Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Bedeutung der sozioökonomischen Herkunft in Hinblick auf den Kompetenzerwerb bei Jugendlichen. Durch die im Jahr 2000 veröffentlichen schockierenden Ergebnisse der PISA-Studie wurde aufgezeigt, dass die sozioökonomische Herkunft als ausschlaggebend für den Kompetenzstand der SchülerInnen besonders in den Fächern Mathematik und Deutsch ist. PISA bedeutet Programme for International Student Assessment.
Diese Arbeit beschreibt zuerst die Chancengleichheit und -ungleichheit der verschiedenen Schichten. Hierbei wird dargelegt, welche Effekte für diese Ungleichheit im Kompetenzerwerb ursächlich sein könnten. Darauf aufbauend wird anhand der Literatur herausgearbeitet, welche unterschiedlichen Herkunftseffekte vorliegen und eine Verbindung zum Klassismus hergestellt. Anschließend wird das Design der PISA-Studie beleuchtet und auf den Zusammenhang des Bildungserfolg der jeweiligen SchülerInnen und deren sozialen Herkunft in Deutschland durch empirische Daten eingegangen. Um das umfangreiche Themengebiet einzugrenzen, wird der Fokus auf die Bundesrepublik Deutschland gerichtet. Ein weiterer Schwerpunkt wird explizit auf Kinder mit schwacher sozioökonomischer Herkunft gelegt, speziell auf den Einfluss dieser auf den Kompetenzerwerb der Kinder, besonders im Zusammenhang mit der erworbenen Lesekompetenz. Ein Fazit sowie ein Ausblick auf weitere mögliche Forschungsansätze runden die Hausarbeit ab.
Inhaltsverzeichnis
2. Einleitung
3. Chancengleichheit und -ungleichheit der verschiedenen Schichten
4. Design der PISA-Studie
5. Zusammenhang des Bildungserfolg der jeweiligen SchülerInnen und deren sozialen Herkunft in Deutschland durch empirische Daten der PISA-Studie
6. Ausblick und Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der sozioökonomischen Herkunft auf den Kompetenzerwerb bei Jugendlichen in Deutschland, mit einem besonderen Fokus auf die Lesekompetenz, um Bildungsungleichheiten aufzuzeigen und Lösungsansätze zu diskutieren.
- Analyse des Zusammenhangs zwischen sozialer Herkunft und Bildungserfolg
- Darstellung der Entstehung von Chancengleichheit und -ungleichheit
- Erläuterung des Designs und der Methodik der PISA-Studie
- Untersuchung institutioneller Diskriminierung im Bildungssystem
- Identifikation von Fördermöglichkeiten für benachteiligte Kinder
Auszug aus dem Buch
3. Chancengleichheit und -ungleichheit der verschiedenen Schichten
Bereits im Grundgesetz des deutschen Staates ist festgehalten, dass jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist (GG Artikel 3, Absatz 1) und niemand aufgrund des Geschlechts, der Abstammung, Rasse, Herkunft, Sprache, Heimat, des Glaubens, der religiösen und/oder politischen Anschauung, sowie einer Behinderung benachteiligt oder diskriminiert werden darf (GG Artikel 3, Absatz 3). Dahingehend hat jeder Bürger Deutschlands, unabhängig davon, ob die betroffene Person einen Migrationshintergrund oder eine geistige und/oder körperliche Behinderung hat, das Recht auf Bildung, welches im Artikel 26 des Grundgesetzes nachzulesen ist. Aus dem Chancengleichheitsgebot resultiert der Wunsch nach Bildungsgerechtigkeit und den gleichen Chancen für unterschiedliche Menschen, da Bildung eine Grundvoraussetzung der sozialen und beruflichen Chancengleichheit ist.
