Ein aktuelles Beispiel für das vollständige Versagen eines Unternehmens im Bereich des Corporate Governance stellt der Betrugsskandal der Wirecard AG dar. Zu Beginn der Hausarbeit werden unterschiedliche Theoriegrundlagen der Corporate Governance analysiert. Zunächst der Stewardshipansatz und danach die Principal-Agent-Theorie. Diese werden verglichen und es wird die Auswirkung auf die Corporate Governance beleuchtet.
Der praktische Teil der Arbeit befasst sich mit dem Wirecard-Skandal. Zuerst werden die Vorkommnisse dargestellt und aufgeschlüsselt. Im zweiten Teil wird eine Verbindung zwischen dem Praxisbeispiel und der Corporate-Governance-Inhalte hergestellt und analysiert, inwieweit gegen Grundsätze des deutschen Corporate-Governance-Kodex verstoßen wurde. Danach werden Maßnahmen ausgearbeitet, um weiteren Betrugsfällen vorzubeugen. Die Hausarbeit wird mit einem umfassenden Fazit sowie einer Empfehlung für die Sicherstellung einer Corporate-Governance-Umsetzung abgeschlossen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Unterschiedliche Theoriegrundlagen zur Corporate Governance
2.1 Ethik und Corporate Governance
2.2 Stewardshipansatz
2.3 Prinzipal-Agenten-Theorie
2.4 Gegenüberstellung von Stewardshipansatz und Prinzipal-Agenten-Theorie
2.5 Auswirkungen auf die Gestaltung der Corporate Governance
3 Aktueller Unternehmensskandal - Wirecard AG
3.1 Darstellung des Praxisbeispiel
3.2 Der deutsche Corporate Governance Kodex
3.2.1 Elemente des deutschen Corporate Governance Kodex
3.2.2 Abgrenzung der relevanten Elemente für das Praxisbeispiel
3.3 Verhalten der Wirecard AG
3.3.1 Verstöße des Unternehmens gegen den CGK
3.3.2 Wer trägt die Schuld am Skandal?
3.4 Wie hätte man es besser machen müssen?
3.4.1 Welche internen Veränderungen sind erforderlich?
3.4.2 Welche Veränderungen müssen externe Kontrollinstanzen durchführen?
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Corporate Governance und analysiert deren Anwendung sowie Versagen anhand des Wirecard-Skandals, um Empfehlungen für eine effektivere Unternehmensführung und Kontrolle abzuleiten.
- Vergleich der Stewardship-Theorie und der Prinzipal-Agenten-Theorie.
- Die Rolle der Wirtschaftsethik in der Corporate Governance.
- Analyse des Wirecard-Skandals und der Verstöße gegen den Deutschen Corporate Governance Kodex.
- Evaluation von internen Kontrollmechanismen und Anreizsystemen.
- Bewertung der Rolle externer Kontrollinstanzen wie Wirtschaftsprüfer und BaFin.
Auszug aus dem Buch
Die Prinzipal-Agenten-Theorie
Die Prinzipal-Agenten-Theorie definiert die juristische Auffassung der vertraglichen Beziehung, die vorliegt, wenn mindestens ein Principal und ein Agent diesen schließen und beide im eigenen Interesse handeln. Dabei wird vom Principal versucht optimale Vertragsbedingungen herzustellen, damit der Agent seine Erwartungen erfüllt (Erlei & Schmidt-Mohr, 2018). Daraus ergeben sich viele Personenkonstellationen, die diese Charakteristika aufweisen. Der Principal ist dem Agenten in den meisten Fällen hierarchisch übergeordnet (z. B. Arbeitgeber (P) – Arbeitnehmer (A) oder Patient (P) – Arzt (A)) (Mumm, 2016, S. 64).
