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Normativität bei Peter Stemmer. Ist moralisches Handeln sanktionskonstituiert?

Titel: Normativität bei Peter Stemmer. Ist moralisches Handeln sanktionskonstituiert?

Hausarbeit , 2022 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Jonas Weinzierl (Autor:in)

Philosophie - Philosophie der Gegenwart

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Kontext Stemmers Überlegungen kommt die Frage auf, ob eine Person tatsächlich moralisch handeln könne, ohne dies zumindest unterbewusst mit Blick auf etwaige Sanktionen zu tun. Das Ziel dieser Arbeit soll es demnach sein, dieser Frage auf den Grund zu gehen und auch auf die verschiedenen Fälle einzugehen, die Stemmer in seiner Herleitung beispielhaft verwendet. Hierbei soll und kann die Arbeit keine umfassende Analyse von Stemmers Normativitätstheorie leisten, da dies den vorgegebenen Rahmen sprengen würde. Im Zuge einer Herleitung der Begrifflichkeiten und zu einem adäquaten Verständnis von Stemmers Auffassung ist es somit zunächst notwendig, die Grundlagen Stemmers Theorie näher zu beleuchten. Hierzu soll zunächst die Bedeutung des “Müssens” bei Stemmer und im Anschluss sein Begriffsverständnis von Normativität und Sanktionen geklärt werden. In der zweiten Hälfte der Arbeit soll dann das Feld der Moral im Kontext von Stemmers Überlegungen im Fokus stehen, woraufhin letztlich die Frage untersucht werden soll, ob moralisches Handeln bindend sanktionskonstituiert sei.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Das “Müssen” bei Stemmer

2.1 Normativität

2.2 Sanktionen

3 Das moralische “Müssen”

4 Moralisches Handeln

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Peter Stemmers Theorie der Normativität und widmet sich insbesondere der kritischen Frage, ob moralisches Handeln zwingend sanktionskonstituiert ist. Dabei wird analysiert, wie Stemmer normative Müssensverhältnisse aus dem menschlichen Willen und externen Sanktionen herleitet und ob diese Erklärung ausreicht, um die moralische Praxis ohne Rückgriff auf sanktionierende Motive zu begründen.

  • Naturalistische vs. klassische Konzeptionen der Normativität
  • Die drei Typen des “Müssens” bei Peter Stemmer
  • Struktur und Funktion künstlicher Gründe und Sanktionen
  • Sanktionskonstituierter Kontraktualismus in der Moral
  • Kritische Würdigung der Motivation bei moralischem Verhalten

Auszug aus dem Buch

2 Das “Müssen” bei Stemmer

Zu Beginn seines Werkes unterscheidet Stemmer prinzipiell zunächst zwischen drei verschiedenen Typen des “Müssens”. So definiert er den ersten Typus als naturgesetzliches “Müssen”. Hierfür führt er das Beispiel einer alten Buche an, die bei einer gewissen Windstärke umknicken “müsse”. Der Baum sei so beschaffen, dass ein Windstoß eine notwendige Stärke erreichen müsse, um einen etwaigen Schwellenwert der Buche zu übersteigen, sodass diese schließlich nachgebe. Diese gelte ebenso für alle weiteren Buchen, die sich die selben Eigenschaften mit der im Beispiel aufgeführten Buche teilten.

Dieses “Müssen” konstituiere sich demnach als notwendige Folge eines oder mehreren Naturgesetzen und sei somit auch determinierend, da kein Fall existieren könne, bei dem ein Baum mit dem selben Schwellenwert bei einem Windstoß mit der nötigen Stärke nicht umknicke. Ein derartiges Ereignis habe demnach mit dem Windstoß eine notwendige Bedingung und mit dem Umknicken der Buche eine notwendige Folge.

Da dieses “Müssen” in der Natur vorkäme und somit unabhängig von einem etwaigen Betrachter existiere, sei es von ontologisch objektiver Beschaffenheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in Peter Stemmers naturalistische Normativitätstheorie ein und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit bezüglich der sanktionskonstituierten Moral.

2 Das “Müssen” bei Stemmer: Das Kapitel differenziert drei Arten des Müssens (naturgesetzlich, logisch, normativ) und bildet das theoretische Fundament für das Verständnis von Normativität.

2.1 Normativität: Hier wird analysiert, wie aus dem Zusammenwirken von notwendigen Bedingungen und menschlichem Wollen ein normativer Handlungsdruck entsteht.

2.2 Sanktionen: Dieser Abschnitt erläutert die Schaffung künstlicher Gründe durch externe positive oder negative Sanktionen als Mittel der Verhaltenssteuerung.

3 Das moralische “Müssen”: Das Kapitel untersucht Stemmers kontraktualistischen Ansatz, bei dem Moral durch wechselseitige Sanktionen gestiftet und aufrechterhalten wird.

4 Moralisches Handeln: Hier werden Einwände gegen Stemmers Theorie diskutiert, insbesondere ob moralisches Handeln auch ohne den bewussten Fokus auf Sanktionen erfolgen kann.

5 Fazit: Die Arbeit resümiert, dass selbst bei Handlungen, die aus intrinsischen Gründen zu erfolgen scheinen, eine sanktionskonstituierte Motivation oft nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.

Schlüsselwörter

Normativität, Peter Stemmer, Sanktionen, moralisches Handeln, ontologische Untersuchung, Handlungsdruck, Wollen, notwendige Bedingung, Kontraktualismus, Eigenliebe, Motivation, Naturgesetz, logisches Müssen, sanktionskonstituiert, Reziprozität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der philosophischen Theorie von Peter Stemmer, welche Normativität auf einer naturalistischen und ontologischen Basis erklärt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Differenzierung verschiedener Arten des „Müssens“, der Rolle von Sanktionen und der Begründung moralischen Verhaltens.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, ob moralisches Handeln zwingend durch externe oder interne Sanktionen konstituiert ist, wie Stemmer es in seinem Modell vorschlägt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer analytischen Rekonstruktion und kritischen Auseinandersetzung mit Stemmers Werk „Normativität. Eine ontologische Untersuchung“.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert schrittweise Stemmers Begriffsdefinitionen von Normativität, die Funktion von Sanktionen und die spezifische Anwendung dieser Theorie auf das Feld der Moral.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Normativität, Sanktionen, moralisches Müssen, Handlungsdruck, Willen, Kontraktualismus und Motivation.

Inwiefern unterscheiden sich naturgesetzliches und normatives „Müssen“?

Während das naturgesetzliche „Müssen“ determinierend und ontologisch objektiv ist, ist das normative „Müssen“ vom Willen eines Akteurs abhängig und lässt ein Abweichen („anders als gemusst“) zu.

Warum spielt das Prinzip der „Eigenliebe“ laut Arbeit eine Rolle?

Die Arbeit greift auf Überlegungen von Tugendhat und Mandeville zurück, um zu zeigen, dass auch scheinbar selbstloses Handeln oft auf den Wunsch zurückzuführen ist, negative soziale Sanktionen oder Selbstverachtung zu vermeiden.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Normativität bei Peter Stemmer. Ist moralisches Handeln sanktionskonstituiert?
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,3
Autor
Jonas Weinzierl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
23
Katalognummer
V1322713
ISBN (eBook)
9783346804570
ISBN (Buch)
9783346804587
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Normativität moralisches Handeln Müssen Peter Stemmer
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jonas Weinzierl (Autor:in), 2022, Normativität bei Peter Stemmer. Ist moralisches Handeln sanktionskonstituiert?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1322713
Blick ins Buch
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