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Das bilinguale Lexikon - Die Suche nach dem passenden Wort

Ist bilingualer Lexikonzugriff sprachspezifisch oder nicht-sprachspezifisch?

Title: Das bilinguale Lexikon - Die Suche nach dem passenden Wort

Thesis (M.A.) , 2008 , 86 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Anastazia Soltysova (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language

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Summary Excerpt Details

„Heute I saw eine kleine Junge.“

„Da hat mal Einer daneben gegriffen“, könnte man beim Betrachten der ersten Zeile denken. Solche Fehler passieren beim Erwerb einer fremden Sprache nicht gerade selten. Vor allem in der Anfangsphase des Spracherwerbs ist es oft nicht gerade einfach, das richtige Wort „zu finden“. Anders als in der muttersprachigen Produktion, in der man automatisch, zielsicher und innerhalb eines extrem kurzen Zeitraums Wörter abrufen und entsprechend den phonologischen, morphologischen und syntaktischen Regeln aneinander reihen kann, gestaltet sich die Suche nach dem richtigen Wort in einer fremden Sprache oft schwierig und führt nicht selten zu ähnlichen „Fehlgriffen“ wie in der ersten Zeile. Mit der Zeit und zunehmender Kompetenz in der zweiten Sprache gewinnt man einen sicheren Umgang mit den Wörtern und reiht diese passend aneinander, als wären sie Puzzleteile.
Der Speicher in dem unser Wortschatz gespeichert wird, heißt mentales Lexikon. Dieser Speicher hat eine sehr große Kapazität. Hier werden Wörter nach inhaltlichen und formalen Kriterien gespeichert. Während des Sprachproduktionsprozesses werden die hier gespeicherten Wörter abgerufen. Der Prozess des lexikalischen Abrufs, der so genannte lexikalischer Zugriff, verläuft extrem schnell und überwiegend automatisch.
Eine interessante Frage, die sich bei der Betrachtung dieses Themas ergibt, ist, wie lexikalisches Wissen aus mehreren Sprachen, z.B. bei einer bilingualen Person im mentalen Lexikon organisiert ist. In der Literatur werden zwei Annahmen bezüglich der Organisation des bilingualen Wissens kontrovers diskutiert. Die erste Annahme geht von der Existenz eines gemeinsamen Speichers für beide Sprachen aus, während die andere das Vorhandensein zweier separater sprachspezifischer Lexika annimmt. Wenn wir von der Existenz zweier separater Lexika bei Bilingualen ausgehen, so stellt sich die Frage, wie Bilinguale das richtige Wort in einem solchen Quantum an Wörtern finden. Im Fokus steht ein kompetenter Bilingualer, der mit dem Erwerb der zweiten Sprache nach dem Erwerb der Mutter- bzw. Erstsprache begonnenen hat. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf zwei diskutierten Hypothesen. Die erste geht von einem sprachspezifischen Lexikonzugriff aus, während die zweite eine nicht-sprachspezifische, parallele Aktivierung beider Sprachen befürwortet. Die eben erwähnten Hypothesen wurden lange Zeit mit der Annahme eines gemeinsamen bzw. zwei getrennter Speicher in Verbindung gebracht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DAS MENTALE LEXIKON

2.1 Mentales Lexikon als Gedächtniskomponente

2.2 Struktur des mentalen Lexikon.s

2.3 Formale und inhaltliche Organisation des mentalen Lexikons

2.3.1 Lautliche Information und ihre Beschaffenheit

2.3.2 Morphologische Information und ihre Beschaffenheit

2.3.3 Syntaktische Information und ihre Beschaffenheit

2.3.4 Semantische Information und ihre Beschaffenheit

2.4 Konzeptuelle Ebene

2.5 Mentales Lexikon als Netzwerk

3. DAS MENTALE LEXIKON IN DER L1-SPRACHPRODUKTION

3.1 Das hierarchisch-serielle Speaking-Model von LEVELT (1989)

3.2 Kaskadenmodelle

3.2.1 Das Independent Network Model von CARAMAZZA (1997)

3.2.2 Das Interactive Activation Model von DEL (1986)

4. DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON

4.1 Organisationsformen des bilingualen mentalen Lexikons

4.2 Entwicklung des bilingualen mentalen Lexikons

4.3 Organisation des semantisch-konzeptuellen Systems

4.4 Subset-Organisation des mentalen Lexikons

5. VON DER MESSAGE ZUR SPRACHSPEZIFISCHEN ÄUßERUNG: DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON IN DER L2-SPRACHPRODUKTION

