In der Sonderpädagogik NRWs findet seit 1995 ein grundlegender und vielfältiger Wandel in vielen Bereichen statt. Bei den Veränderungen handelt es sich um: + den Wandel von einer institutionenbezogenen zu einer personenbezogenen Förderung + die Flexibilisierung des sonderpädagogischen Angebotes + die Weiterentwicklung des Gemeinsamen Unterrichts + die Einführung der Förderpläne und Kompetenzenorientierung + Berufsvorbereitung in Zeiten zunehmender Rezession und immer knapper werdender öffentlicher Kassen + die Standardorientierung in Hochschule, Studienseminar und Schule + die Einführung zunächst des Schulprogramms und dann der Qualitätsanalyse als Instrumente der Qualitätsentwicklung und –sicherung + die Diskussion um den Entwicklungsstand des Konzepts „sonderpädagogisches Förderzentrum“ und last, but not least + eine Zunahme des sonderpädagogischen Förderbedarfs. Diese Veränderungen werden ausgehend von Thesen dargestellt und es wird aufgezeigt, welcher Handlungsbedarf im Einzelnen und welcher vorrangige übergeordnete Handlungsbedarf gegenwärtig besteht. +++ Since 1995 there ist a fundamental und multiple change in the area of special education in Northrhine-Westfalia. The change has the following aspects: + change from institution-related to person-related enhancement + flexibilisation of special-educational support + further develoment of integrative instruction + introduction of individualized educational plans and competence-orientation + vocational preparation in times of increasing recession and scant public tills + standard-orientation at university, teacher instruction institutions and school + introducation of school-programm and analysing the quality as an instrument to further and ensure quality + the discussion of the concept “special education enhancement center” and, lut but not least, + engrowing special educationals needs. This changes are demontrated starting with theses and it is shown what needs to be done in detail and what is most important to be done.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 These
2. Überblick
3. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in NRW
3.1 These 2
4. Entwicklung und aktuelle Situation im Bereich Frühberatung und –förderung, schulische Förderung und Berufsvorbereitung/berufliche Eingliederung ab 1995
4.1 Frühberatung und Frühförderung
4.1.1 These 3
4.2 Schulische Förderung
4.2.1 These 4
4.2.2 Schüler und Lehrer im gemeinsamen Unterricht
4.2.3 Einführung von Förderplänen und Kompetenzenorientierung in der Förderung
4.3 Berufsvorbereitung/berufliche Eingliederung
4.3.1 These 5
5. Neuentwicklungen seit 2002: Qualitätsicherung an Universität, Studienseminar und Schule
5.1 Standarddiskussion
5.1.1 These 6
5.2 Modularisierung des Studiums und der Lehrerausbildung
5.3 Qualitätsanalyse
5.3.1 These 7
6. Die Diskussion um Sonderpädagogische Förderzentren
6.1 These 8
7. Aktueller Handlungsbedarf
7.1 These 9
7.2 These 10
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert den grundlegenden Wandel der Sonderpädagogik in Nordrhein-Westfalen seit 1995, mit dem Ziel, die Entwicklung hin zu einer personenbezogenen Förderung sowie die aktuellen Herausforderungen in der Inklusion und Qualitätssicherung aufzuzeigen.
- Übergang von institutionenbezogener zu personenbezogener Förderung
- Entwicklung des gemeinsamen Unterrichts und der sonderpädagogischen Förderzentren
- Einführung von Instrumenten zur Qualitätsanalyse in Schulen
- Strategien zur Berufsvorbereitung unter Berücksichtigung knapper Ressourcen
- Bedarf an Präventionsprogrammen für die sozial-emotionale Förderung
Auszug aus dem Buch
Die Diskussion um Sonderpädagogische Förderzentren
In der Bundesrepublik Deutschland setzte Anfang der 1980er Jahre eine Diskussion über die Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung durch Förderzentren ein. In Nordrhein-Westfalen begann diese Entwicklung erst Mitte der 90er Jahre.
In den Diskussionen der 90er Jahre war noch sehr unklar, wie ein Förderzentrum aussehen könnte. Dabei stellte die relativ vage und allgemeine Beschreibung von Förderzentren in den KMK-Empfehlungen einen Kompromiss dar, der die einstimmige Annahme dieses Konzeptes sicherte (vgl. Heidenreich 2007, 8).
