Im Laufe dieser Arbeit wird herausgearbeitet, inwiefern Konrad Duden die deutsche Einheitsorthografie beeinflusst hat und welche Rolle er in der Entwicklung der einheitlichen deutschen Orthografie hatte. Zudem wird herausarbeitet, welche Ziele er hatte und ob er sie erreichen konnte.
Zu Beginn dieser Arbeit werden Dudens orthografische Ziele dargestellt. Anschließend der Einfluss Dudens auf die Entwicklung der deutschen Einheitsorthografie analysiert. Der Weg zur deutschen Einheitsorthografie und ihre Durchsetzung werden im dritten Kapitel aufgezeigt. Dieses Kapitel soll zudem Dudens Einfluss auf einzelne Ereignisse aufzeigen. Abschließend wird im Fazit analysiert, ob Konrad Duden seine orthografischen Ziele erreicht hat. Zudem werden die Zusammenhänge zwischen dem Erreichen der deutschen Einheitsorthografie und Dudens Mitwirken zusammengefasst.
Die geschriebene Sprache ist ein großer und wichtiger Teil unseres Lebens. Ab dem Moment, an dem wir in der Schule schreiben lernen, machen wir unser ganzes Leben lang und in jedem Bereich unseres Lebens, Gebrauch von der Rechtschreibung. In der heutigen Zeit findet ein großer Teil unserer Kommunikation durch den schriftlichen Austausch in den sozialen Medien statt. Durch eine einheitliche Schreibung ist es möglich allgemein von allen verstanden zu werden. Dies war jedoch nicht immer selbstverständlich, denn vor mehr als hundert Jahren gab es diese einheitliche Schreibung noch nicht. In dieser Zeit gab es nicht einmal eine einheitliche Schreibung in den Schulen und die Lehrpersonen unterrichten nur ihre bevorzugte Schreibung, was heute undenkbar wäre. Wenn wir heutzutage die Schreibung eines Wortes nicht wissen, dann können wir diese im Duden nachschlagen. Der Name Duden ist noch bis heute das Aushängeschild für die deutsche Rechtschreibung. Dass Konrad Duden einen großen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Einheitsorthografie gehabt haben muss, ist deutlich erkennbar.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Orthographische Ziele von Konrad Duden
3. Der Einfluss Dudens im Entwicklungsprozess zur deutschen Einheitsorthographie
3.1 Die Entwicklung der deutschen Einheitsorthographie
3.1.1 Der Weg der deutschen Orthographie vor der I. Orthographischen Konferenz
3.1.2 Die I. Orthographische Konferenz
3.1.3 Die Entwicklungen nach der I. Orthographischen Konferenz und Dudens Bemühungen um eine Einheitsschreibung
3.2 Durchsetzung der deutschen Einheitsorthographie
3.2.1 Die II. Orthographische Konferenz
3.2.2 Die Beurteilung Dudens zur deutschen Einheitsorthographie
4. Fazit
5. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den maßgeblichen Einfluss von Konrad Duden auf die Vereinheitlichung der deutschen Orthographie im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Dabei wird herausgearbeitet, wie Duden durch seine publizistischen Bemühungen und seine Rolle in den orthographischen Konferenzen zur Durchsetzung einer standardisierten Rechtschreibung beitrug, und inwieweit er seine eigenen theoretischen Ziele bezüglich einer phonetischen Angleichung dabei verfolgen konnte.
