In diesem Portfolio wird das komplexe Zusammenspiel sowie Verhältnis zwischen "Lernen" und "Organisation" aufgegriffen und beleuchtet. Es soll diskutiert und beurteilt werden, ob organisationales Lernen durch eine Unternehmensumwelt organisiert werden kann und inwieweit ein Spannungsfeld zwischen Rationalität und Irrationalität von lernenden Organisationen besteht.
Für die theoretische Auseinandersetzung mit der angesprochenen Thematik dienen für dieses Portfolio überwiegend die ausgewählten Texte aus dem Band Organisationslernen im 21. Jahrhundert (2010 herausgegeben von Heidsiek und Petersen im Peter Lang Verlag, Frankfurt/Main). Die benannte Lektüre bildet den Kern dieser Portfolioarbeit und versucht in Zusammenarbeit mit weiteren wissenschaftlichen Quellen die bereits aufgeworfenen Fragen zu beantworten. Es soll jedoch nicht nur die theoretische Grundlage geschaffen, sondern im Nachfolgenden auch die praktische Realität einbezogen werden. Die Portfolioarbeit bezieht sich anhand von Beispielen auf die Praxis und bearbeitet somit das Themengebiet ganzheitlich.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. VERHÄLTNIS ZWISCHEN INDIVIDUELLEM UND ORGANISATIONALEM LERNEN
3A. ZUSAMMENHANG VON INFORMELLEM LERNEN UND ORGANISATIONSLERNEN
3.1. WELCHE BEDEUTUNG MISST DIE AUTORIN DEM INFORMELLEN LERNEN FÜR DAS ORGANISATIONSLERNEN ZU?
3.2. AUF WELCHES MODELL ZUM ORGANISATIONSLERNEN BEZIEHT SICH SEUFERT?
3.3. WELCHE ENTWICKLUNGSLINIEN FÜR SYSTEMATISCHE INTEGRATION ZEICHNET DIE AUTORIN NACH?
3.4. WELCHE RAHMENBEDINGUNGEN ZUR ORGANISATION DER INTEGRATION WERDEN GENANNT?
3B. ENTWICKLUNG INFORMELLEN LERNENS FÜR EINE BEISPIELORGANISATION
4. SPANNUNGSFELD DER NOTWENDIGKEIT VON RATIONALITÄT UND IRRATIONALITÄT VON LERNENDEN ORGANISATIONEN
5. DIE PERMANENTE SELBSTERSCHAFFUNG EINES UNTERNEHMENS
6. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MODUL 4 UND DEN WEITEREN MODULEN
7. REFLEXION UND FAZIT
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Portfolioarbeit ist die theoretische und praktische Beleuchtung des komplexen Zusammenspiels zwischen individuellem und organisationalem Lernen. Die Forschungsfrage untersucht dabei, wie informelles Lernen systematisch in Organisationen integriert werden kann, inwiefern ein Spannungsfeld zwischen Rationalität und Irrationalität in lernenden Organisationen existiert und welche Bedeutung Führungskräfte für diesen Prozess haben.
- Verhältnis zwischen individuellem und organisationalem Lernen
- Systematische Integration von informellem Lernen in Unternehmen
- Drei-Ebenen-Lern-Modell nach Argyris/Schön
- Spannungsfeld zwischen Rationalität und Irrationalität
- Praxisbeispiel: Organisationsentwicklung der Bundesagentur für Arbeit
Auszug aus dem Buch
Die Irrationalität lernender Organisationen
Stefan Kühl beschäftigt sich in seinem Text „Die Irrationalität lernender Organisationen“ mit dem Spannungsfeld der Notwendigkeit von Rationalität und Irrationalität in lernenden Organisationen.
Organisationsstrukturen sind im Laufe der Zeit immer flexibler, anpassungs- sowie wandlungsfähiger geworden. Mittlerweile wird es immer schwieriger zu bestimmen, wofür das Unternehmen tatsächlich steht und wodurch es sich gegenüber anderen Firmen unterscheidet. Hierdurch entsteht nicht nur ein Wandel für die Organisation, sondern auch für die dazugehörigen Arbeitnehmer. Viele Mitarbeiter fühlen sich durch Unklarheit sowie Unsicherheit bedroht und fürchten, dass das Chaos über der Organisation einbrechen wird. An diesem Punkt setzt die „Rationalität“ ein, um die Unsicherheit sowie Unklarheit im Unternehmen zu reduzieren und die Handlungsfähigkeit trotz Komplexität der Umwelt gewährleisten zu können. Rationalität ist hierbei in letzter Konsequenz eine Form der organisierten Selbstberuhigung von Organisationen. Sie vermittelt den Mitarbeitern den Eindruck, dass Entscheidungen nicht willkürlich, sondern auf Grundlage von Kompetenz und tiefster Überzeugung entstehen. Geht man davon aus, dass Rationalität die Unsicherheit in Unternehmen vermindert, so lassen sich hieraus auch Hindernisse und Probleme für das Vorankommen der Unternehmungen beziffern. Der Fortschritt definiert sich insbesondere durch Innovation sowie Organisationswandel und nicht durch Stillstand, welcher regelrecht durch Rationalität ausgelöst wird. Dennoch stellt Stefan Kühl fest, dass sich die Unsicherheit im Unternehmen durch Innovation sowie Wandel erhöht und hierdurch Irrationalität entsteht. Ein gewisses Maß an Irrationalität führt zu neuen Lösungsansätzen, die sich durchaus positiv auf die Organisation auswirken - die ggf. aber auch im Chaos enden - können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung steckt den Rahmen der Arbeit ab und erläutert die Zielsetzung, das komplexe Verhältnis zwischen Lernen und Organisation zu analysieren.
