Diese Arbeit untersucht die Sinnhaftigkeit bzw. Nicht-Sinnhaftigkeit bestimmter Methodenabfolgen im Französischunterricht. Diskutiert werden theaterpädagogische Unterrichtsformen und textproduktive Verfahren und eine Kombination von beiden. Eine Lehrer:innenbefragung die Durchführbarkeit betreffend rundet die Arbeit ab.
Zunächst erfolgt im ersten Kapitel eine Darstellung der Geschichte der Literaturvermittlung im Fremdsprachenunterricht und eine gesonderte Darstellung der kreativen Verfahren im Umgang mit literarischen Texten. So soll ein grundlegendes Verständnis über die Bedeutung, Funktion und kreativitätsorientierte Form der Beschäftigung mit Literatur im Fremdsprachenunterricht sowie die Entwicklungen, die dazu führten, geschaffen werden. Im zweiten Kapitel wird auf die Formen des textproduktiven Umgangs mit literarischen Texten eingegangen, wobei zwei exemplarische Aufgabetypen näher erläutert werden, da sie eine Grundlage der Auseinandersetzung der Untersuchung bilden. Aus dem gleichen Grund erfolgt im dritte Kapitel eine Erläuterung des szenischen Spiels im Allgemeinen und eine Darstellung der berücksichtigten Formen. Anschließend folgt im vierten Kapitel die beabsichtigte Untersuchung. Im letzten Kapitel kommt es zur Darstellung der der empirischen Studie zugrunde liegenden methodischen Überlegungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Umgang mit literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht
2.1 Historischer Rückblick bezüglich des Umgangs mit literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht
2.2 Kreative Verfahren im Umgang mit literarischen Texten
3. Textproduktive Verfahren im Umgang mit literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht
3.1 Der persönlichkeitsorientierte Ansatz
3.2 Der prozessorientierte Ansatz für den Ausbau der kreativen Rezipientenrolle
3.2.1 Textproduktive Verfahren zur kreativen Vorarbeit
3.2.2 Textproduktive Verfahren zur ersten Textbegnung
3.2.3 Textproduktive Verfahren der Verarbeitung und Vertiefung der Begnung mit dem Text
4. Elemente des szenischen Spiels im Fremdsprachenunterricht
4.1 Begriffsdefinition und Entstehungsgeschichte des szenisches Spiels
4.2 Formen des szenischen Spiels
4.2.1 Standbilder
4.2.2 Stimmenskulpturen
4.2.3 Pantomimen
4.2.4 Improvisationen
4.2.5 Sketche
4.2.6 Simulations globales
4.2.7 Drama-Methode
4.2.8 Sprachpsychodramaturgie
5. Untersuchung der Formen des Einsatzes des szenischen Spiels hinsichtlich der Eignung als Kontext entsprechend der jeweiligen Zielsetzung eines textproduktiven Verfahrens
5.1 Klärung des methodischen Vorgehens
5.2 Untersuchung des Einsatzes von Formen des szenischen Spiels als Kontext textproduktiver Verfahren unter dem Gesichtspunkt der Sprechfertigkeit
5.2.1 Untersuchung des Einsatzes von Standbildern und Stimmenskulpturen als Kontext textproduktiver Verfahren unter dem Gesichtspunkt der Sprechfertigkeit
5.2.2 Untersuchung des Einsatzes von Pantomimen, Improvisationen, Sketchen und der simulation globale als Kontext textproduktiver Verfahren unter dem Gesichtspunkt der Sprechfertigkeit
5.2.3 Untersuchung des Einsatzes der PDL als Kontext textproduktiver Verfahren unter dem Gesichtspunkt der Sprechfertigkeit
5.2.4 Untersuchung des Einsatzes der Drama-Methode als Kontext textproduktiver Verfahren unter dem Gesichtspunkt der Sprechfertigkeit
6. Empirische Erhebung zum Einsatz von Elementen des szenischen Spiels im Kontext von textproduktiven Methoden im gymnasialen Französischunterricht im Freistaat Thüringen
6.1 Konzeption und Methodik der empirischen Erhebung
6.1.1 Anlass der empirischen Erhebung
6.1.2 Ziel der empirischen Erhebung
6.1.3 Hypothesen
6.1.4 Auswahl und Aufbau der Erhebungsinstrumente
6.1.5 Vorbereitung und Durchführung der empirischen Lehrerbefragung
6.2 Ergebnisse der empirischen Erhebung
6.2.1 Methodik der Auswertung
6.2.2 Auswertung und Darstellung der Ergebnisse
6.2.2.1 Auswertung der soziodemographischen Angaben
6.2.2.2 Auswertung der Angaben zum Einsatz von Formen des szenischen Spiels und textproduktiven Verfahren
7. Schlussfolgerungen hinsichtlich der Hypothesenüberprüfung
8. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das didaktische Potenzial der Verbindung von Elementen des szenischen Spiels mit textproduktiven Verfahren im gymnasialen Französischunterricht, um die Sprechfertigkeit der Schüler zu fördern, und ergänzt diese theoretische Auseinandersetzung durch eine empirische Erhebung zur aktuellen Anwendungspraxis in thüringischen Schulen.
