Heutzutage betreiben viele Menschen den Kult von „Netflix and chill“. Das meint das sogenannte nahezu ununterbrochene Seriensuchten über den Anbieter Netflix. Was daran überhaupt so verlockend ist, könnte man sich fragen. Dieses Pay-TV bietet ein unüberschaubares Repertoire an Filmen, Serien und Mediatheken zu Spottpreisen und dies bequem von der Couch aus, ohne dass man sich zu einem Kinobesuch aufraffen müsste. Aber wodurch ist überhaupt dieser Hype um Fernsehserien entstanden? Eine Serie ist eine „inhaltlich und thematisch zusammengehörende Folge von; in sich abgeschlossenen; Fernsehsendungen oder Episoden, die über einen bestimmten Zeitraum hin, meist in regelmäßigen Abständen, ausgestrahlt werden“ (Duden 2017). Daran lässt sich der Vorteil gegenüber eines Films erkennen: man muss sich nicht nach 90 Minuten von seinem Lieblingshelden verabschieden und hoffnungsvoll auf eine Fortsetzung, in frühestens einem Jahr, hoffen. Die Folgen einer Serie kommen meistens schnell nacheinander raus oder es erscheint gleich eine ganze Staffel, sodass man eine wesentlich längere Zeit unterhalten wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung: Inwieweit bedient sich die Fernsehserie Game of Thrones klassischer Stereotypen und setzt diese gekonnt in Szene?
2. Hauptteil
2.1 Faktoren zu Stereotypen
2.2 Figuren
2.2.1 Jon Schnee (Aegon Targaryen)
2.2.2 Tyrion Lennister
2.2.3 Daenerys Targaryen
2.3 Vergleich
3. Schluss
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit untersucht, inwieweit die populäre Fernsehserie "Game of Thrones" klassische Stereotype nutzt und diese innerhalb der narrativen Struktur sowie der Charakterentwicklung gezielt einsetzt. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle dieser Klischees bei der Identifikation des Publikums mit den Protagonisten.
- Analyse theoretischer Grundlagen und Definitionen von Stereotypen
- Detaillierte Untersuchung der Figuren Jon Schnee, Tyrion Lennister und Daenerys Targaryen
- Vergleichende Analyse der Stereotypisierung nach körperlichen, beruflichen, religiösen und ökonomischen Kriterien
- Diskussion über das Wechselspiel zwischen Auto- und Heterostereotypen in der Serie
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Tyrion Lennister
Tyrion, aus dem Hause Lennister, Sohn von Tywin und Bruder von Cersei und Jaime Lennister. „Der Zwerg oder Gnom, wie er außerdem beschimpft wird, hat einen fiesen Sinn für Humor, einen scharfen Intellekt und eine selbstironische Art, mit der er sämtliche Bemerkungen über seine Größe abwehrt. Er musste sich ein dickes Fell zulegen, denn trotz seines Namens wird Tyrion manchmal nicht ernst genommen“ (Ebd. S.80). Sein Vater und auch seine Schwester geben sich ihm kalt gegenüber, weil sie ihn verantwortlich für den Tod ihrer Mutter Joanna machen. Doch wenigstens durch Jaime erfährt er die Liebe eines Bruders. Dieser kleinwüchsige aus dem Adelsgeschlecht des Löwen vollzieht einen Wandel vom stets betrunkenen, frustrierten, gepeinigten, kleinen Mann bis hin zum engsten Vertrauten und Berater der Königin Daenerys, wobei ihm eine lange Reise bevorsteht (vgl. Müller 2016, S.53-54).
Seine Geschichte beginnt schon ganz früh: im Alter von 13 Jahren. Damals rettete er mit Jaime eine Frau namens Tysha vor einer Gruppe Vergewaltiger und er verliebte sich in sie und heiratete sie. Doch als dies sein Vater erfährt, behauptet er „Tysha sei eine Prostituierte und Jaime hätte die Vergewaltiger nur erfunden, damit Tyrion endlich mit einer Frau schlafen könne. Auf Tywins Befehl wird Tysha vor Tyrions Augen von der kompletten Kriegsgarde vergewaltigt“ (Howden 2013, S.80-81).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Inwieweit bedient sich die Fernsehserie Game of Thrones klassischer Stereotypen und setzt diese gekonnt in Szene?: Die Einleitung führt in das Phänomen des "Seriensuchtens" ein und stellt die Forschungsfrage zur Verwendung von Stereotypen in "Game of Thrones".
