Die folgende schriftliche Ausarbeitung ist im Rahmen meiner Thesenerstellung im Seminar „Berater, Beratung und Beratungen in der Auftragskommunikation“ entstanden und hat zum Kerngedanken die Übung und das wissenschaftliche Experiment mit Argumentationsgrundlagen aus der Systemtheorie, bezogen auf das komplexe Feld der (Kommunikations‐)Beratung in der Politik.
Inhaltsverzeichnis
1 Abkürzungen
2 Abbildungsverzeichnis
3 Einleitung
4 Begriffsklärungen
4.1 Relevante systemtheoretische Grundbegriffe
4.2 Beratung im System Politik
5 Thesen zum Interventionssystem Beratung im Wahlkampf (als Auftragskommunikation im System Politik)
5.1 These 1: Interventionssystem im Interventionssystem
5.2 These 2: Generierung eines Selbstbildes
5.3 These 3: Zustand des „beredten“ Schweigens
5.4 These 4: Festigung systeminterner Grenzen
6 Abschließende Zusammenfassung
7 Literatur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Interventionssystem der Politikberatung im Kontext von Wahlkämpfen und analysiert diese als spezifische Form der Auftragskommunikation. Ziel ist es, durch eine systemtheoretische Betrachtungsweise aufzuzeigen, wie Beratung als eigenständiges System fungiert, das systemrelevante Prozesse im politischen Feld steuert und reflexiv gestaltet.
- Systemtheoretische Grundlagen der Politikberatung
- Die Rolle der Auftragskommunikation im politischen System
- Generierung von Selbstbildern durch Beratung
- Strategien des „beredten“ Schweigens in Kommunikationsprozessen
- Festigung systeminterner Grenzen durch Parteibindung
Auszug aus dem Buch
4.1 Relevante systemtheoretische Grundbegriffe
Für das Thema der Beratung aus systemtheoretischer Perspektive ist vor allem der Begriff des Auftrages relevant, der meist von zwei Parteien konstituiert wird (Principal/Agent). Dessen grundlegendes Funktionieren ist zwar vertraglich geregelt, basiert aber letztendlich auf Vertrauen (als Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität (vgl. Luhmann 2000b, u. a. S. 9), welches Sanktionspotential als Grundlage beinhaltet, nicht aber fortwährend Sanktionen selbst.
Intervention ist die Kernfunktion der Beratung, genauer: des entstehenden Beratungssystems. Ihr Anfang liegt in der Beobachtung, also der „Fähigkeit [...], relevanten Unterschieden auf die Spur zu kommen“ (Willke 1999, S. 12). Anschlussfähige Irritation des Systems ist des Weiteren Ausgangslage einer jeden Intervention. Kommunikation ist als Operationsweise sozialer Systeme untrennbar mit Beobachtung verbunden (vgl. Wimmer 1992, S.35).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Abkürzungen: Auflistung der im Text verwendeten Abkürzungen wie „ebd.“ und „Kap.“.
2 Abbildungsverzeichnis: Übersicht über die innerhalb der Arbeit verwendeten Grafiken zur systemischen Betrachtung.
3 Einleitung: Hinführung zur Thematik und Darlegung des methodischen Vorgehens anhand von systemtheoretischen Experimenten mit Argumentationsgrundlagen.
4 Begriffsklärungen: Definition der zentralen Termini, insbesondere der systemtheoretischen Perspektive auf den Auftrag und das politische System.
5 Thesen zum Interventionssystem Beratung im Wahlkampf (als Auftragskommunikation im System Politik): Detaillierte Ausarbeitung der vier zentralen Thesen, die das Wechselspiel zwischen Beratung und Politik im Wahlkampf beleuchten.
6 Abschließende Zusammenfassung: Reflexion der vorgestellten Thesen und Einordnung der Beratung in den kommunikativen Kontext.
7 Literatur- und Quellenverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur und Quellen.
Schlüsselwörter
Politikberatung, Auftragskommunikation, Systemtheorie, Wahlkampf, Interventionssystem, soziale Systeme, systeminterne Grenzen, Reflexivität, Luhmann, politische Kommunikation, Selbstbild, Komplexitätsreduktion, Sanktionspotential, Beobachtung.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Kerninhalt dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert Beratungssysteme im Wahlkampf unter Anwendung systemtheoretischer Ansätze und betrachtet diese als eine spezifische Form der Kommunikation im politischen System.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Schwerpunkte sind die systemerhaltenden Mechanismen der Beratung, der Auftrag als Vertrauensverhältnis, die Generierung politischer Selbstbilder sowie der bewusste Umgang mit Schweigen als strategisches Mittel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Funktion von Politikberatung im Wahlkampf als Auftragskommunikation zu definieren und deren systemtheoretische Notwendigkeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer systemtheoretischen Analyse, die Begriffe der funktionalen Differenzierung und operative Geschlossenheit nach Luhmann anwendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär diskutiert?
Der Hauptteil gliedert sich in vier Thesen, die sich von der Interventionslogik bis hin zur Festigung systeminterner Grenzen durch Parteibindung erstrecken.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Die wichtigsten Schlagworte sind Politikberatung, Auftragskommunikation, Systemtheorie, Wahlkampf und professionelle Reflexion.
Was versteht die Autorin unter dem „Zustand des beredten Schweigens“?
Es beschreibt eine bewusste Kommunikationsstrategie, bei der durch gezieltes Nicht-Reden oder Zurückhalten von Informationen eine anschlussfähige Basis geschaffen wird, um Handlungsspielräume bei gleichzeitiger Vermeidung von Vorwürfen zu sichern.
Warum ist die Parteibindung für die Beratung im Wahlkampf laut der Autorin essenziell?
Parteibindung dient als Mittel, um systeminterne Komplexität zu reduzieren und durch explizite Zuordnung der Beratungsinstanzen zu politischen Akteuren Skepsis abzubauen.
Welche Rolle spielt die „Auftragskommunikation“ bei dieser Form der Beratung?
Auftragskommunikation ist die Grundlage für die steuernde Intervention der Beratung, bei der eine wechselseitige Beobachtung zwischen dem Beratungssystem und dem politischen System stattfindet.
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- Lilie Basel (Author), 2009, Das Interventionssystem Beratung im Wahlkampf, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1337465