Die Arbeit beschreibt die Modellierung der eigenen auftretenden negativen Emotionen als wirkungsvolle Strategie, um das Wohlbefinden in einer Partnerschaft aufrecht zu erhalten. Die wissenschaftliche Arbeit widmet sich der Emotionsregulation als Prädikator für das partnerschaftliche Funktionsniveau. Die untersuchte Fragestellung lautet konkret: Inwiefern wirken sich Emotionsregulationsstrategien in Konfliktsituationen auf die Zufriedenheit in der Partnerschaft aus?
Um der Fragestellung nachzugehen, wird im ersten Abschnitt die Entstehung der Emotion und die darauf aufbauende Emotionsregulation erklärt, deren Wirkungsweise anhand des Prozessmodells von Gross und Thompson im dritten Abschnitt verbildlicht wird. Der vierte und fünfte Abschnitt gibt durch die Betrachtung zweier Untersuchungen einen Einblick in den aktuellen Forschungsstand der Emotionsregulationsfähigkeit in Konfliktsituationen in der Partnerschaft. Abschließend werden die entstandenen Ergebnisse erörtert.
Nach der Arbeit noch in einem vollen Supermarkt einkaufen zu gehen, ist wahrscheinlich nicht jedermanns Idee einer schönen Zeit. Wenn dann in der Hektik auf das Smartphone geschaut und festgestellt wird, dass der Partner auf den letzten Drücker noch zahlreiche Lebensmittel dem Einkaufszettel hinzugefügt hat, entwickelt sich das Gefühl von Genervtheit zu Wut.
Dieser Umschwung macht sich in unseren Gedanken, Gefühlen, dem Verhalten und sogar im ganzen Körper bemerkbar. Der Blutdruck steigt, das Smartphone wird fest umschlossen und eine bissige Antwort formt sich im Kopf. Im letzten Moment keimt jedoch zusätzlich der Gedanke auf, dass eine provozierende Antwort die Gesamtsituation nur verschlimmern würde. Der Mund formt sich zu einem schmalen Strich und die Nachricht an den Partner wird heruntergeschluckt.
Im Paar-Alltag verlangen neben schweren Herausforderungen und offensichtlichen Krisen, viele solcher Situationen von einem ab, dass Emotionen reguliert werden. Nach Werth handelt es sich dabei oft um Kleinigkeiten, auch Daily Hassles genannt, wie offen liegen gelassene Zahnpastatuben oder Haare im Waschbecken, die das Beziehungsglück drücken können.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Partnerschaft
2.2 Emotionen
2.3 Emotionsregulation
3 Prozessmodell der Emotionsregulation
4 Aktueller Forschungsstand
5 Partnerschaftszufriedenheit im Zusammenhang mit Emotionsregulation
6 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Emotionsregulationsstrategien in Konfliktsituationen als Prädikator für das partnerschaftliche Funktionsniveau fungieren und wie sich diese auf die Zufriedenheit innerhalb einer Beziehung auswirken.
- Grundlagen von Partnerschaft, Emotionen und Emotionsregulation
- Prozessmodell der Emotionsregulation nach Gross und Thompson
- Analyse aktueller Forschungsergebnisse zu Emotionsregulation in der Partnerschaft
- Untersuchung von kognitiver Neubewertung und Unterdrückung als Regulationsstrategien
- Betrachtung geschlechterspezifischer Unterschiede im partnerschaftlichen Wohlbefinden
Auszug aus dem Buch
1 Einführung in die Thematik
Nach der Arbeit noch in einem vollen Supermarkt einkaufen zu gehen, ist wahrscheinlich nicht jedermanns Idee einer schönen Zeit. Wenn dann in der Hektik auf das Smartphone geschaut und festgestellt wird, dass der Partner auf den letzten Drücker noch zahlreiche Lebensmittel dem Einkaufszettel hinzugefügt hat, entwickelt sich das Gefühl von Genervtheit zu Wut. Dieser Umschwung macht sich in unseren Gedanken, Gefühlen, dem Verhalten und sogar im ganzen Körper bemerkbar. Der Blutdruck steigt, das Smartphone wird fest umschlossen und eine bissige Antwort formt sich im Kopf. Im letzten Moment keimt jedoch zusätzlich der Gedanke auf, dass eine provozierende Antwort die Gesamtsituation nur verschlimmern würde. Der Mund formt sich zu einem schmalen Strich und die Nachricht an den Partner wird heruntergeschluckt.
