Diese Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität. Hierbei werden zum einen die aphasischen Symptomenkomplexe vorgestellt und zum anderen die von de Beaugrande und Dressler vorgestellten sieben Textualitätskriterien definiert, um die Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität zu untersuchen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aphasie
2.1 Amnestische Aphasie
2.2 Broca-Aphasie
2.3 Wernicke-Aphasie
2.4 Globale Aphasie
3 Textualität nach de Beaugrande und Dressler
3.1 Textzentrierte Kriterien
3.2 Verwenderzentrierte Kriterien
4 Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität
4.1 Methodik von Stark und Stark
4.2 Kohäsion
4.3 Kohärenz
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der Sprachstörung Aphasie auf die sprachliche Kategorie Text. Das primäre Ziel ist es zu analysieren, inwiefern aphasische Störungen die Textualität – gemessen an den sieben Kriterien von de Beaugrande und Dressler – beeinträchtigen und wie sich dies auf die kommunikative Kompetenz der Betroffenen auswirkt.
- Klinische Grundlagen der Aphasie (Amnestische, Broca-, Wernicke- und Globale Aphasie)
- Definition von Textualität nach de Beaugrande und Dressler
- Unterscheidung zwischen textzentrierten und verwenderzentrierten Kriterien
- Analyse der Kohäsion und Kohärenz in der Aphasie-Forschung
- Evaluierung der kommunikativen Kompetenz von Aphasikern
Auszug aus dem Buch
2.4 Globale Aphasie
Die globale Aphasie weist die stärksten sprachlichen Beeinträchtigungen sowohl in der Produktion als auch im Verständnis auf. Die Äußerungen werden nur stockend und mit großer Sprachanstrengung hervorgebracht, wobei die Artikulation und die Prosodie ebenfalls gestört sind. Häufig stehen sogar nur einzelne Wörter oder Sprachautomatismen zur Verfügung, die formstarr wiederholt werden und aus meist unpassend gebrauchten Silben, Wörtern oder Phrasen bestehen. In sehr schweren Fällen beschränkt sich die Spontansprache auf einen fortlaufenden Sprachautomatismus, die sogenannten recurring utterances. Sogar das Nachsprechen ist soweit gestört, dass es durch häufige und grob vom Zielwort abweichende phonematische Paraphasien und Neologismen gestört wird. Auch das Sprachverständnis ist schwer beeinträchtigt, weswegen die Kommunikationsfähigkeit von Betroffenen einer globalen Aphasie sehr schwer gestört ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der textlinguistischen Untersuchung bei Aphasikern ein und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Aphasie: Dieses Kapitel stellt das Krankheitsbild der Aphasie vor und definiert die vier im deutschsprachigen Raum üblichen Syndromkomplexe: amnestische, Broca-, Wernicke- und globale Aphasie.
3 Textualität nach de Beaugrande und Dressler: Hier werden die sieben Kriterien der Textualität erläutert, unterteilt in textzentrierte und verwenderzentrierte Voraussetzungen für das Zustandekommen eines Textes.
4 Auswirkungen der Aphasie auf die Textualität: Dieses Kapitel analysiert anhand einer Studie von Stark und Stark, wie sich Aphasien konkret auf die Kohäsion und Kohärenz in produzierten Texten auswirken.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Aphasie zwar die sprachliche Komplexität und den Informationsgehalt reduziert, die Kommunikationsfähigkeit jedoch stark von der interpretativen Leistung des Gegenübers abhängt.
Schlüsselwörter
Aphasie, Textualität, Textlinguistik, Sprachstörung, Kohäsion, Kohärenz, Broca-Aphasie, Wernicke-Aphasie, Sprachproduktion, Kommunikation, Kommunikative Kompetenz, Klinische Linguistik, Textverarbeitung, Paraphasien, Sprachwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Sprachstörung Aphasie und der linguistischen Kategorie Textualität.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die aphasiologische Klassifikation, die Grundlagen der Textlinguistik nach de Beaugrande und Dressler sowie die klinische Untersuchung von Textverarbeitungsstörungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die kommunikative Kompetenz von Aphasikern anhand von Textualitätskriterien zu evaluieren und die Auswirkungen der verschiedenen Aphasie-Formen auf die Textproduktion aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Auswertung einer klinischen Studie von Stark und Stark (1991) zur Textverarbeitung bei Aphasikern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die neurologischen Grundlagen der Aphasie erläutert, gefolgt von einer theoretischen Einführung in die Textualität und einer abschließenden Analyse von Kohäsion und Kohärenz in aphasischen Texten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Aphasie, Textualität, Kohärenz, Kohäsion und kommunikative Kompetenz.
Warum wird zwischen textzentrierten und verwenderzentrierten Kriterien unterschieden?
Diese Unterscheidung hilft dabei, zwischen rein strukturellen Defiziten in der Syntax oder Lexik und den kognitiven Voraussetzungen für eine erfolgreiche Interaktion zwischen Sprecher und Kommunikationspartner zu differenzieren.
Welche besondere Rolle nimmt der Kommunikationspartner ein?
Der Kommunikationspartner muss bei Aphasikern eine stärkere interpretative Rolle einnehmen und sein „Weltwissen“ nutzen, um die trotz Störungen vermittelten Inhalte zu verstehen.
- Quote paper
- Michael Heina (Author), 2009, Aphasie und Textualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/132275