Die vorliegende Arbeit handelt von dem kooperativen Elterngespräch. Es behandelt die verschiedenen Durchführungsmöglichkeiten eines Gesprächs sowie die Notwendigkeit im Alltag von Lehrer:innen.
Die Beratung von Schüler:innen sowie auch die Beratung von Eltern ist in den letzten Jahren ein wichtiger Aufgabenbereich im Schulalltag geworden. Thiel (2003) definiert den Begriff Beratung als "die Hilfe zum Lösen eines subjektiv bedeutsamen Problems". In Beratungssituationen sind folglich immer vier Komponenten zu finden: der Berater, der Ratsuchende, das Problem und der Beratungskontext. Oftmals sind Lehrpersonen die ersten Ansprechpartner, wenn es um schulische Probleme seitens der Schüler:innen oder um Entscheidungsfragen im schulischen Verlauf geht. Aber auch bei persönlichen Anliegen und Schwierigkeiten stehen die Lehrpersonen sowohl den Schüler:innen als auch den Eltern zur Seite und stehen ihnen als Ansprechpartner zur Verfügung. Daraus erschließt sich, dass Lehrpersonen in ihrem beruflichen Alltag mit vielen unterschiedlichen Beratungsanliegen und Beratungsaufgaben konfrontiert werden, die sie situationsgemäß bewältigen müssen. Gründe für einen ansteigenden Beratungsbedarf der Schüler:innen und Eltern sind nach Hertel und Schmitz (2010) der allgemeine gesellschaftliche Wandel sowie die Ergebnisse von internationalen Schüler-Leistungsvergleichs-Studien wie PISA (Programme for International Student Assessment) und IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Relevanz der Beratung im Schulalltag
3 Vorgehensweise bei einem kooperativen Elterngespräch
3.1 Die Vorbereitung eines Elterngesprächs
3.2 Die Durchführung des Elterngesprächs
3.2.1 Die 2x4 Kommunikationsformen im Elterngespräch
3.2.2 Phasen und Ablauf eines Elterngesprächs und Transfer auf den schulischen Kontext
3.3 Auswertung des Elterngesprächs
4 Kritische Betrachtung und Diskussion mit Ausblick auf die Zukunft
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung der Beratung im schulischen Alltag und erörtert, wie Lehrkräfte durch strukturierte, kooperative Elterngespräche professionell auf die vielfältigen Anforderungen und Herausforderungen in der Zusammenarbeit mit Eltern reagieren können.
- Relevanz und beratungsrelevante Anforderungen im Schulalltag
- Strukturierte Vorbereitung und Phasenmodell eines Elterngesprächs
- Einsatz von Kommunikationsformen und aktiven Zuhörtechniken
- Transfertheorie: Anwendung der Gesprächsführung auf schulische Praxisbeispiele
- Professionelle Reflexion und Ausblicke auf die Beratungskompetenz in der Zukunft
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Die 2x4 Kommunikationsformen im Elterngespräch
Um ein Elterngespräch kooperativ zu gestalten, ist die Art und Weise wie man mit den Eltern kommuniziert von großer Bedeutung. Redlich stellt diese 1992 in seinem Trainingsprogramm als die 2x4 Kommunikationsformen im Elterngespräch da, welche sich in das Modell der sogenannten ,,Stern-Stunden der Gesprächsführung´´ nach Hennig und Ehinger (2006, S. 27) integrieren lassen. Diese dienen der Lehrperson als nützliche und hilfreiche Grundhaltungen. Im Zentrum des Sterns steht das Ziel die Kooperationsbereitschaft der Eltern durch Achten und Respektieren ihres Selbstwertgefühls zu erhöhen. Zu den Grundlagen zählt zum einen die Empathie, bei welcher es sich um das Einfühlungsvermögen der Lehrperson in die Weltsicht der Eltern handelt.