Der Verband Deutscher Sonderschulen VDS machte bereits 1997 einen Vorstoß in Richtung Sonderpädagogisches Förderzentrum. Die beiden großen Lehrerverbände GEW und VBE hielten sich dagegen in dieser Diskussion lange Zeit zurück.
Ab dem 1. August 2008 läuft in NRW ein Schulversuch zum sonderpädagogischen Förderzentrum. Allerdings ist die Bezeichnung eine veränderte, nämlich „Kompetenzzentrum sonderpädagogische Förderung“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt den allgemeinen gesellschaftlichen Wandel und führt in die zentrale These der grundlegenden Veränderungen in der Sonderpädagogik seit 1995 ein.
2. Überblick: Skizziert die thematischen Schwerpunkte des Beitrags, von Gesetzesänderungen bis hin zur Standardorientierung im Bildungswesen.
3. Das Gesetz zur Weiterentwicklung der sonderpädagogischen Förderung in NRW: Erläutert den Paradigmenwechsel vom institutionenbezogenen Sonderschulaufnahmeverfahren hin zu einer personenbezogenen Feststellung des Förderbedarfs.
4. Entwicklung und aktuelle Situation im Bereich Frühberatung und –förderung, schulische Förderung und Berufsvorbereitung/berufliche Eingliederung ab 1995: Analysiert den Status quo und die Veränderungen in den Bereichen Frühförderung, gemeinsamem Unterricht und der beruflichen Eingliederung.
5. Neuentwicklungen seit 2002: Qualitätsicherung an Universität, Studienseminar und Schule: Diskutiert die Einführung von Standards, die Modularisierung des Studiums sowie das Instrument der Qualitätsanalyse zur Schulentwicklung.
6. Die Diskussion um Sonderpädagogische Förderzentren: Beleuchtet die Historie, den Schulversuch und die komplexen Aufgaben der Kompetenzzentren für sonderpädagogische Förderung.
7. Aktueller Handlungsbedarf: Thematisiert die quantitative Zunahme des Förderbedarfs und leitet daraus die Notwendigkeit für gezielte Präventionsprogramme an allgemeinen Schulen ab.
Schlüsselwörter
Sonderpädagogik, NRW, Inklusion, Förderplanung, Kompetenzorientierung, Qualitätsanalyse, Förderzentrum, Schulgesetz, Frühförderung, Berufsvorbereitung, Pädagogik, Schulentwicklung, Standards, Prävention, Gemeinsamer Unterricht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den strukturellen Wandel in der nordrhein-westfälischen Sonderpädagogik seit 1995 und dessen Auswirkungen auf das schulische und berufsvorbereitende System.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Flexibilisierung der Förderung, dem gemeinsamen Unterricht, der Qualitätsentwicklung durch Inspektionen und der Diskussion um sonderpädagogische Förderzentren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Transformationsprozess hin zur personenbezogenen Förderung zu beschreiben und aufzuzeigen, wo aktuell und zukünftig der größte Handlungsbedarf besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Bestandsaufnahme, der Analyse von Gesetzestexten, Statistiken und pädagogischen Fachbeiträgen sowie der Formulierung und Prüfung leitender Thesen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche Frühförderung, schulische Förderung, berufliche Eingliederung sowie Qualitätsmanagement und Standarddiskussion an Universitäten und Schulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Inklusion, Kompetenzorientierung, Qualitätsanalyse und den Wandel der sonderpädagogischen Förderzentren definiert.
Wie unterscheidet sich die "Integrative Lerngruppe" von der bisherigen Förderung?
Sie bietet einen rechtlich verankerten Rahmen in der Sekundarstufe I, der den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Schülern mit individuellen Förderplänen ermöglicht.
Welche Rolle spielen Präventionsprogramme wie "Lubo aus dem All"?
Sie werden als notwendige Antwort auf den steigenden sonderpädagogischen Förderbedarf gesehen, um frühzeitig sozial-emotionale Kompetenzen an allgemeinen Schulen zu stärken.
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- apl. Professor Dr. Christel Rittmeyer (Author), 2009, Sonderpädagogik in NRW: Flexibilisierung der Förderung und Schritte in Richtung Integration, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/133777