6. DER PROZESS DES LEXIKALISCHENLEXIKALISCHER ZUGRIFF BEI KOMPETENTEN BILINGUALEN

6.1 Empirische Untersuchungen zum Lexikonzugriff bei Bilingualen

6.1.1 Stroop-Effekt und Interferenz

6.1.2 Bild-Wort-Interferenz-Verfahren

6.1.2.1 Zwischensprachlicher semantischer Interferenzeffekt

6.1.2.2 Zwischensprachlicher Identitätseffekt

6.1.2.3 Phonologische und orthographische Erleichterung

6.1.2.4 Kognaten

6.1.3 Nachbarschaftseffekt

6.1.4 Lexikalische Entscheidungsaufgabe

6.1.5 Wiederholungseffekt

7. SCHLUSSDISKUSSION

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Organisation des mentalen Lexikons bei zweisprachigen Sprechern sowie den Prozess des lexikalischen Abrufs. Ein zentrales Ziel ist es, die kontroverse Frage zu klären, ob der Zugriff auf Wörter sprachspezifisch erfolgt oder ob eine nicht-sprachspezifische, parallele Aktivierung beider Sprachen stattfindet.

  • Struktur und Organisation des mentalen Lexikons bei Einsprachigen.
  • Modelle der Sprachproduktion (z.B. Speaking-Model von Levelt).
  • Hypothesen zur bilingualen Lexikorganisation (coordinate, compound, subordinative).
  • Faktoren der Sprachentwicklung und -dominanz.
  • Empirische Methoden zur Untersuchung des Lexikonzugriffs (z.B. Priming, Stroop-Effekt).

Auszug aus dem Buch

2.3 Formale und inhaltliche Organisation des mentalen Lexikons

Wie im vorangehenden Abschnitt angeführt wird das mentale Lexikon nach formalen und inhaltlichen Kriterien organisiert. Jedes Wort, das im mentalen Lexikon gespeichert ist, wird im mentalen Lexikon sowohl durch formale: phonologische, morphologische syntaktische Informationen als auch durch inhaltliche, semantische Informationen repräsentiert. Der Begriff »Repräsentation« bezieht sich dabei auf die Speicherung der Einheit Wort im mentalen Lexikon (vgl. Rothweiler 2001: 32).

Die Gliederung des lexikalischen Eintrags nach phonologisch-morphologischen und semantisch-syntaktische Information spiegelt sich in Levelts Ansatz (1989) wider, in dem er davon ausgeht, dass jeder Lexikoneintrag aus »Lemma-« (Bedeutungsseite eines Wortes) und »Lexem-Informationen« (Formseite eines Wortes) besteht. Die Lemma- und Lexemebene sind nach Aitchison (1997) mit einer Münze vergleichbar: auch eine Münze hat zwei getrennte Seiten, die jedoch nur gemeinsam ein Ganzes ergeben. Genauso ist es mit der Form- und Bedeutungsseite des Wortes: die Informationen zu beiden Seiten werden getrennt gespeichert und abgerufen, aber nur gemeinsam ergeben sie ein Ganzes – ein Wort. Dabei erleichtern die Lemma-Aufteilung die Sprachproduktion, während die Lexem-Aufteilung den Verstehprozess erleichtert.

Die Aufteilung in Bedeutungs- und Ausdrucksform kann unter anderem an dem sog. TOT-Phänomen (Tip-of-the-Tongue-Phänomen) beobachtet werden. Das TOT-Phänomen beschreibt die Situation des „Auf-der-Zunge-Liegens“ (Schwarz & Chur 2004: 76). In solchen Situationen liegt der Person das gesuchte Wort sozusagen auf der Zunge, es will ihr aber nicht einfallen. Die Person ist in der Lage einige, mehr oder weniger verwandte, Wörter abzurufen. Das gesuchte allerdings nicht. Der Grund für das Zustandekommen des TOT-Phänomens ist, dass die Person auf die Bedeutungs- und Syntaxinformationen zugreifen (sie kann das Objekt, Person, etc. beschreiben), nicht aber auf die lautlichen Informationen (vgl. Dietrich 2002: 25).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik des mentalen Lexikons und Skizzierung der Forschungsfrage zur Organisation des bilingualen Wissens.

