Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema Intersektionalität auseinander. Abschließend wird anhand eines Fallbeispiels gezeigt, wie sich Differenzkategorien überschneiden können, indem intersektionale Fragestellungen aufgegriffen werden.
Das Thema Bildungsbenachteiligung spielt in der Bildungsforschung, insbesondere im Kontext der Schule, eine zentrale Rolle. Historisch gewachsene Diskriminierungsformen, soziale Unterschiede und Machtverhältnisse sind nicht additiv oder isoliert zu betrachten. Die Intersektionalität bietet eine Analyse von Wechselbeziehungen zwischen Macht- und Ungleichheitsverhältnissen.
Inhaltsübersicht
1 EINLEITUNG
2 INTERSEKTIONALITÄT
2.1 DEFINITON DER INTERSEKTIONALITÄT
2.2 KATEGORIEN DER INTERSEKTIONALITÄT
3 MODELLE DER INTERSEKTIONALITÄTSFORSCHUNG
3.1 MEHREBENENANALYSE NACH WINKER UND DEGELE
3.2 INTERKATEGORIALE, INTRAKATEGORIALE UND ANTIKATIGORIALE ZUGANGSWEISEN NACH MCCALL
3.3 „DOING DIFFERENCE“ MODELL NACH WEST UND FENSTERMAKER
4 INTERSEKTIONALE ANALYSE AUS DER PRAXIS
4.1 MINDESTANDARDS UND RELEVENATE KATEGEGORIEN ZUR INTERSEKTIONALEN ANALYSE
4.2 INTERSEKTIONALE FRAGESTELLUNGEN IN EINEM FALLBEISPIEL
5 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, den theoretischen Rahmen der Intersektionalität zu beleuchten und dessen Anwendbarkeit auf die Analyse bildungsbenachteiligter Schüler:innen in der Praxis aufzuzeigen.
- Grundlagen und Definitionen des Intersektionalitäts-Paradigmas
- Modellbildung der Intersektionalitätsforschung (Mehrebenenanalyse, McCall, Doing Difference)
- Kriterien für Differenzkategorien im sozialen Kontext
- Praktische Implementierung einer intersektionalen Analyse anhand von Fallbeispielen
- Methodische Ansätze zur Identifizierung von Diskriminierung im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
Definiton der Intersektionalität
Intersektionalität ist ein Paradigma, das sich mit der Wechselwirkung und Überschneidungen (Intersections) verschiedener Formen von Diskriminierung und sozialer Unterdrückung befasst. Es betont, dass Individuen nicht nur durch eine Form der Unterdrückung beeinflusst werden, sondern dass sie aufgrund der Interaktion mehrerer Kategorien wie Geschlecht, Rasse, Klasse, Sexualität und anderen mehrfach diskriminiert werden können (Walgenbach, 2012, S. 1). Walgenbach (2018, S. 39) sieht in der Intersektionalität die Überwindung additiver, eindimensionaler Perspektiven von sozialen Ungleichheiten und stellt das "gleichzeitige Zusammenwirken" sozialer Positionierungen in den Vordergrund.
Die Ursprünge der Intersektionalität liegen im "Black Feminism" und der "Critical Race Theory". Kimberlé Crenshaw, eine führende Theoretikerin des Konzepts, definiert Intersektionalität als "ein Analyse- und Überlegungsinstrument, das es ermöglicht, die Wechselwirkungen von Rassismus und Sexismus zu erfassen, die durch die Überlagerung bestimmter sozialer Kategorien entstehen" (Crenshaw, 1989, S. 124). In der "Intersectional Analysis" nach Crenshaw wird eine juristische Fallanalyse aufgerollt, welche feststellt, dass amerikanische Gesetze, die Diskriminierung verhindern sollen, vorwiegend "weißen Frauen" oder "schwarzen Männern" Vorteile boten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Das Kapitel führt in das Thema Bildungsbenachteiligung ein und begründet die Relevanz der Intersektionalität zur Analyse komplexer Macht- und Ungleichheitsverhältnisse in der Schule.
2 INTERSEKTIONALITÄT: Hier werden die theoretischen Grundlagen und die Entstehungsgeschichte des Begriffs sowie die Vielfalt relevanter Differenzkategorien dargelegt.
3 MODELLE DER INTERSEKTIONALITÄTSFORSCHUNG: Dieser Teil stellt drei verschiedene wissenschaftliche Modelle vor, die als Analyseinstrumente dienen, um Mehrfachdiskriminierungen zu untersuchen.
4 INTERSEKTIONALE ANALYSE AUS DER PRAXIS: Die theoretischen Erkenntnisse werden hier auf ein konkretes Fallbeispiel übertragen, um eine strukturierte Analyse von Lebenssituationen zu ermöglichen.
5 FAZIT: Das Kapitel fasst zusammen, dass Intersektionalität ein wesentlicher Orientierungsrahmen für die Identifizierung individueller Benachteiligungen im Bildungskontext ist.
Schlüsselwörter
Intersektionalität, Bildungsbenachteiligung, Differenzkategorien, Diskriminierung, Machtverhältnisse, Mehrebenenanalyse, Doing Difference, soziale Ungleichheit, Pädagogik, Identitätsbildung, Fallanalyse, Black Feminism, geschlechtsspezifische Diskriminierung, soziale Identität, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Paradigma der Intersektionalität und dessen Nutzen für die Bildungsforschung, um Diskriminierungsformen und Benachteiligungen von Schüler:innen besser zu verstehen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Intersektionalitätsforschung, die Identifizierung relevanter Differenzkategorien und die Überführung dieser Theorien in eine praktische Fallanalyse.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie intersektionale Ansätze praktisch angewendet werden können, um die komplexen Lebenslagen bildungsbenachteiligter Schüler:innen jenseits additiver Diskriminierungsmodelle zu erfassen.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Fachliteratur und verknüpft diese mit einer anwendungsorientierten Fallanalyse nach den Modellen von Winker, Degele und anderen Theoretikern.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Forschungsmodelle zur Intersektionalität vorgestellt und diskutiert, gefolgt von einer praktischen Analyse, die Mindeststandards für die Untersuchung von Einzelfällen definiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kennzeichnende Begriffe sind Intersektionalität, Mehrebenenanalyse, Diskriminierung, Machtstrukturen, Differenzkategorien und Bildungsbenachteiligung.
Wie wird das "Doing Difference"-Modell in der Analyse angewandt?
Das Modell wird genutzt, um Prozesse zu identifizieren, durch welche Unterschiede zwischen Schüler:innen im sozialen Interaktionskontext kontinuierlich produziert und reproduziert werden.
Warum ist die Analyse der "drei Ebenen" nach Winker und Degele für die Arbeit wichtig?
Diese Ebenen (Struktur, Identität, Repräsentation) ermöglichen eine differenzierte Untersuchung, die sowohl gesellschaftliche Makro-Strukturen als auch individuelle Mikro-Identitätsbildungen mit einbezieht.
Welche spezifische Rolle spielt das Fallbeispiel einer Schülerin aus der Ukraine?
Das Fallbeispiel dient als konkrete Anwendung, um zu demonstrieren, wie durch gezielte Fragestellungen unterschiedliche Ebenen der Benachteiligung (gesundheitlich und ethnisch) im Schulalltag identifiziert werden können.
- Arbeit zitieren
- Manuel Kronberger (Autor:in), 2023, Intersektionalität. Bildungsbenachteiligung im Kontext der Schule, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1334082