Diese Hausarbeit befasst sich mit den folgenden Fragen: Was ist guter Unterricht und durch welche Eigenschaften zeichnet sich eine gute Lehrperson aus? Was muss sie wissen, was können, welche charakterlichen Eigenschaften muss sie besitzen?
Die Erkenntnisse zu diesen Fragen werden erläutert der Autor dieser Arbeit mithilfe von empirischen Theorien zur Professionalisierung von Lehrkräften aus den Erziehungswissenschaften.
Ziel dieser Arbeit ist es, herauszufinden, inwiefern erlernte Reflektionskompetenzen zu einer Professionalisierung im Lehrberuf beitragen und den Kompetenzerwerb unterstützen können. Dazu soll zunächst der theoretische Hintergrund erläutert werden, indem auf Prozesse wie den Kompetenzerwerb und der Professionalisierung eingegangen wird. Anschließend soll der Begriff der Reflexion im Kontext der Professionalisierung eingeordnet und daraufhin definiert werden, um ihn dann hinsichtlich seiner Relevanz im Lehramtsstudium zu analysieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung und Begründung des Themas
2. Hauptteil
2.1. Zum Begriff und dem Prozess der Professionalisierung angehender Lehrkräfte; oder die Suche nach der „guten“ Lehrkraft
2. 2. Zum Kompetenzerwerb
2.3 Reflektionskompetenz – Begriffsbestimmung
2.4 Die Relevanz von Reflektionskompetenzen im Zuge der Professionalisierung bei angehenden Lehrern
3. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der Reflektionskompetenz für die Professionalisierung angehender Lehrpersonen und analysiert, inwiefern diese Kompetenz den zielgerichteten Kompetenzerwerb während der Ausbildung unterstützen kann.
- Theoretische Grundlagen zum Prozess der Lehrerprofessionalisierung
- Analyse und Differenzierung von Kompetenzbegriffen im Lehrberuf
- Begriffsbestimmung und theoretische Einordnung der Reflektionskompetenz
- Reflexion als zentrales Instrument der Qualitätssicherung in der Lehrerausbildung
- Bedeutung von Praxisphasen und Portfolioarbeit für die professionelle Entwicklung
Auszug aus dem Buch
2.3 Reflektionskompetenz – Begriffsbestimmung
Das entscheidende Problem bei einer genaueren Beschreibung von Reflektionskompetenz äußert sich in einem Mangel an empirischer Forschung (Abels 2011, S.48). Zwar besteht Einigkeit darin, dass reflexive Fähigkeiten die berufliche Entwicklung von Lehrkräften bedeutsam befördern können, doch welche genauen Fähigkeiten sie beinhaltet oder wie sie gar praktisch gelehrt werden kann, darüber gibt es weder Beleg noch Einigkeit der Forschung (ebd.)
Wegen der bereits besprochenen besonderen Bedeutung in der Lehrerbildung wurde der Versuch einer Definition bereits mehrere Male unternommen: Als „Urvater“ des Reflexionsgedankens gilt John Dewey, dessen Konzept auf persönlichen Überzeugungen und Wissen basiert und in dem Reflexion stattfindet, um Situationen die nicht routiniert zu lösen sind, gezielt zu durchdenken, abzuwägen und Handlungen auszuprobieren, die das Problem lösen könnten (vgl. Abels 2011, S. 49). Dabei unterscheidet er zwischen drei Arten des Denkens: imagination, beliefs und reflective thinking (ebd.) Vorstellungen und mentale Bilder, die sogenannte „Imagination“ oder „Ideas“, sowie Überzeugungen und Behauptungen, die „Beliefs“ sind für Dewey Folge der unreflektierten Übernahme von überlieferten Sichtweisen aus denen sich dann wiederum Routine entwickelt, die zwar nicht grundsätzlich verneint, aber immer kritisch hinterfragt werden sollten.
