Diese Ausarbeitung zum Johannesevangelium ist ein sehr gewagtes und daher den meisten Christen in der Auslegung doch ein unbekanntes Buch. Die Auswahl von Bibelzitaten aus sehr vielen verschiedenen Bibelübersetzungen, mit ihren vielen Kommentaren, ist auch ein Aufruf zum Bibelstudium und zur Rückkehr zu den Lehren Jesu. Auch wenn das Johannesevangelium heute eines der beliebtesten und wichtigsten Bücher in der Bibel ist, so wird Jesus von Nazareth in seiner Funktion als Christus - der von Gott Gesalbte von der christlichen Theologie leider nicht mehr aus der hebräischen, sondern aus der griechischen Philosophie stammenden Logos - Theologie umgeformt auf Christus gesehen.
Durch das Hineininterpretieren von „Wort“ gleich in dem „Logos - Gott - Sohn“ ist Jesus zu einer Gottheit gemacht worden, der von Anfang an existiert hat und damit auch Gott war. Diese aus der griechischen Philosophie stammende Ansicht wurde dann auf das ganze Johannesevangelium übertragen und damit auch der Monotheismus aufgehoben. Jetzt haben die Christen zwei Götter: Gott JHWH und den Gott-Sohn. Durch diese neue Lehre wurde dann die Trennung von dem Gott des Alten Testamentes vollzogen. Doch im Johannesevangelium geht es nicht um die Abgrenzung zum Judentum oder um einen Beweis für die Trinitätslehre, sondern um die Ausführungen des Erlösungsplanes unseres alleinigen Gottes.
Inhaltsverzeichnis
Das erfüllte Wort Gottes im Johannesevangelium 1
Das erfüllte Wort Gottes 1
Das Zeugnis des Täufers über sich selbst 9
Das Zeugnis des Täufers vom Lamm Gottes 10
Die ersten Jünger 12
Die Hochzeit zu Kana 14
Die Tempelreinigung 15
Jesus und Nikodemus 17
Das letzte Zeugnis des Täufers von Jesus 21
Jesus und die Samariterin 23
Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten 26
Die Heilung eines Kranken am Teich Betesda 27
Die Vollmacht des Sohnes 29
Das Zeugnis für den Sohn 31
Die Speisung der Fünftausend 34
Jesus auf dem See 35
Scheidung unter den Jüngern 42
Das Bekenntnis des Petrus 43
Die Reise zum Laubhüttenfest 44
Jesus auf dem Fest 45
Zwiespalt im Volk 48
Jesus und die Ehebrecherin 50
Jesus das Licht für die Welt 50
Jesu Weg zur Erhöhung 52
Die wahre Freiheit 54
Abrahamskinder und Teufelskinder 55
Der Streit um Jesu Ehre 56
Die Heilung eines Blindgeborenen 59
Der gute Hirte 62
Der Vorwurf der Gotteslästerung 65
Die Auferweckung des Lazarus 68
Der Entschluss zur Tötung Jesu 72
Jesus wird in Betanien geehrt 73
Der Einzug in Jerusalem 73
Die Ankündigung der Verherrlichung 74
Der Unglaube des Volkes 76
Die Fußwaschung 79
Jesus und der Verräter 81
Die Verherrlichung und das neue Gebot 82
Die Ankündigung der Verleugnung des Petrus 83
Jesus der Weg zum Vater 83
Jesus verspricht die heilige Geistkraft, den Geist von Gott 86
Der Friede Christi 88
Der wahre Weinstock 89
Das Gebot der Liebe 90
Der Hass der Welt 91
Das Werk der heiligen Gotteskraft 93
Trauer und Hoffnung bei Jesu Abschied 94
Das hohepriesterliche Gebet 98
Leiden, Sterben und Auferweckung Jesu 103
Jesu Verhör vor Hannas und Kaiphas und die Verleugnung des Petrus 103
Jesu Verhör vor Pilatus 104
Jesu Geißelung und Verspottung 106
Jesu Verurteilung 107
Jesu Kreuzigung und Tod 108
Das leere Grab 111
Maria von Magdala 112
Die Vollmacht der Jünger 112
Thomas 113
Der Auferstandene am See Tiberias 115
Petrus und Johannes 117
Themenbetrachtung zum Johannesevangelium: 118
„Das Wort von Gott“ durch Jesus Christus ausgeführt 118
Dazu noch einige Bibelstellen aus dem Johannesevangelium, die einen Widerspruch zu der „Gott wurde Mensch“ - Theorie aufzeigen: 124
Wurde nicht Jesus spätestens nach seiner Himmelfahrt mit seinem Vater als „Gott“ vereinigt? 137
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Johannesevangelium aus einer biblisch-unitarischen Perspektive und hinterfragt kritisch die historisch gewachsene trinitarische Interpretation des "Logos". Ziel ist es, aufzuzeigen, dass der Text ursprünglich im Kontext eines strikten Monotheismus zu verstehen ist und Jesus nicht als präexistenter zweiter Gott, sondern als von Gott zum Messias berufener Gesandter dargestellt wird.
