In der vorliegenden Hausarbeit soll der Frage nachgegangen werden, wie sich die Familienformen im Laufe der Jahre verändert haben und welche Bedeutung dieser Wandel auf die heutige Kinder- und Jugendhilfe hat.
Im Kontext Schule erlebe ich Familien in verschiedenen Facetten. Zum besseren Verständnis möchte ich kurz meine aktuelle berufliche Tätigkeit beschreiben: Ich arbeite bei einem Träger, der im Bildungsbereich tätig ist und setze für diesen an einer Oberschule in Sachsen das Berufsorientierungsprojekt „Praxisberater – Passgenaue Orientierung“ um. Praxisberater haben die Aufgabe Schüler der 7. und 8. Klasse individuell und zielgerichtet bei ihrer Berufswahl zu unterstützen bzw. ihnen Hilfe beim Übergang zu einer weiterführenden Schule zu geben (Sächsisches Staatsministerium für Kultus, 2017). Projektziel ist es vorzeitige Ausbildungs- und / oder Studienwechsel entgegenzuwirken. Praxisberater können Vertrauenspersonen sein, der sich Schüler öffnen und die sie um Rat fragen können. Gerade Schüler aus sozial schwachen Familien erfahren wenig Unterstützung bei der Berufsorientierung aus dem Elternhaus. Mit dem Konzept Praxisberater an Schulen wurde ein Projekt installiert, welches eine Schnittstelle für Schulleiter, Klassenlehrer, Berufsberater, Berufseinstiegsbegleiter und vielen weiteren wichtigen Akteuren im Bereich der Berufs- und Studienorientierung ist. Praxisberater organisieren beispielsweise externe Betriebserkundungen, zusätzliche Betriebspraktika, bringen Schule und Betrieb zusammen und geben damit vielfältige Einblick in das Berufs- und Alltagsleben.
Zunächst gehe ich dazu auf den familiären Wandel wie auch existierende Familienformen ein. Im Anschluss daran betrachte ich in diesem Zusammenhang, welche Bedeutung Familie auf die Arbeit der Familien- und Jugendhilfe hat. Dabei nehme ich Bezug zu meinem Arbeitsumfeld und dem Projekt „Praxisberater an Schulen“. Anschließend ziehe ich aus den wissenschaftlichen Erkenntnissen mein Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Familie im Wandel – die Pluralität der Familienformen
3. Die Bedeutung der Familie für die Kinder- und Jugendhilfe mit Parallelbezug zur Praxis anhand des Projektes Praxisberater
4. Fazit
5. Literartur- und Quellenverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Familienformen im gesellschaftlichen Kontext und analysiert, welche Bedeutung diese Veränderungen für die praktische Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe sowie für schulische Berufsorientierungsprojekte haben.
- Historische Entwicklung und Pluralisierung von Familienformen
- Einfluss familiärer Rahmenbedingungen auf die kindliche Entwicklung
- Die Rolle der Kinder- und Jugendhilfe gemäß SGB VIII
- Praxisbezug durch das Projekt „Praxisberater an Schulen“
- Elternarbeit als Schnittstelle zwischen Schule und Familie
Auszug aus dem Buch
2. Familie im Wandel – die Pluralität der Familienformen
Die wohl bekannteste Familienform ist die klassische Konstellation, bestehend aus Mutter, Vater und Kind, als Idealfall. Mit Blick auf mein Arbeitsumfeld, wie auch näherer Betrachtung meines privaten Umfeldes, ist diese typische Zusammenstellung jedoch nicht selbstverständlich. Eheschließungen wie auch die Geburtenrate sind rückläufig und es erweckt den Eindruck, dass die Vielfalt der Lebensformen zugenommen hat, was wiederum auf ein Ende des Gefüges Familie schließen lässt (Schneider, 2005).