- Verbindung von Kreativität und Fremdsprachenerwerb
- Analyse verschiedener Formen des szenischen Spiels
- Textproduktive Verfahren und der prozessorientierte Ansatz
- Förderung der Sprechfertigkeit durch szenische Methoden
- Empirische Bestandsaufnahme zur Unterrichtspraxis in Thüringen
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Unterrichtsmethoden, ein Gegenstand der Methodik, sind neben den Lernzielen und den Lerninhalten ein zentraler Gesichtspunkt der Planung von Unterricht. In der vorliegenden Arbeit werden unter Methoden "die Formen und Verfahren, in und mit denen sich Lehrer und Schüler die umgebende natürliche und gesellschaftliche Wirklichkeit unter institutionellen Rahmenbedingungen aneignen" (Meyer 2011: 45) verstanden. Im Französischunterricht gibt es nicht mehr eine große Methode, wie bspw. die audio-linguale Methode, die das Unterrichten maßgeblich bestimmt. Stattdessen besteht für die Lehrkräfte die Möglichkeit zur freien Wahl ihrer Methoden entsprechend ihrer methodisch-didaktischen Präferenzen im durch die Lerngruppe und den Lehrplan vorgegebenen Rahmen. Infolge eines "ungebrochenen Kreativitätsboom[s] in Gesellschaft und Schule" (Caspari 2007: 309) kommt der Kreativität im schulischen Fremdsprachenerwerb eine zunehmende Bedeutung zu (vgl. ebd. 310 f.). Kreative Schreibaufgaben sind eine Form des methodisch-didaktischen Einbeziehens von Kreativität in den Fremdsprachen-unterricht. Wie Nieweler allerdings bemerkt, eignet sich das kreative Schreiben insbesondere dann für den Unterricht, wenn es durch eine mehr oder weniger ausgeprägten Anbindung an einem literarischen Text über eine Grundlage verfügt, auf der das Schreiben fußen kann (vgl. 2004: 4). Derartige kreative Schreibaufgaben werden als textproduktive Verfahren bezeichnet. Textproduktive Aufgaben können auch mündlicher Natur sein, jedoch werden in dieser Arbeit nur Schreibaufgaben berücksichtigt. Hierbei ist einer Unterscheidung dieser Aufgaben entsprechend ihrer jeweiligen Zielsetzung in vier verschiedene Aufgabentypen möglich. Allerdings stellen diese Methoden nur eine Form der Berücksichtigung des Potentials einer Verbindung von Kreativität und dem Fremdsprachenerwerb dar. Das szenische Spiel, eine Arbeitsform die sich bühnenhafter Elemente bedient, ist eine potentialträchtige weitere Form des Einbeziehens von Kreativität. Die Benutzung von Elementen des szenischen Spiels als Kontext von kreativen Schreibaufgaben birgt die Möglichkeit in sich, die durch die Kreativität für den Zielsprachenerwerb gegebenen Vorteile umfassender nutzen zu können und durch die Schaffung weiterer Zugangswege zur Fremdsprache in einer effizienten Weise Lernprozesse anzuregen und zu unterstützen sowie dem Prinzip der Methodenvielfalt in sinnvoller Weise gerecht zu werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Relevanz von Unterrichtsmethoden, die Entwicklung hin zu mehr Kreativität im Fremdsprachenunterricht und führt in die Thematik der textproduktiven Verfahren und des szenischen Spiels ein.