2. VERHÄLTNIS ZWISCHEN INDIVIDUELLEM UND ORGANISATIONALEM LERNEN: Dieses Kapitel beschreibt das wechselseitige und rekursive Beziehungsverhältnis zwischen Lernen auf individueller Ebene und den resultierenden organisationalen Veränderungsprozessen.
3A. ZUSAMMENHANG VON INFORMELLEM LERNEN UND ORGANISATIONSLERNEN: Hierbei werden Begrifflichkeiten geklärt und die Relevanz des informellen Lernens als Motor für das Organisationslernen hervorgehoben.
3B. ENTWICKLUNG INFORMELLEN LERNENS FÜR EINE BEISPIELORGANISATION: Anhand der Bundesagentur für Arbeit wird praktisch diskutiert, wie informelle Lernprozesse in den Behördenalltag integriert werden können.
4. SPANNUNGSFELD DER NOTWENDIGKEIT VON RATIONALITÄT UND IRRATIONALITÄT VON LERNENDEN ORGANISATIONEN: Die Arbeit diskutiert die Notwendigkeit einer gesunden Balance zwischen rationaler Stabilität und notwendiger, innovationsfördernder Irrationalität.
5. DIE PERMANENTE SELBSTERSCHAFFUNG EINES UNTERNEHMENS: Dieses Kapitel widmet sich der dynamischen Organisationsentwicklung unter Anwendung des Modells von Rainer Zech.
6. ZUSAMMENHANG ZWISCHEN MODUL 4 UND DEN WEITEREN MODULEN: Eine Verknüpfung des erlernten Wissens mit den Inhalten der anderen Module des Studiengangs.
7. REFLEXION UND FAZIT: Eine persönliche Reflexion über den eigenen Lernprozess während der Bearbeitung des Portfolios und eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse.
Schlüsselwörter
Organisationales Lernen, Individuelles Lernen, Informelles Lernen, Formelles Lernen, Lernende Organisation, Rationalität, Irrationalität, Wissensmanagement, Organisationsentwicklung, Kompetenzentwicklung, Action Learning, Unternehmenskultur, Change Management, Systematische Integration, Argyris und Schön.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse organisationaler Lernprozesse und deren Abhängigkeit von individuellem Lernen, eingebettet in das Studium Personal und Organisation.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernpunkten gehören das Verhältnis von individuellem zu organisationalem Lernen, die Bedeutung informellen Lernens in Unternehmen und das Spannungsfeld zwischen rationalen Strukturen und notwendiger Irrationalität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die theoretischen Hintergründe des Organisationslernens zu durchdringen und mittels praktischer Fallbeispiele (wie der Bundesagentur für Arbeit) in den Arbeitsalltag zu transferieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Portfolio-Arbeit, die auf der Literaturanalyse relevanter Fachliteratur (z.B. Argyris/Schön, Kühl, Seufert) sowie der anwendungsbezogenen Reflexion an Organisationsbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen des Lernens, die Implementierung von informellem Lernen, die Diskussion organisatorischer Spannungsfelder und die Analyse von Strategieprozessen zur permanenten Selbsterschaffung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Organisationales Lernen, Informelles Lernen, Lernende Organisation, Rationalität und Systematische Integration charakterisiert.
Inwiefern beeinflussen Führungskräfte das informelle Lernen in der Beispielorganisation?
Führungskräfte tragen die Verantwortung, lernförderliche Rahmenbedingungen zu schaffen, Eigenverantwortung durch Pull-Prozesse zu ermöglichen und informelle Austauschforen aktiv zu würdigen.
Warum hält der Autor eine gewisse Irrationalität für notwendig?
Kühl argumentiert, dass eine zu starke Rationalität zu Stillstand führt; ein gewisses Maß an Irrationalität ist daher erforderlich, um Innovationen und somit Fortschritt in komplexen Umwelten zu ermöglichen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Organisationales Lernen in der Unternehmensumwelt, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1324173