Im vorgestellten Unterrichtsentwurf wird der politische Extremismus untersucht und versucht im Unterricht umzusetzen. Hierbei wird sich spezifisch auf den Links- und Rechtsextremismus sowie den Islamismus fokussiert. Neben der Fachwissenschaftlichen Aufklärung bietet der Entwurf auch eine Didaktische Analyse.
Inhaltsverzeichnis des Unterrichtskonzepts
1. Analyse der Vorgaben des Bildungsplans
2. Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand
2.1. Fachwissenschaftliche Klärung
2.2. Didaktische Analyse und Reduktion
3. Lern und sozial-psychologische Auseinandersetzung
3.1. Hypothetische Lernvoraussetzung
3.2. Denkbare Lernanregungen
4. Festlegung von didaktisch-methodischen Entscheidungen
5. Abschließende Reflexion
Zielsetzung & Themenbereiche
Ziel dieses Unterrichtskonzepts ist es, Schülern der Klassen 8-10 ein fundiertes Verständnis für das Phänomen Extremismus zu vermitteln. Im Fokus stehen dabei die Analyse der verschiedenen Erscheinungsformen, die Förderung demokratischer Grundwerte sowie die kritische Auseinandersetzung mit radikalen Ideologien, um die Schüler zu eigenverantwortlichem und demokratischem Handeln zu befähigen.
- Grundlagen und Definitionen des Extremismusverständnisses
- Unterscheidung der Hauptströmungen: Rechts-, Links- und Ausländerextremismus
- Methoden der didaktischen Analyse und Reduktion
- Förderung der Urteils-, Analyse- und Handlungskompetenz
- Präventionsmöglichkeiten und Stärkung der Zivilcourage
Auszug aus dem Buch
2.1. Fachwissenschaftliche Klärung
Bevor die Schüler:innen sich mit den Formen und den Zielen des Extremismus auseinandersetzen, muss zunächst der Begriff Extremismus bestimmt werden. Bei diesem Begriff steckt der lateinische Begriff extrem (dt. der, die, das äußerste, außerhalb). Extremisten sind demnach Menschen, die außerhalb der Norm agieren. Dies impliziert wiederum, dass eine Mitte der Gesellschaft existieren muss, da etwas Extremes immer in Bezug zu etwas Normalem gesetzt wird. Deswegen ist der Extremismus als Abgrenzungsbegriff einzuordnen (vgl. Jaschke 2007, S. 16).
Um den Anwendungsbereich des Begriffs in Deutschland besser nachzuvollziehen, soll kurz auf die Begriffsgeschichte aus den 1970er-Jahren eingegangen werden. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden jegliche demokratiefeindliche Bestrebungen als totalitär oder radikal angesehen. Dies wurde 1973 durch den sogenannten Radikalenerlass deutlich, als es zur Einführung der Überprüfung der Verfassungstreue von Bewerbern im öffentlichen Dienst kam. Mitte der 1970er-Jahre kam es zur Übergangsphase, in der man die Verwendung der Begriffe nach und nach überarbeitete (vgl. Backes 2006, S. 198).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Analyse der Vorgaben des Bildungsplans: Dieses Kapitel erläutert die Anbindung des Themas Extremismus an den Bildungsplan sowie die zu fördernden Kompetenzen wie Analyse- und Urteilsfähigkeit.
2. Auseinandersetzung mit dem Lerngegenstand: Hier erfolgt eine fachwissenschaftliche Einordnung des Extremismusbegriffs sowie eine didaktische Reduktion für den Schulunterricht.
3. Lern und sozial-psychologische Auseinandersetzung: Dieses Kapitel analysiert die Voraussetzungen der Schüler und leitet methodische Anregungen für den Unterricht ab.
4. Festlegung von didaktisch-methodischen Entscheidungen: Hier wird der konkrete Ablauf der Unterrichtsphasen und die methodische Umsetzung in der Doppelstunde dargelegt.
5. Abschließende Reflexion: Dieses Kapitel bewertet die gewählte Unterrichtsstrategie und ordnet den Lernerfolg im Hinblick auf die Zielvorgaben ein.
Schlüsselwörter
Extremismus, Rechtsextremismus, Linksextremismus, Islamismus, Demokratie, Verfassungsschutz, FDGO, Didaktik, Bildungsplan, Radikalisierung, Politische Bildung, Partizipation, Zivilcourage, Pluralismus, Extremismusprävention.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtskonzept?
Es handelt sich um ein didaktisches Konzept zur Vermittlung des Themas Extremismus im Gemeinschaftskundeunterricht für die gymnasiale Mittelstufe (Klassen 8-10).
Welche Ausformungen des Extremismus werden hier betrachtet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die drei Hauptströmungen: Rechtsextremismus, Linksextremismus und Islamismus.
Was ist das primäre Ziel der Unterrichtseinheit?
Die Schüler sollen befähigt werden, extremistische Ideologien zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und sich als demokratische Bürger gegenüber antidemokratischen Tendenzen abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?
Das Konzept basiert auf der didaktischen Analyse nach Klafki, bei der der Bildungsgehalt des Themas auf die Lebenswelt der Schüler reduziert und strukturiert wird.
Wie ist der Hauptteil des Unterrichts gestaltet?
Der Unterricht gliedert sich in eine strukturierte Erarbeitungsphase in Gruppenarbeiten sowie eine anschließende Präsentationsphase, ergänzt durch Reflexionsrunden.
Welche zentralen Kompetenzen werden gefördert?
Im Zentrum steht die Stärkung der Analysekompetenz, Urteilsfähigkeit und Handlungskompetenz zur Sicherung von Menschenrechten und demokratischen Werten.
Welche Rolle spielt die Prävention in diesem Konzept?
Prävention wird als Schutzfunktion verstanden, die durch Aufklärung und die Förderung von Zivilcourage extremistischen Gefahren entgegenwirkt.
Wie gehen die Schüler mit aktuellen Ereignissen um?
Die Schüler setzen sich mit aktuellen medialen Ereignissen auseinander, um die Präsenz und die damit verbundenen Gefahren des Extremismus im Alltag greifbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Hoang Phan Viet (Autor:in), 2021, Politischer Extremismus. Links- und Rechtsextremismus und Islamismus (9. Klasse Gemeinschaftskunde), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1334634