Der Erfolg und die Entwicklung von Firmen in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg hingen maßgeblich von eigenen Stärken und Schwächen ab. Doch im Laufe der Jahre veränderte sich diese Vorgehensweise und Betrachtung erheblich. Sie wandelte sich von der innen orientierten Strategieentwicklung hin zur nach außen gerichteten Planung und Entwicklung. Es reicht heutzutage nicht mehr aus nur die eigenen Stärken als Wettbewerbsfaktor zu betrachten, vielmehr muss dem sich ändernden Wettbewerbsumfeld Rechnung getragen werden. Wesentliche Triebfedern sind die zunehmende Globalisierung, der technische Fortschritt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie ein erhöhter Wettbewerb auf den globalen Märkten. Demzufolge muss ein Unternehmen heutzutage bei seiner Planung Umwelteinflüsse und Veränderungen betrachten, abschätzen und vorhersagen die für eine nach außen orientierte Planung essentiell sind. Um diesem Wandel Rechnung zu tragen, können Unternehmen Prognosen einsetzen. Ein probates Mittel zur Erstellung dieser Prognosen sind die Prognosemethoden.
Weiteres Betrachtungsfeld wird die Chartanalyse an den Finanzmärkten sein. Mit Ihrer Hilfe kann man zukünftige Verläufe von Aktienkursen oder Zinskurven voraussagen und Unsicherheiten über deren zukünftigen Verlauf mindern.
Die Volatilität an den Aktienmärkten zeigt wie dringend Möglichkeiten gesucht werden den zukünftigen Verlauf von Kursen mit Hilfe von historischen Daten vorauszusagen.
Ziel dieser Arbeit ist es einen Überblick über vorhandene Prognosemethoden und Chartanalyse Möglichkeiten zu geben und diese kurz vorzustellen. Ebenfalls werden Einsatzmöglichkeiten und Zielstellungen der Prognosehilfsmittel analysiert und gegenübergestellt.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 AUFGABENSTELLUNG UND ZIELSETZUNG
1.2 PROGNOSE UND PROGNOSEMETHODEN
1.3 CHARTANALYSE
1.4 FORTFÜHRUNG DER ARBEIT
2 PROGNOSEPROZESS
3 PROGNOSEMETHODEN
3.1 EINTEILUNG VON PROGNOSEVERFAHREN
3.1.1 Formalisierungsgrad
3.1.2 Komplexität
3.1.3 Zeitlicher Horizont
3.2 AUSWAHL DER PROGNOSEMETHODE
3.3 QUANTITATIVE METHODEN
3.3.1 Chancen und Risiken quantitativer Prognosemethoden
3.3.2 Beschreibung der wichtigsten Methoden
3.3.2.1 Zeitreihenanalyse(Trendexploration)
3.3.2.2 Regressionsanalyse
3.4 QUALITATIVE METHODEN
3.4.1 Chancen und Risiken qualitativer Methoden
3.4.2 Beschreibung der wichtigsten Methoden
3.4.2.1 Delphi Methode
3.4.2.2 Szenariotechnik
3.4.3 Beispiel anhand einer Vertriebsschätzung
4 PROGNOSEFEHLER UND PROGNOSEUNSICHERHEIT
5 FAZIT PROGNOSEMETHODEN
6 CHARTANALYSE UND CHARTS
6.1 CHARTTYPEN
6.1.1 Linienchart
6.1.2 Balkenchart (Barchart)
6.1.3 Kerzenchart
6.2 TRENDS, TRENDLINIEN, TRENDKANÄLE
6.3 INDIKATOREN
6.4 FAZIT CHARTANALYSE
7 ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht und vergleicht Methoden der Absatz- und Nachfrageprognose im Produktionsbetrieb mit Techniken der Chartanalyse an Finanzmärkten, um deren jeweilige Eignung für eine fundierte Zukunftsplanung und Entscheidungsunterstützung zu bewerten.
- Methodische Einteilung von Prognoseverfahren (quantitativ vs. qualitativ)
- Analyse des Prognoseprozesses im industriellen Umfeld
- Techniken der technischen Chartanalyse und deren Indikatoren
- Gegenüberstellung und Synergiepotenziale beider Analyseformen
Auszug aus dem Buch
3.4.2.1 Delphi Methode
Diese Methode ist in den Bereich der Expertenbefragungen einzuordnen. Diese Befragung wird von Häder auf folgende Weise definiert. „Die Delphi-Methode ist ein vergleichsweise stark strukturierter Gruppenkommunikationsprozess, in dessen Verlauf Sachverhalte, über die naturgemäß unsicheres und unvollständiges Wissen existiert, von Experten beurteilt werden.“14 Dieser Definition folgend gestaltet sich das Vorgehen wie folgt.
