Die vorliegende Arbeit konzentriert sich auf die traditionelle Sicht der Transmissionstheorien, wobei der Fokus auf den spezifischen Preisen des Finanzmarktes(financial market prices) liegt. Im ersten Teil der Arbeit, „Modellannahmen“, erfolgt
zunächst eine kurze Einführung. Es wird erklärt, warum der preislichen vor der quantitativen Betrachtung der Vorzug gewährt wird und warum eine Komplexitätsreduktion im Hinblick auf Zinssätze und Wechselkurse stattfindet. Der zweite
Teil der Arbeit, „Kurz- und langfristiger Zinssatz und Wechselkurs“, erläutert das Zustandekommen und die Zusammenhänge zwischen Zinssätzen und Wechselkursen aus verschiedenen theoretischen Perspektiven. In diesem Zusammenhang wird der Versuch einer Beurteilung der Taylorschen Reaktionsfunktion für geldpolitische Maßnahmen unternommen. Im dritten Teil, „Implikationen für die staatswirtschaftliche Weichenstellung im Währungsbereich“, geht es um die Entscheidung des Staates, in
welcher Weise die heimische Währung in das System internationaler Währungen in Bezug gesetzt werden sollte. Abschließend folgt ein Ausblick.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Modellannahmen
2.1 Quantitative gegen preisspezifische Betrachtung geldpolitischer Maßnahmen
2.2 Komplexitätsreduktion auf einen kurzfristigen und langfristigen Zinssatz, sowie einen bilateralen Wechselkurs
2.3 Unterscheidung zwischen nominalem und realem Zinssatz
3. Kurz- und langfristiger Zinssatz und der Wechselkurs
3.1 Schematischer Überblick
3.2 Determination des kurzfristigen Zinssatzes
3.3 Determination des Wechselkurses
3.4 Determination des langfristigen Zinssatzes
4. Implikationen für die staatswirtschaftliche Weichenstellung im Währungsbereich
4.1 Feste oder flexible Wechselkurse
4.2 Paradigmenwechsel des Marktes
5. Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die traditionelle Sicht der monetären Transmissionstheorien, wobei der Schwerpunkt auf den spezifischen Preisen der Finanzmärkte wie Zinssätzen und Wechselkursen liegt. Ziel ist es, die Wirkungsweise geldpolitischer Impulse der Zentralbank auf die Realwirtschaft sowie die Eignung verschiedener theoretischer Modelle zur Erklärung dieser Zusammenhänge kritisch zu beleuchten.
- Analyse der Übertragungsmechanismen geldpolitischer Maßnahmen.
- Vergleich von quantitativer und preisspezifischer Betrachtungsweise.
- Untersuchung der Rolle von Zinssätzen und Wechselkursen als Transmissionskanäle.
- Kritische Beurteilung der Taylorschen Reaktionsfunktion.
- Diskussion über feste versus flexible Wechselkursregime.
Auszug aus dem Buch
3.2 Determination des kurzfristigen Zinssatzes
In jedem keynesianischen IS-LM Textbuch werden die kurzfristige Zinssätze einfach durch die Offenmarktpolitik der Zentralbank bestimmt. Dieses einfache Angebots- und Nachfragemodell basiert auf der Annahme, daß finanzielle Mittel seitens der Marktakteure entweder als nachfragewirksames Mittel oder als Anlagen gehalten werden können. Die stabile aggregierte Geldnachfrage ist hierbei sowohl eine Funktion des kurzfristigen Zinssatzes als auch des Einkommens. In den 70er Jahren hat dieses Modell und seine ökonometrische Ergänzung allerdings die Entwicklungen der Finanzmärkte nicht mehr erklären können. Die Praxis zeigt, daß eine expansive Offenmarktpolitik nicht mehr unbedingt zu einer Senkung der Zinssätze führen muß.
Darüber hinaus täuscht das statische Modell, mit seiner einmaligen Veränderung des Geldangebots, über die Realität hinweg. Statt das Geldangebot direkt zu erhöhen, um dann auf eine entsprechende Zinsänderung zu warten, verändern die meisten Zentralbanken heutzutage die monetäre Basis, um die kurzfristigen Zinsen in eine bestimmte Richtung zu leiten. Der erste Impuls ist hierbei eine Veränderung des täglichen Zinssatzes. Erst im Laufe der Zeit ändert sich dann die Geldmenge und der langfristige, akkumulierte Zinssatz so, wie es im statischen Diagramm dargestellt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der monetären Theorie ein und erläutert den Fokus der Arbeit auf die traditionelle Sicht der Transmissionsmechanismen.
2. Modellannahmen: Hier werden die methodischen Grundlagen dargelegt, insbesondere warum eine preisspezifische Betrachtung der einer quantitativen vorgezogen wird und wie eine Komplexitätsreduktion erfolgt.
3. Kurz- und langfristiger Zinssatz und der Wechselkurs: Dieses Kapitel erläutert die Zusammenhänge zwischen kurz- und langfristigen Zinsen sowie Wechselkursen und untersucht Taylors Reaktionsfunktion.
4. Implikationen für die staatswirtschaftliche Weichenstellung im Währungsbereich: Die Vor- und Nachteile von Wechselkursregimen sowie die Frage nach einem Paradigmenwechsel im Verständnis der Marktvariablen werden hier erörtert.
5. Ausblick: Der abschließende Teil skizziert den stetigen Wandel der Transmissionstheorien und verweist auf die Relevanz klassischer Ansätze trotz neuerer Entwicklungen.
Schlüsselwörter
Geldpolitik, Monetäre Transmission, Zentralbank, Zinssätze, Wechselkurse, Preisniveaustabilität, Taylorsche Regel, Finanzmarkt, Offenmarktpolitik, Realwirtschaft, Inflation, Transmissionstheorien, Geldmengenaggregate, Fiskalpolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die traditionelle Perspektive auf geldpolitische Transmissionsmechanismen, also die Frage, wie Zentralbankimpulse auf die Realwirtschaft wirken.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Modellierung geldpolitischer Transmission, die Rolle von Zinssätzen und Wechselkursen sowie die Debatte um geldpolitische Regeln und Wechselkursregime.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Effekte geldpolitischer Entscheidungen zu gewinnen, da es keine einzelne Theorie gibt, die alle Zusammenhänge umfassend erklären kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die auf der Auswertung volkswirtschaftlicher Literatur und empirischer Befunde zur Transmission basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden Modellannahmen (preisorientiert vs. quantitativ), die Determination von Zinsen und Wechselkursen sowie staatswirtschaftliche Implikationen für den Währungsbereich diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Geldpolitik, Monetäre Transmission, Zentralbank, Zinssätze, Wechselkurse und die Taylorsche Regel.
Warum bevorzugt der Autor eine preisspezifische Betrachtungsweise?
Der Autor argumentiert, dass aufgrund technologischer Innovationen und der schwierigen Abgrenzbarkeit von Geldmengen (M1, M2) Messbarkeitsschwierigkeiten bei quantitativen Analysen bestehen, weshalb die preisspezifische Analyse analytisch präziser ist.
Wie beurteilt der Autor die Taylorsche Regel?
Die Taylorsche Regel wird als nützliches Instrument zur Vorhersage von Zinsschritten bewertet, jedoch nicht als strikte Bindung für Zentralbanken, da diese flexibel auf spezielle Marktkonstellationen reagieren müssen.
- Quote paper
- Dr. Engin Karatas (Author), 2004, Währungspolitik und geldpolitische Transmission, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/133969