2. DAS MENTALE LEXIKON: Theoretische Grundlagen zur Struktur, Kapazität und Organisation des mentalen Speichers bei einsprachigen Individuen.

3. DAS MENTALE LEXIKON IN DER L1-SPRACHPRODUKTION: Beschreibung von Sprachproduktionsmodellen, insbesondere der seriellen und kaskadierenden Ansätze.

4. DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON: Diskussion der Organisationsformen und der Entwicklung des bilingualen Lexikons bei späten Lernern.

5. VON DER MESSAGE ZUR SPRACHSPEZIFISCHEN ÄUßERUNG: DAS BILINGUALE MENTALE LEXIKON IN DER L2-SPRACHPRODUKTION: Erörterung der sprachspezifischen Festlegung bei der Planung von Äußerungen.

6. DER PROZESS DES LEXIKALISCHENLEXIKALISCHER ZUGRIFF BEI KOMPETENTEN BILINGUALEN: Empirische Analyse des Lexikonzugriffs und der Hypothesen zur (nicht-)sprachspezifischen Aktivierung.

7. SCHLUSSDISKUSSION: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse bezüglich der parallelen Aktivierung im bilingualen Lexikon.

Schlüsselwörter

mentales Lexikon, bilingualer Lexikonzugriff, Sprachproduktion, Lemma, Lexem, Konzept, Kognaten, Priming-Effekt, Sprachdominanz, Sprachspezifität, Mehrsprachigkeit, Interferenz, Subset-Hypothese, Lexikalische Selektion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Wissen über zwei Sprachen im Gedächtnis eines bilingualen Sprechers organisiert ist und wie der Zugriff auf dieses Wissen während der Sprachproduktion erfolgt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit beleuchtet die Struktur des mentalen Lexikons, verschiedene Sprachproduktionsmodelle (z.B. nach Levelt), die Entwicklung der L2-Kompetenz und empirische Studien zum Lexikonzugriff.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist die Untersuchung der Frage, ob der Zugriff auf Wörter bei Bilingualen sprachspezifisch erfolgt oder ob beide Sprachen parallel aktiviert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die psycholinguistische Literatur auswertet und verschiedene empirische Untersuchungsmethoden wie Priming-Aufgaben, den Stroop-Test und Bild-Wort-Interferenz-Verfahren vergleicht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Strukturen bei einsprachigen Sprechern erläutert, um dann die Besonderheiten und Organisationsmodelle (z.B. Wortassoziationsmodell, Subset-Hypothese) des bilingualen Lexikons und die Prozesse bei kompetenten Bilingualen detailliert darzustellen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind mentales Lexikon, bilingualer Lexikonzugriff, Sprachproduktion, Kognaten, Priming-Effekt, Sprachspezifität und parallele Aktivierung.

Wie unterscheidet sich das Wortassoziationsmodell vom Konzeptvermittlungsmodell?

Während beim Wortassoziationsmodell (Anfangsstadium) das L2-Wort über das L1-Wort mit dem Konzept verbunden ist, erfolgt beim Konzeptvermittlungsmodell (Fortgeschrittene) ein direkter Zugriff vom L2-Wort auf das geteilte Konzept.

Was bedeutet die Subset-Hypothese in diesem Kontext?

Die Subset-Hypothese besagt, dass lexikalische Einträge einer Sprache eine Untermenge bilden, die je nach Bedarf unabhängig oder in Verbindung mit anderen Sprachen aktiviert werden kann.

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Details

Title
Das bilinguale Lexikon - Die Suche nach dem passenden Wort
Subtitle
Ist bilingualer Lexikonzugriff sprachspezifisch oder nicht-sprachspezifisch?
College
University of Heidelberg  (Deutsch als Fremdsprachenphilologie)
Grade
sehr gut
Author
Anastazia Soltysova (Author)
Publication Year
2008
Pages
86
Catalog Number
V137983
ISBN (eBook)
9783640457960
ISBN (Book)
9783640458110
Language
German
Tags
Bilingualismus Mentales Lexikon Organisation des bilingualen mentalen Lexikons lexikalischer Zgriff bei Bilingualen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anastazia Soltysova (Author), 2008, Das bilinguale Lexikon - Die Suche nach dem passenden Wort, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/137983
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