Vorstellung Tara Wittwer („wastarasagt")
4.1 Inhaltsangabe der meistgelikten Videos
5. Videoinhalte und User*innen-Kommentare in Bezug zum Empowerment-Modell
5.1 Bewusstsein
5.2 Befreiung
5.3 Heilung
5.4 Community
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht, inwiefern feministischer Humor auf der Social-Media-Plattform TikTok als effektives Werkzeug zur Stärkung und Selbstermächtigung von Frauen* dienen kann, indem sie den Content der Influencerin Tara Wittwer sowie die Interaktionen ihrer Community analysiert.
- Analyse des Formats „TikToxic“ von Tara Wittwer als feministische Aufklärungsarbeit.
- Anwendung des „Vier Grundelemente für Empowerment“-Modells auf digitale Interaktionsräume.
- Untersuchung von Community-Dynamiken in Kommentarspalten als kollektiver Empowerment-Prozess.
- Gegenüberstellung von konservativem/sexistischem Humor und dem emanzipatorischen Potenzial feministischen Humors.
Auszug aus dem Buch
2. Definition feministischer Humor
“Feministischer Humor” stellt einen Gegensatz zum „konservativen Humor” dar (Shifman & Lemish, 2011, S. 255). Konservativer Humor macht sich über sozial benachteiligte Menschen lustig (vgl. Shifman & Lemish, 2011). Eine Art des konservativen Humors ist der „sexistische Humor” (Shifman & Lemish, 2011, S. 254). Dieser ist davon gekennzeichnet, dass Frauen* als „dumm”, „irrational”, „ignorant” oder „unverantwortlich” dargestellt werden (Bergman, 1986 zitiert nach Shifman & Lemish, 2011, S. 254). Hinzu kommt, dass Frauen* sexualisiert und objektiviert werden (vgl. Bergman, 1986 zitiert nach Shifman & Lemish, 2011).
Marginalisierte Gruppen hingegen nutzen Humor gegen jene in privilegierten Positionen (vgl. Billig, 2005 zitiert nach Shifman & Lemish, 2011). Das lässt sich am feministischen Humor erkennen. Im Text von Shifman und Lemish wird er nach J. Gallivan definiert: „humor which reveals and ridicules the absurdity of gender stereotypes and gender based inequalities.” (Gallivan, 1992, S. 373 zitiert nach Shifman & Lemish, 2011, S. 255). Der feministische Humor kritisiert im Gegensatz zum konservativen Humor patriarchale Strukturen und möchte gesellschaftliche Strukturen reformieren (vgl. Franzini, 1996 zitiert nach Shifman & Lemish, 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung benennt die Relevanz von Online-Misogynie und stellt die Forschungsfrage nach dem Empowerment-Potenzial durch feministischen Humor am Beispiel von Tara Wittwer.
2. Definition feministischer Humor: Dieses Kapitel arbeitet theoretische Unterschiede zwischen konservativem und feministischem Humor heraus und verortet Letzteren als Mittel zum Widerstand und zur strukturellen Kritik.
3. Modell “Vier Grundelemente für Empowerment”: Es wird das theoretische Framework eingeführt, das sich auf die Elemente Bewusstsein, Befreiung, Heilung und Community stützt.
4. Vorstellung Tara Wittwer („wastarasagt"): Hier erfolgt ein Porträt der Content Creatorin sowie eine Inhaltszusammenfassung ihrer vier einflussreichsten TikTok-Videos.
5. Videoinhalte und User*innen-Kommentare in Bezug zum Empowerment-Modell: Dieser Hauptteil analysiert die Videoinhalte und die Reaktionen der Community detailliert anhand der vier Empowerment-Elemente.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Analyseergebnisse zusammen und bestätigt, dass der untersuchte Account durch feministischen Humor kollektive Selbstermächtigung fördern kann.
Schlüsselwörter
Empowerment, feministischer Humor, TikTok, Digitale Aufklärung, Misogynie, Community-Building, Selbstermächtigung, Tara Wittwer, Gender-Stereotype, Online-Diskriminierung, Community-Interaktion, Vier-Elemente-Modell, Mediale Selbstdarstellung, Patriarchale Strukturen, Feministisches Movement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, wie feministischer Humor auf TikTok genutzt wird, um Frauen* im digitalen Raum zu stärken und gegen Misogynie vorzugehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf feministischer Medientheorie, den Dynamiken digitaler Communitys und der Anwendung soziologischer Empowerment-Modelle auf Social-Media-Interaktionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie User*innen durch den Konsum und die Interaktion mit kritischem Content einen Empowerment-Prozess durchlaufen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von Videoinhalten und zugehörigen Kommentarspalten auf Basis eines theoretischen Modells zu Empowerment.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie spezifische TikTok-Videos von Tara Wittwer bei ihren Zuschauerinnen die Dimensionen Bewusstsein, Befreiung, Heilung und Community triggern.
Welche Schlagworte charakterisieren die Analyse?
Die Arbeit lässt sich vor allem mit Begriffen wie Digitales Empowerment, feministisches Online-Movement und Community-Interaktion beschreiben.
Warum wird gerade der Account „wastarasagt“ analysiert?
Der Account dient als Fallbeispiel, da die Influencerin Tara Wittwer gezielt auf misogyne Inhalte reagiert und dadurch einen geschützten Raum für feministische Diskussionen schafft.
Welche Rolle spielt der Kommentarbereich?
Der Kommentarbereich fungiert als aktiver Lern- und Austauschort, in dem User*innen traumatische Erfahrungen teilen und sich gegenseitig von Fremdbestimmungen befreien.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Feministischer Humor als Form von Empowerment, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1397080