Nach Dewey ist demzufolge der dritte Weg, das „reflective thinking“ der beste Weg, da es auf einem eigenen selbständigen Weg zur Wahrheitsfindung beitrage und das eigene Handlungswissen erweitere (vgl. Roters 2012). Am Anfang steht demzufolge ein Problem, für das es keine unmittelbare Lösung gibt, der sogenannte pre-reflective Zustand. Die Probleme werden dann bearbeitet, indem sie „in einen Kontext eingebettet, Hypothesen aufgestellt, Lösungen generiert und überprüft“ (Abels 2011, S.50) werden. Am Ende des Prozesses sollte dann ein gelöstes Problem stehen („post-reflective“), aus welchem wiederum in vielen Fällen ein neuer Reflexionsprozess entstehen kann oder muss, denn oft gibt es nicht nur die eine richtige Lösung (vgl. ebd.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung und Begründung des Themas: Das Kapitel thematisiert die gestiegenen Qualitätsanforderungen an die Lehrerausbildung nach PISA/TIMSS und führt in die zentrale Rolle der Reflektionskompetenz ein.
2. Hauptteil: Dieser Abschnitt bietet eine theoretische Analyse der Professionalisierung, des Kompetenzerwerbs und definiert den Begriff der Reflexion im Lehrerberuf fundiert.
2.1. Zum Begriff und dem Prozess der Professionalisierung angehender Lehrkräfte; oder die Suche nach der „guten“ Lehrkraft: Es werden drei pädagogische Ansätze zur Professionalisierung vorgestellt und die Entwicklung des Lehrerbildes vom Experten-Paradigma bis zum heutigen Verständnis diskutiert.
2. 2. Zum Kompetenzerwerb: Das Kapitel definiert den Begriff der beruflichen Kompetenz und unterteilt diesen in Fach-, Methoden-, Sozial- und Personalkompetenz im Kontext des Lehrerberufs.
2.3 Reflektionskompetenz – Begriffsbestimmung: Hier wird der theoretische Ursprung des Reflexionsbegriffs, insbesondere durch John Dewey und Donald A. Schön, detailliert aufgearbeitet.
2.4 Die Relevanz von Reflektionskompetenzen im Zuge der Professionalisierung bei angehenden Lehrern: Dieses Kapitel verknüpft die theoretischen Reflexionsmodelle mit der konkreten Ausbildungspraxis und der Bedeutung von Portfolios.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und äußert kritische Überlegungen zur einseitigen Fokussierung auf die Lehrperson bei der Bewältigung schulischer Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Reflektionskompetenz, Professionalisierung, Lehrerbildung, Schülerleistungen, Kompetenzerwerb, pädagogisches Handeln, Reflexion, Reflective Practitioner, Portfolioarbeit, Schulpraxis, Lehrerpersönlichkeit, unterrichtliche Expertise, Handlungswissen, pädagogische Professionalität
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Ausarbeitung?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Bedeutung der Reflektionskompetenz als Schlüsselmerkmal für die professionelle Qualität von angehenden und praktizierenden Lehrkräften.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die zentralen Felder sind der Prozess der Lehrerprofessionalisierung, die theoretischen Modelle des Kompetenzerwerbs sowie die methodische Verankerung von Reflexion im universitären Lehramtsstudium.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Arbeit untersucht, inwiefern die Erlernung von Reflektionskompetenzen aktiv zur Professionalisierung im Lehrberuf beiträgt und den systematischen Kompetenzerwerb unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung erziehungswissenschaftlicher Literatur und empirischer Studien zur Professionalisierung und Expertisenforschung im Lehrberuf.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Professionalisierung, die Systematisierung von Kompetenzen sowie die theoretische Herleitung der Reflektionskompetenz anhand von Klassikern wie Dewey und Schön.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Professionelle Handlungskompetenz, Reflexion, Lehrerfortbildung, portfoliobasierte Lernprozesse und Schulpraxis sind wesentliche Begriffe der Analyse.
Was unterscheidet bei Donald A. Schön den „Reflective Practitioner“?
Der „Reflective Practitioner“ zeichnet sich dadurch aus, dass er Wissen nicht nur statisch anwendet, sondern in drei Phasen – vor, während und nach der Handlung – reflektiert, um flexibel auf Situationen zu reagieren.
Welchen kritischen Punkt spricht die Autorin im Fazit an?
Die Autorin kritisiert, dass durch den starken Fokus auf die Reflektionskompetenz die Tendenz besteht, bei schulischem Misserfolg die Ursache ausschließlich in der angeblich mangelnden Reflexion oder fachlichen Kompetenz der Lehrperson zu suchen, während soziale oder systemische Faktoren vernachlässigt werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Reflexionskompetenz von (angehenden) Lehrerinnen und Lehrern, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1382159