Das Ziel dieser Hausarbeit war es, die Sharing Economy im Blickwinkel der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit zu betrachten und ihre Vereinbarkeit zu erläutern. Dazu wurden die Merkmale und Besonderheiten einer ressourcenorientierten Nachhaltigkeit in Kapitel 2 vorgestellt. Danach wurde ein Überblick über die Verwendung des Ressourcenbegriffs in der Managementlehre in Kapitel 3 gegeben. Anschließend wurden die Formen und Entwicklungen im Bereich der Sharing Economy in Kapitel 4 erörtert. In Kapitel 5 wurden dann die beiden Themenbereiche zusammengeführt und es wurde geprüft, durch welches Verständnis von Ressourcen die Sharing Economy geprägt ist. Daraus wurden dann im Anschluss Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Sharing Economy abgeleitet.
Unter Sharing Economy wird das Teilen von Gütern oder Dienstleistungen im Internet verstanden. Diese Form des Teilens wird auch als „collaborative consumption“ bezeichnet, getreu dem Motto „teilen statt besitzen“. Im Hinblick auf die absolute Ressourcenknappheit hat die Entwicklung der Sharing Economy in den letzten Jahren immer mehr Relevanz gewonnen. Die Sharing Economy ist mit der Hoffnung verbunden, bestehende Kapazitäten besser auszulasten und entsprechend ressourcenschonend zu wirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Merkmale und Besonderheiten einer ressourcenorientierten Nachhaltigkeit
3. Überblick über die Verwendung des Ressourcenbegriffs in der Managementlehre
4. Formen und Entwicklungen im Bereich der Sharing Economy
5. Integration von Sharing Economy und ressourcenorientierter Nachhaltigkeit
a. Darstellung von Ressourcen in der Sharing Economy
b. Empfehlungen für eine Weiterentwicklung der Sharing Economy
6. Fazit
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Sharing Economy aus der Perspektive der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit kritisch zu beleuchten und ihre Vereinbarkeit sowie Potenziale zur Weiterentwicklung aufzuzeigen.
- Grundlagen der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit in der Managementlehre
- Entwicklung und Definition der Sharing Economy
- Ressourcenverständnis innerhalb des Sharing-Economy-Konzepts
- Analyse der Rationalität von Effizienz versus Reproduktion
- Strategische Handlungsempfehlungen für nachhaltigere Geschäftsmodelle
Auszug aus dem Buch
a. Darstellung von Ressourcen in der Sharing Economy
Die Sharing Economy ist mit der Hoffnung verbunden, bestehende Kapazitäten besser auszulasten und entsprechend ressourcenschonend zu wirken. Die Sharing Economy wird oberflächlich betrachtet als nachhaltig angesehen, da der Austausch von Nutzungsrechten – also das Teilen von Gütern – eine effizientere Nutzung von Ressourcen verspricht. Im Fokus steht das „teilen statt haben“ oder „nutzen statt besitzen“ von Gütern. Demnach soll die Sharing Economy Teil einer nachhaltigen und ressourcenschonenden Gesellschaft sein. Sie soll durch eine „Revolution von unten“ entstehen, die die Menschen sowohl von der Abhängigkeit von dominanten Unternehmen und Dienstleistern befreien, als auch mit gleichen Ressourcen mehr Wünsche erfüllen soll (Theurl et al., 2015). Nach diesen Grundgedanken der Sharing Economy, werden Ressourcen auch als die Inputprodukte für die Produktion eines Gutes verstanden. Die Ressourcen zur Nutzung des Gutes sind in diesen Grundgedanken aber noch nicht inbegriffen.
Dies soll am folgenden Beispiel der Sharing Economy „SHARE NOW“ erklärender dargestellt werden. SHARE NOW ist ein deutsches Carsharing-Unternehmen. Das Unternehmen stellt Autos in großen Innenstädten frei verfügbar, welche dann über die SHARE NOW-App „On-demand“ (deutsch: wenn benötigt) gemietet werden können. Die Nutzer zahlen dann pro gemietete Minute (SHARE NOW, o.D.). SHARE NOW folgt dem Prinzip „nutzen statt besitzen“. Die Nutzer der App besitzen also selbst kein Auto, sondern nutzen diejenigen, die im Besitz der Carsharing-Unternehmen sind. Nach diesem Prinzip besitzen also weniger Menschen Autos, weil sie auf die Autos von SHARE NOW zurückgreifen können wenn sie mal ein Auto nutzen wollen. D.h. es werden weniger Autos für den Privathaushalt produziert. Dementsprechend können die Ressourcen im Sinne von Inputprodukten, die für die Produktion von Autos gebraucht werden, reduziert werden. Aus dieser Perspektive ist die Sharing Economy sehr wohl ressourcenschonend, da weniger Güter, in diesem Fall Autos, produziert werden müssen. Allerdings werden noch stets Ressourcen für die Nutzung der Güter benötigt. Für das Fahren von Autos wird Diesel oder Benzin benötigt – bei Elektroautos Strom. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Auto im Privatbesitz oder gemietet ist. Dieser Ressourcenverbrauch der Nutzung fällt auch bei der Sharing Economy an und wird nicht dadurch reduziert, dass die Güter geteilt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Ressourcenknappheit ein, stellt die Relevanz der Sharing Economy dar und definiert das Ziel, diese im Kontext der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit zu untersuchen.