Es wird zunächst ein Team gebildet welches die Durchführung organisiert. Bestandteil dieses Teams können ebenfalls interne und externe Experten sein, welche dem Fragebogen den letzten Schliff verpassen. Ist der Fragebogen im Konsens zusammengestellt wird eine anonym gehaltene Befragung der ausgewählten Teilnehmer durchgeführt. Zumeist sind die Teilnehmer Spezialisten und Experten, da sie das meiste Wissen besitzen und so die Befragung qualitativ am besten unterstützen können.
Nach Erhalt aller ausgefüllten Befragungsbögen wertet das Team diese aus und passt den Fragebogen bei Bedarf an und versendet ihn erneut. Dieser Prozess wird solange fortgesetzt, bis ein vorher genauestens definiertes Abbruchkriterium erreicht ist und mit der Ergebniserstellung begonnen werden kann. Erklärtes Ziel dieser Befragungen ist die Erstellung einer Handlungsgrundlage mit der spätere Strategien zuverlässig entwickelt werden können.15
Offensichtlicher Vorteil der Delphi Methode ist Ihre Anonymität und ihre Objektivität mit Hilfe der Expertenmeinungen. Nachteile sind unter anderem der hohe Zeitaufwand und die Anpassung der Expertenmeinungen an die vorherrschende Trendmeinung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Problematik der strategischen Planung und Abgrenzung von Prognosemethoden sowie Chartanalyse.
2 PROGNOSEPROZESS: Darstellung des typischen Ablaufs einer Prognose von der Zielbestimmung bis hin zur Überwachung.
3 PROGNOSEMETHODEN: Vertiefte Untersuchung quantitativer und qualitativer Prognoseverfahren wie Regressionsanalyse und Delphi-Methode.
4 PROGNOSEFEHLER UND PROGNOSEUNSICHERHEIT: Analyse von Ursachen für Prognoseabweichungen und Vorstellung von Beurteilungskennzahlen.
5 FAZIT PROGNOSEMETHODEN: Zusammenfassende Bewertung der Anwendbarkeit quantitativer und qualitativer Ansätze im produzierenden Gewerbe.
6 CHARTANALYSE UND CHARTS: Einführung in die technische Chartanalyse, Darstellung verschiedener Charttypen und Indikatoren zur Trendbestimmung.
7 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließender Vergleich beider Wissensgebiete und Herausarbeitung von Schnittmengen für eine optimierte Planung.
Schlüsselwörter
Prognosemethoden, Chartanalyse, Zeitreihenanalyse, Regressionsanalyse, Delphi-Methode, Szenariotechnik, Produktionsplanung, Marktprognose, Indikatoren, Trendanalyse, Prognosefehler, Entscheidungsunterstützung, Finanzmärkte, Vorhersage, Wirtschaftsinformatik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zwischen Prognoseverfahren in produzierenden Betrieben und Methoden der Chartanalyse an Finanzmärkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf quantitativen und qualitativen Prognosemethoden, dem industriellen Prognoseprozess sowie verschiedenen Charttypen und Indikatoren der Finanzmarktanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, einen Überblick über vorhandene Prognosehilfsmittel zu geben, deren Einsatzmöglichkeiten zu analysieren und kritisch gegenüberzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die existierende Prognose- und Analysemethoden (wie Zeitreihen- und Regressionsanalysen sowie charttechnische Indikatoren) beschreibt und bewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Prognoseprozess in der Produktion, die Vorstellung spezifischer quantitativer und qualitativer Verfahren sowie eine detaillierte Erläuterung der Chartanalyse inklusive ihrer Werkzeuge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prognosemethoden, Chartanalyse, Trendermittlung, Regressionsanalyse und Entscheidungsunterstützung.
Wie unterscheidet sich die Delphi-Methode von quantitativen Verfahren?
Während quantitative Verfahren auf historischen Daten und mathematischen Formeln basieren, nutzt die Delphi-Methode strukturiert das subjektive Expertenwissen zur Schätzung zukünftiger Entwicklungen.
Warum ist die Analyse von Prognosefehlern für Unternehmen wichtig?
Durch die Abweichungsanalyse können endogene oder exogene Störfaktoren identifiziert werden, was für die zukünftige Modellwahl und damit für die Planungsgenauigkeit entscheidend ist.
Welche Rolle spielen Trendkanäle in der Chartanalyse?
Sie dienen der Visualisierung von Kursbewegungen und helfen dem Analysten, Widerstands- und Unterstützungszonen zu definieren, um daraus Kauf- oder Verkaufssignale abzuleiten.
- Quote paper
- Alrik Degenkolb (Author), 2008, Prognosen im Produktionsbetrieb vs. Chartanalysen (Finanzmarkt), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/131749