Durch die Folgen der demographischen Entwicklung und des medizinischen Fortschrittes werden die Mensche immer älter und leiden dadurch häufiger an demenziellen Erkrankungen. Die Ursachen sind zum Teil noch nicht vollständig erforscht bzw. können noch nicht vollständig erklärt werden.
Der Umgang mit und die Betreuung von Menschen mit Demenz beinhaltet komplexe Aufgaben und gestaltet sich oft sehr schwierig, da sie in einer eigenen Erlebenswirklichkeit leben. Pflegende und Angehörige stoßen deshalb täglich an ihre Grenzen und auf scheinbar unlösbare Probleme in der Kommunikation mit den Betroffenen. Das Fortschreiten der Erkrankung kann nicht verhindert werden, doch lässt sich der Verlauf und die begleitenden Einschränkungen verlangsamen und lindern.
Der Verlust der kognitiven Fähigkeiten erfordert spezifische Ansätze für den Umgang, die Unterstützung und Begleitung der dementen Menschen. Es gibt zahlreiche Wege und Möglichkeiten, Zugänge zu Menschen mit Demenz zu schaffen, „Türen“ zu ihrer verschlossenen Welt zu öffnen und die Kommunikation mit ihnen wieder möglich zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Krankheitsbild Demenz
2.1 Definition
2.2 Demenzformen und Ursachen
2.3 „Bedürfnisse“ von Demenzerkrankten
2.4 „Kommunikation“ mit Demenzkranken
3. Nicht-medikamentöse Therapieansätze als Zugangswege zu Menschen mit Demenz
3.1 Die Validation
3.1.1 Voraussetzungen für eine erfolgreiche Validation
3.1.2 Anwendung der Validation in der Praxis
3.2 Die Biografiearbeit
3.2.1 Voraussetzung für eine erfolgreiche Biografiearbeit
3.2.2 Anwendung der Biografiearbeit in der Praxis
4. Bedeutung der Therapieansätze für die Pflege – aus kommunikativer Sicht
5. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, trotz des kognitiven Abbaus bei demenziell erkrankten Menschen eine effektive Kommunikation aufrechtzuerhalten. Das primäre Ziel ist es, verschiedene nicht-medikamentöse Therapieansätze zu analysieren und deren Bedeutung für die pflegerische Praxis unter Berücksichtigung kommunikationswissenschaftlicher Grundlagen darzustellen.
- Grundlagen des Krankheitsbildes Demenz und der Bedürfnisse Betroffener
- Kommunikationsgesetze nach Watzlawick in der Pflege
- Methoden der Validation zur Unterstützung des Selbstwertgefühls
- Einsatz der Biografiearbeit als "Türöffner" für die Pflegebeziehung
- Kommunikationsfördernde Therapieformen wie Musiktherapie und Basale Stimulation
Auszug aus dem Buch
Die Validation
Die Validation wurde von der amerikanischen Sozialarbeiterin Naomi Feil entwickelt. Die Validation ist ein Konzept, welches zur Einschätzung des Verhaltens von hochaltrigen, desorientierten Menschen dient. Jemanden zu validieren heißt, seine Gefühle zu akzeptieren, demjenigen zu sagen, dass seine Gefühle Wirklichkeit sind. Mit dieser Methode versucht man, den Grund für die Desorientierung zu verstehen, den Rückzug in die Vergangenheit und das Abgleiten in das „Stadium des Vegetierens“ zu verhindern. Die Desorientiertheit ist nach dieser Theorie nicht alleine auf organische Gehirnschäden zurückzuführen, sondern auf den unbewussten Rückzug in die Vergangenheit.