2. Merkmale und Besonderheiten einer ressourcenorientierten Nachhaltigkeit: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit, welches über die klassische Effizienzsicht hinausgeht und die Notwendigkeit der Reproduktion von Ressourcen betont.
3. Überblick über die Verwendung des Ressourcenbegriffs in der Managementlehre: Hier werden drei theoretische Denkschemata (Input-Transformations-Output, Resource-based View, Zweck-Mittel-Schema) auf ihre Ressourcen-Rationalität hin untersucht.
4. Formen und Entwicklungen im Bereich der Sharing Economy: Das Kapitel definiert Sharing Economy als Wirtschaftssystem und skizziert die Gründe für deren Trendcharakter sowie verschiedene vorhandene Geschäftsmodelle.
5. Integration von Sharing Economy und ressourcenorientierter Nachhaltigkeit: Hier treffen die theoretischen Konzepte aufeinander, um zu prüfen, ob Sharing Economy tatsächlich ressourcenorientiert nachhaltig ist und wie sie sich weiterentwickeln kann.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und stellt fest, dass die Sharing Economy derzeit primär auf Effizienz basiert, während der Aspekt der Ressourcen-Reproduktion für eine echte Nachhaltigkeit noch integriert werden muss.
7. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.
Schlüsselwörter
Ressourcenorientierte Nachhaltigkeit, Sharing Economy, Ressourcenknappheit, Effizienz, Reproduktion, Collaborative Consumption, Managementlehre, Nutzen statt Besitzen, Ressourcenmanagement, Nachhaltiges Wirtschaften, Konsumkultur, Geschäftsmodelle, SHARE NOW, Input-Transformations-Output, Ressourcenentstehung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept der Sharing Economy unter dem speziellen Blickwinkel der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit, um deren tatsächlichen Beitrag zu einem nachhaltigen Wirtschaftssystem zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die theoretischen Grundlagen des Ressourcenmanagements, die Definition und Praxis der Sharing Economy sowie die kritische Verknüpfung beider Bereiche zur Identifikation von Nachhaltigkeitspotenzialen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Vereinbarkeit der Sharing Economy mit dem Ansatz der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit zu analysieren und zu prüfen, ob Sharing-Modelle zur Lösung der Ressourcenknappheit beitragen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die den aktuellen Kenntnisstand aus der Managementliteratur und einschlägigen Fachpublikationen zusammenführt, analysiert und auf die Sharing Economy anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Ressourcenbegriffs, einen Überblick über Sharing-Modelle sowie die Zusammenführung beider Bereiche inklusive praktischer Handlungsempfehlungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Ressourcenorientierung, Nachhaltigkeitsrationalität, Ressourceneffizienz, Sharing Economy und die notwendige Reproduktion von Ressourcen.
Wie unterscheidet sich die ressourcenorientierte Nachhaltigkeit von der klassischen Effizienzrationalität?
Während klassische Effizienz darauf abzielt, knappe Ressourcen sparsamer einzusetzen, fordert die ressourcenorientierte Nachhaltigkeit zusätzlich eine aktive Investition in die Reproduktion der genutzten Ressourcen, um eine dauerhafte Funktionsfähigkeit der Quellen zu sichern.
Welches Fazit zieht die Arbeit in Bezug auf das Carsharing-Modell von SHARE NOW?
Die Arbeit erkennt an, dass Carsharing durch Ressourceneinsparung in der Produktion (weniger Autos) ressourcenschonend wirkt, kritisiert jedoch, dass der Ressourcenverbrauch bei der Nutzung (Sprit/Strom) nach wie vor nicht durch Reproduktionsinvestitionen gedeckt ist.
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- Kim Beerthuis (Author), 2023, Untersuchung der Sharing Economy aus dem Blickwinkel der ressourcenorientierten Nachhaltigkeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1360922