In der vorliegenden Arbeit werden 10 Fragen gestellt und beantwortet. Darunter geht es um Themen wie: Was ist eine Behinderung? Was ist eine Gesellschaft? Welche unterschiedlichen Arten von Behinderung gibt es und welche Herausforderung ergeben sich? Was ist für Sie der Unterschied zwischen "Behinderung" und "Beeinträchtigung"? Wer ist Ernst Klee? Persönliche Berührungspunkte? Wie wird Behinderung im Sozialgesetzbuch SGB IX §2? Welche unterschiedlichen Definitionen von Behinderung gibt es (Modelle, Definitionen der WHO)? Wie unterscheiden sie sich und welches Modell bzw. Welche Definition hat welche Defizite oder Vorteile? Wichtige Stationen der Behindertenbewegung am Beispiel des Textes von Swantje Köbsel? Welchen Einfluss bzw. welche Macht hat Sprache (z.B. in den Medien) im Umfeld von Menschen mit Behinderung?
Inhaltsverzeichnis
1. Was verstehen Sie unter dem Begriff ,,Behinderung“?
2. Was verstehen Sie unter dem Begriff ,,Gesellschaft“, auch in Hinblick auf die Soziale Arbeit?
3. Welche unterschiedlichen Arten von Behinderung gibt es und welche Herausforderung für Personen mit der jeweiligen Behinderung sehen Sie?
4. Was ist für Sie der Unterschied zwischen ,,Behinderung“ und ,,Beeinträchtigung“ und warum?
5. Wer ist Ernst Klee und was sagt er über Menschen mit Behinderung in seinem Text Wir sind doch alle behindert? Wie ist Ihre persönliche Meinung zum Text?
6. Haben Sie schon persönliche Berührungspunkte mit dem Thema Behinderung gehabt?
7. Wie wird Behinderung im Sozialgesetzbuch SGB IX §2 definiert und wie schätzen Sie diese Definition ein? Was fehlt?
8. Welche unterschiedlichen Definitionen von Behinderung gibt es? (Modelle, Definitionen der WHO) Wie unterscheiden sie sich und welches Modell bzw. Welche Definition hat welche Defizite oder Vorteile?
9. Nennen Sie kurz wichtige Stationen der Behindertenbewegung am Beispiel des Textes von Swantje Köbsel. Warum ist ihrer Meinung nach eine Behinderungsbewegung wichtig, auch im Hinblick Hinblick der aktuellen Nachteilsausgleiche und Gesetzgebung?
10. Welchen Einfluss bzw. welche Macht hat Ihrer Meinung nach Sprache (z.B. in den Medien) im Umfeld von Menschen mit Behinderung? Versuchen Sie jeweils ein positives und ein negatives Beispiel zu nennen.
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit dem Begriff der Behinderung auseinander, beleuchtet gesellschaftliche Barrieren sowie rechtliche Definitionen und hinterfragt die Rolle der Sprache in der medialen Darstellung behinderter Menschen.
- Grundverständnis von Behinderung und Gesellschaft
- Differenzierung zwischen Beeinträchtigung und Behinderung
- Analyse der Thesen von Ernst Klee
- Rechtliche Definitionen im Kontext des SGB IX
- Modellhafte Ansätze: Medizinisch, sozial und interaktiv
- Geschichte und Bedeutung der Behindertenbewegung
- Einfluss von Sprache und Medien auf die Inklusion
Auszug aus dem Buch
Die Funktion von Sprache im Kontext von Behinderung
Ich denke, dass Sprache in den Medien einen grossen Einfluss hat. Wenn Menschen mit Behinderung in den Medien thematisiert werden, treten oft Wörter wie ,,trotzdem, obwohl, dennoch.." in den Vordergrund. Diese Wörter sind vergleichend und bewertend, sie geben der Behinderung ein Gewicht. Gerade für Kinder, welche früh in Kontakt mit Medien kommen, könnte es schwer werden Behinderung als Normalität anzusehen, wenn sie Sätze wie: ,,Obwohl Herr A eine Behinderung hat, hat er Erfolg in seinem Geschäft" hören/ lesen u.s.w. In Ihrem genannten Beispiel der Datingshow ,,Besonders verliebt", wurde meiner Meinung nach versucht etwas Normalität von Behinderungen in die Medien zu bringen (Behinderte verlieben sich auch, nehmen an Shows teil, sind im Fernsehen ...), dennoch wurde schon im Titel der Show mit dem Wort ,,besonders" abgegrenzt.
Besonders muss nicht immer gut heissen, von vielen Menschen könnte dieses ,,besonders" in diesem Kontext auch als negativ aufgefasst werden. Aber alleine die Tatsache das dieses Wort dazu geschrieben wurde, ist bewertend. Bei jeder anderen Datingshow gibt es nur so Titel wie ,,plötzlich verliebt" oder ,,Liebe auf den zweiten Blick ", warum konnte man hier nicht auch sowas verwenden? An diesem Beispiel sieht man, wie groß die Funktion von Sprache, wenn Menschen mit Behinderung in den Medien thematisiert werden, sein kann (sowohl positiv als auch negativ) und was sie für Gefahren mit sich bringt. Sprachlich sollte man auch darauf achten die Behinderung nicht in den Vordergrund zu stellen, den Menschen als Ganzes betrachten. Es macht einen Unterschied zu sagen ,,Der Behinderte da hinten“, als ,,Der Mensch welcher eine Behinderung hat“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was verstehen Sie unter dem Begriff ,,Behinderung“?: Der Autor definiert Behinderung als Beeinträchtigung am gesellschaftlichen Leben, die oft erst durch gesellschaftliche Exklusion entsteht.