- Die Logos-Theologie und ihre philosophische Herkunft
- Biblische Argumente gegen die Präexistenz Christi
- Die Rolle des Heiligen Geistes als Kraft Gottes statt als eigenständige Person
- Die Einheit zwischen Gott dem Vater und seinem Gesandten Jesus Christus
- Kritische Analyse der Darstellung Jesu im Johannesevangelium
Auszug aus dem Buch
Die Hochzeit zu Kana
Am dritten Tag gab es eine Hochzeit im galiläischen Kana; die Mutter Jesu war auch dort.
Auch Jesus war mit seinen Schülern zur Hochzeit eingeladen worden.
Und als der Wein ausgegangen war, sagte die Mutter Jesu zu ihm: „Sie haben keinen Wein.“
Maria muss wohl nach der Geistsalbung ihres Sohnes schon vor dieser Hochzeit über das Wunderwirken ihres Sohnes Bescheid gewusst haben, sonst hätte sie ihn nicht darauf angesprochen. Nach Markus 3,21 haben die Angehörigen Jesu noch nichts von seiner Berufung als der Gesalbte Gottes gewusst, sonst hätten sie ihn schon bei seinem ersten Wirken erkannt und ihn nicht als verwirrt angesehen. Somit kann das Wunder hier bei der Hochzeit nicht das erste Wunder Jesu gewesen sein. Weiter auffallend ist, dass Jesus von seiner Mutter als eine Art Magier gesehen wird, der auch Wein herbeizaubern könnte. Doch wir wissen aus verschiedenen Begebenheiten, dass dies Jesus nicht tun konnte, siehe Joh. 11,22, wo Marta zu Jesus sagte: „Aber auch jetzt weiß ich, dass Gott dir alles geben wird, worum du ihn bittest.“
Zusammenfassung der Kapitel
Das erfüllte Wort Gottes: Dieses Kapitel legt die theologische Grundlage dar und kritisiert die philosophische Umdeutung des Logos-Begriffs vom monotheistischen Heilsplan hin zur Präexistenzlehre.
Das Zeugnis des Täufers über sich selbst: Johannes der Täufer wird als Wegbereiter eingeführt, der seine eigene Rolle als Gesandter klar von der des kommenden Messias abgrenzt.
Die ersten Jünger: Die Berufung der ersten Jünger wird als Anbeginn des Messias-Auftrags beschrieben, ohne dass diese ihn bereits als "Gott-Mensch" begriffen hätten.
Die Hochzeit zu Kana: Das erste Wunder wird analysiert, wobei die Rolle Marias und das Verständnis der göttlichen Vollmacht durch Salbung im Fokus stehen.
Schlüsselwörter
Johannesevangelium, biblischer Unitarismus, Monotheismus, Logos, Präexistenz, Messias, Heilsplan, Geistkraft Gottes, Gottessohn, Gott JHWH, Trinitätslehre, Gesalbter, Erlösungsplan, Apostel, Schriftforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Publikation analysiert kritisch die christliche Theologie des Johannesevangeliums und plädiert für eine Rückbesinnung auf eine biblisch-unitarische, jüdisch geprägte Sichtweise auf Jesus Christus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Mittelpunkt stehen die Interpretation des "Logos", die Frage nach der Präexistenz Christi, das Verständnis von Jesu Sohnschaft sowie die Analyse der Trinitätslehre im biblischen Kontext.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, dass die Konzepte der Präexistenz und der Dreieinigkeit philosophische, nachbiblische Ergänzungen sind, die dem ursprünglichen Zeugnis des Johannesevangeliums widersprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine exegetische und textvergleichende Methode, indem er Bibelverse aus verschiedenen Übersetzungen gegenüberstellt und in den Kontext des alttestamentlichen Monotheismus setzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich entlang der Kapitel des Johannesevangeliums und kommentiert fortlaufend die Aussagen Jesu im Hinblick auf seine Identität als Gesandter Gottes.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Unitarismus, Erlösungsplan, Messias, Logos-Philosophie, Trinitätskritik und das jüdische Verständnis von Gottes Sohnschaft.
Warum wird so viel Wert auf die jüdische Identität Jesu gelegt?
Der Autor betont diese, um zu verdeutlichen, dass Jesus als Jude niemals Ansprüche auf eine göttliche Natur hätte erheben können, ohne den Kern seiner eigenen Religion zu verletzen.
Welche Rolle spielt der Heilige Geist im Text?
Der Heilige Geist wird konsequent als eine Kraft oder "Geistkraft" Gottes identifiziert, nicht als eine eigenständige dritte Person einer Gottheit.
- Arbeit zitieren
- Andreas Schittspan (Autor:in), 2023, Das Johannesevangelium aus biblisch unitarischer Sicht, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1321737