Für diese Theorie sind zwei Annahmen von zentraler Bedeutung. Zum einen wollen beide Charaktere ihren Individualnutzen maximieren, zum anderen besitzt der Agent einen Informationsvorsprung gegenüber dem Principal. Durch den Vertrag kann der Principal die Handlungsfreiheit des Agenten einschränken. Entscheidend für den Erfolg oder Misserfolg sind dabei die Agency-Kosten. Dazu zählen die Vereinbarungskosten für den Vertrag sowie die Steuerungs- und Kontrollkosten, die für den Principal entstehen. Darüber hinaus fallen Garantiekosten für den Agenten und mögliche Residualkosten an (Mumm, 2016, S. 64 f.).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung der Corporate Governance als Instrument zur Beschränkung opportunistischen Verhaltens ein und stellt den Wirecard-Skandal als zentrales Praxisbeispiel der Arbeit vor.
2 Unterschiedliche Theoriegrundlagen zur Corporate Governance: Dieses Kapitel erläutert die ethischen Grundlagen der Corporate Governance und vergleicht den Stewardshipansatz mit der Prinzipal-Agenten-Theorie, um unterschiedliche Herangehensweisen an Motivation und Kontrolle zu verdeutlichen.
3 Aktueller Unternehmensskandal - Wirecard AG: Das Hauptkapitel analysiert detailliert den Fall Wirecard, identifiziert Verstöße gegen den Corporate Governance Kodex und diskutiert die Schwächen interner sowie externer Kontrollinstanzen.
4 Fazit: Das Fazit fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer gut organisierten Corporate Governance sowie verbesserter Kontrollmechanismen für den langfristigen Unternehmenserfolg.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Wirtschaftsethik, Stewardshipansatz, Prinzipal-Agenten-Theorie, Wirecard AG, Unternehmensskandal, Corporate Social Responsibility, Risikomanagement, Compliance, Abschlussprüfung, BaFin, Interessenskonflikt, Opportunismus, Interne Revision, Kontrollmechanismen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Konzepte der Corporate Governance sowie deren praktische Relevanz, verdeutlicht anhand der Analyse des Wirecard-Betrugsskandals.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Schwerpunkten gehören Moral und Ethik in der Unternehmensführung, das Spannungsfeld zwischen Auftraggebern und Auftragnehmern sowie die Wirksamkeit interner und externer Kontrollsysteme.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, die theoretischen Ansätze der Corporate Governance gegenüberzustellen und basierend auf dem Versagen beim Fall Wirecard Optimierungsmöglichkeiten für die Unternehmensführung abzuleiten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse theoretischer Konzepte sowie einer deskriptiven Fallstudie des Wirecard-Skandals in Bezug auf den Deutschen Corporate Governance Kodex.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der Analyse der Theoriegrundlagen, der Darstellung des Praxisbeispiels Wirecard, der Identifikation konkreter Verstöße gegen Kodex-Prinzipien und der Erarbeitung interner sowie externer Verbesserungsvorschläge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Corporate Governance, Wirtschaftsethik, Prinzipal-Agenten-Theorie, Risikomanagement, Compliance und das Versagen von Kontrollinstanzen im Kontext von Wirecard.
Welche interne Maßnahme zur Vermeidung von Betrug wird als besonders wichtig hervorgehoben?
Besonders die Stärkung der internen Revision als unabhängiges Kontrollinstrument sowie die Implementierung von Anreizsystemen, die langfristiges Handeln statt kurzfristigen Opportunismus fördern, werden betont.
Welche Kritik wird an den Wirtschaftsprüfern im Fall Wirecard geübt?
Es wird kritisiert, dass trotz ihrer Kontrollaufgabe ein Interessenskonflikt durch parallel angebotene Beratungsleistungen bestand und trotz gravierender Anzeichen keine objektive Korrektur des Bilanzbildes erfolgte.
Inwiefern hat die BaFin ihre Rolle nach dem Skandal verändert?
Die BaFin erhielt durch das Finanzmarktintegritätsstärkungsgesetz mehr Befugnisse, darunter erweiterte Durchsuchungsrechte und die Möglichkeit, Wirtschaftsprüfer direkt zu befragen, um Bilanzbetrug effektiver zu bekämpfen.
- Quote paper
- Benjamin Grebing (Author), 2022, Der Wirecard-Skandal. Empfehlungen für die Sicherstellung einer Umsetzung der Corporate Governance, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1361499