2. Was verstehen Sie unter dem Begriff ,,Gesellschaft“, auch in Hinblick auf die Soziale Arbeit?: Gesellschaft wird als soziales Gefüge beschrieben, in dem die Soziale Arbeit eine zentrale Rolle bei der Integration und Hilfe für alle Menschen übernimmt.
3. Welche unterschiedlichen Arten von Behinderung gibt es und welche Herausforderung für Personen mit der jeweiligen Behinderung sehen Sie?: Eine Übersicht über körperliche, geistige, psychische und Sinnesbehinderungen sowie die damit verbundenen alltäglichen Barrieren.
4. Was ist für Sie der Unterschied zwischen ,,Behinderung“ und ,,Beeinträchtigung“ und warum?: Die Beeinträchtigung wird als körperliche oder funktionale Seite verstanden, während die Behinderung erst durch Umweltbarrieren und soziale Faktoren konstruiert wird.
5. Wer ist Ernst Klee und was sagt er über Menschen mit Behinderung in seinem Text Wir sind doch alle behindert? Wie ist Ihre persönliche Meinung zum Text?: Auseinandersetzung mit Klees Thesen zur Diskriminierung und Einstufung von Menschen anhand ihrer Leistungsfähigkeit.
6. Haben Sie schon persönliche Berührungspunkte mit dem Thema Behinderung gehabt?: Fallbeispiele aus der beruflichen Erfahrung in einer Klinik sowie aus dem persönlichen Umfeld verdeutlichen den Umgang mit Stigmatisierung.
7. Wie wird Behinderung im Sozialgesetzbuch SGB IX §2 definiert und wie schätzen Sie diese Definition ein? Was fehlt?: Eine kritische Betrachtung der rechtlichen Definition, die als stigmatisierend und zu stark auf Leistungsfähigkeit reduziert wahrgenommen wird.
8. Welche unterschiedlichen Definitionen von Behinderung gibt es? (Modelle, Definitionen der WHO) Wie unterscheiden sie sich und welches Modell bzw. Welche Definition hat welche Defizite oder Vorteile?: Erläuterung der WHO-Dimensionen sowie des medizinischen, sozialen und interaktiven Modells zur Definition von Behinderung.
9. Nennen Sie kurz wichtige Stationen der Behindertenbewegung am Beispiel des Textes von Swantje Köbsel. Warum ist ihrer Meinung nach eine Behinderungsbewegung wichtig, auch im Hinblick Hinblick der aktuellen Nachteilsausgleiche und Gesetzgebung?: Ein historischer Abriss der Behindertenbewegung von 1980 bis 2006 und deren Bedeutung für die politische Teilhabe.
10. Welchen Einfluss bzw. welche Macht hat Ihrer Meinung nach Sprache (z.B. in den Medien) im Umfeld von Menschen mit Behinderung?: Analyse der medialen Sprache und des bewertenden Charakters mancher Begriffe im Kontext von Inklusion.
Schlüsselwörter
Behinderung, Beeinträchtigung, Gesellschaft, Soziale Arbeit, Barrieren, Ernst Klee, Inklusion, SGB IX, Behindertenbewegung, Medizinmodell, Sozialmodell, Sprache, Stigmatisierung, Teilhabe, Diskriminierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt zentrale Aspekte von Behinderung und Gesellschaft, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die kritische Reflexion gesellschaftlicher und medialer Wahrnehmung von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Welche Themenfelder sind zentral?
Neben den Definitionen von Behinderung und den verschiedenen theoretischen Modellen stehen historische Bewegungen, rechtliche Grundlagen im SGB IX und der Einfluss von Sprache im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie Behinderung gesellschaftlich konstruiert wird und welche Barrieren (sowohl physisch als auch sprachlich) die Teilhabe behinderter Menschen erschweren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der reflektierten Auseinandersetzung mit Fachtexten und einer Analyse von Rechtsgrundlagen und soziologischen Modellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Fragenkomplexe, die von der Begriffsbestimmung über das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft bis hin zur historischen Entwicklung der Behindertenrechte reichen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Inklusion, Stigmatisierung, soziale Barrieren, die verschiedenen Behinderungsmodelle und die Bedeutung der Behindertenbewegung.
Wie bewertet der Autor die Definition im SGB IX?
Die Definition wird kritisch als "runtergebrochen" und als potenziell stigmatisierend empfunden, da sie Behinderung primär über mangelnde Leistungsfähigkeit am Arbeitsmarkt definiert.
Welches Behinderungsmodell wird bevorzugt und warum?
Der Autor präferiert das interaktive Modell, da es die Vorteile des medizinischen Modells (Betrachtung des Individuums als Ganzes) mit dem sozialen Modell (Fokus auf umweltbedingte Barrieren und Förderung) verbindet.
- Arbeit zitieren
- Nina Fuchs (Autor:in), 2021, Behinderung und Gesellschaft. Herausforderungen, Unterschiede, Berührungspunkte und gesetzliche Lage, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1358402