2. Hauptteil: Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Stereotypen, die Fallstudien prominenter Charaktere und eine vergleichende Synopse.
2.1 Faktoren zu Stereotypen: Dieses Unterkapitel definiert den Begriff des Stereotyps wissenschaftlich und grenzt verschiedene Arten wie Auto- und Heterostereotype voneinander ab.
2.2 Figuren: In diesem Abschnitt werden die Biografien und Entwicklungen der drei Hauptcharaktere im Hinblick auf ihre Rollenbilder analysiert.
2.2.1 Jon Schnee (Aegon Targaryen): Untersuchung der Figur Jon Schnee als Bastard, der eine Transformation vom Außenseiter zum Anführer und König des Nordens durchläuft.
2.2.2 Tyrion Lennister: Analyse von Tyrion Lennister, der trotz seiner körperlichen Benachteiligung durch Intellekt und Wandel zu einer Schlüsselrolle als Berater aufsteigt.
2.2.3 Daenerys Targaryen: Betrachtung des Aufstiegs von Daenerys Targaryen von einer abhängigen Schwester zur mächtigen "Mutter der Drachen".
2.3 Vergleich: Zusammenführender Vergleich der untersuchten Charaktere unter Anwendung der zuvor definierten körperlichen, ökonomischen, beruflichen und religiösen Stereotype.
3. Schluss: Dieses Kapitel zieht ein Fazit und bestätigt, dass die Serie Stereotype bewusst nutzt, um die Zuschauerbindung und Kontroversen um die Figuren zu stärken.
Schlüsselwörter
Game of Thrones, Stereotype, Autostereotyp, Heterostereotyp, Jon Schnee, Tyrion Lennister, Daenerys Targaryen, Charakterentwicklung, Serienanalyse, Popkultur, Vorurteile, Rollenbilder, Westeros, Identifikation, Fantasy-Serie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Verwendung klassischer Stereotype in der Fernsehserie "Game of Thrones" und untersucht, wie diese gezielt eingesetzt werden, um die Handlung und die Identifikation des Zuschauers mit den Figuren zu steuern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition wissenschaftlicher Stereotyp-Theorien, die tiefgehende Charakterstudie sowie die Verknüpfung von sozialen und psychologischen Kategorisierungen innerhalb des Fantasy-Settings.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Drehbuchautoren erfolgreich etablierte gesellschaftliche Vorurteile und Stereotype als erzählerisches Mittel verwenden, um hochkomplexe und kontroverse Protagonisten zu erschaffen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sozialpsychologischer Definitionen von Stereotypen, die mit einer seriellen Text- und Inhaltsanalyse der Fernsehserie verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Stereotypen, eine detaillierte Analyse der Lebenswege von Jon Schnee, Tyrion Lennister und Daenerys Targaryen sowie deren vergleichende Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der Serie "Game of Thrones" vor allem Autostereotyp, Heterostereotyp, Charakterentwicklung, Identifikation und ökonomische bzw. körperliche Stereotypisierung.
Warum wird Jon Schnee als "gebrandmarkter Bastard" analysiert?
Dies ist ein zentrales Stereotyp, welches den Ausgangspunkt für seine Entwicklung vom gesellschaftlich Ausgeschlossenen bis hin zum Anführer darstellt und zeigt, wie soziale Stigmata innerhalb der Welt von Westeros funktionieren.
Wie unterscheidet sich die Stereotypisierung von Daenerys Targaryen von der Jon Schnees?
Während Jon Schnee primär über das Bastard-Motiv und den Norden definiert wird, durchläuft Daenerys einen radikalen Wandel vom "schüchternen Spielzeug" zur mächtigen Königin, was klassische Rollenbilder und Altersstereotype widerspiegelt.
Welche Rolle spielt das Körperstereotyp bei Tyrion Lennister?
Die körperliche Einschränkung als kleinwüchsiger "Zwerg" dient als Stereotyp, das Tyrion dazu zwingt, sich durch intellektuelle Leistungen und eine besondere emotionale Abwehrhaltung (Zynismus/Humor) eine neue Identität aufzubauen.
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- Anonym (Author), 2017, Inwieweit bedient sich die Fernsehserie Game of Thrones klassischer Stereotypen und setzt diese gekonnt in Szene?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1389740