Gegensätzlich dazu herrscht eine gewisse Ungleichheit, die den Zugang auf Bildung für bestimmte Personengruppen einschränkt. Infolge von verschiedenen empirischen Bildungsforschungen, unter anderem der PISA-Studie, kam die Bundesrepublik Deutschland sowie diverse andere Staaten zu dem Ergebnis, dass ein enger Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status und Bildungsweg der Kinder besteht (Reiss et al. 2019, 142). Demzufolge haben SchülerInnen unterschiedliche Chancen bezüglich ihrer Teilnahme am Bildungssystem. Des Weiteren konnten mithilfe von PISA Bildungsunterschiede und -ungleichheiten empirisch transparent gemacht werden. Diese werden in den folgenden Kapiteln ausführlich behandelt.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Fragestellung zur Rolle der sozioökonomischen Herkunft beim Kompetenzerwerb vor und skizziert das methodische Vorgehen der Arbeit.
3. Chancengleichheit und -ungleichheit der verschiedenen Schichten: Dieses Kapitel erläutert das Grundrecht auf Bildung und analysiert die Ursachen für Bildungsungleichheit, einschließlich der Auswirkungen unterschiedlicher Herkunftseffekte.
4. Design der PISA-Studie: Hier wird die internationale Schulleistungsstudie PISA vorgestellt, ihre Zielsetzung sowie die methodische Durchführung und Datenerhebung erläutert.
5. Zusammenhang des Bildungserfolg der jeweiligen SchülerInnen und deren sozialen Herkunft in Deutschland durch empirische Daten der PISA-Studie: Das Kapitel verknüpft die empirischen Daten der PISA-Studie mit dem sozioökonomischen Status in Deutschland und diskutiert institutionelle Diskriminierung.
6. Ausblick und Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, die zentrale Hypothese bestätigt und notwendige Handlungsfelder für Bildungspolitik und Kindheitspädagogik formuliert.
Schlüsselwörter
Sozioökonomische Herkunft, Kompetenzerwerb, PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit, Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, Lesekompetenz, institutionelle Diskriminierung, Bildungsarmut, Sozialer Status, EGP-Klassen, Förderung, Bildungsforschung, Jugendalter, Schulerfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der sozioökonomischen Herkunft von Jugendlichen auf deren Kompetenzerwerb und Bildungserfolg in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themen umfassen Chancengleichheit, Bildungsungleichheit, das Design der PISA-Studie sowie institutionelle Diskriminierung im deutschen Schulsystem.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, nachzuweisen, wie sozioökonomische Faktoren den Bildungserfolg beeinflussen und welche Möglichkeiten pädagogische Fachkräfte haben, um bestehende Nachteile zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie die Auswertung empirischer Daten der PISA-Studie, um Zusammenhänge zwischen Herkunft und Leistung aufzuzeigen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert theoretische Herkunftseffekte, die methodische Struktur der PISA-Studien und wertet spezifische Daten zur Entwicklung der Lesekompetenz in Abhängigkeit von sozialen Schichten aus.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Besonders prägend sind Begriffe wie sozioökonomischer Status, Bildungsungleichheit, Lesekompetenz, Primäre/Sekundäre Herkunftseffekte und institutionelle Diskriminierung.
Warum spielt der sozioökonomische Status der Bezugspersonen eine so wichtige Rolle?
Da er direkten Einfluss auf finanzielle Ressourcen, zur Verfügung stehende Lernmittel und das kulturelle Kapital hat, was maßgeblich über die Unterstützungsmöglichkeiten beim Lernen entscheidet.
Welche Bedeutung haben die sogenannten EGP-Klassen für die Studie?
Die EGP-Klassen dienen als Kategoriensystem, um Berufe nach Tätigkeit und Stellung zu ordnen und so die Auswirkungen der sozialen Herkunft auf den schulischen Erfolg differenziert messbar zu machen.
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- Nathalie Studener (Author), 2021, Bedeutung der sozioökonomischen Herkunft auf den Kompetenzerwerb bei Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1339951