- Historische Entwicklung der deutschen Rechtschreibung im 19. Jahrhundert
- Die orthographischen Ziele Konrad Dudens und seine theoretische Positionierung
- Analyse der I. und II. Orthographischen Konferenz
- Die Rolle des Duden-Wörterbuchs als Normierungsinstrument
- Zusammenhang zwischen politischer Einigung des Deutschen Reiches und Rechtschreibreform
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Die I. Orthographische Konferenz
Bei der Verwirklichung der deutschen Einheitsschreibung auf Reichsebene war die I. Orthographische Konferenz der erste große Versuch (vgl. Nerius 2005, 11). An dieser Konferenz im Jahr 1876 in Berlin nahmen 14 Fachleute, mit einer guten Sachkenntnis, einer guten Kenntnis über die Bedürfnisse in der Schule und die zum großem Teil Anhänger der gemäßigt phonetischen Richtung waren, teil (vgl. Wurzel 1979, 65). Sie waren Mitglieder der Schulbehörden und Vertreter der Buchdrucker und Buchhändler. Die Teilnehmer stammten aus Preußen, Württemberg, Bayern, Baden und Reuß. Neben Raumer und Duden nahmen die bekannten Delegierten Wilmanns, Scherer und Sanders teil (vgl. Wurzel 1979, 65). Vertreter der radikalen phonetischen oder der historischen Richtung nahmen nicht an der Konferenz teil. Die Leitung der Konferenz übernahm Dr. Bonitz, der an dem Berliner Regelbuch von 1871 mitgearbeitet hatte (vgl. Scheuringer 1996, 75). Die Grundlage für eine einheitliche Norm der Schreibung des Deutschen zu Beginn in Schulen und anschließend im allgemeinen Gebrauch, anhand der Ausarbeitung eines orthographischen Regelwerks, zu schaffen, war die Aufgabe der I. Orthographischen Konferenz (vgl. Lohff 1980, 313).
Die Konferenz hatte sich im Besonderen auf die Beseitigung von Doppelformen in der Schreibung konzentriert. Die Schreibvariante mit der Mehrheit der Stimmen wurde als richtig anerkannt (vgl. Nerius 2007, 344). Es wurde zudem gegen eine konsequente Kleinschreibung entschieden. Die Generalisierung der Verbendung -iren statt ieren wurde mehrheitlich angenommen (vgl. Nerius 2007, 344). Nach dem Grad der Eindeutschung wurde bei dem Themenkomplex der Fremdwörter entschieden. Bereits eingedeutschte Fremdwörter behielten die deutsche Lautbezeichnung, die noch nicht eingedeutschten Fremdwörter behielten das fremde Schriftbild. Die Buchstabenfolgen th, ph, rh, y, ch in Fremdwörtern mit einem griechischen Ursprung wurden akzeptiert (vgl. Nerius 2007, 344). In allen deutschen Wörtern sollte die Kennzeichnung der Vokallänge th durch ein t ersetzt werden. Teilweise erhalten blieb der Buchstabe c, er wurde jedoch in bestimmten Fällen der Lautung durch ein z oder ein k ersetzt (vgl. Nerius 2007, 344).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung der einheitlichen Rechtschreibung und die Forschungsfrage bezüglich Konrad Dudens Einfluss auf diesen Entwicklungsprozess.
2. Orthographische Ziele von Konrad Duden: Dieses Kapitel skizziert die persönlichen Zielsetzungen Dudens, die von einer angestrebten Vereinfachung der Orthographie bis hin zur Verfolgung phonetischer Prinzipien reichten.
3. Der Einfluss Dudens im Entwicklungsprozess zur deutschen Einheitsorthographie: Hier wird der historische Kontext der Rechtschreibreformen sowie die Rolle Dudens bei der Ausarbeitung und Durchsetzung einheitlicher Regeln detailliert analysiert.
3.1 Die Entwicklung der deutschen Einheitsorthographie: Dieser Abschnitt beschreibt die Hindernisse und Bewegungen auf dem Weg zu einer einheitlichen Norm vor der ersten Reichskonferenz.
3.1.1 Der Weg der deutschen Orthographie vor der I. Orthographischen Konferenz: Hier werden die verschiedenen Schulen der Orthographiediskussion und die Ausgangslage im 19. Jahrhundert dargestellt.
