In der vorliegenden Arbeit soll der Utilitarismus in Bezug auf die Wirtschaftswissenschaft herausgearbeitet werden. Hierzu soll zunächst der Kerngedanke des Utilitarismus, basierend auf den Überlegungen von Jeremy Bentham, aufgezeichnet und im Anschluss verschiedene Formen dieser Lehre veranschaulicht werden. Maßgebend sollen hierbei vorwiegend die Hauptaspekte der utilitaristischen Lehre und die Unterscheidungsmerkmale der verschiedenen Formen aufgezeigt werden. In diesem Rahmen soll in einem nächsten Schritt auf den Einfluss des Utilitarismus in der Wirtschaft eingegangen werden. Hierzu wird auf die Wirtschafts- und Unternehmensethik Bezug genommen. Anschließend soll die Vereinbarkeit des Utilitarismus mit dem Stakeholder-Ansatz nach kurzer Begriffserklärung untersucht werden. Bezugnehmend auf die herausgearbeiteten Erkenntnisse folgt eine kritische Beurteilung im Hinblick auf die Abkopplung der Finanzmärkte von dem Realmarkt. Abschließend sollen die wichtigsten Ergebnisse im Rahmen eines Resümees aufgegriffen und ein möglicher Ausblick aufgezeigt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Der Kerngedanke des Utilitarismus
1.2. Formen des Utilitarismus
2. Utilitarismus in der Wirtschaft
2.1. Wirtschafts- und Unternehmensethik
3. Stakeholder-Ansatz
3.1. Begriffserklärung
3.2. Vereinbarkeit des Utilitarismus mit dem Stakeholder-Ansatz
4. Kritische Beurteilung der Abkopplung der Finanzmärkte von dem Realmarkt
5. Resümee und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht die theoretischen Grundlagen des Utilitarismus und analysiert deren Anwendung sowie Vereinbarkeit innerhalb moderner wirtschaftswissenschaftlicher Kontexte, insbesondere bei der ethischen Unternehmensführung und auf den globalen Finanzmärkten.
- Historische und inhaltliche Herleitung des utilitaristischen Nützlichkeitsprinzips nach Jeremy Bentham und John Stuart Mill.
- Untersuchung der Unternehmensethik im Spannungsfeld zwischen Gewinnmaximierung und gesellschaftlicher Verantwortung.
- Analyse des Stakeholder-Ansatzes als Instrument zur Integration ethischer Interessen in die strategische Unternehmensplanung.
- Kritische Aufarbeitung der Entkopplung von Finanz- und Realwirtschaft unter Berücksichtigung utilitaristischer Kriterien.
Auszug aus dem Buch
1.1. Der Kerngedanke des Utilitarismus
„Die Natur hat die Menschheit der Gewalt zweier souveräner Gebieter unterstellt: Leid und Freude. Ihnen allein bleibt es vorbehalten uns aufzuzeigen, was wir tun sollten, wie auch zu bestimmen, was wir tun werden.“ (Jeremy Bentham 1789, An Introduction to the Principles of Morals and Legislation.)
Der Utilitarismus ist eine ethische Lehre, welche das Nützlichkeitsprinzip zur Grundlage hat. Alles Handeln wird hierbei im Hinblick auf die Folgen und deren Nutzen für die gesamte Gesellschaft bewertet. Begründer und Hauptvertreter des Utilitarismus ist Jeremy Bentham. Als Jurist hatte er zum Ziel das Rechtsystem in England zu reformieren. Sein 1789 erschienenes Werk „An Introduction to the Principles of Morals and Legislation“ (Bentham: 1789) ist die Grundlage des Utilitarismus. Diese Theorie verfolgt als Grundgedanken das Prinzip der Nützlichkeit. Bentham beschreibt dies wie folgt: „Mit dem Nutzenprinzip ist dasjenige Prinzip gemeint, dass jeder Art von Handlung billigt oder missbilligt entsprechend ihrer augenscheinlichen Tendenz, dass Glück der Partei, deren Interesse in Frage steht, zu erhöhen oder zu verringern;“ (Bentham: 2016, S. 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die utilitaristische Lehre ein und definiert das Ziel, deren Einfluss und Vereinbarkeit mit wirtschaftsethischen sowie finanzwirtschaftlichen Themen zu beleuchten.
2. Utilitarismus in der Wirtschaft: Das Kapitel veranschaulicht die Anwendung utilitaristischer Prinzipien auf die Wirtschafts- und Unternehmensethik unter Berücksichtigung aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen.
3. Stakeholder-Ansatz: Der Abschnitt erläutert das Stakeholder-Konzept und untersucht, inwieweit dessen Ausrichtung auf verschiedene Interessengruppen mit utilitaristischen Zielsetzungen harmoniert.
4. Kritische Beurteilung der Abkopplung der Finanzmärkte von dem Realmarkt: Hier wird analysiert, inwieweit die moderne Finanzwelt von ihrer Grundfunktion der Realwirtschaftsförderung abgewichen ist und wie dies utilitaristisch zu bewerten ist.
5. Resümee und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Grenzen einer rein am Utilitarismus orientierten Wirtschaftsordnung im Hinblick auf soziale Verantwortung.
Schlüsselwörter
Utilitarismus, Jeremy Bentham, John Stuart Mill, Nutzenmaximierung, Wirtschafts- und Unternehmensethik, Stakeholder-Ansatz, Finanzmärkte, Realwirtschaft, Gewinnmaximierung, Corporate Social Responsibility, Gemeinwohl, Ethik, Ökonomie, Finanzkrise, Handlungsutilitarismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Relevanz und Anwendbarkeit utilitaristischer Ethikkonzepte innerhalb der modernen Wirtschaftswissenschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die utilitaristische Theorie, die Unternehmensethik, das Stakeholder-Management sowie die problematische Trennung von Finanz- und Realwirtschaft.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Untersuchung, ob und wie utilitaristische Grundgedanken genutzt werden können, um wirtschaftliches Handeln ethischer zu gestalten und den Gesamtnutzen für die Gesellschaft zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, basierend auf Literaturstudien klassischer Utilitaristen sowie aktueller wirtschaftsethischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des Utilitarismus, dessen Transfer auf die Unternehmensethik und den Stakeholder-Ansatz sowie eine spezifische Kritik an der Abkopplung der Finanzmärkte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nutzenmaximierung, Gemeinwohl, gesellschaftliche Verantwortung der Unternehmen und Finanzmarktstabilität charakterisiert.
Wie verändert sich laut Autor die Rolle der Stakeholder im Krankenhaus-Sektor?
Die Autorin argumentiert, dass die Privatisierung Krankenhäuser zur Gewinnmaximierung zwang, wodurch wichtige Stakeholder wie Pflegepersonal vernachlässigt wurden, was in der Pandemie kritische Folgen hatte.
Welches Fazit zieht die Arbeit zur Vereinbarkeit von Utilitarismus und Wirtschaft?
Das Fazit lautet, dass eine rein utilitaristische Wirtschaftsform als ethisches Ideal erstrebenswert sein kann, aber in der Realität aufgrund opportunistischer Interessen kaum vollständig durchsetzbar ist.
- Arbeit zitieren
- Taylan Akpinar (Autor:in), 2021, Utilitarismus in der Wirtschaftswissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1359287