Im Paar-Alltag verlangen neben schweren Herausforderungen und offensichtlichen Krisen, viele solcher Situationen von einem ab, dass Emotionen reguliert werden (Werth et al., 2020, S.59). Nach Werth et al. (2020, S.59-60) handelt es sich dabei oft um Kleinigkeiten, auch »Daily Hassles« genannt, wie offen liegen gelassene Zahnpastatuben oder Haare im Waschbecken, die das Beziehungsglück drücken können. Im Zusammenhang mit diesen aufgeführten Situationen, beschreiben die Autorinnen die Modellierung der eigenen auftretenden negativen Emotionen, als wirkungsvolle Strategie, um das Wohlbefinden in einer Partnerschaft aufrecht zu erhalten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Emotionsregulation im Alltag einer Partnerschaft ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage der Arbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Hier werden zentrale Fachbegriffe wie Partnerschaft, Emotionen und Emotionsregulation theoretisch definiert und wissenschaftlich eingeordnet.
3 Prozessmodell der Emotionsregulation: Dieses Kapitel erläutert das Prozessmodell nach Gross und Thompson, welches die verschiedenen zeitlichen Phasen und Strategien der Emotionsregulation visualisiert.
4 Aktueller Forschungsstand: Hier werden aktuelle Studien betrachtet, die untersuchen, wie sich Emotionsregulation auf die Partnerschaftszufriedenheit und das dyadische Funktionsniveau auswirkt.
5 Partnerschaftszufriedenheit im Zusammenhang mit Emotionsregulation: Dieses Kapitel analysiert konkrete Studienergebnisse zu Effekten der Neubewertung und Unterdrückung bei heterosexuellen Paaren.
6 Diskussion: Das letzte Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Ergebnisse kritisch und gibt einen Ausblick auf zukünftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Emotionsregulation, Partnerschaft, Partnerschaftszufriedenheit, Prozessmodell, Konfliktsituationen, kognitive Neubewertung, Unterdrückung, dyadische Interaktion, Beziehungsglück, Paar-Alltag, Akteurseffekt, Partnereffekt, psychologisches Funktionsniveau.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Emotionsregulation als Prädikator für das partnerschaftliche Funktionsniveau und die Zufriedenheit in Partnerschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von Emotionen, theoretische Modelle der Emotionsregulation sowie deren Anwendung in zwischenmenschlichen Konfliktsituationen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist herauszufinden, inwiefern Emotionsregulationsstrategien wie die kognitive Neubewertung oder Unterdrückung die Zufriedenheit in einer Partnerschaft beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Diskussion empirischer Studien, insbesondere unter Verwendung des Actor-Partner-Interdependenz-Modells (APIM).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden das Prozessmodell von Gross und Thompson (2007) sowie verschiedene Forschungsansätze zu intrapersonellen und interpersonellen Auswirkungen der Emotionsregulation erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Emotionsregulation, Partnerschaftszufriedenheit, dyadische Forschung und kognitive Neubewertung charakterisiert.
Welche Rolle spielt das Geschlecht bei den untersuchten Regulationsstrategien?
Die Analysen zeigen geschlechterspezifische Tendenzen, etwa dass die Unterdrückung von Emotionen durch Ehemänner sich signifikant negativ auf die Zufriedenheit der Ehefrauen auswirken kann.
Warum wird das Prozessmodell nach Gross und Thompson verwendet?
Es dient dazu, die zeitlichen Aspekte der Emotionsentstehung zu verbildlichen und zu verdeutlichen, an welchen Punkten (z.B. antizipatorisch vs. reaktiv) Regulation eingreifen kann.
Sind die Ergebnisse auf jede Partnerschaft verallgemeinerbar?
Nein, aufgrund der begrenzten Anzahl an Versuchspersonen in den betrachteten Studien ist eine allgemeingültige Übertragung auf alle Partnerschaftskontexte nur eingeschränkt möglich.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2023, Emotionsregulation als Prädikator für das partnerschaftliche Funktionsniveau, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1340212