3.1.2 Die I. Orthographische Konferenz: Eine Analyse des ersten großen Versuchs der Vereinheitlichung auf staatlicher Ebene im Jahr 1876.
3.1.3 Die Entwicklungen nach der I. Orthographischen Konferenz und Dudens Bemühungen um eine Einheitsschreibung: Dieser Teil befasst sich mit der Zeit nach dem ersten Scheitern und den individuellen Publikationsbemühungen Dudens zur Verbreitung einer Schulorthographie.
3.2 Durchsetzung der deutschen Einheitsorthographie: Die Untersuchung konzentriert sich auf die endgültige politische und administrative Etablierung des Regelwerks um 1900.
3.2.1 Die II. Orthographische Konferenz: Eine Betrachtung der Konferenz von 1901, die den entscheidenden Durchbruch zur einheitlichen deutschen Rechtschreibung markierte.
3.2.2 Die Beurteilung Dudens zur deutschen Einheitsorthographie: Hier wird Dudens eigene Reflexion über die erreichten Zwischenziele nach der Etablierung der neuen Einheitsorthographie dargelegt.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, inwieweit Duden sein persönliches Ideal einer lautgetreuen Schreibung hinter der Realisierung der notwendigen Einheitsorthographie zurückstellte.
5. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit referenzierten wissenschaftlichen Fachliteratur und Primärquellen.
Schlüsselwörter
Konrad Duden, deutsche Rechtschreibung, Einheitsorthographie, Orthographische Konferenz, Sprachgeschichte, phonetisches Prinzip, Schulorthographie, Rechtschreibreform, Sprachwandel, philologische Normierung, Bibliographisches Institut, Preußische Orthographie, Standardisierung, Sprachbewusstsein, Regelwerk.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit analysiert den historischen Beitrag von Konrad Duden zur Entwicklung und Durchsetzung der deutschen Einheitsorthographie im späten 19. Jahrhundert.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Fokus stehen die orthographische Situation im Deutschland des 19. Jahrhunderts, die verschiedenen Reformmodelle, die orthographischen Konferenzen und die publizistische Arbeit Dudens.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll geklärt werden, welchen tatsächlichen Einfluss Duden auf die Entwicklung der Rechtschreibnorm hatte und ob er seine eigenen, primär phonetisch orientierten Ziele erreichen konnte.
Welche wissenschaftliche Methodik liegt der Arbeit zugrunde?
Die Autorin oder der Autor verwendet eine historische-deskriptive Methode, indem Fachliteratur und zeitgenössische Quellen sowie Konferenzprotokolle analysiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Ziele Dudens, die Analyse der verschiedenen Reformversuche (I. und II. Orthographische Konferenz) und die Untersuchung der Rolle seines Wörterbuchs als Instrument der Einheitschreibung.
Wodurch lässt sich die vorliegende Arbeit charakterisieren?
Sie zeichnet sich durch einen klaren Fokus auf die Verbindung zwischen theoretischem Ideal und praktischer Umsetzung im komplexen föderalen System des deutschen Kaiserreichs aus.
Welche Rolle spielte die politische Einigung des Reiches für Dudens Vorhaben?
Die Reichsgründung 1871 schuf die nötigen organisatorischen und politischen Rahmenbedingungen, um eine länderübergreifende Normierung überhaupt erst in greifbare Nähe zu rücken.
Warum scheiterten Dudens radikalere Reformvorstellungen nach dem Fazit der Arbeit?
Duden musste erkennen, dass die praktische Durchsetzbarkeit einer einheitlichen Norm wichtiger war als die konsequente Umsetzung phonetischer Prinzipien, weshalb er seine eigenen Idealvorstellungen zugunsten des Konsenses opferte.
- Quote paper
- Louise Leyers (Author), 2022, Konrad Duden und sein Einfluss auf die Orthografie. Welche Rolle spielte er in der Entwicklung der einheitlichen deutschen Orthografie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1319309