2. Der Umgang mit literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht: Es erfolgt ein historischer Rückblick auf die Literaturdidaktik und die Darstellung der Entwicklung hin zum rezeptions- und schülerorientierten Fremdsprachenunterricht.
3. Textproduktive Verfahren im Umgang mit literarischen Texten im Fremdsprachenunterricht: Dies Kapitel definiert textproduktive Verfahren und erläutert sowohl den persönlichkeitsorientierten als auch den prozessorientierten Ansatz für den Einsatz im Unterricht.
4. Elemente des szenischen Spiels im Fremdsprachenunterricht: Hier werden der Begriff des szenischen Spiels definiert und verschiedene Formen wie Standbilder, Pantomimen, Sketche oder die Drama-Methode detailliert vorgestellt.
5. Untersuchung der Formen des Einsatzes des szenischen Spiels hinsichtlich der Eignung als Kontext entsprechend der jeweiligen Zielsetzung eines textproduktiven Verfahrens: Dieses Kapitel analysiert das methodische Potenzial, szenische Elemente gezielt zur Förderung der Sprechfertigkeit bei unterschiedlichen textproduktiven Aufgabentypen einzusetzen.
6. Empirische Erhebung zum Einsatz von Elementen des szenischen Spiels im Kontext von textproduktiven Methoden im gymnasialen Französischunterricht im Freistaat Thüringen: Das Kapitel beschreibt Design, Durchführung und Auswertung einer empirischen Studie mit Lehrkräften zur Anwendung dieser Methoden in der Schulpraxis.
7. Schlussfolgerungen hinsichtlich der Hypothesenüberprüfung: Hier werden die Ergebnisse der empirischen Studie auf Basis der zuvor aufgestellten Hypothesen diskutiert.
8. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Schlüsselwörter
Szenisches Spiel, Französischunterricht, Textproduktive Verfahren, Sprechfertigkeit, Kreativität, Literarische Texte, Fremdsprachenerwerb, Empirische Untersuchung, Lehrkräftebefragung, Unterrichtsmethoden, Handlungs- und Produktionsorientierung, Didaktisches Potenzial, Prozessorientierter Ansatz, Dramapädagogik, Thüringen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Verknüpfung von kreativen textproduktiven Verfahren mit Elementen des szenischen Spiels im Französischunterricht an Gymnasien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die Literaturdidaktik, die verschiedenen Formen szenischer Arbeit (z.B. Standbilder, Improvisation, Drama-Methoden) und deren Beitrag zur Förderung der kommunikativen Fertigkeiten, insbesondere des Sprechens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, das didaktische Potenzial zu untersuchen, das entsteht, wenn szenische Elemente gezielt als Kontext für textproduktive Aufgaben genutzt werden, und dies durch eine empirische Bestandsaufnahme zur aktuellen Lehrpraxis in Thüringen zu ergänzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die empirische Untersuchung verwendet?
Es wurde eine quantitative methodische Vorgehensweise gewählt, bei der eine internetgestützte Befragung von Französischlehrkräften im Freistaat Thüringen mittels standardisierter Fragebögen durchgeführt wurde.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erörterung der methodischen Ansätze (Kapitel 2 bis 4), eine detaillierte didaktische Analyse der Verknüpfung dieser Ansätze zur Sprechförderung (Kapitel 5) und die empirische Studie (Kapitel 6).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind szenisches Spiel, textproduktive Verfahren, Sprechfertigkeit, schülerorientierter Fremdsprachenunterricht und empirische Unterrichtsforschung.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen persönlichkeitsorientiertem und prozessorientiertem Ansatz eine Rolle?
Die Unterscheidung ist für die methodische Planung wichtig, da der persönlichkeitsorientierte Ansatz stärker den Selbstausdruck des Lernenden fokussiert, während der prozessorientierte Ansatz darauf abzielt, das Textverstehen und die interaktive Rezipientenrolle systematisch über Phasen wie Pre-, While- und Post-Reading aufzubauen.
Welche Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung des szenischen Spiels benennen die befragten Lehrkräfte?
Die Lehrkräfte nennen insbesondere den hohen Zeitaufwand, Herausforderungen bei der Motivation von Schülern, Disziplinprobleme im Unterricht und Hemmungen schüchterner Schüler als einschränkende Faktoren.
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- Anonym (Autor:in), 2021, Textproduktive Methoden im Französischunterricht. Nutzung von Elementen des szenischen Spiels, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1338046