Die Arbeit setzt sich mit der Frage auseinander, wie zuverlässig Analysteneinschätzungen von Aktienmärkten überhaupt sind.
Auf Basis von (I/B/E/S)Schätzungen wurden verschiedene Aktienmärkte auf Basis von EPS analysiert. Es liess sich zeigen, dass die Prognosen für industrialiserte Länder gut bis sehr gut waren, jedoch in Entwicklugsländern zu starken Verzerrungen führte.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Darstellung der Bewertungsansätze für Gewinnprognosen auf Aktienmärkten
1.1 Der „Top-Down“-Ansatz
1.2 Die „Bottom-up“-Methode
1.3 Sell side versus Buy-side Analysten
1.4 Darstellung der Interessenskonflikte
2 Definition und Problem der I/B/E/S-Gewinnschätzungen
2.1 Definition der I/B/E/S Gewinnschätzungen
2.2 Probleme der I/B/E/S Gewinnschätzungen
3. Datenbeschreibung und Darstellung der Analyseverfahren
3.1 Selektion der Stichprobe
3.2 Die Vorgehensweise bei der empirischen Untersuchung
3.3 Darstellung der Regressionsanalyse und des Hypothesentests
4. Auswertung und Analyse der Daten
4.1 Ergebnisse für die Untersuchung der rollenden 12-Monatsprognosen
4.2 Auswertung der Konjunktursensitivität von EPS-Schätzfehlern
4.3 Resultate für die Untersuchung der EPS-Schätzfehler im Zeitablauf
5. Implikationen und Schlussbemerkungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Qualität und Zuverlässigkeit von Gewinneinschätzungen (EPS-Schätzungen) auf internationalen Aktienmärkten. Zentral ist dabei die Frage, inwieweit diese Schätzungen systematisch verzerrt sind, wie sie mit Konjunkturindikatoren korrelieren und inwiefern sie sich im Zeitablauf in Richtung der tatsächlich realisierten Ergebnisse konvergieren.
- Analyse der verschiedenen Bewertungsansätze (Top-Down vs. Bottom-Up) bei Gewinnprognosen.
- Untersuchung von Interessenskonflikten zwischen Analysten und Unternehmen.
- Empirische Überprüfung der Genauigkeit von I/B/E/S-Gewinnschätzungen mittels Regressionsanalysen.
- Konjunktursensitivität von Schätzfehlern im Vergleich zum BIP und anderen Indikatoren.
- Analyse des Konvergenzverhaltens von Schätzungen zum Zeitpunkt des "earnings release".
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Erschiesst alle Analysten“ forderte die englische Financial Times provokativ vor etwa einem Jahr in einem Leitartikel. In der Tat hatte das Zusammenspiel zwischen Emittenten, Journalisten und Analysten in der Hausse bis zum Frühjahr 2000 bei den Anlegern Erwartungen geweckt, die zwangsläufig irgendwann enttäuscht werden mussten. Im Zuge der New Economy schossen Anlegermagazine wie Pilze aus dem Boden, zitierten am laufenden Band Analysten und solche, die sich dafür hielten.
Seit Oktober 2000 befinden sich die weltweiten Börsen in einem mehr oder weniger stark anhaltenden Abwärtstrend und Analysten stehen vermehrt unter Beschuss. Erzürnte Anleger führen in den USA Sammelklagen, und die Börsenaufsicht SEC untersucht, wie unabhängig die Analysen der Finanzanalytiker geschrieben wurden. Die Unabhängigkeit ist es dann auch, die von vielen angezweifelt wird und mit verantwortlich dafür gemacht wird, dass die Gewinnprognosen für Aktienmärkte und Unternehmen ständig revidiert werden müssen.
