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Die Gewalttheorie Judith Butlers im Kontext der Covid-19-Pandemie

Impfverweigerung als Gewaltakt

Title: Die Gewalttheorie Judith Butlers im Kontext der Covid-19-Pandemie

Term Paper (Advanced seminar) , 2021 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Michelle Tannrath (Author)

Ethics

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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit darf als Plädoyer für eine Impfpflicht gelesen werden. Sie möchte entlang Judith Butlers Gewalttheorie prüfen, ob es sich bei der Impfverweigerung im Rahmen der Covid-19-Pandemie um einen gewalttätigen Akt handelt und auf Grundlage dieser Einschätzung für eine Impfpflicht plädieren.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Erster Teil

Judith Butlers Verständnis von Gewalt

1. Butlers Gewalttheorie: Die vielfältigen Gesichter der Gewalt

2. Unauflösbare Abhängigkeit: Der Mensch als soziales Wesen

3. Ethik der Gewaltlosigkeit: Radikale Gleichheit von Leben

4. Impfverweigerung als Gewaltakt

Zweiter Teil

Plädoyer für eine Impfpflicht

1. Die Argumente der Impfgegner:innen und deren Widerlegung

2. Exkurs: Eine Frage des Freiheitsbegriffes

3. Moralische Pflicht zur Impfung und deren Realisation

Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit hinterfragt die ethische Vertretbarkeit der Impfverweigerung während der Covid-19-Pandemie durch die Anwendung der Gewalttheorie von Judith Butler und argumentiert für die Einführung einer Impfpflicht als notwendige gesellschaftliche Maßnahme zum Schutz menschlichen Lebens.

  • Analyse der Gewalttheorie Judith Butlers im Kontext sozialer Interdependenzen.
  • Ethische Einordnung der Impfverweigerung als Form der Ausübung von Gewalt.
  • Kritische Auseinandersetzung mit den Argumenten von Impfgegner:innen und deren Widerlegung.
  • Diskussion des Spannungsverhältnisses zwischen individueller Freiheit und gesamtgesellschaftlicher Sicherheit.
  • Begründung der moralischen und politischen Verpflichtung zur Impfung.

Auszug aus dem Buch

1. Butlers Gewalttheorie: Die vielfältigen Gesichter der Gewalt

Wie die Überschrift des Kapitels vermuten lässt, verhält es sich mit dem Gewaltbegriff in Bezug auf Judith Butlers Gewalttheorie alles andere als einfach. Die Philosophin vertritt ein äußerst differenziertes Gewaltverständnis, welches unter dem Eindruck der Denkfiguren Michel Foucaults, Jacques Derridas, Emmanuel Lévinas', Walter Benjamins und John Langshaw Austins steht. Diese Prägung wird anhand ihrer unkonkreten und abstrakten Art und Weise, von Gewalt zu sprechen, ersichtlich (vgl. Brunner 2020: 247). Gesagt werden kann allerdings, dass Butler den Begriff der „Gewalt“, im Englischen „violence“, der auf das lateinische Wort „violentia“ zurückgeht, im Sinne einer „Verletzung“ verwendet (vgl. Krämer 2005). Wer jedoch nach einer klaren Definition des Gewaltbegriffs in Butlers Ausführungen sucht, wird enttäuscht werden. Dies liegt darin begründet, dass die Grenzen dessen, was als Gewalt bezeichnet werden kann, Butler zufolge nicht klar umrissen werden können. Denn auch innerhalb vermeintlich gewaltloser Handlungen schwingt Gewalt mit, wie beispielsweise bei friedlichen Protestaktionen, die dennoch die Möglichkeit einer Gewaltanwendung mit sich führen und somit auch als Gewaltakt wahrgenommen werden können (vgl. Ribi 2021).

Butler geht sogar so weit, den Frieden nicht als Abwesenheit jeglicher Gewalt oder als eine defensive Haltung aufzufassen - ganz im Gegenteil: Gemäß Judith Butler verkörpert der Frieden ein fortlaufendes Ringen um Gewaltlosigkeit in Form von aggressivem Widerstand: „Frieden ist ein aktiver Kampf gegen die Gewalt, und es gibt keinen Frieden ohne die Gewalt, die er in Schach zu halten sucht. Frieden bezeichnet diese Spannung, da er in gewissem Maße immer ein gewaltsamer Prozess ist, eine Gewalt jedoch im Namen der Gewaltlosigkeit“ (Brunner 2020: 263). Butler entlarvt folglich die Möglichkeit einer vollkommenen Gewaltfreiheit als politische Utopie (vgl. ebd.: 260). Dennoch erklärt die Philosophin aus ihrer lebensbejahenden Position heraus die Bekämpfung der in der Welt vorherrschenden Gewalt für unabdingbar, was ein fortwährendes Streben nach der Erfüllung des Ideals der Gewaltlosigkeit einfordert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Umreißt das Ziel der Arbeit, die Impfverweigerung mittels Butlers Gewalttheorie als Gewaltakt zu dekonstruieren und eine Impfpflicht zu legitimieren.

1. Butlers Gewalttheorie: Die vielfältigen Gesichter der Gewalt: Erläutert Butlers komplexes, sprachphilosophisch geprägtes Gewaltverständnis, das normative Gewalt als wirkmächtige Basis für sichtbare Gewaltakte identifiziert.

2. Unauflösbare Abhängigkeit: Der Mensch als soziales Wesen: Führt Butlers Kritik am Individualismus ein und postuliert, dass der Mensch seine Subjektivität erst durch soziale Interdependenzen gewinnt.

