Die hier vorliegende Arbeit behandelt das Thema der Gleichstellungspolitik beziehungsweise des Gender Mainstreaming in Deutschland und Schweden. Denn auch wenn beide Länder Mitglied der EU sind und somit dieselben Vorgaben haben, was die Gleichstellungspolitik betrifft, entwickeln sie sich in diesem Bereich unterschiedlicher denn je.
Die Gleichberechtigung der Geschlechter ist ein universelles Menschenrecht. Vor allem in der Politik ist Gleichberechtigung und Gleichstellung häufig ein heiß diskutiertes Thema. Oft stehen Länder vor der Herausforderung, Frauen und Männern dieselben Chancen in ihrem gesamten Lebensweg zu ermöglichen. Die Gründe dafür liegen im Kern des Landes und führen bis zur Staatsgründung zurück.
Inhaltsverzeichnis
2 EINLEITUNG
3 THEORIE UND FORSCHUNGSBESTAND
4 DATEN UND METHODIK
5 BEGRIFFSERKLÄRUNG GLEICHSTELLUNGSPOLITIK
6 VORGABEN AUF EU-EBENE
7 GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
7.1 DIE ENTWICKLUNG DER GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IN DEUTSCHLAND
7.2 GESETZLICHE REGELUNG IN DEUTSCHLAND
7.3 POLITISCHE AKTEURE
8 GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IN SCHWEDEN
8.1 DIE ENTWICKLUNG DER GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IN SCHWEDEN
8.2 GESETZLICHE REGELUNG UND STAATLICHE INSTITUTIONEN IN SCHWEDEN
8.3 DER OMBUDSMANN
9 VERGLEICH DER BEIDEN LÄNDER
10 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der Gleichstellungspolitik zwischen Deutschland und Schweden, um herauszuarbeiten, warum Schweden als Vorbild für eine effektive Gleichstellungspolitik gilt. Dabei wird analysiert, wie sich institutionelle Rahmenbedingungen und politischer Wille auf die tatsächliche Umsetzung der Gleichberechtigung in beiden Ländern auswirken.
- Vergleich der historischen Entwicklung der Gleichstellungspolitik
- Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen im EU-Kontext
- Institutionelle Verankerung von Gleichstellungsprozessen
- Rolle von Ombudsmann-Systemen und politischer Steuerung
- Gegenüberstellung des Einflusses wohlfahrtsstaatlicher Modelle
Auszug aus dem Buch
8.3 Der Ombudsmann
Das schwedische Ombudsmännersystem bildet eine Sicherheit vor Machtmissbrauch und Misswirtschaft in der rechtlichen und öffentlichen Verwaltung (Schwedisches Institut). Sie existieren somit für Bürger und Bürgerinnen, die einen rechtlichen Beistand suchen. Für jeden Bereich werden Ombudsmänner untergeordnet, so gibt es beispielsweise den Verbraucherombudsmann, den Ombudsman gegen ethnische Diskriminierung und natürlich auch den Gleichberechtigungsombudsmann. Gefasst werden all die untergeordneten Bereiche im Justizombudsmann, der die höchste Instanz darstellt. Der Gleichberechtigungsombudsmann oder auch Jämställdhetsombudsmann (JämO) genannt, bildet die treibende Kraft in Schwedens Gleichstellung. Die Stelle des JämO trat 1980 in Kraft, demselben Jahr, in dem auch das Gesetz über die Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Erwerbsleben in Kraft trat (Schwedisches Institut). In erster Linie ist der Gleichberechtigungsombudsmann dafür da, dass er den Arbeitgeber dazu bewegt, sich nach dem Gesetz zu richten (Schwedisches Institut). Sollte ein Arbeitgeber es ablehnen die Paragrafen des Gesetzes zu beachten, oder sich weigern, [...] „kann der Gleichberechtigungsombudsmann sich an das Gleichberechtigungskomitee wenden“ (Schwedisches Institut). Zum anderen zählt zu den Aufgaben auch die Überwachung von Diskriminierung. Damit ist die Diskriminierung von Frauen an ihren Arbeitsplätzen gemeint, die gegenüber Männern benachteiligt werden (Schwedisches Institut). Des weiteren zählt zu den Tätigkeiten der Ombudsmänner die Publikationsarbeit. Zudem legt das JämO Wert auf Kooperationen mit anderen Institutionen und Sektoren und stellt dies auch notwendige Komponente zum Gelingen der Gleichberechtigungsombudsmann heraus.
