Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union (GASP) beschreibt als zwischenstaatliche Kooperation den zentralen außen- und sicherheitspolitischen Handlungsrahmen der EU. Ihre Ziele umfassen zwei grundlegende Bereiche. Einerseits beziehen sie sich auf die Wahrung der fundamentalen Eigeninteressen der EU, andererseits betreffen die Zielformulierungen die Strukturierung des internationalen Systems.
In der vorliegenden Arbeit möchte ich zu Beginn der Frage nachgehen, was man unter „postmodern“ versteht. Anschließend möchte ich betrachten, was eine postmoderne Außenpolitik kennzeichnet und ob die GASP als Prototyp (Urbild, Muster) postmoderner Außenpolitik bezeichnet werden kann oder ob es in dieser Hinsicht noch Nachholbedarf gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Begriff der „Postmoderne“
2.1 Abgrenzungs- und Definitionsversuche
2.2 Politische Implikationen der Postmoderne
3 Postmoderne Kennzeichen der GASP?
3.1 Supranationalismus:
3.2 Selektivität, Fragmentierung und Subsidiarität:
3.3 Multilateralität:
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union als eine "postmoderne Außenpolitik" charakterisiert werden kann und ob sie als Prototyp für postmoderne politische Handlungsformen fungiert.
- Grundlagen und Definitionen des Begriffs "Postmoderne"
- Politische Implikationen postmoderner Ansätze in den Internationalen Beziehungen
- Analyse der GASP hinsichtlich supranationaler Tendenzen und intergouvernementaler Strukturen
- Untersuchung von Selektivität, Fragmentierung und Subsidiarität innerhalb der EU-Außenpolitik
- Bewertung des Multilateralismus als Merkmal postmoderner Charakteristika der EU
Auszug aus dem Buch
3.1 Supranationalismus:
Unter dem Begriff Supranationalismus fasst man „die Gesamtheit der institutionellen und prozessualen Dimensionen der Theorie und Praxis überstaatlicher (im Sinne von über den Nationalstaat hinausreichender und auf ihn mit Anspruch auf verbindliche Entscheidungen rückwirkender) Politik“ zusammen.
Die Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) ergibt diesbezüglich ein diskrepantes Bild:
Sie wurde von Anfang an, im Gegensatz zur Wirtschaft, als Domäne der Nationalstaaten verstanden. Das geht auch aus dem Maastrichter Vertrag von 1992 hervor. Liest man diesen aufmerksam, dann wird deutlich, dass es in der GASP um eine Abstimmung zwischen den Mitgliedsstaaten und weniger um eine Politik der EU als einen einheitlichen Akteur geht. Die Mitglieder verpflichten sich, die Außen- und Sicherheitspolitik der Union zu unterstützen und darin zusammenzuarbeiten. (Art. 11 EU-V)
„Zu jeder außen- und sicherheitspolitischen Frage von allgemeiner Bedeutung findet im Rat eine gegenseitige Unterrichtung und Abstimmung zwischen den Mitgliedsstaaten statt, damit gewährleistet ist, dass der Einfluss der Union durch konzertiertes und konvergierendes Handeln möglichst wirksam zum Tragen kommt“ (Art. 16 EU-V). Kollektivität soll laut dem Unionsvertrag durch den „Ausbau der regelmäßigen Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten“ (Art. 12 EU-V) sowie durch Beschlüsse über „gemeinsame Strategien“, die dann in „gemeinsame Aktionen“ und „gemeinsame Standpunkte“ (Art. 13 EU-V) umgesetzt werden, erreicht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt den Handlungsrahmen der GASP dar und führt in die Fragestellung ein, ob die EU als "postmoderne Supermacht" gelten kann.
2 Der Begriff der „Postmoderne“: Dieses Kapitel erläutert die etymologischen und philosophischen Grundlagen des Postmoderne-Begriffs und diskutiert die zeitliche sowie inhaltliche Einordnung.
2.1 Abgrenzungs- und Definitionsversuche: Hier werden verschiedene theoretische Ansätze zur Postmoderne beleuchtet, insbesondere die Unterscheidung von Moderne und Postmoderne als Geisteshaltung.
2.2 Politische Implikationen der Postmoderne: Das Kapitel analysiert den Wandel der Weltordnung von der modernen Souveränität hin zu transnationalen oder supranationalen Strukturen.
3 Postmoderne Kennzeichen der GASP?: Dies ist der Untersuchungsteil, der prüft, ob die GASP die in der Literatur identifizierten postmodernen Merkmale erfüllt.
3.1 Supranationalismus:: Das Kapitel untersucht die vertragliche Basis der GASP und zeigt den Widerspruch zwischen gemeinsamem Handeln und nationalstaatlicher Kontrolle auf.
3.2 Selektivität, Fragmentierung und Subsidiarität:: Hier wird die EU als fragmentierter Akteur beschrieben, der durch unterschiedliche Dimensionen und Integrationsmethoden charakterisiert ist.
3.3 Multilateralität:: Das Kapitel beleuchtet das komplexe Beziehungsgeflecht der EU zu verschiedenen Akteuren und wie Multilateralismus den postmodernen Charakter prägt.
4 Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die GASP noch nicht als Prototyp der Postmoderne bezeichnet werden kann.
Schlüsselwörter
Postmoderne, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, GASP, Supranationalismus, Europäische Union, Internationale Beziehungen, Multilateralität, Subsidiarität, Außenpolitik, Weltordnung, Fragmentierung, politische Transformation, Souveränität, moderne Staatenwelt, Intergouvernementalismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der EU und der theoretischen Debatte, ob diese als "postmoderne Außenpolitik" eingestuft werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretische Definition der Postmoderne, die politische Struktur der EU-Außenbeziehungen, Konzepte wie Supranationalität und Multilateralität sowie die Rolle des Nationalstaates.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die GASP als Prototyp einer postmodernen Außenpolitik betrachtet werden kann oder ob weiterhin wesentliche Merkmale der klassischen modernen Politik dominieren.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor wählt ein systematisch-analytisches Vorgehen, um aktuelle Internetquellen sowie relevante Fachliteratur zu den Themen Außenpolitik und Politiktheorie auszuwerten.
Welche Aspekte werden im Hauptteil vertieft behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Merkmale Supranationalismus, Selektivität, Fragmentierung, Subsidiarität und Multilateralität und wendet diese theoretischen Kategorien auf die praktische Ausgestaltung der GASP an.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird besonders durch die Begriffe Postmoderne, Supranationalismus, GASP und die Analyse der EU als Akteur in den internationalen Beziehungen geprägt.
Warum wird die GASP in der Arbeit nicht als rein "postmodern" bezeichnet?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die GASP das Kriterium der Supranationalität noch nicht vollständig erfüllt, da Entscheidungen weiterhin stark intergouvernemental geprägt sind und nationale Souveränität eine große Rolle spielt.
Welche Rolle spielt die "postmoderne Öffnung" des Nationalstaates?
Der Autor argumentiert, dass durch die Einbindung zivilgesellschaftlicher Akteure und die Vernetzung mit internationalen Institutionen eine Öffnung stattfindet, die als "postmoderne Öffnung des Nationalstaates" bezeichnet werden kann.
- Quote paper
- Manu D. (Author), 2009, Die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU als Prototyp postmoderner Außenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/137436