Auch Nave-Herz erwähnt den wiederholten Umlauf von Informationen über die Zunahme von instabilen Ehen sowie Familien und in diesem Zusammenhang ebenso eine abnehmende Zuverlässigkeit. Bezeichnet wird dieser Pozesse z. B. von Tyrell 1986 als „De-Institutionalisierungsprozess der Familie“. Andere Autoren sehen eher den positiven Aspekt bei der persönlichen Entfaltung und bezeichnen diesen Ansatz als „Individualisierungsprozess“ (Nave-Herz, 2007: 13).
Die Aussage hinsichtlich des Ablebens der klassischen Familie lässt sich mit Betrachtung der geschichtlichen Entwicklung schnell wiederlegen. Soziologe und Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung Norbert F. Schneider spricht davon, dass es „Wandel und Vielfalt schon immer gab und die Pluralität von Familie nicht ihr Ende, sondern die Voraussetzung für ihr Überleben ist“ (Schneider, 2005). Wissenschaftliche Erkenntnisse zum Wandel liegen seit dem späten 18. Jahrhundert vor. Drei wichtige Wesensmerkmale lassen sich dabei erkennen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin beschreibt ihre persönliche Motivation und das Interesse an Familienstrukturen sowie die Einbettung ihrer Tätigkeit als Praxisberaterin an einer Oberschule in Sachsen.
2. Familie im Wandel – die Pluralität der Familienformen: Dieses Kapitel erörtert die historische Entwicklung der Familie und den soziologischen Prozess der Pluralisierung bzw. De-Institutionalisierung.
3. Die Bedeutung der Familie für die Kinder- und Jugendhilfe mit Parallelbezug zur Praxis anhand des Projektes Praxisberater: Hier wird der Zusammenhang zwischen den Belastungen durch verschiedene Familienformen und der Arbeit der Jugendhilfe sowie des Projekts Praxisberater analysiert.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen Fachkräften, Eltern und Kindern, um Resilienz zu stärken.
5. Literartur- und Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten fachwissenschaftlichen Literatur und Online-Quellen.
Schlüsselwörter
Familie, Kindheit, Kinder- und Jugendhilfe, Pluralisierung, Lebensformen, Familienwandel, Praxisberater, Berufsorientierung, SGB VIII, Elternarbeit, Resilienz, Schule, Sozialpädagogik, Erziehung, Konfliktbewältigung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Familie als soziales System im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe sowie deren Einfluss auf die individuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den zentralen Themen gehören der historische Wandel der Familienformen, die Auswirkungen dieses Wandels auf die heutige Jugendhilfe und die praktische Umsetzung von Unterstützungsangeboten an Schulen.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die Leitfragen fokussieren sich darauf, wie sich Familienformen über die Jahre verändert haben und welche Auswirkungen dieser Wandel auf die Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe hat.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der soziologischen Familienforschung kombiniert mit einer praxisorientierten Reflexion ihrer eigenen Arbeit als Praxisberaterin an einer Oberschule.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Analyse des Familienwandels und die praxisnahe Betrachtung, wie soziale Schnittstellen (z.B. Praxisberater) Familien bei der Berufsorientierung und Lebensplanung unterstützen können.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über die Begriffe Familienwandel, Pluralisierung, Jugendhilfe, SGB VIII, Elternarbeit und Berufsorientierung definieren.
Welche Rolle spielt das Projekt „Praxisberater“ in der Analyse?
Das Projekt dient als Praxisbeispiel, um zu verdeutlichen, wie durch schulische Interventionen familiäre Defizite in der Unterstützung Jugendlicher ausgeglichen oder abgemildert werden können.
Warum betont die Autorin die Rolle der Elternarbeit?
Die Autorin ist überzeugt, dass eine erfolgreiche berufliche Orientierung und persönliche Entwicklung von Kindern maßgeblich davon abhängt, ob Eltern als Partner in den Prozess einbezogen werden.
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- Anonym (Author), 2020, Welche Bedeutung hat die Familie im Kontext der Kinder- und Jugendhilfe?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1331624