Auf Basis eines Konsensus, der aufgrund verschiedener Analysteneinschätzungen von renommierten Investmenthäusern wie Merril Lynch oder der Credit Suisse First Boston abgegeben wird, werden in einer Datenbank Gewinnschätzungen von Analysten gesammelt. Aus dem Pool von Meinungen wird die durchschnittliche Markterwartung generiert. Das sogenannte Institutional Brokers Estimate System (I/B/E/S) soll eine Entscheidungshilfe bei der Determinierung von über- und unterbewerteten Aktienmärkten darstellen und widerspiegelt die allgemeine Meinung für die Attraktivität eines Finanzplatzes.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Darstellung der Bewertungsansätze für Gewinnprognosen auf Aktienmärkten: Dieses Kapitel erläutert die fundamentalen Unterschiede zwischen Top-Down- und Bottom-Up-Analysen und thematisiert die inhärenten Interessenskonflikte bei der Finanzanalyse.
2 Definition und Problem der I/B/E/S-Gewinnschätzungen: Hier wird das I/B/E/S-System definiert und kritisch hinterfragt, insbesondere hinsichtlich der systematischen Verzerrung von Gewinnschätzungen.
3. Datenbeschreibung und Darstellung der Analyseverfahren: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, inklusive der Stichprobenselektion, der Regressionsmodelle und der verwendeten statistischen Hypothesentests.
4. Auswertung und Analyse der Daten: Der Kern der Arbeit präsentiert die empirischen Ergebnisse zur Prognosegüte, der Konjunktursensitivität und dem zeitlichen Konvergenzverhalten der Schätzungen.
5. Implikationen und Schlussbemerkungen: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, wonach Prognosen zwar existieren, aber systematisch fehlerhaft bleiben und keinerlei verlässliche Basis für Investitionen bieten.
Schlüsselwörter
Gewinnprognosen, EPS-Schätzungen, I/B/E/S, Analysten, Finanzanalyse, Top-Down-Ansatz, Bottom-up-Methode, Interessenskonflikte, Regressionsanalyse, Schätzfehler, Konjunktursensitivität, Prognosegenauigkeit, Konvergenzverhalten, Markterwartungen, Kapitalmärkte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Qualität und Zuverlässigkeit von Gewinneinschätzungen durch Finanzanalysten für verschiedene internationale Aktienmärkte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit behandelt die Bewertungsansätze (Top-Down/Bottom-Up), Interessenskonflikte im Investmentbanking sowie die statistische Analyse von Schätzfehlern in Abhängigkeit von Konjunkturdaten.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob Gewinnschätzungen systematisch verzerrt sind und ob sie die tatsächliche Marktentwicklung korrekt vorhersagen können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es werden lineare Regressionsanalysen sowie t-Tests verwendet, um die statistische Signifikanz von Schätzfehlern und deren Abhängigkeit von ökonomischen Variablen zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte empirische Auswertung der Daten für verschiedene Indizes sowie die Analyse der Korrelationen zwischen Schätzfehlern und Konjunkturzyklen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind EPS-Schätzungen, I/B/E/S, systematische Verzerrung, Konjunktursensitivität und Prognosegüte.
Wie beeinflussen Interessenkonflikte die Qualität der Schätzungen?
Interessenkonflikte führen dazu, dass Analysten oft optimistischere Schätzungen abgeben, um positive Beziehungen zu den untersuchten Unternehmen zu wahren, was die Objektivität mindert.
Was bedeutet die "Konvergenz" der Schätzungen?
Konvergenz beschreibt das Phänomen, dass sich die Analystenschätzungen mit Annäherung an den tatsächlichen Bekanntgabetermin ("earnings release") präzisieren und tendenziell den realen Werten annähern.
Können Analysten die Marktentwicklung korrekt vorhersagen?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass systematische Fehler ("Alphafehler") vorliegen, die eine perfekte Vorhersage unmöglich machen; die Prognosen sind somit keine verlässliche Basis.
Welche Rolle spielt das I/B/E/S-System?
Es fungiert als zentrale Datenbank für Analystenmeinungen, dient als Marktstandard, ist jedoch aufgrund seiner Berechnungsmethodik anfällig für Aggregationsfehler und Verzerrungen.
- Arbeit zitieren
- Lic.rer.pol. Oliver Riberzani (Autor:in), 2002, Qualität und Zuverlässigkeit von EPS-Schätzungen für Aktienmärkte ausgewählter Industrieländer, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/139464