Der Begriff Empathie bedeutet kein ,,Mit-Leiden´´, sondern ein sensibles Wahrnehmen der Befindlichkeit, ein Mitfühlen und Akzeptieren des Gegenübers. Diese empathische Grundhaltung wird erleichtert durch die Berücksichtigung des Kontextes der Schülerinnen und Schüler und deren Familien. Dies kann die Wohnsituation und Lebenssituation der Schülerinnen und Schüler, die materielle Situation, die Arbeitsplatzsituation oder gar Arbeitslosigkeit der Eltern, die familiären Verhältnisse und Nachbarschaftsverhältnisse aber auch die Berücksichtigung der Art und Weise wie das Gespräch zustande gekommen ist, betreffen.
Eine weitere wichtige Grundhaltung ist die Förderung der Eigenverantwortlichkeit der Eltern. Es ist von großer Bedeutung den Ort der Kontrolle von außen nach innen, also auf die internale Kontrolle zu verlegen, denn Eltern können nur dann eine Bereitschaft zur Kooperation entwickeln, wenn sie ihre Situation als von ihnen selbst kontrollierbar und veränderbar erleben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die steigende Bedeutung der Beratung als Aufgabenbereich im Schulalltag und definiert die Grundlagen einer kooperativen Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften und Eltern.
2 Relevanz der Beratung im Schulalltag: Erläutert den Beratungsauftrag von Lehrpersonen und die vielfältigen Anlässe für Beratungsgespräche sowie die Notwendigkeit von Beratungskompetenz trotz fehlender universeller universitärer Ausbildung.
3 Vorgehensweise bei einem kooperativen Elterngespräch: Detaillierte Darstellung der Vorbereitung, Durchführung (inklusive der 2x4 Kommunikationsformen und Phasenmodelle) sowie der Nachbereitung und Auswertung eines erfolgreichen Gesprächs.
4 Kritische Betrachtung und Diskussion mit Ausblick auf die Zukunft: Reflektiert Schwierigkeiten in der Gesprächsführung und fordert eine stärkere Integration von Beratungskompetenzen in die universitäre Lehrerausbildung.
5 Fazit: Fasst zusammen, dass eine gute Planung und der Einsatz geeigneter Kommunikationstechniken für Lehrkräfte entlastend sind und den Erfolg der Elterngespräche maßgeblich sichern.
Schlüsselwörter
Elterngespräch, Beratung im Schulalltag, Gesprächsführung, Kooperation, Lehrperson, Beratungskompetenz, Kommunikation, Aktives Zuhören, Beratungsanlässe, Lehrerrolle, Bildungsberatung, Förderbedarf, Elternarbeit, Professionelle Beratung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Gestaltung kooperativer Elterngespräche im schulischen Kontext als wesentlichen Teilbereich professioneller Lehrerberatung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen umfassen die Vorbereitung von Beratungsgesprächen, die korrekten Phasenabläufe, die Anwendung von Kommunikationsmodellen und die Förderung einer vertrauensvollen Eltern-Lehrer-Beziehung.
Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrkräfte durch strukturierte Planung und eine empathische, ressourcenorientierte Haltung Elterngespräche erfolgreich steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Literatur zur pädagogischen Gesprächsführung und Beratung sowie der Übertragung dieser Konzepte auf die Schulpraxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Mittelpunkt steht der Prozess des kooperativen Elterngesprächs von der Vorbereitung über die Durchführung in neun Phasen bis hin zur kritischen Nachbereitung und Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation am besten?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Elterngespräch, Beratungskompetenz, Kooperation und Gesprächsführung definieren.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen verschiedenen Motivationszuständen der Eltern?
Möhle klassifiziert Eltern in vier Typen: Vorgeladene, Besucherinnen, (An)Klagende und Kooperationspartner, da jeder dieser Typen eine spezifische Vorbereitung durch die Lehrkraft erfordert.
Welche Rolle spielt die kritische Reflexion für die Lehrperson?
Die Reflexion dient dazu, aus Fehlern zu lernen, eigene Überforderungen in schwierigen Situationen zu erkennen und Kollegen bei ähnlichen Beratungsszenarien zu unterstützen.
- Quote paper
- Lara Möhle (Author), 2021, Das kooperative Elterngespräch im schulischen Kontext. Durchführungsmöglichkeiten und Notwendigkeit für Lehrkräfte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1382630