Das Ziel der Methode ist, durch Einfühlungsvermögen in die innere Erlebenswelt der sehr alten, desorientierten Menschen vorzudringen. Einfühlungsvermögen schafft Vertrauen. Das aufgebaute Vertrauen bewirkt Sicherheit und Stärke, die zu einer Wiederherstellung des Selbstwertgefühls führen und dadurch Stress verringern. Um richtig zu validieren und dem Menschen seine Würde wieder zurück zu geben, sollten die Anwender die Signale des Patienten beachten und verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Problematik der Kommunikation mit Demenzkranken infolge der demographischen Entwicklung und stellt den Fokus auf nicht-medikamentöse Ansätze zur Unterstützung der Betroffenen dar.
2. Das Krankheitsbild Demenz: Es werden Definitionen, Ursachen, verschiedene Demenzformen sowie die spezifischen Bedürfnisse und Kommunikationsschwierigkeiten von Menschen mit Demenz behandelt.
3. Nicht-medikamentöse Therapieansätze als Zugangswege zu Menschen mit Demenz: In diesem Kapitel werden kognitive, psychotherapeutische und aktivitätsorientierte Therapiemethoden sowie die speziellen Ansätze der Validation und Biografiearbeit detailliert vorgestellt.
4. Bedeutung der Therapieansätze für die Pflege – aus kommunikativer Sicht: Dieses Kapitel reflektiert die Anwendbarkeit der zuvor vorgestellten Methoden und betont die Notwendigkeit einer individuellen, ganzheitlichen Betrachtung der Patienten unter Berücksichtigung der Kommunikationsgesetze.
5. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass professionelle Kommunikation und individuell angepasste Therapieansätze entscheidend für die Lebensqualität demenzkranker Menschen in der stationären Pflege sind.
Schlüsselwörter
Demenz, Kommunikation, Validation, Biografiearbeit, Altenpflege, nicht-medikamentöse Therapie, Watzlawick, Lebensqualität, Bedürfnisorientierung, Basale Stimulation, Musiktherapie, Orientierung, Selbstwertgefühl, Demenzformen, Kommunikationstheorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit untersucht, wie eine gelingende Kommunikation zu Menschen mit Demenz in der Altenpflege durch nicht-medikamentöse Therapieansätze gefördert werden kann.
Welche thematischen Schwerpunkte werden gesetzt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Kommunikationsgesetzen nach Watzlawick, dem Konzept der Validation nach Naomi Feil sowie der praktischen Anwendung von Biografiearbeit in der Pflege.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie pflegerisches Handeln durch die Nutzung spezifischer Kommunikationswege und Therapieansätze die Bedürfnisse und das Selbstwertgefühl dementer Menschen besser berücksichtigen kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, die auf kommunikationswissenschaftlichen Grundlagen und pflegepraktischen Konzepten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition der Demenz, die Darstellung kommunikationsrelevanter Probleme sowie die Vorstellung konkreter Therapieansätze wie Milieutherapie, Musiktherapie, Validation und Biografiearbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Demenz, Kommunikation, Validation, Biografiearbeit, Pflegebeziehung und Lebensqualität.
Wie definiert die Arbeit den Nutzen der Biografiearbeit?
Die Biografiearbeit dient als "Türöffner" zur inneren Welt des Patienten; sie hilft dabei, verwirrend wirkende Äußerungen zu verstehen und den Menschen hinter der Erkrankung wertzuschätzen.
Warum ist laut Autorin die Validation ein so wichtiger Ansatz?
Die Validation ist deshalb so wichtig, weil sie den desorientierten Menschen nicht korrigiert, sondern seine Gefühle als Wirklichkeit akzeptiert, was Stress reduziert und das Selbstwertgefühl stärkt.
Was unterscheidet die 24-Stunden-ROT von der Gruppentherapie?
Das 24-Stunden-ROT integriert Orientierungshilfen in den gesamten Tagesablauf, während die Gruppentherapie spezifisch auf die Förderung sozialer Kontakte und Kommunikation im direkten Austausch abzielt.
- Arbeit zitieren
- Anna Model (Autor:in), 2008, Zugangswege zu Menschen mit Demenz aus kommunikativer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/139391