Zusammenfassung der Kapitel
2 EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Relevanz der Gleichberechtigung als fundamentales Menschenrecht ein und stellt die unterschiedliche Ausgestaltung der Gleichstellungspolitik in Deutschland und Schweden trotz gemeinsamer EU-Vorgaben dar.
3 THEORIE UND FORSCHUNGSBESTAND: Dieses Kapitel verknüpft Gleichstellungspolitik mit Wohlfahrtsstaatlichkeit und beleuchtet Ansätze wie das Gender Mainstreaming sowie das Modell des „individual adult workers“.
4 DATEN UND METHODIK: Hier wird der methodische Vergleichsansatz erläutert, bei dem Literaturanalysen über die EU-Vorgaben und die nationalen Systeme beider Länder gegenübergestellt werden.
5 BEGRIFFSERKLÄRUNG GLEICHSTELLUNGSPOLITIK: Der Begriff wird definiert als Gesamtheit politischer Maßnahmen zur Erreichung tatsächlicher Gleichberechtigung, wobei auch die Rolle des Gender Mainstreamings kritisch beleuchtet wird.
6 VORGABEN AUF EU-EBENE: Das Kapitel behandelt die verbindlichen Richtlinien der EU zur Gleichstellung, die trotz ihrer Tragweite in der nationalen Umsetzung auf unterschiedliche Resonanz stoßen.
7 GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Es wird die historische Entwicklung, die gesetzliche Lage und die Rolle der zuständigen Akteure in Deutschland analysiert.
8 GLEICHSTELLUNGSPOLITIK IN SCHWEDEN: Dieses Kapitel widmet sich der schwedischen Konzeption, den staatlichen Institutionen und der zentralen Rolle des Ombudsmanns in der schwedischen Gesellschaft.
9 VERGLEICH DER BEIDEN LÄNDER: Hier findet die Zusammenführung der Erkenntnisse statt, wobei insbesondere die unterschiedliche Institutionalisierung und der politische Wille kritisch verglichen werden.
10 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Schweden durch institutionelle Stärke und gesellschaftlichen Wandel weiter fortgeschritten ist, während in Deutschland vor allem die Umsetzung in die Praxis mangelhaft bleibt.
Schlüsselwörter
Gleichstellungspolitik, Deutschland, Schweden, Gender Mainstreaming, Wohlfahrtsstaat, Gleichberechtigung, Ombudsmann, JämO, Europäische Union, Diskriminierungsschutz, Parlament, Landespolitik, Institutionalisierung, Frauenquote, Gesellschaftlicher Wandel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Unterschiede in der staatlichen Gleichstellungspolitik zwischen Deutschland und Schweden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Gesetzgebung, der institutionellen Verankerung und der praktischen Umsetzung von Gleichstellung in Wirtschaft und Politik.
Welches Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu analysieren, warum Schweden als sozialdemokratisch geprägtes Land bei der Gleichstellung erfolgreicher agiert als Deutschland, das stärker an traditionellen Familienmodellen festhält.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Verfasserin nutzt einen vergleichenden methodischen Ansatz auf Basis vorhandener Fachliteratur und offizieller Richtlinien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine Analyse der EU-Vorgaben sowie eine detaillierte Gegenüberstellung der nationalen Entwicklungen und Institutionen beider Länder.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wichtige Begriffe sind Gleichstellungspolitik, Gender Mainstreaming, Wohlfahrtsstaat, Institutionalisierung und der schwedische Ombudsmann.
Welche Rolle spielt der Ombudsmann im schwedischen System?
Der Ombudsmann, insbesondere der JämO, fungiert als unabhängige Kontrollinstanz und treibende Kraft, um die Einhaltung der Gleichstellungsgesetze im Arbeitsleben sicherzustellen.
Warum schneidet Deutschland im Vergleich oft schlechter ab?
Die Arbeit identifiziert eine mangelnde Verbindlichkeit für wirtschaftliche Akteure und das Festhalten an konservativen Familienstrukturen als wesentliche Hemmnisse für eine effektive Gleichstellung in Deutschland.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Die Gleichstellungspolitik in Deutschland und Schweden. Ein Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1376761