Das Genre "Coming of Age" umfasst eine Gattung in dem ältere Kinder und Jugendliche als Hauptfiguren grundlegenden Fragen des Erwachsenwerdens ausgesetzt sind, auf dem Weg eine eigene Identität zu finden. Oftmals spielt das Außenseitertum eine wichtige Rolle, mit der sich auch heute viele Jugendliche identifizieren können. Doch was macht das Außenseitertum aus und wie findet es sich in Filmen wieder? Dieser Frage wird in dieser Hausarbeit anhand des bekannten Filmes "Napoleon Dynamite" nachgegangen. Wie spiegelt sich das Außenseitertum in diesem Film wieder und was zeichnet die Hauptfigur in diesem Film aus?
Der Film Napoleon Dynamite ist als typischer Außenseiterfilm bekannt und beliebt. Dabei ist es vor allem die Darstellung mehrerer Außenseiter, die den Film so interessant gestalten. Wie auch die Kritik auf Filmstarts schreibt, wäre eigentlich jeder der aufgeführten Charaktere in Napoleon Dynamite einen eigenen Film wert und es sind diese, die den Film so sehenswert machen. In dieser Hausarbeit steht dabei exemplarisch nur der gleichnamige Protagonist Napoleon Dynamite im Vordergrund um anhand seiner Figur Merkmale und Aspekte des Außenseitertums darzustellen und zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.1 Die Filmgruppe „Coming-of-Age“
2.2 Was ist Außenseitertum?
2.3 Das Figurenmodell nach Eder
3.1 Einführung der Figur Napoleon Dynamite und seine Position als Außenseiter
3.2 Mit welchen Außenseitersituationen wird die Figur Napoleon konfrontiert?
3.3 Umgang mit dem Außenseitertum
3.4 Wie verlässt die Figur Napoleon Dynamite den Film?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Darstellung von Außenseiterfiguren im Film am Beispiel des Protagonisten Napoleon Dynamite. Ziel ist es, durch die Anwendung des Figurenmodells nach Eder zu untersuchen, wie Napoleon seine Rolle als Außenseiter definiert, wie er mit dieser sozialen Position umgeht und welche filmische Entwicklung die Figur im Verlauf der Handlung durchläuft, um die Bedeutung von Selbsttreue und Freundschaft herauszuarbeiten.
- Analyse des Außenseitertums im Coming-of-Age-Film
- Anwendung des Figurenmodells nach Eder auf Napoleon Dynamite
- Umgang des Protagonisten mit sozialen Ausgrenzungssituationen
- Die Entwicklung vom Außenseiter zum selbstbewussten Individuum
- Die Bedeutung von Freundschaft im Filmkontext
Auszug aus dem Buch
3.1 Einführung der Figur Napoleon Dynamite und seine Position als Außenseiter
Napoleon wird schon zu Anfang des Filmes klar und deutlich als Außenseiterfigur eingeführt und dargestellt. In der ersten Szene wird Napoleon in einer Normalsicht komplett gezeigt. Er steht alleine ziemlich in der Mitte des Bildes vor einem Haus. Damit wird klar, dass Napoleon den Protagonisten des Filmes darstellt und auch sein Erscheinungsbild wird augenblicklich gezeichnet. Damit wird hier die Figur nach dem Figurenmodell von Eder als fiktives Wesen betrachtet. Dabei wird als erstes auf Napoleons Körperlichkeit eingegangen. Zunächst fällt dabei seine sehr unentspannte Körperhaltung auf. Er scheint kaum Körperspannung zu haben. Dazu sein blond-roter Afro, die Brille, die unzeitgemäße Kleidung, die Moonboots und sein immer leicht geöffneter und dadurch leicht dümmlich wirkender Ausdruck machen das Bild eines typischen Außenseiters perfekt. Auch dass Napoleon in dieser Einstellung alleine gezeigt wird, deutet darauf hin, dass er eher ein Alleingänger ist. Während dieser Sequenz wartet Napoleon auf den Bus. Als dieser kommt wird er in einer Obersicht gefilmt und in Normalsicht, welche ihn in Verbindung mit den ausschließlich kleinen Kindern, die mit ihm im Bus sitzen, trotz seiner großen Körpergröße sehr klein und kindlich wirken lassen (3:30min. - 4:04min.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des Außenseitertums im Film „Napoleon Dynamite“ ein und umreißt die Forschungsfragen sowie die methodische Vorgehensweise anhand des Figurenmodells von Eder.