3. Ethik der Gewaltlosigkeit: Radikale Gleichheit von Leben: Leitet aus der sozialen Verwobenheit die ethische Forderung einer radikalen Gleichheit und Betrauerbarkeit aller Leben ab.

4. Impfverweigerung als Gewaltakt: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse auf die Pandemie und bewertet die Impfverweigerung als Missachtung sozialer Bindungen und somit als Gewalt.

1. Die Argumente der Impfgegner:innen und deren Widerlegung: Setzt sich mit Diskursen über „natürliche“ Verluste, Impfrisiken und Verschwörungsmythen auseinander, um diese wissenschaftlich und ethisch zu entkräften.

2. Exkurs: Eine Frage des Freiheitsbegriffes: Beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Sicherheit und Freiheit sowie die Differenz zwischen positiver und negativer Freiheit.

3. Moralische Pflicht zur Impfung und deren Realisation: Plädiert auf Basis der vorangegangenen Argumente für eine Impfpflicht als notwendige politische und moralische Rahmenbedingung zum Lebenserhalt.

Fazit: Fasst die Kernthesen zusammen und bewertet die praktische Umsetzung einer Impfpflicht als ethisch zwingend, wenngleich gesellschaftspolitisch herausfordernd.

Schlüsselwörter

Judith Butler, Gewalttheorie, Covid-19-Pandemie, Impfverweigerung, Impfpflicht, normative Gewalt, soziale Interdependenz, radikale Gleichheit, Freiheit, Sicherheit, Ethik der Gewaltlosigkeit, Fremdverantwortung, Gesellschaftspolitik, Betrauerbarkeit, Individualismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, ob Impfverweigerung in der Covid-19-Pandemie auf Basis der philosophischen Gewalttheorie von Judith Butler als Akt der Gewalt bewertet werden kann und plädiert für die ethische Legitimität einer Impfpflicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind Judith Butlers Konzepte von Gewalt, Verletzlichkeit und sozialer Abhängigkeit sowie deren Anwendung auf das Spannungsfeld zwischen individueller Freiheit und kollektiver Verantwortung in einer Gesundheitskrise.

Welche Forschungsfrage verfolgt die Autorin?

Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Ablehnung einer Impfung gegen Covid-19 vor dem Hintergrund von Butlers Philosophie als ein gewalttätiger Akt gegenüber anderen Menschen verstanden werden muss, der staatliche Eingriffe in Form einer Impfpflicht rechtfertigt.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine philosophische Diskursanalyse, um Butlers theoretische Ansätze zur normativen Gewalt kritisch zu hinterfragen und deren Anwendbarkeit auf die gegenwärtige Pandemie-Situation zu prüfen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung von Butlers Menschenbild und Gewaltverständnis sowie einen praktischen Teil, in dem die Argumente von Impfgegner:innen analysiert, entkräftet und gegen die Notwendigkeit solidarischen Handelns abgewogen werden.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Judith Butlers Gewalttheorie, soziale Interdependenz, radikale Gleichheit, moralische Pflicht zur Impfung, Freiheit-Sicherheit-Dilemma und der soziale Charakter des menschlichen Subjekts.

Wie bewertet die Autorin das Argument „Mein Körper, meine Entscheidung“?

Die Autorin weist dieses Argument zurück, da es den Individualismus über das soziale Wesen des Menschen stellt. Sie argumentiert, dass die Entscheidung gegen eine Impfung Folgen für andere hat (Ansteckung/Kliniküberlastung) und somit keine rein private Angelegenheit ist.

Warum ist laut Butler absolute Gewaltfreiheit eine Utopie?

Butler sieht Frieden nicht als Abwesenheit von Gewalt, sondern als ein fortwährendes Ringen um Gewaltlosigkeit. Da menschliche Gesellschaften auf festen Strukturen und Normen basieren, die selbst „normative Gewalt“ ausüben können, ist eine vollkommene Gewaltfreiheit nicht erreichbar.

Was versteht man in diesem Kontext unter „normativer Gewalt“?

Normative Gewalt beschreibt jene Gewalt, die in den sozialen Normen und Gesetzen einer Gesellschaft verborgen liegt. Sie bestimmt, welches Leben als wertvoll oder gar betrauerbar gilt, und legt damit den Grundstein für die physische Gewalt gegenüber jenen, die diesen Normen nicht entsprechen.

Gilt die Impfpflicht laut Autorin als rechtfertigbare „Gewalt“?

Die Autorin argumentiert, dass eine staatlich verordnete Impfpflicht eine Form der „legitimen“ Gegengewalt darstellt. Während Impfverweigerung auf die Zerstörung von Lebensgrundlagen zielt, diene der staatliche Zwang zur Impfung paradoxerweise dem Schutz des Lebens und damit der Erhaltung der sozialen Bindungen.

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Details

Title
Die Gewalttheorie Judith Butlers im Kontext der Covid-19-Pandemie
Subtitle
Impfverweigerung als Gewaltakt
College
University of Education Ludwigsburg  (Institut für Philosophie und Theologie)
Course
Gewalt und Gewaltlosigkeit bei Judith Butler
Grade
1,0
Author
Michelle Tannrath (Author)
Publication Year
2021
Pages
35
Catalog Number
V1320743
ISBN (eBook)
9783346802385
ISBN (Book)
9783346802392
Language
German
Tags
Judith Butler Gewalt Corona-Pandemie Impfpflicht Freiheitsbegriff
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michelle Tannrath (Author), 2021, Die Gewalttheorie Judith Butlers im Kontext der Covid-19-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1320743
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