2.1 Die Filmgruppe „Coming-of-Age“: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Coming-of-Age-Genres als Metagenre und beleuchtet zentrale adoleszente Themen wie Identitätssuche und soziale Stellung.
2.2 Was ist Außenseitertum?: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Außenseitertums erarbeitet, wobei zwischen freiwilliger Abgrenzung und unfreiwilliger Ausgrenzung sowie deren Umgangsformen unterschieden wird.
2.3 Das Figurenmodell nach Eder: Das Kapitel stellt das analytische Instrumentarium vor, bestehend aus der Heuristik der „Uhr der Figur“, unterteilt in die Dimensionen Artefakt, fiktives Wesen, Symbol und Symptom.
3.1 Einführung der Figur Napoleon Dynamite und seine Position als Außenseiter: Die Analyse von Napoleon als filmische Figur beginnt mit der Untersuchung seiner körperlichen Erscheinung und ersten Szenen, die ihn primär als Außenseiter etablieren.
3.2 Mit welchen Außenseitersituationen wird die Figur Napoleon konfrontiert?: Der Fokus liegt hier auf den sozialen Konflikten im Schulumfeld und innerhalb der Familie, die Napoleon durch sein Äußeres und Verhalten ausgesetzt ist.
3.3 Umgang mit dem Außenseitertum: Dieses Kapitel verdeutlicht, dass Napoleon sich in seiner Rolle wohlfühlt, seine eigene Individualität bewahrt und sich nicht künstlich an die Peergroup der „coolen Kids“ anpasst.
3.4 Wie verlässt die Figur Napoleon Dynamite den Film?: Die Schlüsselszene des Tanzauftritts wird als Wendepunkt analysiert, an dem sich Napoleon vom Außenseiter zum selbstbewussten Sympathieträger entwickelt und die Bedeutung wahrer Freundschaft unterstreicht.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Napoleon Dynamite durch seine konsequente Selbsttreue das klassische Außenseiter-Narrativ erfolgreich bricht.
Schlüsselwörter
Napoleon Dynamite, Außenseitertum, Coming-of-Age, Figurenmodell, Jens Eder, Identität, Adoleszenz, Film, Selbstdarstellung, Persönlichkeitsentwicklung, Freundschaft, Antiheld, Medienanalyse, Sozialverhalten, Selbstbewusstsein
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht, wie Außenseiterfiguren im Film dargestellt werden, wobei der Film „Napoleon Dynamite“ als zentrales Fallbeispiel dient.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die thematischen Schwerpunkte liegen auf der Filmgattung Coming-of-Age, der soziologischen Definition von Außenseitertum und der filmwissenschaftlichen Figurenanalyse.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Primäres Ziel ist es, anhand des Modells von Jens Eder zu analysieren, wie die Figur Napoleon Dynamite konstruiert ist und wie sich sein Selbstverständnis als Außenseiter im Laufe des Films entwickelt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird die Methode der Figurenanalyse nach Jens Eder verwendet, die Figuren in verschiedene Dimensionen wie Artefakt, fiktives Wesen, Symbol und Symptom unterteilt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert konkret die Einführung der Figur, die ihr entgegengebrachten sozialen Situationen, Napoleons Umgang mit seiner Außenseiterrolle und seine Entwicklung zum Ende des Films.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Identitätssuche, soziale Ausgrenzung, Selbsttreue, filmische Inszenierung und die Dynamik von Peer-Groups.
Wie definiert Eder das Konzept der Figur im Film?
Für Eder sind Filmfiguren kommunikativ konstruierte, wiedererkennbare fiktive Wesen, die ein Innenleben besitzen und vom Zuschauer in verschiedenen Dimensionen wahrgenommen werden.
Warum spielt die Tanzszene am Filmende eine so zentrale Rolle für die Analyse?
Die Tanzszene markiert den Wendepunkt der Persönlichkeitsentwicklung Napoleons, da er hier erstmals aktiv agiert, Selbstbewusstsein zeigt und durch die Unterstützung seines Freundes Pedro seine soziale Isolation überwindet.
- Arbeit zitieren
- Nina Haas (Autor:in), 2021, Außenseiterfiguren in "Napoleon Dynamite". Filmanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1394110